Schwere Feuersbrünste in Landsberg, Pr. Eylau

Neben kriegerischen Auseinandersetzungen und Epidemien gehören schwere Feuersbrünste viele Jahrhunderte lang zu den bedrohlichsten Ereignissen, mit denen unsere Vorfahren fertig werden mussten. Auch die Stadt Landsberg in Ostpreußen wurde immer wieder von Feuersbrünsten heimgesucht. Der nachfolgende Text stammt aus der Landsberger Stadtchronik:

‚Im Jahre 1802 brach in der hiesigen Mühle Feuer aus, und nicht nur diese sondern auch 6 andere Häuser in der Peystenschen Vorstadt und 65 Scheunen nebst dem ganzen Einschnitt und Wirtschaftsgerät wurden in wenigen Stunden ein Raub der Flammen.

Kaum waren diese Gebäude wiederum aufgebauet, so entstand im Jahr 1804 in den ersten Tagen des Dezember Monats eine ähnliche Feuersbrunst unter den Scheunen am Hohen Tore. Es gingen dabei 43 Scheunen mit allen darin befindlichen Vorräthen verlohren. Diese Unglücksfälle zogen Elend und Armuth nach sich und doch zogen sich nach 3 Jahren noch schwerere Unglückswolken über Landsberg zusammen. Der unglückliche Krieg mit Frankreich, der im November 1806 begann, verbreitete mit dem Anfang des Jahres 1807 auch Jammer und bitteres Elend, Krankeiten und Tod in unseren Mauern. …

Den 4ten October dieses 1831ten Jahres wird wiederum für Landsbergs Bewohner ein Tag des Schrekkens. Sonntags zuvor war das Fest der Ernte mit vielem innigsten Dank gegen Gott gefeiert, indem sich dieses Jahr durch eine besonders reichliche Ernte auszeichnete, und Freitag darauf brach in den vollgefüllten Scheunen am hohen Thor abends nach 9 Uhr das schrecklichste Feuer aus. Alle die Scheunen, welche im Jahr 1804 abbrannten(,) 43 an der Zahl(,) wurden in 2 Stunden ein Raub der Flammen. Alles gedroschene Getreide, Stroh, Futter, Ackergeräte und Vieh ging mit den Flammen auf. 50 Achtel Holtz, hinter den Scheunen aufgesetzt, an Tausend Diehlen, eichene Planken usw. wurden in Asche gelegt. Wagen, Geschirre gingen in Mengen verlohren, so daß den größten Wirthen der Stadt nur die Pferde blieben. Der Schaden ist auf 20700 Taler taxiert und die Gebäude stehen nur mit 3000 Taler im Feuer Catastro versichert. Über die Entstehung des Feuers ist bis ietzt nichts ermittelt‘.


Einige Tage nach diesem Schreckenstag wird im Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Königsberg um Unterstützung der durch den Band geschädigten Landsberger Bewohner gebeten:

10 Tage später werden die Namen derjenigen veröffentlicht , die beim Löschen der Brände besonders eifrig halfen:


Der Apell des Freiherrn von Brederlow war offenbar erfolgreich. 1832 ist in der Stadtchronik zu lesen: ‚In diesem Jahr wurden die abgebrannten Scheunen nach dem vorgezeichneten Plan des Königl(ichen) Landrats Freiherrn von Brederlow und des Landbaumeisters Bertram neu und schön erbaut; und das Erndtefest wurde, obgleich der Erntesegen sparsam, wegen des den Sommer über anhaltenden Regenwetters, ausgefallen war, doch mit vieler Rührung und Dank gegen Gott gefeiert, der geholfen hatte, wo die Hülfe ferne, ja fast unmöglich schien‘.

(Als Datum dieser schweren Feuersbrunst im Jahre 1831 wird in den Quellen einmal der 4., dann der 7. oder 8. Oktober genannt).

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