Man lernt nicht nur Verstorbene kennen …

Seit fast 30 Jahren verfolge ich die Spuren meiner Vorfahren in Ostpreußen, Hessen, Norddeutschland und in Sachsen und habe dabei nicht nur ganz viel über meine verstorbenen Ahnen und ihre Lebensumstände erfahren. Ab und zu gelang es mir auch, noch lebende Verwandte zu finden, zu denen ich einen herzlichen Kontakt aufbauen konnte. Darüber freue ich mich ganz besonders. Ohne die Beschäftigung mit der Ahnenforschung hätte ich sie vermutlich nicht kennen gelernt ….

Die – mittlerweile sehr enge und intensive – Beziehung zu meinen Verwandten in Sandstedt an der Weser ergab sich vor etwa 25 Jahren durch ein ziemlich witziges Ereignis. In einer genealogischen Mailing-Liste für Ahnenforscher, die speziell für die Recherche nach Vorfahren in Norddeutschland eingerichtet wurde, versuchte ich damals, Näheres über meinen 1814 in Schwanewede geborenen Ur-Ur-Großvater Carsten Knübel zu erfahren.

Als Reaktion auf meine Anfrage erhielt ich eine Mail von Erdmute aus Sandstedt. Ihre erstaunte Frage war: ‚Was haben Sie denn mit unserem Carsten Knübel zu tun?‘ ….

Schnell stellte sich heraus, dass wir beide etwas mit ihm zu tun haben und dass unsere verwandschaftliche Beziehung gar nicht so weit zurück liegt. Die Großmutter von Erdmutes Ehemann Jürgen – Beta Catharina Knübel – war die Schwester meiner Urgroßmutter Margarethe. Carsten Knübel und Elisabeth Dehls sind ihre Eltern. Ihr Grabstein befand sich noch lange auf dem Friedhof der Reformierten Kirche in Bremen-Blumenthal, bevor er auf ärgerliche Weise entsorgt wurde ….

Der Grabstein meiner Ur-Ur-Großeltern

Der verschwundene Grabstein meiner Urgroßeltern

Verwandt bin ich also eigentlich mit Jürgen – aber Erdmute und ich teilen eine große Leidenschaft: wir beschäftigen uns beide voller Begeisterung mit der Geschichte Ostpreußens.


Auch die Familie von Jens Gegner Andreasen lernte ich durch die Ahnenforschung kennen. Jens wurde in Kopenhagen geboren und ist mit Min Min Yu verheiratet, die aus China stammt. Beide haben eine Tochter namens Anne-Marie Serena.

Wir kennen uns inzwischen seit fast 20 Jahren! Jens hätte ich niemals gefunden, wenn er nicht zusätzlich zu seinem Namen ‚Andreasen‚ noch den Geburtsnamen seiner Großmutter Ebba Andrea Gegner erhalten hätte, die 1892 in Dänemark zur Welt kam. Hier sieht man sie (rechts in der 1. Reihe) gemeinsam mit ihren Geschwistern.

Ebbas Urgroßvater – Carl Ludwig Gegner – stammt aus dem kleinen Kirchdorf Eichhorn im ehemaligen Kreis Preußisch Eylau in Ostpreußen. Er ist der Bruder meines Vorfahren Ernst Wilhem Gegner.

Carl Ludwig wurde Kunstgärtner – wie sein Großvater Michael Gegner, der die Gartenanlagen der Begüterung Worienen betreute. Nach einer Ausbildung in Bartenstein verließ Carl Ludwig seine ostpreußische Heimat, heiratete 1809 in der Garnisonskirche von Kopenhagen die Dänin Ellen Erland und gründete eine Familie. Dies ist ihr Heiratseintrag:

Jens Gegner Andreasen und seine Familie leben mittlerweile in Italien. Wir freuen uns beide über den Kontakt, senden uns Fotos und tauschen Nachrichten aus. Jens sagt: ‚Ahnenforschung ist ein bißchen wie ein Spaziergang durch einen großen Wald, wo man ständig neue ‚Blumen‘ entdeckt!‘ Er hat Recht! Ich hoffe sehr, dass wir uns bald auch einmal persönlich begegnen!

Spannend ist auch, dass in Italien gerade ein kleiner Junge zur Welt gekommen ist, der einen besonders interessanten Stammbaum mit Ahnen aus vielen Teilen der Welt hat – sie lebten in Italien Dänemark China und in Ostpreußen!

Zu der dänischen Gegner-Familie findet man hier noch nähere Informationen:

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