Erbpächter und Bauern in Hoofe, Pr. Eylau, um 1828

Die ‘Grundakten der Peistenschen Güter‘ (verwahrt im Staatsarchiv Allenstein) enthalten auch Dokumente, in denen die ‘Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse’ der zur Begüterung gehörigen Orte dokumentiert wird.

Auch Hoofe (heute Dwórzno) gehört zur Begüterung Peisten, die zur Zeit dieser Regulierung im Besitz des Landrats Ludwig Constantin Sylvester von Creytz (von Kreytzen) ist. Dort leben um 1820 auch meine Vorfahren Carl Mat(t)ern und seine Ehefrau Maria Borm. Von 1818 bis 1834 werden hier sechs ihrer sieben Kinder geboren – u.a. meine Ur-Ur-Großmutter Justine Friedericke Matern.

Hoofe_Karte

Auszug aus den Grundakten:

‘Die Feldmark (Hoofe) grenzt im Norden mit den Ländereyen des Dorfes Pap(p)erten und der Stadt Landsberg, im Osten mit den Ländereyen der Stadt Landsberg und der Dörfer Grauschienen und Gruenwalde, gegen Süden mit den Ländereyender Dörfer Greunwalde und Hanshagen und gegen Westen mit den Ländereyen des Dorfen Hanshagen unddes Vorwercks Fiencken (Finken)’…

Das Dorf besteht:

a. aus 23 Erbpachts Bauerhöfen, deren Ober-Eigenthümer das Dominium Peisten ist und deren Inhaber namentlich heißen und besitzen:

Erbpacht_Hoofe

b. aus 15 Bauernhöfen, welche dem Edict vom 14. September 1811 und dessen Declaration unterliegen, deren Besitzern die Gebäude und Gärte aber schon eigenthümlich gehören; namentlich heißen und benutzen:

 Hoofe_Bauernhöfe

Hier kann man den Ort Dwórzno übrigens vom Auto aus betrachten!

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Seelenliste der Stadt Landsberg, Pr. Eylau – 1840

Im Staatsarchiv von Allenstein befindet sich unter der Signatur 253/17 eine ‘Liste der sämmtlichen Civil-Einwohner in der Stadt Landsberg‘ Seelenliste_Landsberg aus dem Jahre 1840, die vom Landsberger Magistrat angefertigt wurde. Da ich mich bei meinem Besuch im April vor allem mit Unterlagen befasst habe, die sich mit der Begüterung Worienen beschäftigen, habe ich diese ‘Liste’ (die viele Seiten umfasst) aus zeitlichen Gründen nicht ausgiebig bearbeiten können.

Hier nur ein kurzer Eindruck: in der 1. Spalte werden die einzelnen Familien durchgezählt – 2. Spalte: Nummer des Haushalts. Es folgen alle zum Haushalt zählenden Familienmitglieder (mit Beruf, Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses u. Alter).

Seelenliste_Landsberg_2

Nach Auszählung sämtlicher Haushalte und der darin lebenden Personen stellt der Landsberger Magistrat am Ende fest, dass im Jahr 1840 in Landsberg 1977 ‘Seelen’ wohnen.

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Haustrauungen in Königsberg 1784/85

Wollte sich ein Brautpaar in Königsberg (und sicherlich auch woanders) nicht in der zuständigen Kirche, sondern zu Hause trauen lassen, wurde dafür eine besondere Erlaubnis benötigt. Für die Konzession einer solchen Haustrauung wurden Gebühren erhoben, die in Königsberg offenbar an die Königliche Schloss-Bibliothek gezahlt werden mussten.

In den Jahresrechnungen der Bibliotheks-Kasse – digitalisiert von der Lithauischen Nationalbibliothek – entdeckte ich Verzeichnisse, in denen über mehrere Seiten die Namen der Ehemänner aufgelistet werden, die in der Zeit vom 1. Juni 1784 bis zum Mai 1785 für eine Haustrauung bzw. die vorangehende Proklamation jeweils 2 Rthl entrichteten. Bei Lücken in den Eheregistern der Königsberger Kirchenbücher können diese Listen sehr hilfreich sein. In der Akte sind noch weitere Namenslisten für andere Zeiträume zu finden.

SchlossbibliotheKönigsberg_Einnahmen

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Standesamts-Unterlagen von Landsberg, Pr. Eylau

Nun wurden auch die Standesamts-Unterlagen der Stadt Landsberg, Pr. Eylau (Górowo Iławeckie) vom Staatsarchiv Allenstein digitalisiert und ins Internet gestellt. Von 1874 bis zum Jahr 1912 sind sämtliche Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträge zu finden. Mit einem Klick auf das Bild gelangt man zum ersten Geburtsregister von 1874.

Standesamt_Landsberg_1874

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Der Krug in Peisten, Pr. Eylau (II. Teil)

Über den Krug in Peisten habe ich bereits früher geschrieben. Der nachfolgende Auszug stammt aus den Grundakten der ‘Adelig Peistenschen Güter’, die ich im April im Staatsarchiv Allenstein eingesehen konnte. Da mein Urgroßvater 4. Grades Johann Heinrich Ankermann diesen Krug fast 30 Jahre lang besaß, freue ich mich über neue Informationen, die sich aus diesem Dokument ergeben, das 1829 aufgesetzt wurde. Das Dokument ist im Übrigen ein schönes Beispiel dafür, dass die Schreibweise der Familiennamen sehr flexibel gehandhabt wurde :-)

Peisten

Actum Landsberg, am 6ten October 1829

 Adel. Peistensches Patrimonial-Gericht

In der Hypothekensache des Kruges zu Peisten erscheinen im heutigen Termin:

  1. der Besitzer Daniel Hellmig
  2. der Besitzer der Peistenschen Lehngüter, Herr Landrath von Kreytz
  3. der Zeuge Maurer Zander aus Peisten

In Stelles des Schäfers Jacob Scheffler hat der Hellmig den Kalkbrenner Gottfried Willmann mitgebracht, welcher mit den Verhältnissen noch besser als der Scheffler bekannt seyn soll.

Die Zeugen mit dem Gegenstand ihrer Aussage bekannt gemacht und zur Aussage der reinen Wahrheit aufgefordert, lassen sich nachfolgend aus:

  1. Der Maurermeister Jacob Zander: Ich bin 70 Jahre alt, lutherischer Religion und mit dem Hellmig sowenig als mit dem frühern Besitzer verwandt, ich bin in Peisten geboren und habe mich von Jugend auf ununterbrochen daselbst aufgehalten.
  2. Der Kalkbrenner Gottfried Woelmann: Ich bin 67 Jahre alt, lutherischer Religion, ebenfalls mit dem jetzigen Besitzer nicht verwandt und wohne schon seit 50 Jahren ununterbrochen in Peisten.

Im Uebrigen verneinen beide Zeugen alle übrigen Generalfragen, welche ihnen auf ihre Glaubwürdigkeit vorzulegen sind. Zur Sache lassen beide Zeugen, abgesondert und einzeln vernommen, sich einstimmig dahin aus:

Der Krug in Peisten ist zuerst von einem gewissen Mollenhauer von der Peistenschen Gutsherrschaft aquirirt worden; wohl mag dies unsres Wissens schon 100 Jahre her seyn. Der erste Moldenhauer übergab diesen Krug an seinen Sohn, und nachdem dieser letztere ihn wenigstens 20 Jahre lang besessen hatte, verkaufte er ihn an einen gewissen Ankermann. Der Ankermann verstarb vor etwa 5 Jahren und heirathete seine Wittwe den jetzigen Krüger Hellmig, welcher nach dem Tode seiner Frau, der verwittweten Ankermann, das Grundstück pro taxa erworben hat. Bebaut ist dasselbe mit dem Krug-Gebäude nebst Scheune und Schuppen. Es gehören dazu ein Baum- und ein Geküchgarten. Wieviel Land zum Kruge gehört, ist uns nicht genau bekannt, daß es aber nicht Huben, sondern nur einige Morgen sind, wissen wir sehr wohl, auch kamen in seiner Zeit in jedem Felde noch 1 Morgen Land dazu, wovon die Besitzer einen sogenannten Zins entrichten müssen. Auch können wir bekunden, daß diese 3 Morgen gewiß schon 50 Jahre zu diesem Grundstück gehört haben.


Einige Informationen zu den Familienverhältnissen:

Der Krüger Daniel Helmig stammt vermutlich aus Gerkehnen bei Mohrungen (im Eheregister ist ‘Girkihnen’ angegeben). Susanna Barbara Politt verwitwete Ankermann ist die zweite Ehefrau von Johann Heinrich Ankermann. Sie verstarb bereits im November 1826 – nur ein Jahr, nachdem sie Daniel Helmig geheiratet hatte und er durch diese Eheschließung in den Besitz des Kruges in Peisten gekommen war. Sie wurde nur 36 Jahre alt.

Daniel Helmig und Susanna Barbara Politt bekommen einen Sohn namens Wilhelm August Helmig, der am 4. Mai 1826 in Peisten geboren und am 7. Mai dort getauft wird. Patin ist u.a. Justine Wilhelmine Sattler, die einzige Tochter des Peistener Jägers Jacob Sattler. Sie wird sich nach dem Tod von Susanna Barbara Politt  vermutlich schon um ihr Patenkind gekümmert haben – im Juli des Jahre 1827 wird sie auch Stiefmutter ihres Patenkindes und Ehefrau von Daniel Helmig. Zu diesem Zeitpunkt ist Justine Sattler erst 17 Jahre alt. Diese Ehe scheint jedoch nicht funktioniert zu haben – als am 1. Mai 1830 Justines Tochter Dorothea getauft wird (im Namensregister als Dorothea Helmig aufgeführt) ist im Taufbuch vermerkt: ‘Muttter: Frau Justine, abgeschiedene Krüger Helmig geb. Sattler; unehelich’.

Am 18.Juli 1835 heiratet Justine Helmig, geb. Sattler den aus Eichhorn stammenden Zimmermann Wilhelm Gegner, einen Sohn des Leinewebermeisters und Krügers Ernst Wilhelm Gegner und dessen Ehefrau Regina Elisabeth Gnoss. Wilhelm Gegner und Justine, geb. Sattler leben fortan in Ponienken und bekommen noch zwei Kinder.

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Carl Ludwig Gegner (1915-2015)

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Er wurde nur 29 Jahre alt. Heute vor 100 Jahren starb mein aus Landsberg, Pr. Eylau, stammender Großvater Carl Ludwig Gegner in Gorlice in Galizien. Mit ihm starben an diesem 2. Mai 1915 allein vom Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment, dem auch er angehörte, 5 Offiziere und 196 andere Soldaten – verwundet wurden 8 Offiziere und 396 Mann.

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DANKE an meinen Freund Maarten Dietrich Gutt, der heute auch an meinen Opa gedacht und sein Grab auf dem Soldatenfriedhof bei Staszkowka besucht hat. Darüber freue ich mich sehr.

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Zurück aus Olsztyn (Allenstein)

In der vergangenen Woche verbrachten meine Freundin Anneliese Grosse und ich insgesamt 5 Tage in Olsztyn und 4 Tage davon im dortigen Staatsarchiv, um verschiedene Unterlagen durchzusehen. Ich bin seit einigen Jahren dabei, eine Chronik über den Ort Worienen, Pr. Eylau, zu schreiben und wusste, dass dort im Archiv noch Unterlagen vorhanden sind, die ich bei meinem ersten Besuch vor 7 Jahren nicht beachtet hatte. Damals lag die Idee, eine Chronik zu erstellen, noch in weiter Ferne.

Allenstein hat sich während der vergangenen Jahre sehr verändert. Rund um die alte Burg wurden schöne neue Parkanlagen und Promenaden angelegt, überall stehen Bänke und immer noch wird viel gebaut.

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Unser Hotel – direkt neben der Burg

Die Arbeit im Staatsarchiv ist ausgesprochen angenehm und unkompliziert. Die Verständigung klappt gut – es wird deutsch gesprochen. Bestellte Akten wurden uns innerhalb kurzer Zeit gebracht. Das Tollste aber war, dass wir unbegrenzt fotografieren durften. Deshalb ist es nun möglich, sämtliche Dokumente zu Hause in Ruhe auszuwerten.

Schade war nur, dass die von mir zuvor per Email bestellten Archivalien am ersten Tag nicht – wie erhofft – bereit lagen. Der Grund war, dass ich die Email aus Versehen nicht direkt an den Lesesaal, sondern ans Sekretariat des Archivs gesandt hatte. Dieses befindet sich auf demselben Flur – zwei Türen entfernt :-)

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Páriga – Patikan – Padeken – Asegut – und eigentlich Kolschen

Sucht man nach den Vorfahren der väterlichen Linie, so orientiert man sich üblicherweise am eigenen Nachnamen: heißt man selbst Müller, heißt normalerweise auch der Vater Müller und der Großvater usw. – zumindest dann, wenn alle ‘ordnungsgemäß’ geheiratet haben.

In diesem Fall war der Weg steinig. Etwa 10 Jahre lang hat Micael Páriga aus Arizona versucht, seinen Ur-Ur-Großvater zu finden und dessen wahre Identität zu enthüllen.

Der Name Páriga ist in den USA selten und Micael wuchs in der Annahme auf, seine Vorfahren seien irgendwann aus Mexiko eingewandert. Der Name klingt eher spanisch, Mexiko und Arizona grenzen aneinander und in der Familie wurde immer auch Spanisch gesprochen. Innerhalb der Familie wurde allerdings auch die Geschichte erzählt, dass es unter den Vorfahren einmal zwei Brüder gegeben habe, deren Eltern (mit Namen Patikan) ursprünglich aus Irland oder aus Deutschland eingewandert und bei einem Überfall von Indianern getötet worden seien. Die Kinder seien daraufhin von einem reichen mexikanischen Ehepaar adoptiert worden. Weitere Einzelheiten waren nicht bekannt.

Nun hat sich herausgestellt, dass der Ursprung der Familie Páriga in Varel liegt!

Es würde den Rahmen sprengen, an dieser Stelle den gesamten Ablauf der mühsamen Suche zu schildern – das wäre ausreichend Stoff für ein spannendes Buch. Aber in Kurzform möchte ich die – fast unglaubliche – Geschichte von Friedrich Gerhard Padeken erzählen, die sich am Ende der Suche ergeben hat.

Friedrich Gerhard Padeken wird am 13.11.1829 in Seghorn bei Varel als Sohn des Schmiedes Johann Kolschen (oder Padeken) und dessen Ehefrau Helene Margrete Ebken geboren. (Padeken nennt sich der Vater, nachdem er in Obenstrohe die Padeken-Schmiede übernommen hatte). Um 1850 leben nur noch seine Mutter und ein 8-jähriger Bruder.

Um diese Zeit verlässt Friedrich Gerhard Padeken seine Heimat und schmuggelt sich zunächst als ‘Edward Asegut‘ unter falschem Namen an Bord des Auswandererschiffes Germania nach New York. Der richtige Edward Asegut war vermutlich ein Schiffsarbeiter, der nicht zum Dienstantritt erschienen war. So nahm er dessen Platz ein.

Auswandererschiff

Immer wieder hat es in der Mitte des 19. Jahrhunderts Deutsche nach Hawaii (=Sandwich-Inseln) verschlagen. Auch Friedrich Gerhard Padeken alias Edward Asegut landet dort. Er heiratet eine Hawaiianerin namens Margaret Kamaha Aweau. Die beiden bekommen 6 Kinder. Alle werden auf den Namen Asegut getauft. ‘Edward Asegut’ ist Geschäftsmann und handelt – gemeinsam mit seinem Partner Julius Reinhardt – u.a. mit Zucker, Melasse und gesalzenem Rindfleisch. Sie besitzen mehrere Zuckerplantagen, auf denen sie Mühlen betreiben.

Zuckerplantagen

Es läuft nicht alles wie erhofft – mehrfach müssen ‘Edward Asegut‘ und sein Partner vor Gericht erscheinen – zum Beispiel werden sie im Juni 1863 verklagt, ihre Waren auf dem Schiffsweg nicht ordnungsgemäß versandt zu haben.

1874 wendet sich ‘Edward Asegut‘ an König David Kalākaua von Hawaii und bittet darum, seinen Geburtsnamen wieder führen zu dürfen, den er in seinem Brief erstmals selbst erwähnt. Auch seinen Geburtsort Varel nennt er. Als Grund dieser erwünschten Namensänderung gibt er an, er habe einen Brief aus Deutschland erhalten, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass er ein beträchtliches Vermögen geerbt habe. Er müsse sich deshalb mit seinem richtigen Namen ausweisen können. (1874 verstirbt in Varel sein Taufpate Friedrich Christian Reiners, der als Kammerregistrator in Varel tätig war – hat ihm dieser möglicherweise etwas vererbt?)

König

Ausschnitt aus Padekens Brief an den König

Friedrich Gerhard Padekens Gesuch auf Änderung seines Namens wird vom Innenministerium auch in der Zeitung veröffentlicht:

Asegut_Padeken

1875 wird Friedrich Gerhard Padeken wegen eines Viehdiebstahls angeklagt. Während er im Gefängnis auf die Hauptverhandlung wartet, gelingt es ihm, mehrere bekannte Hawaiianer als Bürgen zu gewinnen. Sie zahlen eine Kaution, Friedrich Gerhard Padeken wird aus dem Gefängnis entlassen und verschwindet. Auf dem Schiff Clara Bell verlässt er (diesmal als John Johnson) Hawaii in Richtung San Francisco und leiht sich vom Steward Geld, um nach Deutschland zu gelangen, wo angeblich die erwähnte Erbschaft auf ihn wartet.

In der Zeitung wird auch von seiner Flucht berichtet. Am Ende des Artikels heißt es in etwa: ‘Die zuversichtlichen Eingeborenen, die für ihn gebürgt haben, werden sich zweifellos freuen, wenn er weiterhin gesund bleibt und reich wird.’ 

Friedrich Gerhard Padekens Geschäft ist mittlerweile bankrott und er lässt alles hinter sich – auch seine Familie. Für einige Jahre verliert sich seine Spur.

Bankrott_1876

1879 taucht Friedrich Gerhard Padeken in Arizona wieder auf. In der ‘Arizona Sentinel’ erscheint ein Artikel, in dem von seinen Erfahrungen bei der Anlage von Zuckerplantagen und seinem erfolgreichem Management solcher Plantagen in Louisiana und besonders auf den Sandwich Inseln  berichtet wird.

Am 16. April 1887 wird in der ‘Arizona Weekly Citizen‘ die Nachricht veröffentlicht, die bekannten Geschäftsmänner Tully, Ochoa, and Buckaslew hätten F. G. Padekens ausstehende Schulden gezahlt. Tully, Ochoa, and Buckaslew besitzen zu dieser Zeit den größten Frachtbetrieb im Südwesten der USA – dem damaligen ‘Wilden Westen’. Hauptsitz der Firma ist Tuscon. Sowohl Pickney Randolph Tully als auch Estevan Ochoa waren zeitweise auch Bürgermeister von Tuscon. Ihre Transporte führen auch durch Gebiete, die von Indianern bewohnt werden und immer mal wieder werden die Züge während dieser Fahrten überfallen und die Waggons geplündert.

Tully_Ochoa_Überfall

Friedrich Gerhard Padeken hat mittlerweile eine neue Frau namens Inez (ob er sie geheiratet hat, ist nicht bekannt) und zwei Söhne. Einer seiner Söhne ist der 1879 geborene Frederick Padeken, der sich fortan Federico Páriga nennt.  – sein Bruder Charles, der um 1881 zur Welt kommt, nennt sich später Patikan. Federico stirbt 1956 – sein Bruder Charles im Jahre 1923.

Federico (Padeken) Pariga – Sohn von Friedrich Gerhard Padeken – mit seiner Ehefrau Guadalupe Portillo

So kommt es, dass heutzutage eine Reihe von Nachfahren des aus Varel ausgewanderten Friedrich Gerhard Padeken mit unterschiedlichen Nachnamen in unterschiedlichen Gegenden der USA leben – auch auf Hawaii hat er ja einige Kinder hinterlassen, die später Familien gegründet haben.

Was aber wurde aus Friedrich Gerhard Padeken selbst? Die letzte Spur ist die Nachricht in dem 1887 erschienenen Zeitungsartikel, aus der wohl abzuleiten ist, dass er um diese Zeit für die Firma Tully, Ochoa, and Buckaslew arbeitet. Im Census von 1900 werden seine beiden Söhne – inzwischen junge Männer – als ‘Untermieter’ im Haus von Familie Tully aufgeführt – allerdings unter dem Namen Padakin! Auch sie werden vermutlich in der Firma tätig sein. Hat sich Familie Tully um die beiden gekümmert, weil die Eltern tatsächlich bei einem Indianer-Überfall ums Leben gekommen waren? Das wäre auch eine Erklärung für die Geschichte, die innerhalb der Familie Páriga immer weitergetragen wurde ….

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Ergänzungen zur Berliner Gegner-Familie

Am vergangenen Wochenende habe ich erstmals die Möglichkeit des kostenlosen Zugangs zu Ancestry genutzt. Es werden offenbar nur wenige Unterlagen zur Einsicht freigegeben, aber ich konnte dennoch einige interessante Informationen über Verwandte finden, die von Ostpreußen aus nach Berlin gezogen sind.

Ich wusste bereits, dass Otto Gegner, ein Bruder meines Ur-Ur-Großvaters Johann Ludwig Gegner, der 1819 in Eichhorn, Pr. Eylau, geboren wurde, später in Berlin heiratet, dort als Kleidermacher lebt und eine Familie gründet. Nun habe ich noch herausfinden können:

  • Otto Gegners Ehefrau Friederike Luise geb. Gegner wurde am 3.2.1825 in Mengelrode, Kreis Erfurt geboren und verstarb 1897 in Berlin.
  • Otto Gegner selbst starb am 7.1.1875.
  • Sohn Carl Hermann Otto Gegner heiratet 1886 auch eine geborene Gegner – und zwar Luise Auguste Gertrud Gegner, eine Tochter des Kanzlisten Eduard Gegner aus Elberfeld und dessen Ehefrau Gertrud Buettgen. Er arbeitet zunächst als Uhrmacher in Berlin, später als Kaufmann in Elberfeld.
  • Ottos Tochter Anna Emilie Elisabeth Gegner, die 1867 in Berlin zur Welt kam, wird am 15.5.1893 die Ehefrau des Kaufmanns Franz Ludwig Georg Ollhoff, der aus Cammin in Pommern, stammt. Er verkauft in Berlin Gummiwaren.
  • Die beiden bekommen zwei Kinder: Siegismund Herbert Arno Ollhoff, geb. 1895 und Ella Gertrud Sophie Elisabeth Ollhoff, geb. 1896.
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Kirchenbücher aus dem Kreis Pr. Eylau online

Vor 10 Tagen wurde das Internetportal Archion Bild in Originalgröße anzeigenfreigeschaltet – ein kostenpflichtiges Webportal, das digitalisierte Kirchenbücher aus deutschen evangelischen Kirchenarchiven bereitstellt. Beteiligt ist auch das EZAB (Evangelisches Zentralarchiv Berlin) und so werden nach und nach auch eine Reihe ostpreußischer Kirchenbücher einsehbar sein. Auch aus dem ehemaligen Kreis Pr. Eylau sind bereits einige Kirchenbücher zu finden  – momentan aus den Kirchspielen Eichhorn, Gr. Peisten, Hanshagen und Landsberg.

Allerdings sind auch an anderer Stelle digitalisierte Unterlagen aus dem Kreis Pr. Eylau einsehbar – und zwar kostenlos. So befinden sich unter den vom Staatsarchiv Allenstein digitalisierten und in einer vom Verein für Familienforschung für Ost- u. Westpreußen veröffentlichten Datenbank zum Beispiel auch Standesamtsunterlagen mehrerer Kirchspiele des Kreises Pr. Eylau.

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