Therese Amalie Westphal aus Landsberg, Pr. Eylau

Von meinen ostpreußischen Vorfahren besitze ich nur ein einziges Bild, das mir vor vielen Jahren von einer Cousine meines Vaters zugeschickt wurde. Zu sehen sind meine Urgroßeltern Rudolph Leopold Gegner, der 1855 in Hoofe – im Kreis Pr. Eylau – zur Welt kam, seine Ehefrau Therese Amalie Westphal aus Landsberg und drei ihrer insgesamt acht Kinder: Marie Anna, geb. 1898 – Anna Helene, geb. 1903 und der jüngste Sohn Gustav Wilhelm Gegner, geb. 1895.

Diese 3 Kinder wurden nicht mehr in Ostpreußen, sondern in Wolsdorf bei Helmstedt geboren, da die Familie ihre Heimat kurz vor der Geburt von Gustav Wilhelm verließ.

Das Bild ist von ziemlich schlechter Qualität, aber ich hüte es wie einen großen Schatz. Und ich freue mich darüber, dass ich das Photo so bearbeiten konnte, dass meine Urgroßmutter nun viel besser zu erkennen ist!

Sie wurde 1863 in Landsberg geboren und muss zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa 48 bis 50 Jahre alt gewesen sein – das kann ich lediglich anhand des vermuteten Alters der Kinder schätzen. Falls das zutreffen sollte, wäre das Photo vielleicht im Jahre 1909 entstanden und in den nächsten Jahren kämen einschneidende Ereignisse auf sie zu – sowohl glückliche als auch sehr, sehr traurige …

  • 1910 heiratet Carl Ludwig Gegner, ihr ältester Sohn – mein Großvater
  • 1911 wird ihr erstes Enkelkind geboren – mein Vater
  • 1914 kommen 2 weitere Enkelkinder zur Welt
  • 1915 verliert sie innerhalb weniger Monate 2 ihrer Söhne: Carl Ludwig stirbt in Galizien und Richard Rudolf Leopold Gegner – *1891 noch in Landsberg – in Frankreich.

Therese wird 81 Jahre alt und verstirbt am 31. Januar 1945 in Bremen-Vegesack. Fast hätte ich sie noch kennen gelernt!

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Müggen gibt es nicht mehr …



Ausschnitt aus der ‚Schrötterschen-Landesaufnahme‘

Der kleine Ort Müggen – im Kirchspiel Eichhorn, nicht weit entfernt von Landsberg – wird erstmals im Jahre 1499 genannt, als dem lieben und getreuen Michael Moeghe vom damaligen Hochmeister Johann von Tieffen dort 6 Hufen verliehen wurden. Das kleine Gut wird vermutlich nach ihm benannt worden sein. Der Name ‚Moegke‚ wird später zu MÖCK und kommt in der gesamten Gegend häufig vor.

Um den kleinen Gutshof herum siedeln sich einige Bauern an – das Dorf Müggen entsteht.

Über Jahrhunderte gehört dieses zur Begüterung Worienen und wird somit von der Familie von Lehndorff weiter gegeben an Familie von Tettauvon Bredow und an die Familie von Domhardt. Das Gut wird selbständig bewirtschaftet – das Dorf Müggen (damals auch Miggen geschrieben) bleibt ein adliges gutsuntertäniges Dorf. Bei der Auseinandersetzung, die 1820 erfolgt, werden die dort lebenden Bauern umgesiedelt. In den Gutsakten ist zu lesen:

Von den in Miggen zur Regulierung gekommenen 7 Bauernhöfen sind die Besitzer von 4 derselben laut des am am 30. Oktober 1819 entworfenen, am 6. Mai 1820 gerichtlich vollzogenen, am 6. Juni 1820 von der Königl. General Kommission für Ostpreußen und Lithauen bestätigten, und am 17. August 1820, ausgeführten Auseinandersetzungsrezesses nach dem Dorfe Eichhorn translocirt worden, und haben daselbst außer den ihnen erbauten neuen Wohnungen 296 Morgen 150 Ruthen an Gärten, Hofstellen, Äckern, Wiesen und Weidenrain eigenthümlich erhalten. (Grundakten der im Haupt Amte Preusch Eylau gelegenen Worienenschen Ritter-Güter Vol II; Staatsarchiv Allenstein)

Nach Eichhorn umgesiedelt werden: Gottlieb PohlJohann Gottlieb DorschChristoph Schmidt und Albrecht Worm.

Von den übrigen 3 Bauern aus Miggen ist der eine, Gottfried Feyer, durch einen Bauernhof in Worglitten, dessen Abschreibung schon per decretum vom 26. September 1823 erfolgt ist, abgefunden worden … die anderen beiden Bauern dagegen, ferner 2 Bauern aus Eichhorn und 1 Bauer aus Worglitten sind … auf das herrschaftliche Vorwerk Schwadtken verlegt worden. (Gutsakten)

Müggen fällt in Folge dieser Regulierung ‚zur eigenthümlichen Benutzung‘ ganz an die Gutsherrschaft zurück und wird nun Vorwerk von Worienen. Es wohnen dort keine Bauern mehr, sondern nur noch die Familien von 4 Eigenkätnern, 4 Handwerkern, 11 Instleuten – insgesamt 119 Einwohner.

Im Jahre 1830 wird die Begüterung Worienen mit sämtlichen Vorwerken auf 55.960 Taler taxiert und zur Subhastation angeboten. Ersteigert wird sie 1833 von dem Rittmeisters Hippolyt von Kositzki, Erbherr von Gielgudyszki und Bankieliszki in Litauen. Dieser verkauft Worienen 1841 an den aus Danzig stammenden Getreidehändler Christian Gustav Gützlaff.

In seinem Tagebuch beschreibt Gützlaff seine ersten Eindrücke nach dem Kauf, der auf Anraten des Amtmanns Fournier erfolgt war, ohne dass er selbst die Gebäude und das Gelände zuvor besichtigt hatte. Gützlaff erzählt:

‚So groß ich bei dieser Gelegenheit auch die Augen aufsperrte, einen richtigen Einblick in die hier vorliegenden Verhältnisse konnte ich nicht gewinnen. Alles was ich hier erblickte, erinnerte an die Zerstörung Jerusalems. Sämtliche Gebäude auf dem Hauptgut Worienen, sowohl wie auf den dazu gehörenden 7 Vorwerken, waren im höchsten Grade, ohne alle Ausnahme, verfallen, und in der aller jämmerlichsten Beschaffenheit.

Neben Müggen gehören auch Glomsienen, Dörsen, Neukrug, Wilhelmshöhe, Saagen und Schwadtken zu den Vorwerken von Worienen. Gützlaff investiert viel Arbeit, Zeit und Geld – sämtliche Gebäude werden fast völlig erneuert – und er beschäftigt sich intensiv mit der Verbesserung der Landwirtschaft, mit Methoden der Düngung und der Drainage. All das beschreibt er detailliert in seinem Tagebuch.

der Besitzer Christian Gustav Gützlaff
hatgemäß gerichtlichen Kaufvertrages
vom 30. November 1859 das den Worienenschen Rittergütern als Vor-
werk zugeschriebenen Rittergut Miggen für 55.000 Rtl – Fünf und
fünfzig Tausend Thaler verkauft …. (Gutsakten)..

Ab 1849 trennt sich Gützlaff von einzelnen Teilen des Gutskomplexes – das Vorwerk Müggen wechselt am 30.11.1859 den Besitzer und wird für 55.000 Taler an Otto Schuhardt verkauft. Müggen ist nun ein separates Gut! So etwa soll es im Jahre 1863 dort ausgesehen haben – links im Hintergrund qualmen die Schornsteine der Begüterung Worienen!

Müggen 1863 (Albert Rose, Das ostpreußische Rittergut Müggen von 1860 bis 1902; Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde; Königsberg 1903)

In der o.g. Dissertation von Albert Rose ist auch ein Situationsplan der Gebäude zu finden, die damals zum Gut Müggen gehören:

Otto Schuhardt verkauft das Gut Müggen um 1905 an Max Bischoff, der wiederum im Jahre 1935 an Georg Albrecht, der sein Gut Schlawitten bei Kl. Dexen an den Truppenübungsplatz Stablack abtreten musste (nach Horst Schulz, Die Städte u. Gemeinden des Kreises Pr. Eylau, Seite 444).

Heute existiert Müggen nicht mehr!

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Zur Familie von Christian Gottlieb Reetz – Förster in Gr. Peisten

Die höheren Bediensteten der Begüterungen im Kreis Pr. Eylau stammen häufig aus entfernteren Gegenden Ostpreußens und nicht selten verschwinden sie nach einigen Jahren wieder, weil ihre Posten neu besetzt werden. Das wurde mir bereits beim Verfassen der Chronik von Worienen deutlich. Mein Vorfahre Gottfried Reisemann (bzw. Reißmann), der um 1789 Oberwarth im Jägerhoff – der Försterei in Worienen – wird, stammt beispielsweise aus dem Samland.

Christian Gottlieb Reetz – der Name wird auch Raetz bzw. Räths geschrieben – ist etwa 10 Jahre lang Oberwarth der Begüterung Groß Peisten. Einige meiner Vorfahren scheinen die Familie gut gekannt zu haben – sowohl der o.g. Gottfried Reisemann als auch mein Vorfahre Johann Heinrich Ankermann – Erbkrüger, Dorfschulze und Kirchenvorsteher in Peisten – werden als Taufpaten der Reetz-Kinder in Groß Peisten genannt.

Geboren wird Christian Gottlieb Reetz am 28.2.1759 in Powayen (Kreis Fischhauesen) als Sohn des Jägers Johann Dietrich Reetz und dessen Ehefrau Maria Radtke. Als er am 31. Oktober 1783 – im Alter von 25 Jahren – in Wargen Anna Lovisa Rundt aus Caspershöfen heiratet, ist er Jäger in Cornieten.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Wargen_1783.jpg
Heiratseintrag aus dem KB von Wargen

In Cornieten werden auch die ersten Kinder des Ehepaars geboren:

  • Catharina Barbara Reetz am 9.4.1784
  • Johann Gottlieb Reetz am 30.12.1785
  • auch Justina Wilhelmina Charlotta Reetz wird vermutlich noch dort zur Welt gekommen sein

Die folgenden 3 Kinder – ein Sohn und ein Zwillingspärchen – werden in Groß Peisten geboren, sterben jedoch nach nur wenigen Tagen bzw. Wochen:

  • Friedrich August Reetz (24.8.1796 – 03.9.1796)
  • Carl Ludwig Reetz (18.10.1797 – 25.10.1797) und
  • Heinriette Reetz (18.10.1797 – 31.10.1797)

Der ehemalige Gr. Peistener Oberwart Christian Gottlieb Reetz wird 84 Jahre alt und verstirbt am 20.4.1838 in Bogen im Kreis Heilsberg. Im Sterbeeintrag werden auch seine hinterlassenen Kinder erwähnt.

Sterbeeintrag: ‚Ehemaliger Oberwarth Gottlieb Reetz, jetzt in Bogen wohnhaft (Consens von Heilsberg). Er hinterlässt 2 Kinder: Frau Riedel in Launen, Sohn in Kl. Pöppeln, von einer Tochter, die schon todt, 2 uneheliche Töchter: Frau Kull in Bogen, Joh. Reetz in Launen u. 2 mit dem Wilhelm Modrau gezeugte eheliche Kinder.

Die genannte ‚Frau Riedel‘ ist die 1784 in Cornieten geborene Tochter Catharina Barbara Reetz. Sie heiratet am 10. Oktober 1810 in Gr. Peisten den Förster Ernst Hyronimus Riedel, einen Sohn des Hägemeisters Friedrich Riedel aus Siedenbollentin in Vorpommern.

Der 1785 geborene Johann Gottlieb Reetz wird ebenfalls Förster und verstirbt um 1848 in Klein Pöppeln bei Labiau.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Reetz-Kl.-Poeppeln-1024x198.jpg

Tochter Justina Wilhelmina Charlotta Reetz hat ein bewegtes Leben – sie bekommt zunächst eine uneheliche Tochter, die 1811 in Sienken zur Welt kommt. Diese erhält den Namen der Mutter und heiratet am 11. September 1833 in der Kirche von Hanshagen Gottlieb Kull, der als Kutscher am Hofe von Gr. Peisten angestellt ist.

Justina Wilhelmina Charlotta Reetz selbst wird 1815 die Ehefrau von Johann Tatschlowsky, Jäger in Kattlack im Ksp. Buchholz. 1819 wird in Sienken Friedrich Wilhelm Tatschlowsky geboren. Die Ehe mit dem Jäger Tatschlowsky wird geschieden.

Am 23.9.1821 heiratet Justina Wilhelmina Charlotta Reetz den Bauern Christoph Wilhelm Modrau in Hoofe und bringt dort 6 weitere Kinder zur Welt, von denen 4 im Kleinkindalter versterben. Ihre älteste Tochter heiratet später den verwitweten Zimmermann Carl Leopold Kohn und lebt in Gr. Peisten.

Justina Wilhelmina Charlotta Reetz wird 41 Jahre und 7 Monate alt. Am 20.4.1835 – drei Jahre vor ihrem Vater – verstirbt sie in Hoofe.

Christoph Wilhelm Modrau ist insgesamt 4x verheiratet – u.a. auch mit einer Schwester meiner Ur-Ur-Großmutter Justine Friedericke Mat(t)ern – und zeugt insgesamt mindestens 16 Kinder! Über diese Familie werde ich später berichten ….

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Vor langer, langer Zeit in Natangen …

Emil Hollack (1860-1924) war Lehrer in Mühlhausen, Labiau und Königsberg. Sein besonderes Interesse galt der Ur- und Frühgeschichte seiner ostpreußischen Heimat. Als Mitglied der Altertumsgesellschaft Prussia nahm er an vielen Ausgrabungen teil. Das Ergebnis seiner Arbeiten ist die von ihm 1908 herausgegebene ‚vorgeschichtliche Übersichtskarte Ostpreußens‚. Diese Ausschnitte zeigen die Funde im Gebiet des Kreises Preußisch Eylau.

Die blauen Sternchen * um Landsberg herum weisen auf die Entdeckung von Hügelgräbern der jüngeren Bronzezeit hin – die roten Sterne * (mit Loch in der Mitte) zeigen ehemalige Burganlagen. Eine solche gab es beispielweise in Worienen. Diese diente der gesamten Umgebung – auch der Stadt Landsberg – bei drohender Gefahr als Zufluchtsort. Auf dem Messtischblatt sind die Wallanlagen der ehemaligen Burg deutlich zu erkennen – und auch aus der heutigen Vogelperspektive ist die Anlage noch zu sehen.

Und so ähnlich könnte diese Burganlage einmal ausgesehen haben:

Horst Schulz, Der Kreis Pr. Eylau – keine Quelle angegeben

Eine solche ‚Burg‘ darf man sich nicht wie eine Burg im eigentlichen Sinne vorstellen. Sie war kein märchenhafter Bau mit Türmchen und Zinnen – sie war einfach ein festes, aus Stein errichtes Haus. Das allerdings war zu dieser Zeit etwas Besonderes. Für lange Zeit waren die Woriener Burg und später die Landsberger Kirche (erbaut in der Zeit von 1330 bis 13701) die einzigen steinernen Gebäude im gesamten Umkreis; alle anderen Gebäude waren aus Holz gebaut.

1 Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler Ost- u. Westpreußen

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Von Landsberg, Pr. Eylau, nach Syrien …

Es gibt 3 besondere Ereignisse, durch welche die Stadt Landsberg in Ostpreußen – heute Górowo Iławeckie – zeitweise in aller Munde war: 1. das Missgeschick des Andreas Grünheid – 2. der Aufenthalt Napoleons und 3. der Flug des Falken, der 1822 in Landsberg beginnt und drei Jahre später in Syrien endet.

Diese Geschichte wird auch in der Landsberger Chronik erwähnt. Ich wusste jedoch bislang nichts Näheres über die genauen Umstände.

Im Jahre 1834 findet Professor Christian Gottfried Ehrenberg in einer soeben in London erschienen Reisebeschreibung den folgenden Satz: „A species of hawk was shot in Damascus in June 1825 having a billet of wood round its neck and on it ‚Landsberg in Prussia in 1822„. Obwohl schon lange vermutet wurde, dass viele europäische Vögel in südlichen Ländern – „namentlich in Syrien und Ägypten“ – überwintern, war dies der erste konkrete Beweis dieser Vermutung.

Christian Gottfried Ehrenberg (* 19. April 1795 in Delitzsch; † 27. Juni 1876 in Berlin) war ein sächsisch-preußischer, deutscher Zoologe, Mikrobiologe, Ökologe und Geologe und zählt zu den bekanntesten und produktivsten Wissenschaftlern seiner Zeit. Er war Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin und wurde zum Geheimen Medizinalrat ernannt. (Wikipedia).

„Herr Professor Ehrenberg wünschte daher, über diesen Fall Auskunft aus Landsberg selbst zu bekommen, indem er vorzüglich auf vier Fragen aufmerksam machte:

  1. In welchem Landsberg in Preußen wurde 1822 jener bezeichnete Falk entlassen?
  2. Unter welchen Umständen, von wem?
  3. Von welcher besonderen Falken-Art war das Individuum?
  4. Ist derselbe bezeichnete Falk in den Jahren 1823 und 1824 in der Gegend von Landsberg wiedergesehen worden?

Am 3. Mai 1834 teilt Pfarrer Kob aus Landsberg, Pr. Eylau, Folgendes mit: „Es ist gar nicht zu bezweifeln, daß dieser Falk vom Wildenhöffschen Oberjäger Bohlmann dem Herrn Stadtrichter und Justizrath Ribbentrop jung überliefert und …. hier von unserm Landsberg seinen weitern Flug begonnen hat. Dieser Falk befand sich im Jahr 1822 im Garten der H. Ribbentrop, dessen Garten blos durch einen Querzaun von meinem getrennt ist.

Ich sahe daher diesen Falk täglich, auch wohnte ich oft seiner Futterung bei, die in rohen Geschlingen von Kälbern etc. bestand und ihm vom damaligen Gerichtsdiener Dunkel gereicht wurde. Der Falk wurde bei seinem Heranwachsen übermüthig; er kam oft in meinen Garten und nahm und raubte mir manches junge Huhn, das in meinem Garten umherging. Ich war daher böse auf dieses Raubthier und verscheuchte ihn oft aus meinem Garten.

Da Ribbentrop befürchtete, der Falke könne gänzlich entweichen, versah er ihn mit einem Schild, auf dem er seine Herkunft vermerkte.

Auch der von Pfarrer Kob erwähnte Landsberger Gerichtsdiener Dunkel wird eingehend befragt. Er berichtet:

Dunkel bestätigt Ribbentrops Aussagen und fügt hinzu: ‚Außer mir kann, doch nicht so genau als ich, der ehemalige Protokollführer Nieh und der Herr Pfarrer Kob in Landsberg darüber Auskunft geben, noch merh als diese würde es der Gärtner Rindfleisch thun können, welcher aber bereits verstorben ist‘.

Und so stellt Professor Christian Gottfried Ehrenberg am Ende der Recherche fest:

(Leider habe ich dummerweise vergessen, die Quelle zu notieren …. )

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Einteilung der Täuflinge – Ostpreußen 1691

Vielen Ahnenforschern werden bei der Durchsicht von Taufeinträgen in Kirchenbüchern die ‚auf dem Kopf stehenden‘ Einträge der unehelich geborenen Kinder begegnet sein. Neben diesen Einträgen hat der zuständige Pfarrer häufig noch die Kennzeichnung ‚Hurenkind‚ notiert.

Im Taufregister der Gemeinde Haffstrom in Ostpreußen – am Frischen Haff unweit von Königsberg – fügt der Pfarrer Jacob Heinrich Ohlius im Jahre 1691 ein Blatt ein, auf dem er ganz genau erklärt, welche Unterscheidungen er selbst bei den Einträgen der Täuflinge vornimmt. Bei ihm gibt es nicht nur eheliche und uneheliche Kinder! Jacob Heinrich Ohlius schreibt:

  1. Die Kinder, so gerad herab, Pagina recte, aufgezeichnet stehen, sind diejenigen, welche auß einem Ehrlichem und Ehelich-Keuschem Ehe-Bette von ungescholtenen Eltern sind gebohren worden.
  2. Bey welchen aber ein Händlein (Symbol für Händlein) praefigiret ist, bedeutet, daß zwar diese Kinder Ehelich gebohren sind; Jedoch von solchen Eltern, derer Ehe vormahls oder mittler Zeit Schiffbruch gelitten.
  3. Welche in die Queere, per transversam Paginam, geschrieben, sind zwar innerhalb dem Ehestande gebohren, aber dennoch Frühkinder, deren Eltern ante Copulationem Sacerdotalem sich unzüchtig vermischet haben.
  4. Die gantz umgekehrt geschriebene, Pagina inversa, sind formaliter unächte und Hurenkinder, so von Ehr- und Ehelosen Weibern gebohren sind.
  5. Wenn bey einem Huren-Kindein Creutzlein (Symbole) stehet, bedeutet, daß dieses der Schand-Mutter 2.tes, oder 3.tes, oder 4.tes Huren-Kind sey.
  6. Wo ein Sternlein * stehet, bedeutet Advenas (Ankömmlinge) und frembdlinge, von welchen Ehrlichem Ehestande man nichts gewißes und eigentliches weiß.
Aus dem Taufregister des KB Haffstrom – 1691
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Wildenhoff 1751 – Klage des Heinrich Kaddey

Heinrich Kaddey (auch Kadde – Cadey oder Kaddig geschrieben) wird im Juli 1699 als ältester Sohn des Kaufgärtners – später auch Brettschneiders – Franciscus Kaddey in Worschienen (im Kirchspiel Canditten, Pr. Eylau) geboren. Am 26. Juli 1723 heiratet er in Canditten Dorothea Corinth. Die Vermählung findet ‚extraordinair‚ im Glockenturm der Kirche statt, da Dorothea hoch schwanger ist – Sohn Michael kommt nur wenige Tage nach der Hochzeit zur Welt.

Heiratseintrag: Heinrich Kaddey (oder Kaddig) ein Knecht mit Dorothea des
alten Hans Corinth tochter s(einer) geschwächten extraordinaire im glocken-
thurm d(en) 26. July (cpuliert)

Am 29. Januar des Jahres 1751 wird im Schloss Wildenhoff bei Canditten, Pr. Eylau in Anwesenheit des damaligen Amtmanns Klügel und des Hoppendorfer Schulzen Georg Corinth, über die strittige Erbuntertänigkeit des Bauern Heinrich Kaddey entschieden. Offenbar hatte dieser bereits einige Jahre zuvor geklagt und war 1745 zu einer Strafe verurteilt worden, da er auf seinem Erbe ‚übel gewirtschaftet‘ hatte.

Heinrich Kaddeys Antrag auf Entlassung aus der Erbuntertänigkeit wird abgelehnt. Er wird darauf hingewisen, dass er ’seiner Herrschafft allen Gehorsam und Treue‘ zu leisten habe und dass auch seine Kinder der Gutsherrschaft – also der Familie des Grafen von Schwerin auf Wildenhoff – zu dienen hätten.

Diesen Folianten entdeckte ich vor langer Zeit im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem.

Quelle: XX HA Ostpr. Foliant 296 (GStA PK)
Auf eingekommene Untersuchungs Acta aus dem
Amte Pr. Eylau in Sachen Heinrich Kaddey, Klägern
an einem, dann des Grafen von Schwerin auf
Wildenhoff und deßelben Arendator Klügel
Beklagten am anderen Theile, strittige Erb Un=
terthänigkeit und anderes betreffend, Erkennen
von Sr. Königl. Majestät in Preußen, wir
hirzu allerhöchst verordnete Commissarii vor Recht;

Alldieweil Kläger gestehet, daß sein Vater ein
Kauf Gärtner in den Wildenhoffschen Gütern
gewesen, dergleichen Leute aber nach den
Landes Ordnungen für Unterthanen zu
halten; wozu noch ferner komt, daß
Kläger selbst bereits vor 20 Jahren und
nachhero abermals ein Bauer Erbe ange=
nommen; als (=also) kan er sich der Unterthä=
nigkeit nicht entziehen, sondern ist schuldig
seiner Herrschafft allen Gehorsam und
Treue, wie es einem Erbunterthanen
gebühret, unweigerlich zu leisten.

Wie denn auch der Herrschafft unbenom=
men ist, seine Kinder zu ihren dien=
sten zu gebrauchen. Wenn er im
übrigen die Straffe in anno 1745
auß vorgängige Untersuchung, und
weil er auf dem Erbe übel gewirth=
schaftet, auch sonsten sich nicht wohl
aufgeführet, erlitten, sein Vermö=
gen indeßen, welches zu Bezah=

lung seiner Schuld nicht zugereichet, or=
dentlich durch Geschworne consigniret und
taxiret worden; so fället, seine des=
halb geführte Beschwerde, als unge=
gründet hinweg; und wird er hir=
mit zur Ruhe und beßerer Auffüh=
rung ernstlich angewiesen.

A. E. v. Schlieben
M. v.d. Groeben v. Werner
J.H. Engelschmid


publicat: umb 10 Uhr vor Mittage
den 29ten Januari 1751 am Gräffl. Hoffe zu Wildenhoff


In Gegenwarth des Herrn Amtmann Klügels
des Schultzen zu Hoppendorff George Corinth
so nomine des jetzigen Krancken
Heinrich Kaddey gegenwärtig.
des Bauren Frantz Kaddey, als Brudern,
des Heinrich Kaddey, und
des jetzigen Mousquetiers Heinrich Kaddey
als Sohn vom Kl(äger) Heinrich Kaddey


extradidi
Michael Damus, Commissions Secr. u. Adl. Gerichtsschreiber

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Kaddey_Wildenhoff.jpg

Ein früherer Beitrag zu diesem Thema: Leute auf adeligen Gütern – frei oder unfrei geboren

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Eine Dorfordnung (Willkür) aus dem Jahre 1537

Quelle: Meyers Gazetteer

Die von Ernst Hartmann verfasste ‚Geschichte des Dorfes Ponarth bei Königsberg in Pr.‘ beinhaltet u.a. eine im Jahre 1537 in Ponarth verkündete Willkür, nach der sich die Bewohner des Dorfes zu richten hatten. Die Dorfordnungen anderer ostpreußischer Orte werden sicherlich ganz ähnlich gewesen sein.

Ernst Hartmann berichtet: ‚Noch zu Zeiten des alten Herzogs Albrecht, nämlich im Jahr 1537, ließen Georg Pfersfelders Nachkommen (Anmerkung: die damaligen Besitzer des Dorfes) für Ponarth eine Dorfordnung oder Willkür ausarbeiten und verkünden. Ihre einzelnen Paragraphen geben uns ein recht anschauliches Bild von dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde Ponarth in damaliger Zeit und verdienen erhöhte Beachtung, weil aus so früher Zeit nur ganz wenige Willküren ostpreußischer Dörfer bekannt sind. Einige wichtige Paragraphen sollen hier teils wörtlich, teils nur dem Sinne nach wiedergegeben werden:

  • Wer den Schulzen oder die Ratsleute schmäht, zahlt Buße
  • Wer nicht innerhalb einer Viertelstunde herzueilt, wenn der Schulz die Gemeinde ‚mit dem Horne‘ zusammenruft, um ihr etwas anzukündigen, muss 4 Groschen Strafe geben
  • Schulz und Ratsleute müssen jährlich die Gemarkungsgrenzen abgehen, damit sie nicht unkenntlich werden (Grenzgang).
  • Wer nicht zum Ding tag (Gerichtstag) kommt, büßt es mit 1/2 Mark.
  • ‚So die gemeine zweispeldigk und irrig wirth, sollen sie tretten in zween Hauffen, dann soll der kleinste (Haufen) volgen dem grösten‘ (Sieg der Mehrheit!).
  • Schulz und Ratsleute müssen wegen der Feuergefahr mehrmals im Jahr reihum ‚zu allen Nachbarn gehen vnd zusehen, das der ruß vnd spinnweben über den Herden vnd backöfen sey abgefegt‘.
  • Jeder Nachbar muss auf seinem Hof 2 Leitern und Tonnen mit Wasser stehen haben.
  • Wer nicht zu Weg-, Brücken und Dammbauten erscheint, zahlt 5 Groschen Buße.
  • Höchsten 2 mal im Jahr gestattet die Herrschaft ‚Gemeinde-Bier‚ zu trinken. In Pestzeiten muss auch dies unterbleiben.
  • Bei einem Diebstahl im Dorf müssen alle Einwohner einen Tag lang nach dem Dieb suchen; wer sich davon ausschließt, gibt die hohe Buße von 3 Mark. Der Schulz bestimmt einige Männer, die ’sollen zu Rosse ziehen auff vier Straßen‘ – also nach den viel Himmelsrichtungen. Ziehen sie über vier Meilen weit, müssen die Zurückgebleibenen ihnen Vergütung zahlen.
  • Niemand darf Glücksspiele (‚Doppelspil‘) in seinem Hause leiden.
  • Wer durch gehegtes Feld fährt oder reitet, büßt 4 Groschen.
  • Jeder muss nacheinader den Zechhirten halten (umzech-reihum)

Zechhirte nannte man ihn, weil er im Dorf reihum von allen Viehbesitzern unterhalten werden musste. Ärmere Gemeinden hüteten selbst umzech, indem ein Bauer nach dem anderen jemand aus der Familie mit dem Dorfvieh hinausschickte. Zuweilen wurden dazu auch die noch schulpflichtigen Söhne herangezogen, die wegen schlechter Schulleistungen nicht konfirmiert werden durften und bis zum 16. oder gar 17. Lebensjahr die Schulbank drücken mussten. Im Jahre 1766 befahl darum die Regierung, die Beamten möchten allenthalben für die Aussetzung von Gemeindeviehhirten Sorge tragen, damit die Jugend nicht wegen des Viehhütens den Unterricht versäume.

  • das Vieh muss schnell den Hirten zugetrieben werden; ‚ausgenommen eine sauw, die mag mit jungen färckeln 4 Wochen auf der Straßen frey gehen‘.
  • Beim Austreiben müssen den Rindern die Hörner beschnitten sein.

Andere Beiträge, die sich mit Ponarth befassen:

‚Ich verbiete jede Collation‘ – Ponarth 1809

Die kölmischen Gutsbesitzer in Ponarth

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Gruselige Ereignisse in Königsberg um 1680

Einige Kirchenbücher enthalten nicht nur Tauf-, Heirats- und Sterbeeinträge, sondern manchmal auch chronikalische Aufzeichnungen der Pastoren zu besonderen Vorkommnissen innnerhalb der Gemeinde. Derartige Aufzeichnungen sind auch im Kirchenbuch der Kirche Altrossgarten in Königsberg zu finden. 1680 notiert der Pastor zum Beispiel:

Den 9. September geneset die Chur Princessin Durchlaucht einer Princessin.

Die nachfolgenden Berichte sind weniger erfreulich, sogar ziemlich gruselig – sie bieten jedoch einen Einblick in damals herrschende Lebensumstände. Der Pfarrer schreibt:

Ausschnitt aus der Chronik – 1680

Fraw Dorschen tochter auß der kneiphöfischen Hofegaß ward zur huren, das Kind ward heimlich in den Keller vergraben, weil aber die Magd durch das Bellen und Kratzen eines kleinen Hündleins es gewahr worden, und davon zu reden angefangen, hat die Fr. Dorsche durch einlegung nachts in die grütze die mägde an die Seit bringen wollen, weswegen die Dorsche auf dem Rahthaus in Arrest behalten, die tochter aber in den blauen thurm geführet worden. Die Dorsche hat Geldstrafe erlegen müßen, die tochter aber hat das Land verschweren müßen und ist den 20 December Anno 1681 durch den Henckersknecht ausgewiesen.

(Anmerkung zu diesem Text: die Stelle mit der Grütze und den Mägden ist mir rätselhaft – vielleicht hat jemand eine Idee?)

1683 berichtet der Pastor der Kirche Altrossgarten:

In diesem Monat ist des Herrn Oberburggrafen Albrecht von Kalneinen Jfraw (Jungfrau) tochter behexet worden, daß sie zu gewißen stunden gebellet wie ein Hund, geschriehn und gemauet wie eine Katz mit groß ungeberd (Ungebärde). Und als die Hofmutter dessen beschuldiget(,) gefenglich eingezogen worden, hat sie mit einem Messer ihr den Hals abgeschnitten.

Und 1684 erfährt man: Anna Dorothea Bartschin ist von Ostern an vom Sathan mit Verzweiflungs gedancken heftig angefochten, auch am leibe geplaget und gekratzet worden. Herr Masovius(,) Tragheimscher Pastor(,) hat sie zu sich ins Haus genommen, des nachts sind einige studiosi bey ihr geblieben, von solcher Teufelsplag ist sie durch Gottes Hülf und der benachtbahrten Prediger (Aufzählung der Namen) die mit ihr vorm althar gebetet, gesund worden.

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Reisepass von Carl Kroczewsky aus dem Jahre 1823

Bei einem meiner Besuche des Staatsarchivs Olsztyn konnte ich eine Reihe von Dokumenten abfotografieren – u.a. Unterlagen des Magistrats von Landsberg, Pr. Eylau (Górowo Iławeckie).

Darunter befand sich auch dieser Reisepass – ausgestellt am 6. August 1823 in Leobschütz, Schlesien, für den Schwarz- und Schönfärbergesellen Carl Kroczewsky. Nachdem sich Carl Kroczewsky durch Vorlage seines Wanderbuchs als unverdächtig legitimiert hatte, erhielt er diesen Pass, der 6 Wochen gültig war und ihm erlaubte, von Leobschütz aus über Oels, Posen und Thorn in seine Geburtssstadt Heilsberg zu reisen. Alle Civil- und Militairbehörden wurden ersucht, ihn mit angeführter Begleitung ungehindert reisen und zurückreisen zu lassen.

Carl Kroczewsky wird genauestens beschrieben:

Er ist katholisch, 26 Jahre alt, 5 Fuß 4 Zoll groß (etwa 1,65m ), hat braune Haare, schwarze Augenbrauen, graue Augen, eine gesunde Gesichtsfarbe und einen braunen Bart – außerdem einen gewöhnlichen Mund, eine bedeckte Stirn und eine stumpfe Nase.

Als ich diesen Reisepass entdeckte, wusste ich, dass ich den jungen Mann ‚kannte‘.

1824 wohnt Carl Johann Kroczewsky als Bürger, Schön– und Schwarzfärbemeister im ostpreußischen Landsberg und heiratet dort am 30. März 1824 Wilhelmine Wuttge, die jüngste Tochter des verstorbenen Stadtchirurgus Friedrich David Wuttge.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Landsberg_1824_Wuttge.jpg
Kroczewsky/Carl Johann/ Bürger und Schön- Schwarzfärberalhier
mit der Jungfer Wilhelmine Wuttge, der verstor-
benen Stadtchirurgus Friedr(ich) David Wuttge hinterlaßenen
jüngsten Tochter.

Carl Kroczewsky wird außerdem Mitglied des Landsberger Magistrats und im Jahre 1836 wird er zum Vormund der unehelichen Kinder des Woriener Gutsbesitzers Alfred von Domhardt und seiner Geliebten Elisabeth Zimmer ernannt, nachem Alfred von Domhardt im Juli 1836 den Gutshof Salwarschienen – heute Kanie Iławeckie – erstanden hatte, auf dem Elisabeth Zimmer fortan mit den gemeinsamen Kindern lebte.

Ich zitiere aus meinem eigenen Buch:

‚Am 18. Juli 1836 – unmittelbar nach der Geburt des 5. Kindes – kauft Alfred von Domhardt das eine Meile von Landsberg gelegene köllmische Gut Salwarschienen von Johann Heinrich Nikutowski. Schon im Kaufvertrag, verhandelt im Stadtgericht zu Landsberg, wird darauf hingewiesen, dass Alfred von Domhardt „beabsichtigt, seine aus dem vorliegenden Kontracte entspringenden Rechte an die unverehelichte Elisabeth Zimmer zu Egdeln (zum Patrimonial Gericht Peisten gehörig) und deren minorenne Kinder zu cedieren . . . “. Wenige Tage später wird der Besitz auf Elisabeth Zimmer übertragen; sie erhält ein lebenslanges Wohnrecht und ist lediglich verpflichtet, „ihre Kinder ordentlich und standesgemäß zu erziehen“. Als Vormund der Kinder ist der Landsberger Färbermeister Kroczewsky angegeben‘.

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