Eine Taufkammer ‚von ganz elendem Geschmack‘

Über die vorgefertigten Fragebögen, die der Geistliche und als ‚Kunst-Archäologe‘ bekannt gewordene Heinrich Otte im Jahre 1857 an die Pastoren aller Kirchen im Kreis Pr. Eylau (und an die Pastoren der Kirchen anderer Kreise in Ostpreußen) sandte sowie über einen Brief, den der damalige Landsberger Pfarrer Gustav Westphal der Rücksendung seiner Antworten beifügte, habe ich bereits hier berichtet.

So exakt wie möglich beantwortet Pfarrer Westphal auch Frage Nr. 6, die wie folgt lautet:

  • Ist die Taufe von Erz, Stein oder Holz, und wie ist sie geschmückt?
  • Wo steht sie?
  • Man bittet um Mittheilung ihrer Form und der daran befindlichen Jahreszahlen, Inschriften, Wappen usw.

Gustav Westphal schreibt: ‚Von Holz die Taufkammer, welche etwa 1820 aufgestellt und von ganz elendem Geschmack ist. In ihrer Mitte steht der Taufstein, von Granit, aus einem Stück, ziemlich roh gehauen, im Umfange von 10 Fuß. In diesem Taufstein steht das messingne Taufbecken, welches ganz einfach ohne Inschriften ist.‘

Diese Taufkammer ‚von ganz elendem Geschmack‘ exisiert nicht mehr – aber der Beschreibung nach könnte dies der Taufstein sein,

der sich bereits zu Herrn Westphals Zeiten in der Kirche befand. Im Sommer 2011 entdeckte ich ihn in einem Seiteneingang der Landsberger Kirche.

Viele meiner Vorfahren könnten schon über diesen Stein gehalten worden sein …

 

 

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Höhere Bedienstete in Worienen, Pr. Eylau, nach 1800

Für meine Chronik der Begüterung und des Ortes Worienen im Kreis Pr. Eylau habe ich u.a. auch versucht, die Führungskräfte des Gutes ausfindig zu machen. Die Ämter wechseln häufig. Sämtliche Führungskräfte sind vermutlich- außer dem Rendanten Quednau und dem Gutsführer Friedrich Sakowski – aus anderen Gegenden Ostpreußens nach Worienen geholt worden. Die Familien stammen zumindest nicht aus dem Kirchspiel Eichhorn, zu dem auch Worienen gehört.

August Ludwig Hundsdörfer – Wirtschaftsinspektor um 1833
Carl Fritz – Inspektor um 1836
Casimir Stankewitz – Wirtschafter um 1836
Pieper – Inspektor um 1840
Ploff – Kassenführer um 1849
Louis Spohd – Rechnungsführer (Rendant) um 1860-1871
Alfred Mentzel – Inspektor u. Lieutnant a.D. um 1867 – Am 30.9.1867 stirbt in Worienen seine Tochter Olga Emma Wilhelmine Mentzel im Alter von 4 Monaten und 22 Tagen. Die Bestattung des Kindes erfolgt am 4. Oktober 1867 in Germau, im Kreis Fischhausen. Als Ehefrau von Alfred Mentzel und Mutter des Kindes ist Ida Mentzel, geb. von Montowt, angegeben.
Karl Rudolph Fischer – Oberinspektor um 1872-1874
Ernst Kniebusch – Administrator um 1889- Ernst Kniebusch ist verheiratet mit Wilhelmine Nowak. Am 12. Nomber 1892 verstirbt in Worienen Kniebuschs Schwiegermutter Katharina Nowak im Alter von 79 Jahren; der im September 1891 in Worienen geborene Sohn Franz Heinrich Ernst Hellmuth Kniebusch stirbt am 3. Januar 1893. Im August 1889 wird Kniebusch vom Landrat zum Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Worienen bestellt – im November desselben Jahres zum stellvertretenden Vorsteher des Amtsbezirks Worienen ernannt, im Mai 1890 zum Schulkassen-Rendanten und im Oktober 1890 zum Vorsteher des Amtsbezirks.
Richers – Administrator um 1899 – im August 1899 vom Landrat zum Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Worienen bestellt – im Januar 1900 vom Oberpräsidenten zum Stellvertreter des Amtsvorstehers und im März 1901 zum stellvertretenden Standesbeamten des Standesamtsbezirks Eichhorn ernannt
Hermann Langner – Rendant vor 1904 – stirbt am 6. April 1904 in Worienen im Alter von 35 Jahren an Herzschwäche
Kurt von Gacszewski – Gutsrendant um 1908
Oskar Grieffenhagen – Oberinspektor um 1908 – im Februar 1908 auch Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Worienen 
Ludwig Jensen – Aministrator um 1908 – im März 1908 auch Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Worienen 
von Glinski – Gutsverwalter um 1914
Quednau – Rendant um 1914 – im Juli 1914 auch Gutsvorsteher-Stellvertreter für den Gutsbezirk Worienen
Stoeber – Administrator, Gutsvorsteher um 1917
Meienreis – Verwalter, Oberinspektor um 1922
Friedrich Sakowski – Gutsführer um 1940

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Faszination Ostpreußen

Meine erste persönliche Begegnung mit Ostpreußen war die Heiratsurkunde meiner Großeltern, die ich vor etwa 20 Jahren beim Standesamt Bremen-Blumenthal anforderte. ‚Landsberg in Ostpreußen‚ war darin als Geburtsort meines Großvaters angegeben.

Ich wusste damals nur wenig über die Geschichte Ostpreußens – von Landsberg und Preußisch Eylau hatte ich nie zuvor gehört. Ich suchte den Ort auf der Landkarte, begann mich mit der Geschichte Ostpreußens zu beschäftigen – und dann ergriff mich ein Virus! Ich saß jahrelang in der Oldenburger Forschungsstelle der Mormonen, um nach den Gegner-Vorfahren zu suchen – ich stöberte im Geheimen Preußischen Staatsarchiv und im Staatsarchiv von Allenstein nach Unterlagen – ich besuchte den Soldatenfriedhof in Polen, auf dem mein Großvater 1915 bestattet wurde und ich erkundete die Orte, in denen meine ostpreußischen Ahnen gelebt hatten. Nach wie vor lese ich sämtliche Bücher über Ostpreußen, die mir in die Finger geraten – und ich schreibe über Ostpreußen.

2004 – hinter Eichhorn, Pr. Eylau

 

Aber warum lässt mich Ostpreußen nicht mehr los?

Es gibt verschiedene Gründe:

  • Meine ostpreußischen Ahnen spielten während meiner Kinder- und Jugendzeit überhaupt keine Rolle. Es wurden keine Geschichten erzählt, in denen sie vorkamen, es gab keinerlei Fotos – sie waren einfach nicht existent. Ich möchte ihnen einen gebührenden Platz einräumen und ihnen endlich Leben einhauchen.

  • All meine ostpreußischen Vorfahren haben dazu beigetragen, dass ich heute so bin wie – ich trage nicht nur das Erbe der Weser-Kahnschiffer der hanseatischen Seeleute oder das der hessischen Schneider in mir, sondern auch das der ostpreußischen Bauern, Gärtenierer und Müller. Ich lerne viel über mich selbst, wenn ich mich mit den Lebenswegen meiner Ahnen beschäftige: von den Seefahrern unter ihnen habe ich wohl das Fernweh geerbt, das mich manchmal packt – meine melancholische Seite ist vermutlich ein Vermächtnis meiner ostpreußischen Vorfahren.

    2004 – Prassen

  • Ein sehr emotionaler Bezug zu Ostpreußen kam schließlich zustande durch meine Reisen in die Heimat meiner ostpreußischen Ahnen. Bei den Fahrten durch die hügelige natangische Landschaft kam es mir vor, als sei ich in eine andere Welt eingetaucht, in eine andere Zeit ‚gebeamt‘ worden. Das Aufspüren der Stätten, an denen meine Vorfahren dort lebten, der Kirchen, in denen sie getauft und der Friedhöfe, auf denen sie bestattet wurden, hat mich tief berührt. Diese Bilder sind immer noch sehr präsent.

Von manchen Viren möchte man ja nicht unbedingt infiziert werden – aber der Ostpreußen-Virus kann gern bleiben! 

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Auf Hohe Verordnung Friderici Wilhelmi – KB Canditten 1717

Allerorts wird in diesem Jahr (2017) das ‚Lutherjahr‚ gefeiert, denn 1517 – vor nunmehr 500 Jahren – veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen. Dies gilt als Beginn der Reformation.

Am 25 Januar  1717 – also vor 300 Jahren – erlässt König Friedrich Wilhem I.  die Verordnung, dass dieses Jubiläum am 31. Oktober jeden Jahres in sämtlichen lutherischen Kirchen seines Landes zu feiern sei. Auch im Kirchenbuch von Canditten, Pr. Eylau, findet sich dazu ein Vermerk. Der damalige Pastor Johann George Röber notiert:

Folget das Jahr 

1717

Welches ist das andere Evangelisch-Luhtersche Kirchen Jubilaeum und ward celebriret (?) 22 post Trin(itatis) alß d. 31. 8br. auf Hohe Verordnung Friderici Wilhelmi Welcher ist der andere Christl(iche) König in Preußen alß an welchem Tage Martinus Lutherus seine Evangelische Theses wider das babstumb u. des Johan Tezzels Ablaß=Krahm zu Wittenberg ans schwartze Brett öffentlich Anno 1517 d. 31. Octbr. anschlug.

 

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Hippophagen in Landsberg, Pr. Eylau

Als ich den Begriff ‚Hippohagen‚ in Zusammenhang mit der Stadt Landsberg in Ostpreußen in einer Zeitung aus dem Jahre 1847 fand, musste ich zunächst einmal recherchieren – ich hatte das Wort zuvor noch nie gehört …


Über die große Hungersnot in Ostpreußen im Jahre 1867 habe ich bereits an anderer Stelle berichtet:

Große Hungersnot in Ostpreußen (1867)

Auch 20 Jahre zuvor – 1846 und 1847 – hatten Missernten und eine seit mehreren Jahren grassierende Kartoffelfäule in Preußen zu einem Mangel an Grundnahrungsmitteln und anschließender großer Hungersnot geführt.

‚Im Zusammenspiel von einem knappen Nahrungsangebot und der Ausfuhr von Nahrungsmitteln in zahlungskräftigere Gebiete stellten sich Teuerungen ein. Zudem fanden besonders einfache Handwerker und Tagelöhner keine Anstellung, um ihr Auskommen zu sichern. Viele Familien waren so nicht mehr in der Lage, sich mit Roggen und Kartoffeln einzudecken.

Getrieben durch Hunger waren die Armen gezwungen, sich von Unkraut und Viehfutter zu ernähren. Brot wurde aus verdorbenem Getreide gebacken und Ersatznahrungsmittel,  wie das aus der Queckenwurzel hergestellte „Queckenbrot“, wurden als Notnahrung angepriesen. Aus der Not heraus stahlen die Hungernden nachts Saatkartoffeln von den Äckern oder begannen zu betteln‘.

(Quelle: Lebendiges Museum Online)

Die östlichen Provinzen Preußens leiden ganz besonders unter dieser Hungersnot. In einigen Gegenden setzt man sich deshalb über das Tabu hinweg, Pferdefleisch zu essen, dessen Verzehr über Jahrhunderte verpönt bzw. verboten war. Nun aber entstehen in verschiedenen Regionen sogenannte ‚Hippophagen-Vereine‚ – Vereine, die sich für die Einführung des Pferdefleischessens einsetzen. Sogar Tierärzte plädieren für den Verzehr von Pferdefleisch in Notzeiten, da dies immerhin besser sei als verdorbene Lebensmittel zu sich zu nehmen und zu erkranken.

Auch in Landsberg, Pr. Eylau – der Stadt, in der ein Teil meiner ostpreußischen Vorfahren um diese Zeit leben – und in der Umgebung von Landsberg wird aus der Not heraus Pferdefleisch gegessen. Den nachfolgenden Artikel fand ich in einer Ausgabe der Zeitung ‚Bohemia‘, die 1847 in Prag herausgegeben wurde.

Ausschnitt aus der Zeitung ‚Bohemia‚ vom 7. Februar 1847

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Familie Schaumlöffel in Amsterdam – Ergänzung

Dank der tatkräftigen Unterstützung einiger niederländischer Familienforscher weiß ich nun auch, wann Wilhelm Bernhard Schaumlöffel und seine beiden Ehefrauen in Amsterdam verstorben sind – ganz herzlichen Dank an Henri Bik und alle anderen Helfer!

Wilhelm Bernhard Schaumlöffel selbst wurde 65 Jahre alt. Er verstarb am 7. Mail 1855 in Amsterdam:

Wilhelm Bernhards 1. Ehefrau Catharina Maria Anna Schamper starb bereits 18 Jahre zuvor, am 25. Mai 1837. Seine 2. Ehefrau, Katrina Rietmeijer, wird 81 Jahre alt. Sie stirbt am 28. November des Jahres 1889 in Amsterdam.


Henri Bik hat nun noch weitere Ergänzungen zur Familie Schaumlöffel gefunden (siehe Kommentar):

    • Maria Theresia Beets, geb. Schaumlöffel  + am  29 Dez 1860 in Amsterdam
    • Anna Elisabeth Schaumlöffel, geb. 1824 + 17 Okt 1824 in Amsterdam
    • Am 7.10.1825 wird eine weitere Tochter namens Anna Elisabeth Schaumlöffel geboren, die unverehelicht bleibt und am 05 Jan 1900 in Amsterdam verstirbt
    • Sophia Wilhelmina Schaumlöffel + 11 Mai 1852 in Amsterdam und
    • Wilhelm Bernhard Schaumlöffel verstirbt am 09 Apr 1853 in Amsterdam

Herzlichen Dank an Henri!

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Familie Schaumlöffel in Amsterdam

Wilhelm Bernhard Schaumlöffel ist einer der beiden jüngeren Brüder meines Ur-Ur-Ur-Großvaters Johann Georg Schaumlöffel. Von ihm war bislang lediglich bekannt, dass er im Jahre 1851 als Taufzeuge in Amsterdam erwähnt wird. Nun aber konnte ich ein wenig mehr über seinen Verbleib herausfinden, wobei mir diese niederländische Seite sehr geholfen hat!

Wilhelm Bernhard Schaumlöffel wird im Juli 1790 in Kassel geboren. Um 1800 verlassen seine Eltern – der Schneidermeister Johann Conrad Schaumlöffel und Ehefrau Anna Elisabeth Giebel – die Stadt Kassel und leben fortan mit ihren 9 Kindern (5 Söhnen und 4 Töchtern) in Vegesack an der Weser.

Die Söhne Johannes (*1780) und Johann Conrad Schaumlöffel (*1781) werden Schneider in Vegesack – Tochter Sophie Elisabeth (*1784) heiratet 1814 den Schneidermeister Carl Heinrich Conrad Müller aus Nienburg – mein Vorfahre Johann Georg Schaumlöffel (*1787) wird Schneider in Lüssum – Martha Elisabeth (*1789) verstirbt 1812 als Dienstmagd in Bremen – Anna Martha (*1794) stirbt im Alter von 11 Jahren (vermutlich) in Vegesack.

Wilhelm Bernhard Schaumlöffel ist 16 Jahre alt als er im April des Jahres 1808 in der Reformierten Kirche in Blumenthal konfirmiert wird. Wie bereits sein Vater und seine älteren Brüder erlernt auch er das Schneiderhandwerk. Vielleicht ist er auf seiner anschließenden Wanderschaft nach Amsterdam gelangt?

Am 13. Februar 1822 heiratet er dort Catharina Maria Anna Schamper, eine Tochter des Barbiers Gabriel Schamper und dessen Ehefrau Marie Therese le Sage.

Unterschriften des Ehepaars und ihrer Trauzeugen

Aus dieser Ehe gehen 4 Kinder hervor.

In den Geburtsanzeigen der Kinder ist vermerkt, dass die Familie im Zentrum Amsterdams, Heiligeweg Nr. 90, lebt. Wilhelm Bernhard Schaumlöffels Ehefrau Catharina Maria Anna Schamper muss vor 1839 verstorben sein, denn am 14. August 1839 heiratet Wilhelm Bernhard erneut. Seine zweite Frau wird Katrina Rietmeijer aus Amsterdam, eine Tochter des Kutschers Hendrik Rietmeijer und dessen Ehefrau Helena Snijders.

Familie Schaumlöffel wohnt nun in der Kerkstraat Nr. 453, wo von 1840 bis 1849 vier weitere Kinder zur Welt kommen, deren Weg ich teilweise verfolgen konnte.

Wilhelm Bernhard Schaumlöffel muss nach 1866 verstorben sein. Sowohl seinen Sterbeeintrag als auch die Sterbedaten seiner beiden Ehefrauen konnte ich bislang nicht finden. Wilhelm Bernhards Enkelin Helena Slot wandert 1923 mit ihrem zweiten Ehemann Jan Woud in die USA aus.

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Fundstücke aus historischen Zeitungen

Es kann spannend sein, historische Zeitungen nach Familien- oder Ortsnamen zu durchsuchen. Möglich ist dies beispielsweise bei digiPress, dem Zeitungsportal der Bayrischen Staatsbibliothek. (Mit einem Klick auf das Bild sollte man dort landen!)Über die ‚Volltextsuche‚ werden – je nach Eingabe in die Suchmaske – mehr oder weniger interessante Artikel angezeigt. Die gesuchten Begriffe sind markiert und die Zeitung kann problemlos als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Allerdings eignen sich nicht alle Begriffe! Wenig sinnvoll ist zum Beipiel, nach einem Familiennamen wie ‚Gegner‚ zu suchen – man landet mit Sicherheit bei Artikeln über kriegerische Auseinandersetzungen oder sportliche Wettkämpfe 🙂Auch der Name meiner Schaumlöffel-Vorfahren ist ziemlich ungeeignet – es werden überwiegend Artikel präsentiert, die sich mit der Zubereitung von Mahlzeiten oder der Herstellung von Getränken befassen. Hier ein Suchergebnis aus dem Hannoverschen Magazin vom 1. Mai 1769:

Interessant ist die nachfolgende Ankündigung einer Versteigerung der Familie Schaumlöffel in Schwedelbach, die im Jahre 1868 in der Pfälzer Zeitung veröffentlicht wird. Darin ist einiges über die Familienzusammenhänge zu erfahren:

  Man muss bei der Suche ein wenig experimentieren!

Im August des Jahre 1819 erscheint in der Bremer Zeitung die Todesanzeige von Erich Rüter, dem ältesten Sohn des gleichnamigen Bremer Schiffskapitäns und dessen Ehefrau Catharina Helia Grote. Die Umstände seines Todes sind tragisch. Der fast 15jährige Erich Rüter hatte seinen Vater auf einer Reise nach New Orleans begleitet. Nach der Rückkehr – auf dem Weg in den Heimathafen – ertrinkt der Sohn vor den Augen der Eltern beim Baden in der Weser zu Rönnebeck. Die Mutter lässt anschließend diese Anzeige drucken:

Joachim Andreas Hoyer ist Windmüller in Hagen. Vier Jahre vor seinem Tod (er wurde 1748 in Meyenburg geboren und verstarb am 6.3.1821 in Hagen) gibt er in der Bremer Zeitung bekannt, dass er seinen Besitz vermieten oder verkaufen möchte.

Der in diesem Inserat angegebene Ort wurde dabei allerdings falsch abgedruckt – richtig ist: Dorfhagen!

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Von Eichhorn nach Berlin, Mengelrode, Stettin und Breslau

Schon vor zwei Jahren konnte ich einiges über Verwandte herausfinden, die ihre ostpreußische Heimat im Kreise Preußisch-Eylau verließen und später in Berlin lebten. Damals schrieb ich diesen Artikel:

Ergänzungen zur Berliner Gegner-Familie

Am vergangenen Wochenende habe ich den freien Zugang zur Datenbank von Ancestry erneut genutzt und weitere Informationen gefunden. Und plötzlich lassen sich ‚auf wundersame Weise‘ viele der bereits über lange Zeit gesammelten Bruchstücke zusammenfügen!

Nun weiß ich zum Besispiel, dass der Kleidermacher Otto Gegner am 9. Oktober 1853 in Berlin seine Cousine Friederike Louise Gegner heiratet. Otto ist der Sohn meines Urgroßvaters 3. Grades Ernst Wilhelm Gegner, Louise die Tochter seines 1794 in Eichhorn, Pr. Eylau, geborenen jüngsten Bruders Johann Gottfried. Otto und Louise leben nach 1853 in Berlin und gründen dort eine Familie.

Johann Gottfried Gegner – Louises Vater – ist Unteroffizier als er am 23.11.1823 in Berlin die 27-jährige Friederike Charlotte Sophia Fick ehelicht, eine Tochter des Reschmachers Gottlieb Fick in Treptow.

Nach ihrer Eheschließung lebt die Familie zunächst in Mengelrode, im Kreis Erfurt, wo Johann Gottfried Gegner als Steueraufseher tätig ist. Dort kommen folgende Kinder zur Welt:

  • Friederike Louise Gegner am 3.2.1825
  • Johann Gustav Heinrich Gegner am 4.2.1826
  • Eduard Gegner am 19.12.1829

Nach 1829 muss die Familie Mengelrode verlassen haben und nach Körlin im Kreis Belgard verzogen sein. Dort wird um 1833 auf jeden Fall noch ein weiterer Sohn geboren:

  • August Hermann Gegner

Auch die Spur ihrer Kinder und Nachfahren konnte ich teiweise verfolgen:

Johann Gustav Heinrich Gegner ist ‚Königlicher Regierungs Diätarius‘ als er 1853 in Stettin heiratet und dort mit seiner Ehefrau Auguste Johanne Henriette Klewe eine Familie gründet. Die beiden bekommen mindestens 7 Kinder – einige werden bereits vor der Eheschließung geboren,  im Nachhinein aber vom Vater anerkannnt. Die nachfolgende Erklärung ist in mehreren Taufeinträgen vermerkt – z.B. im Oktober 1852 bei der Taufe des Sohnes Gustav Eduard Hermann Gegner.

Der 1855 geborene Ernst Emil Gegner wandert nach Amerika aus und heiratet 1903 in Milwaukee, Wisconsin, Mabel Gimpel. Der Verbleib der anderen Kinder  ist bislang ungeklärt. Gustav Heinrich Gegner selbst wohnt 1890 offenbar in Berlin-Köpenick. Im Berliner Adressbuch findet sich der Eintrag: 1890 Gegner H. Diätar NW Karlstr. 16

Der 1829 in Mengelrode geborene Eduard Gegner heiratet 1861 in Düsseldorf Gertraud Büttgen. Er lebt als Kanzlist in Düsseldorf, Elberfeld und Benrath und hat mindestens 3 Kinder:

  • Theodor Moritz Gegner *1857
  • Carl Wilhelm Gustav Gegner *1863
  • Luise Auguste Gertrud Gegner *1865

Lediglich den Weg von Eduards Tochter konnte ich bislang verfolgen – auch sie heiratet innerhalb der Familie und wird 1886 in Berlin die Ehefrau von CARL Hermann Otto Gegner, einem Sohn des o.g. Kleidermachers Otto Gegner.  Carl Hermann Otto ist zunächst Uhrmacher in Berlin und später Kaufmann in Elberfeld.

Der um 1833 – vermutlich in Körlin – geborene August Hermann Gegner heiratet 1863 in der Garnisongemeinde Kolberg Pauline Wilhelmine Augustine Pietsch aus Briesen, eine Tochter des Eisenbahn-Bauaufsehers Johann Christoph Pietsch und dessen Ehefrau Louise Sielaff. Die Familie muss später in Oberschlesien gelebt haben – August Hermann Gegner und Ehefrau versterben in den Jahren 1888 bzw. 1911 in Klein Zabrze (Hindenburg, Oberschlesien).

Diesem Ehepaar konnte ich bisher nur einen Sohn namens Carl Otto Gegner zuordnen, dessen Ehefrau Maria Salomon heißt. Er wird praktischer Arzt in Sarau, Kreis Schweidnitz und später Sanitätsrat. Carl Otto Gegner verstirbt am 24. März 1933 im Alter von 68 Jahren in der Universitätsklinik in Breslau.


Einige Puzzle-Teile kann ich leider noch immer nicht zuordnen – es gibt weitere Gegner-Familien in Stettin, in Marienwerder und in Gerdauen.

 

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Der Name BORM im Kirchspiel Gurnen, Kreis Goldap

Bei der Durschsicht von Kirchenbüchern mache ich mir oft Notizen, die mir auch danach noch helfen können, mögliche Familienzusammenhänge aufzudecken. Auch beim Durchblättern der Kirchenbücher des Kirchspiels Gurnen im Kreis Goldap entstand nebenbei ein Notiz-Zettel. 

Notiert habe ich:

Unter den Taufpaten:

  • 1762 Gottfried Borm
  • 1794 Christoph Borm u. Eva Bormin b. To. von Johann Brozio, Wirt in Regellen
  • 1802 Eva Bormin
  • 1803 Andreas Borm, Kosaken u. seine Frau Catharina
  • 1804 Andreas Borm, Kosaken
  • 1804 Johann Borm, Regellen – bei Johann Lutz, S. v. Johann Lutz, Wirt in R.
  • 1805 Xstoph Borm – Eva Bormin, Regellen
  • 1806 Xstoph Borm – Ilva Bormin, Regellen
  • 1806 Lowisa Borm u. Michael Borm. Kosaken
  • 1807 Johann Borm, Regellen – bei Gottlieb Lutz, Sohn von Johann Lutz, Wirt in R.
  • 1808 Andreas Borm u. Michael Borm, Kosaken
  • 1810 Michael Borm

Taufpaten bei den Kindern von Christoph u. Eva Borm 1793-1801:

  • Mich. Kowalewski; Joh. Brosio; Louisa Golubuowna
  • Johann Dillo; Dorothea Dillin
  • Ruprecht Fritzenwancker; Anna Fritzenwancker
  • Matthis Dillo; Catrina Dillo; Lowisa Bilowna
  • kein Heiratseintrag von Christoph Borm u. Eva Kulessa von 1784-1793
  • auch Andreas Borm heiratet nicht in Gurnen!

gestorben:

  • 28.2.1840 in Kosaken, Christina Borm, Witwe, 80 Jahre: Erben: der Stiefsohn Michael Borm; Best. 2.3.1840 (*um 1760)

Auch in den Kirchenbüchern der Alten Kirche von Goldap, die ich allerdings nur flüchtig durchgesehen habe, fand ich vor 1750 einige Borms unter den Paten:

1746

  • Johann Jacob Borm – bei Lutz aus Butkuhnen
  • Johann Heinrich Borm bei Lutz
  • Meister Gottfried Borm
  • Jacob Borm
  • scheinbar alle aus Butkuhnen !
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