Lohne, Amt Gudensberg, 1665

In der Chronik des hessischen Ortes Lohne, die im Jahre 1951 als Festschrift zur 10100-Jahrfeier des Ortes erschien, wird auch ein Dokument aus dem Jahre 1665 erwähnt und inhaltlich wiedergegeben. Der 30-jährige Krieg muss auch in dieser Gegend furchtbaren Schaden angerichtet haben – nur wenige Gebäude des Ortes blieben erhalten. Um diese Zeit lebt dort in Lohne auch mein Vorfahre Dietmar Hucke. Neben anderen wird auch er in diesem Dokument namentlich erwähnt – allerdings als Ditmar Hugke, genannt Börcher. Aus diesem Dokument erfahre ich, dass er im Jahre 1665 Kirchenvorsteher der ev. Kirche in Lohne war.

„Diese Schrift-Copie liegt im Turmknopf und ist in blaues Papier gewickelt und in Birkenschalen. Actum Lohnae in Amt Gudensberg a. d. 1665 den 6. April.“

„Nachdem das Dorf Lohna vor dem 30järigen Kriege in 80 Feuerstätten bestanden,
gänzlich eingeäschert wurden, neben Kirchturm, Kirche, Pfarr- und Schul-
hause und allen anderen Gebäuden im Dorfe bis auf 11 Gebäude, die
allein stehen geblieben, ist geschehen im J. 1640 um Jakobi. Da es die
schwedischen Völker in Brand gestecket, welche den kaiserlichen unter
dem General Piccolomini nachgefolgt und sie von hinnen verjaget, uns
aber doch dies zum Dankzeichen hinterlassen haben, also dass auch nur
14 Mann im Dorfe übergeblieben neben den Pfarrer H. Joh. Christ-
mann, welcher 28 Jahre Pfarrer hier gewesen und 1653 gestorben.
Hat sich doch durch Gottes Segen das Volk sehr gemehret dahier, man
sich vor Gott schuldig befunden, die verwüsteten Gotteshäuser wieder auf-
zurichten und hat die Gemeinde zuerst die Kirche wieder erbaut 1641.
Und die Glocke, welche sie vom Gelde für die verschmolzene Glockenspeise
von den Lehndörfern im Ampt Homberg für 56 Gulden erkauft, auf das Kirchengebäude gehängt.

Aber 1647 ist das Kirchengebäude durch die
schwedischen Völker, so den kaiserlichen wieder nachgejaget unter Ge-
neral Holzapfel (Melander) wieder angesteckt und verbrannt worden,
neben viel neuaufgebauten Häusern, denen an die 24 gewesen, daher sie
genötigt wurden, einen anderen und geringeren Bau und ein Dachwerk
auf die Kirchenmauern zu setzen, daß man im Trocknen Gottes Wort
anhören möchte. Folgendes haben sie 1649 das Schulhaus geringlich und
nicht wie es zuvor war, aus Mangel der Mittel erbaut. Nächstdem 1656
das Pfarrhaus aufgerichtet durch Jonathan Schneider, Zimmermann aus
Sachsen vor 46 Gld. Zimmermannslohn …. 1662 ist die Dorfscheune
gemacht worden von Konrad Schmitt von Breitenbach. 1663 ist der
Kirchturm wieder aufgebaut durch Hans Georg Ledderley, Zim-
mermann aus Wurtzberg (Würzburg) für 85 Gld. und 3 Viertel Korn.
Das Holz hat die Gemeinde Lohne schneiden lassen, kostete auch 18 Gld.
1664 ist der Kirchturm zu decken verdingt worden. Meister Jost Bischoff,
Steindecker aus Fritzlar, für 65 Gld., 12 Viertel Korn und 18 Metzen
Weizen. …. Und nach Johann Henricus Stukenius Christmanns, Pfarrer
in Lohne, ist jetzo, so lang Gottwill, Joh. Henricus Christmanns, so
1653 hier Pfarrer worden, des alten 64jährigen zuvor genannten Jo-
hannes Christmanns Sohn, welcher im 3. Gliede jetzo hier Pfarrer ist,
sein Urvater von der Mutter her Martinus Ratzius, auch zuvor Pfarrer
gewesen ist in die 28 Jahre.

Grebe zu Lohne war, da das Pfarrhaus erbaut wurde, Kilian Auel.
Grebe zu Lohne war, da der Kirchturm erbaut wurde, Joes Saure.

Vorsteher sind jetzo Michael Hainer, Ditmar Hugke, genannt Börcher,
und Johannes Schade. Kastenmeister sind jetzt (1665) Ditmar Keim
und Karl Dantzglock. Die ganze Mannschaft des Dorfes besteht wieder
in 62 Männern und finden sich wieder Häuser, auch Hütten darunter
die 64 Stück, ohne die Scheunen und Ställe.“

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