Gut Bandels im Jahre 1777 – Lehnsherren und Untertanen

Schon zu Beginn meiner genealogischen Forschungen hatte ich das große Glück, Helmut Ramm kennenzulernen. Helmut Ramm wurde in Albrechtsdorf geboren und hatte sich bereits über lange Zeit mit der Familienforschung im Kreis Pr. Eylau befasst. Wir fanden schnell heraus, dass wir – durch gemeinsame Vorfahren in Eichhorn, Pr. Eylau – miteinander verwandt waren. Es entstand ein herzlicher Kontakt und ein reger Gedanken- u. Datenaustausch. Helmut Ramm verstarb leider im April 2005. Irgendwann verschwand auch seine Internetseite mit vielen interessanten Informationen zu Bewohnern des Kreises Pr. Eylau und deren Geschichte. Ich habe schon an anderer Stelle Transkriptionen von Helmut Ramm veröffentlicht. Hier nun seine Aufzeichnungen über die

Die Lehnsherren in Bandels
und ihre gutsuntertänigen Bewohner im Jahre 1777.

Ausgewählt im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem, GStAPK HA-XX, EM-114 d 33
– übertragen und mit Bemerkungen versehen von Helmut und Inge Ramm, etwas umformatiert von mir, um es hier veröffentlichen zu können –

Zum Kirchspiel Albrechtsdorf gehörten in damaliger Zeit die Dörfer Sand, Tappelkeim, Bandels, Bartelsdorf, Marguhnen, Kobbelbude, Suiken und der kleine Ort „Justona“, der am Kirchensteig nach Tappelkeim lag und wahrscheinlich später nach Albrechtsdorf eingemeindet wurde. Obwohl alle Einwohner zu einem Kirchspiel gehörten, waren sie doch verschiedenen Lehnsherren untertan, weil das Lehnsrecht bei verschieden Lehnsherren lag. Während Albrechtsdorf zu der Lehnsherrschaft in Gr.Peisten gehörte, hatten Hans Eberhard (1585-1653) und Daniel v. Tettau (1588-1640) große Besitzungen von ihrem Vater, Hans von Tettau (1540-1598), der mit Anna von Lesgewang verheiratet war, geerbt. Hans von Tettau starb am 21.6.1598 zu Tolks und wurde in der Kirche zu Reddenau beigesetzt. Vor dem Altar befand sich der, seine ganze Figur darstellende, Grabstein. Als 1619 seine Witwe, Anna von Lesgewang ihr Leibgedinge, Tolks und Sieslack, ihren obengenannten Söhnen Hans-Eberhard und Daniel, übertrug, teilten sie das Erbteil und verkauften die weiter entfernt liegenden Besitzungen (z.T. auch erst später, nach der Teilung).

Den ersten Gutskomplex erhielt Daniel von Tettau (1588-1640). Er bestand aus: Tolks, Wienen, dem Wuchs (einem Gebiet zwischen Sortlack und Kirschitten), Ardappen, Klein-Kirschitten und Reddenau. Daneben gab es Groß Kirschitten, daß 15 Hufen groß und mit Bauern besetzt war. Diese 15 Hufen erwarb Daniel v.Tettau auch 1619 von Ernst von Schlieben auf Gerdauen. Leider versäumte er den landesherrlichen Konsens zu diesem Kauf einzuholen. Als 50 Jahre später, bei einer Untersuchung der Gutsprivilegien in den Ämtern Bartenstein und Pr.Eylau, dieses zur Sprache gebracht wurde, und der Fiskus drohte, dieses Gut einzuziehen, blieb den Erben nichts anderes übrig, als den Kaufpreis von 500 Mark je Hufe, also 7.500 Mark noch einmal an den Fiskus zu bezahlen. Darüber waren die Erben natürlich sehr aufgebracht, aber es wurde ihnen nahegelegt, sich an den Nachkommen des Hans von Schlieben schadlos zu halten.

Der zweite Güterkomplex fiel an Hans Eberhard von Tettau (1585-1653) und umfaßte: Sieslack, Grauschienen, Schwolmen, Petershagen, 4 Hufen im Reddenau’schen Hegewald, und 3 Hufen vom Wienschen Wald, die von dem ersten Komplex abgenommen wurden, um den Wald zu gleichen Teilen an beide zu vergeben.

Daniel von Tettau hat nie ein öffentliches Amt bekleidet, wie dieses in der damaligen Zeit für Adlige oft üblich war, sondern sich vielmehr mit großem Eifer der Bewirtschaftung seiner Güter gewidmet. Im Jahre 1624 kaufte er noch das Gut Mühlfeld von Ludwig von Aulack für 2.500 Mark, dann später, im Jahre 1635, kaufte er Sperlack von Dietrich von Lesgewang. Ihm gehörten, außer Kraphausen und Sortlack, schon alle Orte, die den späteren Tolks’schen Gutskomplex ausmachten.

Daniel von Tettau starb am 8.2.1640, ohne männliche Erben zu hinterlassen. Seine Tochter Anna Elisabeth, die beim Tode ihres Vaters mit Andreas Wilhelm von Plater, Erbbesitzer in Kurland, verlobt war, und der die Verwaltung des Nachlasses aus der Ferne nicht wünschenswert erschien, schloß mit ihrem Onkel Hans Eberhard, (1585-1653) dem Sieslack gehörte, einen Vertrag, der den Allodialerben eine Abfindung von 60.000 Mark gewährte. Dafür verzichteten die Allodialerben auf alle Ansprüche, insbesondere auf Tolks.

Hans Eberhard (1585-1653) gehörte also jetzt Tolks. Im Jahre 1642 kaufte er von Hans Albrecht von Lesgewang, für 9.100 Mark das Dorf Sortlack, und um den dauernden Streitigkeiten über die Anstauung des Stobbenteiches zu entgehen, tauschte er 15 Morgen auf Kraphausen gegen 7 Morgen an den Reddenau’schen Äckern. Er kaufte des weiteren Körnen (1630), Bensen (1636) und den 15 Hufen großen Wald Perlaucken. Im Jahre 1639 erhielt er die Gerichtsbarkeit über die Freien in Salwarschienen (oder Salvo-Warschienen, wie es damals hieß), und Dittchenhöfen. Ebenfalls wurde er Patronatsherr über die Kirchen in Petershagen und Kl.Dexen. Außerdem hatte er Kruggerechtigkeiten in Sieslack, Bensen und Körnen. Durch diese Orte führte zu dieser Zeit eine stark befahrene Straße, auf der sich der Verkehr von Königsberg über Neidenburg und Soldau nach Warschau abspielte.

1652 kaufte Hans Eberhard von dem späteren Kanzler Hans Dietrich von Tettau das Gut Powarschen nebst Liebhausen und 6 Bauerngüter zu Borchertsdorf für 47.000 Mark. Hans Eberhard verstarb am 7.12.1653 im Alter von 68 Jahren zu Tolks und wurde am 26.3. des folgenden Jahres in Königsberg beigesetzt. Er hatte angeordnet, daß seine Leiche nicht im Erbbegräbnis in Reddenau beigesetzt wurde, sondern in der Tragheimschen Kirche in Königsberg. Er war der oberste Kirchenvorsteher dieser Kirche und hatte ein Erbbegräbnis errichtet und das Recht dazu sich mit 100 Mark erkauft. Er hatte sich am 4.Okt.1615 mit der 16jährigen Sophia von Schlieben verheiratet, die ihn 23 Jahre überlebte. Ihre Tante, Rosina Freiin von Kittlitz, verehelichte von Dobeneck, setzte das Ehepaar und seine Kinder zu Erben ihres beträchtlichen Vermögens ein.

Hans Eberhard selbst hinterließ, als er 1653 starb, 3 Söhne und eine Tochter. Nach seinem Testament erbte der älteste Sohn Georg Abel, (1618-1677) Tolks mit Sortlack. Der zweite Sohn Daniel,(1624-1693) die Sieslack’schen Güter nebst Bensen, Salwarschienen und Dittchenhöfen, der dritte, Hans Dietrich (1636-1690) erbte Körnen, Dexen, Grauschienen, Pülzen, Schlawentz und Grundfeld.

Obwohl ihre Mutter bis zum Ableben die Verwaltung übernehmen sollte, hatten die Söhne faktisch sofort nach dem Ableben ihres Vaters 1653 die Führung übernommen. Im Jahre 1654 kauften die beiden ersteren den Rest von Borchertsdorf für 10.000 Mark, ebenso Kraphausen. Georg Abel und Hans Dietrich erwarben pfandweise außerdem die Güter Markhausen und Gunten.

Im Jahre 1676, kurz vor dem Tode ihrer Mutter wurden die Güter dahingehend aufgeteilt, daß Georg Abel die Tolks’er und Sieslack’er Güter, außerdem Brausen und Janischau bekam (im Rastenburgischen gelegen.); Daniel erhielt die Powarschen’schen Güter und Hans Dietrich die Körnen’schen Güter. Ihre Schwester Anna Sophia erhielt 11.400 Mark als Erbteil zugesprochen.

Die Tolks’er und Sieslack’er Güter gehörten also jetzt Georg Abel von Tettau. Durch Erbschaft, (seine erste Frau war Catharina Barbara von Lehndorff, einzige Tochter des Amtshauptmanns von Bartenstein, Hans von Lehndorf auf Worienen und Hohenhausen, die er 16jährig, im Jahre 1645 geheiratet hatte.) waren ihm die Bandels’schen Güter zugefallen. Sie wurden später seiner zweiten Gattin, Maria Elisabeth von Bünau, als Leibgedinge verschrieben. Georg Abel vergrößerte sie noch dadurch, daß er 1660 von Wilhelm von Awayden auf Loyden, 20 Hufen an der Tappelkeim’schen Grenze zwischen Albrechtsdorf und Marguhnen, für 6.000 Mark kaufte. Diese 20 Hufen waren damals, wie der Chronist berichtet, „unbebauet und unbesäet, überhaupt wüst“. Weitere 20 Hufen zu Bartelsdorf kaufte am 5.Juli 1685 sein Sohn Eberhard für 4.000 Mark auch von Wilhelm von Aweyden auf Loyden dazu. Überhaupt war Georg Abel von Tettau (1618-1677) zu damaliger Zeit ein bedeutender Grundbesitzer in Süd-Natangen. Von seinem Schwiegervater Hans v. Lehndorf kamen 1664 die Worienschen Güter in seinen Besitz, nachdem 1663 vom Fiskus zur Begleichung einer Schuld über 62.635 Mark, auch Eichhorn in seinen Besitz gelangt war.

Er hatte aus der ersten Ehe 12 Kinder. 3 Söhne starben jung, die Töchter heirateten und dieser ganze Güterkomplex wurde unter den 5 lebenden Söhnen aufgeteilt. Sein Sohn Johann Georg (1650-1713) erhielt nach des Vaters Tod 1677 die Worienschen Güter, Melchior (1652-1708) erhielt Tolks, Friedrich (1658-1692) Sieslack, Abel (1654-1715) erhielt Maxwethen und Jägerischken (im Amt Tilsit gelegen), und Eberhard (1662-1691) die Bandels’schen Güter, die bis zum Ableben seiner Stiefmutter, wie oben erwähnt, dieser als Leibgedinge diente. Er erhielt sie nach deren Tode im Jahre 1680. Eberhard von Tettau starb aber ziemlich früh. Er war Capitain und fiel 1691 bei Charleroi. Über seinen Nachlaß gerieten seine Brüder in Streit.

Einerseits, Johann Georg, Melchior und Friedrich, andererseits Abel. Der letzte glaubte, da ihm im väterlichen Testament kein Stammgut zugesprochen war, er nach dem Erbvergleich von 1678 aber beim Absterben eines Bruders in dessen Stelle treten sollte. Ihm müßte also jetzt Bandels allein gegen den vom Vater bestimmten Taxwert zufallen. Durch einen Erbvergleich 1691 wurde dahingehend eine Einigung erzielt, daß Abel gegen eine Abfindung von 7000 Mark Bandels seinen Brüdern überließ. Auch die anderen Brüder traten gegen den gleichen Betrag Bandels an Melchior von Tettau ab. Hierbei wurde das Dorf Worglitten, das zu Bandels gehört hatte, gegen einen Betrag von 12.000 Mark an Johann Georg auf Worienen abgetreten, außerdem der Teich Berselack der vordem zu Eichhorn gehörte.

Die Bandels’schen Güter gehörten also jetzt Melchior von Tettau (1652-1708) auf Tolks. Es war ein sehr bedeutender Mann, der in mehreren öffentlichen Ämtern vertreten war, u.a. war er ab 1702 Hauptmann von Lyck, ohne deswegen seine Arbeit in den Ämtern Bartenstein und Pr.Eylau niederzulegen. Er gründete auch das Vorwerk Neu-Sorge, das als Ziegelei vielen ehemaligen Bewohner unserer alten Heimat bekannt sein dürfte. Dieses Vorwerk hieß bei der Gründung übrigens Klein-Sorge und ist erst später, aus welchem Grund auch immer in „Neu-Sorge“ umbenannt worden. Melchior von Tettau’s Besitzungen waren im Amt Pr.Eylau: 50 Hufen zu Reddenau; 10 Hufen zu Tappelkeim; 46 Hufen 10 Morgen zu Bandels; 40 Hufen zu Bartelsdorf; zusammen 146 Hufen 10 Morgen.
Im Amt Bartenstein: 30 Hufen Hof und Dorf Tolks; 1 Hufe 17 Morgen Wiesen; (diese müssen in Kirschitten gelegen haben, weil es hierüber im Jahre 1585 einen Streit zwischen den Kirschitter Bauern und Hans von Tettau gegeben hat.) 1 Hufe Wald; 4 Hufen 5 Morgen zu Klein-Kirschitten; 2 Hufen 18 Morgen zu Wambstädt (?); 20 Hufen zu Ardappen; 10 Hufen zu Wienen; 13 Hufen zu Groß-Kirschitten; 4 Hufen zu Mühlfeld; 14 Hufen zu Sortlack, nebst dem Wald Perlauken 15 Hufen groß; zusammen 117 Hufen 7 Morgen, also im Ganzen 263 Hufen 17 Morgen.

Melchior von Tettau (1652-1708) war 3 mal verheiratet. Zuerst mit der erst 15jährigen Maria Barbara v. Tettau, einer Tochter des Kanzlers H. J. Dietrich von Tettau. Sie starb kurz nach ihrem 19.Geburtstage, nachdem sie 2 Söhne und 1 Tochter geboren hatte. Der Verlust seiner jungen Ehefrau schmerzte Melchior so sehr, daß er bei der Kirche in Reddenau eine Stiftung einrichtete, vermittels derer an ihrem Todestag, dem 30.Juli, jährlich eine Almosenverteilung stattfand.

Seine 2.Ehe schloß er drei Jahre später 1687 mit der Tochter des Amtshauptmanns von Insterburg, Anna Dorothea v. Lesgewang. Auch seine 2.Frau verstarb nach 8 Ehejahren 1695. Sie hinterließ 1 Tochter und 1 Sohn, nachdem 3 weitere Töchter in früher Kindheit verstorben waren. Die 3. Ehe ging Melchior 1699 mit Sabine Margaretha von Schachten ein. Aus ihr stammen 3 Söhne (2 davon verstarben jung) und 3 Töchter. 1708 errichtete Melchior in Lyck, wo er Amtshauptmann war, ein Testament, in diesem bestimmte er, daß seine beiden ältesten Söhne, „welche mit den von ihnen ausgestellten Wechseln, ihn sehr incommodiert hätten“, (allein von 1704-1707, als sie sich auf Reisen aufhielten, mußte ihr Vater für 7.612 fl. gemachte Schulden eintreten) sich diese geleisteten Zahlungen auf ihre Erbteile anrechnen lassen mußten. Wilhelm Christoph (gest.1721) aus der 2.Ehe, erhielt das Haus zu Königsberg. Wie es mit den Lehnsgütern zu halten sei, überließ er den Erben. Nach seinem Tode ergab es sich, das die Schulden 155.066,– Mark betrugen. Sein ältester Sohn Georg Dietrich (1682-1733) (sein Bruder Johann Melchior war inzwischen verstorben) übernahm die Tolks’er Güter für 89.788 Mark und der jüngste erst 5jährige Friedrich Wilhelm (1703-1732) die Bandels’schen Güter für 53.056 Mark. Zu ihnen gehörten damals noch Kobbelbude, Bartelsdorf, Sand, Suiken und Tappelkeim.

Friedrich Wilhelm starb 1732 unvermählt. Die Güter waren aber so mit Schulden überlastet, daß Georg Dietrich (1682-1733), an den nach der Lehnsfolge Bandels fiel, sich weigerte die Erbschaft zu übernehmen, da er schon Tolks und Powarschen besaß. Jetzt sprang seine Schwester Dorothea Charlotta ein. Sie war zweimal verheiratet, aber seit 1709 Witwe. Sie zahlte 30.000 fl., von denen 28.000 fl. zum Abstoßen der Schulden diente und 2.000 fl., die ihr Bruder erhielt. Dafür wurde ihr Bandels für 15 Jahre pfandweise abgetreten. Als sie 1748 kinderlos starb, gelangte das Gut an die Söhne ihres Bruder Georg Dietrich von Tettau auf Tolks.

Weil Melchior Christoph (1721-1767) auf den hoch verschuldeten Powarschen’schen Gütern nicht fortkam, löste sein Bruder von Tolks, Bandels wieder aus, und Melchior Christoph (1721-1767) tauschte Powarschen mit Bandels, wobei der Lehnnexus auf Bandels überging, das bis dahin Allodium (also Eigentum) gewesen war.

Das Lehngut Tolks fiel nach dem Ableben von Ernst Dietrich (1716-1766) an seinen Bruder Melchior Christoph (1721-1767) auf Powarschen. Er vermählte sich 1746 mit Anna Juliane von Auerswaldt. Ihre Mitgift betrug nur 500 Rth. Sie war aber eine sehr kluge und tüchtige Frau, die er, wie der Chronist sagt, bei seinen eigenen geringen Geistesgaben, benötigte.

Aus diese Ehe entsprangen 2 Söhne und eine Tochter. Ein Sohn verstarb schon zu Lebzeiten des Vaters. Hans Adolf Ernst (1752-1826) war beim Tode des Vaters erst 15 Jahre alt und seine tüchtige Mutter übernahm die Verwaltung der Güter. Sie erbaute damals in Powarschen ein hübsches Herrenhaus. Ihre Tochter Albertina Charlotta Justina, geb. am 13.6.1749 vermählte sich 1769 mit Melchior Gerhard Leopold von Lehndorf (geb.1735). Er war Erbherr auf Maxkeim. Als Erbteil fiel ihr nach dem Tode ihres Vaters Melchior Christoph im Jahre 1767, Powarschen zu. Im Jahre 1780 starb Albertina v. Lehnsdorf geb. von Tettau im Alter von 31 Jahren. Sie hatte aber vorher schon ein Abkommen mit ihrem Bruder Hans Adolf von Tettau (1752-1826) geschlossen, als dieser die Volljährigkeit erreicht hatte. In diesem Abkommen überließ sie ihm die Rechte an Powarschen, wogegen sie das bisherige Lehngut Bandels für 19.000 Reichstaler als freies Eigentum erhielt. Die Bandels’schen Güter, (auf die sich die untenstehende Aufstellung der Bewohner von 1777 bezieht), befanden sich damals in schlechtem Zustand, weil man die Gebäude hatte verfallen lassen.

Wie es damals üblich war, wurden bei so einem Vertrag nicht nur die Ländereien, das Inventar, sondern auch die zu diesen Dörfern gehörenden Untertanen aufgenommen. Aus diesem Anlaß ist nachstehende Aufstellung der Einwohner gefertigt worden und uns erhalten geblieben.

Es gab also im Jahre 1777 folgende Bewohner in den nachstehenden Ortschaften:

  • In Sand wohnten 35 Einwohner in 6 Familien,
  • in Tappelkeim wohnten 82 Einwohner in 16 Familien,
  • in Cobbelbude wohnten 9 Einwohner in 2 Familien,
  • in Bartelsdorf wohnten 51 Einwohner in 11 Familien,
  • in Suiken wohnten 122 Einwohner in 21 Familien.
  • in Maxkeim waren 39 Leute, davon 10 Familien mit 14 Kindern meistens unter 7 Jahren alt, also alles junge Ehepaare, ferner 5 alleinstehende Knechte oder Mägde. Diese Leute waren von Melchior Gerhard Leopold von Lehndorf (geb.1735), dem Ehemann der Albertina v.Tettau, dem Maxkeim im Kreis Bartenstein gehörte, nach dort zur Arbeit geschickt worden.

Von allen 338 Bewohnern waren 71 unter 14 Jahren alt, das entspricht rd.21%. Die Familiengröße lag, wenn man davon ausgeht, daß Knechte und Mägde in den Haushalten mit versorgt wurden, bei rd. 4,48 Personen je Haushalt.

Diese Liste ist im Preußischen Staatsarchiv nicht datiert. Anhand von Taufeinträgen der in der Liste aufgeführten Säuglingen im Albrechtsdorfer Kirchenbuch, kann man davon ausgehen, daß sie etwa im April/Mai 1777 erstellt worden ist.

Spezification derer zu den Bandels’schen Gütern gehörigen Untertanen

Anmerkung: Diese Liste kann als Pdf-Datei heruntergeladen werden, weil ich die von Helmut Ramm angelegte Tabelle nicht verändern wollte!

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1 Antwort zu Gut Bandels im Jahre 1777 – Lehnsherren und Untertanen

  1. Ken Scheffler sagt:

    In c. 1999 Helmut Ramm provided me with a considerable amount of information about my ancestors from Albrechtsdorf and vicinity — until then I had believed that being able to trace my ancestry back so far on that side of the family was nearly impossible. I recently discovered the source of this information – the Ortssippenbuch – online and have been going though it the last week or so, and it has been very interesting to say the least.

    In regards to Wilhelm v. Aweyden and Bartelsdorf, more can be found here:

    http://books.google.ca/books?id=S8AOAAAAYAAJ&pg=PA90&lpg=PA90&dq=von+Aweyden+Kloht&source=bl&ots=yUNbaCxFJP&sig=MnfX1qX6cpXMBwGZmRG9Dn56YdU&hl=en&sa=X&ei=zqcgUJC1KMPOqgGK2IC4CA&ved=0CE0Q6AEwAQ#v=onepage&q&f=false

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