Das Gut Salwarschienen, Pr. Eylau

Das Gut Salwarschienen existiert nicht mehr. ‘Salwarschienen wurde am 2.2.1945 von Sowjet-Truppen ohne Kämpfe besetzt. Die im Sommer 1945 anrückenden Polen nannten Das Gut “Kanie Ilaweckie”. Es wird heute zusammen mit Sieslack als Teil des polnischen Staatsgutes Markhausen bewirtschaftet. 1975 war ein Teil des Gutshofes vernichtet, das Gutshaus sehr verfallen’ schreibt Horst Schulz auf Seite 423 seines Buches ‘Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau.

Kanie Ilaweckie – Salwarschienen

Betrachtet man das ehemalige Gutsgelände heute aus der Vogelperspektive, erkennt man mehrere Gebäude. Vom ehemaligen Gutshof fand ich bislang keine Abbildung.

Über die wechselnden Besitzer des Gutes ist bei Horst Schulz nachzulesen: ‘1820 … wird Salwarschienen ein ‘kölmisches Gut’ mit 3 Feuerstellen und 43 Einwohnern genannt; der Besitzer hieß Preuß. … Preuß konnte das Gut nicht halten; es kam zur Versteigerung mit einer gerichtlichen Taxe von 3410 Talern. Bei dieser Versteigerung hat Heinrich Nikutowski das Gut gekauft, der 1830 Besitzer war. Am 9.1.1830 gebar dort seine Gattin Johanna Wilhelmine, geb. Oberhausen, einen Sohn Arthur. Dieser wurde ein bekannter Kunstmaler (Düsseldorf, Karlsruhe, Düsseldorf) und war Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf. Er starb in Düsseldorf 1888′.

 Der 1830 auf dem Gut Salwarschienen geborene Johann Arthur Severin Nikutowski beschäftigte sich vor allem mit der Landschaftsmalerei und hinterließ einige Gemälde – u.a. das folgende mit dem Titel ‘Viehandel auf winterlichem Marktplatz‘, das 1881 entstand.

Quelle: Wikipedia

Leider scheint kein Gemälde mehr zu existieren, auf welchem Johann Nikutowski den elterlichen Gutshof verewigt hat. Auch eine Nachfrage bei der Düsseldorfer Kunstakademie führte zu keinem Erfolg. Es bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht irgendwo in privatem Besitz noch eine Abbildung des Gutes befindet.

‘1846 erscheint “Sallwarschienen” als kölmisches Gut mit 4 Wohngebäuden und 47 Einwohnern; es gehörte 1857 einer “unverehelichten Zimmermann” schreibt Horst Schulz weiter. In diesem Punkt irrt Herr Schulz.

Bereits im Juli 1836 – kurz nach der Geburt seiner in Egdeln geborenen Tochter Friedericke Auguste Adelheid Zimmer – kauft Alfred Friedrich Gustav von Domhardt das Gut Salwarschienen für Elisabeth Zimmer und ihre 5 gemeinsamen Kinder, die alle von ihm anerkannt wurden. Fortan lebt Elisabeth Zimmer mit den Kindern auf dem Gutshof Salwarschienen. Alfred von Domhardt selbst lebt um diese Zeit bereits auf Gut Bestendorf. Nähere Einzelheiten sind hier zu finden.

Elisabeth Zimmer muss nach März 1862 – vermutlich auf dem Gut Salwarschienen – verstorben sein. Das genaue Sterbedatum ist bislang nicht bekannt.

Bekannt ist, dass sich das Gut Salwarschienen ab 1890 im Besitz von Louis von Hatten befindet, der nach dem 1. Weltkrieg auch Amtsvorsteher des Amtbezirks Nerfken wird. Nach dessen Tod im Februar 1839 geht der Besitz über an seine Tochter Elsa und seinen Schwiegersohn von Hans Wolf von Heyden auf Sieslack.

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Eine Antwort auf Das Gut Salwarschienen, Pr. Eylau

  1. Erdmute sagt:

    Irmi, es liest sich mal wieder großartig !!!

    Cousine E.

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