Dokumentation von Soldatenfriedhöfen in Polen

Das Staatsarchiv Krakau hat viele Unterlagen über die Soldatenfriedhöfe des 1. Weltkriegs in West Galizien, Mähren und Schlesien digitalisiert. Diese Unterlagen umfassen u.a. Listen der dort gefallenen Soldaten, Zeichnungen der geplanten Friedhöfe und Fotos der Friedhöfe. Die folgenden Abbildungen stammen aus diesen Unterlagen.

Auch die Anlage des Soldatenfriedhofs Nr. 116 in Staszkówka, Galizien, auf dem sich das Grab meines Großvaters Carl Ludwig Gegner befindet, wird dokumentiert.

Gorlice_Friedhof_2

Das erste Foto zeigt den Friedhof im ‚Urzustand‘ – auf dem zweiten sieht man den fertigen Friedhof.

Ich habe mir die Dokumentation dieses einen Friedhofs genauer angesehen. Die handgeschriebenen Namenslisten enthalten zum Teil Hinweise auf die ursprünglichen Gräber der Gefallenen, die vermutlich zunächst dort begraben wurden, wo man sie gefunden hat.

Gorlice_Liste-2 (2)Bei der sogenannten ‚Durchbruchs-Schlacht‘ in Galizien am 2. Mai des Jahres 1915 starben – gemeinsam mit meinem Großvater – insgesamt 5 Offiziere und 196 andere Soldaten. Es waren also mehr als 200 Namen, die allein an diesem einen Tag aufgelistet werden mussten. Vermutlich ist dies der Grund, weshalb die Orte der ursprünglichen Bestattung bzw. die Fundorte der Gefallenen nicht durchgängig notiert werden konnten.

Gorlice_GegnerIn weiteren Listen werden die Namen der gefallenen Soldaten gruppenweise so zusammengestellt wie sie später in den neu anzulegenden Gräbern bestattet werden sollen.

Ich habe diesen Friedhof bereits besucht und weiß, dass der Name meines Großvaters auf einem der Grabsteine an unterster Stelle zu lesen ist. Gorlice_Liste

Insgesamt sind im ‚Grab meines Opas‘ mehr als 30 Soldaten bestattet.

Es scheint so, als habe man die ersten Namen dieser ‚Gruppenliste‘ genommen und in den Stein gemeißelt. Mein Opa ist also gerade noch so auf den Stein ‚gerutscht‘.

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