Eine Taufkammer ‚von ganz elendem Geschmack‘

Über die vorgefertigten Fragebögen, die der Geistliche und als ‚Kunst-Archäologe‘ bekannt gewordene Heinrich Otte im Jahre 1857 an die Pastoren aller Kirchen im Kreis Pr. Eylau (und an die Pastoren der Kirchen anderer Kreise in Ostpreußen) sandte sowie über einen Brief, den der damalige Landsberger Pfarrer Gustav Westphal der Rücksendung seiner Antworten beifügte, habe ich bereits hier berichtet.

So exakt wie möglich beantwortet Pfarrer Westphal auch Frage Nr. 6, die wie folgt lautet:

  • Ist die Taufe von Erz, Stein oder Holz, und wie ist sie geschmückt?
  • Wo steht sie?
  • Man bittet um Mittheilung ihrer Form und der daran befindlichen Jahreszahlen, Inschriften, Wappen usw.

Gustav Westphal schreibt: ‚Von Holz die Taufkammer, welche etwa 1820 aufgestellt und von ganz elendem Geschmack ist. In ihrer Mitte steht der Taufstein, von Granit, aus einem Stück, ziemlich roh gehauen, im Umfange von 10 Fuß. In diesem Taufstein steht das messingne Taufbecken, welches ganz einfach ohne Inschriften ist.‘

Diese Taufkammer ‚von ganz elendem Geschmack‘ exisiert nicht mehr – aber der Beschreibung nach könnte dies der Taufstein sein,

der sich bereits zu Herrn Westphals Zeiten in der Kirche befand. Im Sommer 2011 entdeckte ich ihn in einem Seiteneingang der Landsberger Kirche.

Viele meiner Vorfahren könnten schon über diesen Stein gehalten worden sein …

 

 

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