Ein Haus in Kohsten, Pr. Eylau

Das kleine Dorf Kohsten (vor 1846 Kosten oder Koosten geschrieben) im Kreis Pr. Eylau, ‚lag etwas abseits an Landwegen 1,5 km westlich der Chaussee Beisleiden-Petershagen. Bis Weischnuren waren es 1,5 km, bis zum Kirchdorf Eichhorn 4,5 km‘ (Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau, Seite 521).

1945 hießen die letzten Besitzer:

  • Julius Klein
  • Hermann Langhans
  • Hugo Langhans
  • Heinrich Maak
  • Willy Pohl
  • Richard Reimann und
  • Fritz Rogall

Heute ist ehemalige Dorf Kohsten Teil des Dorfes Wajsnory (früher Weischnuren).

Die jetzigen Bewohner des auf dem nachfolgenden Ausschnitt gekennzeichneten Hauses würden sich freuen, wenn sie wüssten, wer früher in diesem Haus lebte. Vielleicht kann jemand helfen?

 

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Das ‚Hospital zum Heiligen Geist‘ in Landsberg, Pr. Eylau

‚Mit dem Schicksal Landsbergs ist allezeit, das „Hospital zum Heiligen Geist“ verbunden gewesen. Das Hospital ist um 1367 gegründet, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Pfarrer Nicolass, der im Jahre 1367 vom Orden Zandersdorf erwarb und es dem Hospital schenkte. Dann kam Zandersdorf durch Verleihung um 1461 in den Privatbesitz des Pfarrers Caspar Boteke. Als er starb, wurde Zandersdorf durch den Herzog wieder dem Hospital zurückgegeben. Um 1540 wusste man nicht mehr, wie das Dorf eigentlich Hospitalslehen geworden war. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erhielten es die Waldburger verliehen, die gleichzeitig auch die Unterhaltung des Hospitals übernahmen. Zum Hospital, das unter der Lehnsherrschaft der Reichsgrafen Schwerin neu erbaut wurde, kam auch das Gut Schönwiese für einige Jahre‘. (Quelle: Hermann Bink, 625 Jahre Landsberg. Wechselvolle Schicksale einer kleinen ostpreußischen Stadt, Ostpreußen-Warte, 1960)

Im Amtsregister von Pr. Eylau wird 1604 unter der Rubrik ‚Hospitale‚ nur das Hospital in Landsberg genannt.

Eins ist zur Landesburgh dem Herren Truchseßen von Waldpurgh zugehörig

Unter den von den Mormonen digitalisierten Beständen des ehemaligen Königsberger Staatsarchivs finden sich auch Abrechnungen des Landsberger Hospitals (Film Nr. 007948712), die Auskunft geben über Einnahmen und Ausgaben aus der Zeit von 1731 bis 1737. Die hier abgebildeten Ausschnitte stammen aus diesen Digitalisaten. Genannt werden darin u.a. die Namen der damaligen Bewohner von Zandersdorf (heute Swędrówka), die Abgaben an das Landsberger Hospital entrichten müssen – zum Beispiel der Schulz Ohnhut (später Anhut geschrieben), Jacob, Simon und Hans Rode und Andres Brißkorn (später Brieskorn).

Einkünfte erzielt das Hospital zudem durch den Verkauf von Obst aus eigenem Garten und durch die Pacht, die das Gut Schönwiese jährlich zu leisten hat. Von Trinitatis (1. Sonntag nach Pfingsten) 1731 bis Trinitatis 1732 übergibt der damalige Arrendator Ge(o)rge Schultz dem Hospital 800 Reichtstaler.

Das Hospital versorgt nicht nur Kranke, sondern kümmert sich auch um die Armen der Stadt. Verpflegt werden jeweils 10 arme Personen – vor allem von Spenden einzelner Personen oder ganzer Dorfschaften. Aufgeführt werden die Almosen unter ‚Einnahm an Verehrungen(,) so die Zehen Armen unter sich getheilet haben‘. Im Januar 1731 sind dies zum Beispiel:

  • 10 Haußbacken Brodt und 1/2 Scheffel Erbsen von Grauschienen
  • 10 Haußbacken Brodt von Glandau
  • 6 Rthl. vom H. Cantor
  • 1 Scheffel Korn von Canditten
  • 1 Scheffel Korn (vom) Krüger von Glandau und
  • 1 Mahlzeit Essen und Trincken woll getractiret vom H(errn) Bürgermeister‘

Unter ‚Ausgaben‘ wird auch die regelmäßige Zahlung von Bargeld an die 10 Armen verbucht, die alle drei Wochen – jeweils am Dienstag – ‚laut Concession der Gnädigen Lehnsherrschafft‘ stattfindet.

Immer wieder muss auch Geld für Handwerker und Material für die Instandsetzung der Gebäude ausgegeben werden – so erhalten 1731 der Mauer Lapuse, der Handlanger Stebun (=Steppuhn) 4 Rthl und 16 Gl und der Töpfer Gertler 6 Rthl und 18 Gl ‚vor den Offen im Vorwerck neu zu setzen, dabey er 63 neue Kacheln verbrauchet(,) auch in des Gertners Damraw (=Damerau) Gebäude den Offen umbgesetzet den 4. Nov(ember).

Auch Folgendes ist den Hospitals-Abrechnungen vermerkt:

  • im Dezember 1731 spendet Johann Wilhelm Hellwich, der Müllermeister von Landsberg, dem Hospital im Dezember 1731 einen Scheffel Mehl (Johann Wilhelm Hellwich ist mein Ur….Großvater)
  • Herr Goßky gibt im Dezember 1733 zwei Reichstaler ‚vor seine Frau zu beten um ein seeliges Ende‘ (Johann George Goßky ist Gewürzhändler u. Kirchenvorsteher in Landsberg. Er heiratet 1734 Barbara Sophia Schultz, eine Tochter des Pfarrers Jacob Schultz aus Reichau)
  • im Jahre 1735 erhält das Spital 10 Reichstaler und 22 Gulden aus der Hinterlassenschaft der verstorbenen ‚Möckschen‘ – die andere Hälfte ‚ist der Catharina Corinthschen zur Erbschafft gegeben, weil sie derselben näheste Erbin als Schwester Tochter gewesen‘
  • am 23. August 1736 gibt das Hospital 1 Reichstaler  ‚einem Armen und Kranken Saltzburger Bartel Creutzberger nebst seinem elenden Weib und vier Kinder(,) davon 2 gantz kranck‘

Im Juni des Jahres 1738 bestätigt Amtmann Klügel auf Wildenhoff : ‚Nachdem in Vollmacht des Herrn Cammer Herrn und Erb Cämmerers der Chur und Marck Brandenburg Reichs-Graffen von Schwerin ich die Landsbergsche Hospital Rechnung von Anno 1736 bis 1737 abgnommen und solche in Einnahme und Ausgabe richtig befunden; Als(o) habe die Herren Vorsteher darüber hierdurch quittieren auch zu deßen mehrerer Vergewißerung diese Rechnung unterschreiben und besiegeln wollen‘

Als Ergänzung noch einige Einträge aus dem Kirchenbuch von Landsberg mit Bezug zum Hospital:

  • Heiratseintrag 1713: H. Valentinus Schultz, Senator et xenodochus (=Spitalmeister) antistas alhir, mit Jgfr. Maria, Seel. Herrn Jacob Hemplers, scabinus (=Schöffe) in Heiligenbeil, relicta filia
  • Heiratseintrag 1715: Mr. Johann Friedrich Geiseler, e. Bürger, Festbäcker u. Mälzenbräuer alhir, mit Jgfr. Catharina, Hr Valentinus Schultzen, (arenda)toris u. Hospital-Vorstehers alhir, fila
  • Heiratseintrag 1716: Mr. Michael Krause, Bürger u. Leinweber alhir, mit Jgfr. Barbaram seel. Hn. Christoph Eichlers, gew. Senatoris u. Hospital-Fürstehers alhir, filia.
  • Heiratseintrag 1734: H. Friedrich Theodor Baurath, Stud. Theol., mit Tit. Jgfr. Regina, des Tit. Hrn. Valentin Schultzen, Raths Verwandten u. Hospital Vorstehers allhir Jgfr. Tochter
  • 1734 werden als Hospitalvorsteher Valentin Schultz und Gottfried Bernhard Schultz genannt
  • Heiratseintrag 1733: Gottfried Bernhard Schultz, Candidatus Juris u. unserer Hochgräfl. Lehnsherrschafft bestallter Lehns Secretarius mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel. He. Frantz Christian Horns, gewesenen Medicin und Gewürtz=Apothekers, relicta vidua
 
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Die Bauern in Eichhorn, Pr. Eylau, im Jahre 1604

Die Kirchenbücher des Kirchspiels Eichhorn beginnen im Jahre 1650. Eine Reihe von Orten des Kirchspiels (z.B. Worglitten, Glomsienen oder Polassen) gehören um diese Zeit bereits zur Begüterung Worienen. Eichhorn jedoch wird erst 1663 – durch die Verschreibung an Hans von Lehndorff, den damaligen Besitzer von Worienen – ein ‚adeliges Dorf‚.

Noch bis zum Jahr 1663 untersteht Eichhorn dem Amt Pr. Eylau. Das bedeutet: die in Eichhorn ansässigen Bauern sind bis 1663 verpflichtet, ihre Abgaben an das Amt zu entrichten und dem Amt Scharwerksdienste zu leisten. Deshalb werden ihre Namen in den noch vorhandenen Steuerlisten des Amts Pr. Eylau genannt. Mit der Verschreibung des Dorfes Eichhorn an Hans von Lehndorff erlischt diese Pflicht. Von nun an sind die Eichhorner dem jeweiligen Besitzer der Begüterung Worienen untertan.

Zu Beginn meiner ‚Ahnenforscherei‘ habe ich mich oftmals gefragt, weshalb meine eigenen Vorfahren, die ja um diese Zeit auch im Kirchspiel Eichhorn lebten, in diesen Steuerlisten nie erwähnt werden. Inzwischen weiß ich: meine Vorfahren wohnten in Dörfern, die bereits seit 1558 zur Begüterung Worienen gehörten. Meine Vorfahren waren keine Amtsuntertanen.

Es folgt ein Auszug aus den Steuerlisten des Amts Pr. Eylau aus dem Jahr 1604:

Ausschnitt aus der Steuerliste von 1604 – verfilmt von den Mormonen

Von den 60 Hufen des Ortes gehören 4 zur Eichhorner Kirche, 6 Hufen (jeweils 3) den beiden Schulzen. Die restlichen 50 Hufen sind mit Bauern besetzt.

1604 wohnen in Eichhorn:

  • Jürge Eggerd
  • Merten Möhgk
  • Jacob Wesphal 
  • Quirin Bockhorn 
  • Anders Blaswigk 
  • Ditterich Heine 
  • Brosie Scheffler 
  • Clemendt Heine 
  • Jacob Wesphal 
  • Chrispin Mergklin 
  • Paull Sath 
  • Jacob Haßelbusch
  • Marx Heine 
  • Augustin Arenßbergh
  • Greger Mergklin 
  • Friederich Mergklin 
  • Peter Möhke und
  • Hans Wildfangk

Die Schreibweise der Familiennamen verändert sich im Laufe der Zeit – so wird beispielsweise aus Möhgk oder Möhke später Möck – aus Mergklin wird Marcklin und später Marklein und aus Sath wird Saat – siehe OFB Eichhorn!

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‚Fragt mal eure Eltern‘ – Ostpreußen-Quiz von 1950

Ostpreußen sollte auch nach dem Ende des Krieges nicht vergessen werden – diesen Artikel fand ich beim Durchblättern eines ‚Ostpreußenblattes‘ vom April 1950. Ich selbst konnte einige der 20 Fragen nur mit ‚Schummelei‘ beantworten.

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Wo die Toten zu Bäumen wurden (Guttenfeld, Pr. Eylau)

Wo die Toten zu Bäumen wurden

Der nachfolgende Text wurde geschrieben von Wojtek Wolański – aus dem Polnischen übersetzt mit www.DeepL.com/Translator – und  von mir ein wenig nachgebessert. Auch die Photos stammen von Wojtek Wolański.

Dobrzynka ist ein sehr altes Dorf, das 1374 von den Deutschen Rittern gegründet wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts, als Dobrzynka noch Guttenfeld war, lebten dort 287 Menschen – kurz vor dem Krieg 174 – 1986 nur noch 68. Heute wohnen in den verbliebenen  sieben Häusern wahrscheinlich etwa 20 bis 30 Menschen.

Dobrzynka verschwindet – in ein paar Dutzend Jahren ist es vielleicht nicht mehr hier. Es wird das Schicksal vieler Dörfer der Umgebung teilen. Junge Menschen arbeiten auswärts, haben ein besseres Leben und kehren nicht mehr zurück, ältere Menschen gehen langsam.

Dobrzynka wird sich wohl wieder in Wald verwandeln – wie vor der Ankunft der Ordensleute – oder die umliegenden Felder und Wiesen werden einmal von Robotern bewirtschaftet, die von Drohnen am Himmel überwacht werden.

Wojtek Wolański

Mitten im Dorf befindet sich ein alter, vorkriegszeitlicher, schrecklich vernachlässigter evangelischer Friedhof. Bäume und Gräber sind Eins geworden. Die Wurzeln umschlangen die Toten – aus ihren Körpern wuchsen Äste, Zweige und Stämme und  schließlich wurden sie zu Bäumen. Sie rascheln jetzt nachts und erinnern sich an die Zeiten, als Guttenfeld noch vor Leben strotzte.

Wojtek Wolański

Es wird mehrere hundert Jahre dauern, bis massive Eisenkreuze in rostiges Pulver zerfallen – es sei denn, das Leben des Schrottplatzes wird von Menschenhand verkürzt. Moos frisst Betongrabsteine. Die Mutter Gottes, die bereits seit der Nachkrieszeit am Eingang des Dorfes steht, wird viel früher auseinander fallen, weil sie aus Gips ist. Und es wird keine Spur von Guttenfeld/Dobrzynce mehr geben.

Wojtek Wolański

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Die Grabmale in der Kirche zu Eichhorn, Pr. Eylau

Am 8. Januar 1558 verleiht Herzog Albrecht das Amtsgut des Kammeramtes Worienen ‚zu Magdeburgischen Rechten und beeden Kindern‘ an Fabian von Lehndorff, den damaligen Amtmann des Amtes Pr. Eylau, dem um diese Zeit bereits einige andere Güter in der Umgebung gehören. Worienen gehört zum Kirchspiel Eichhorn und Fabian von Lehndorff übernimmt ab 1558 auch das Patronat der Kirche von Eichhorn.

Unstrittig ist wohl, dass das Grab Fabian von Lehndorffs noch nach 1900 in der Eichhorner Kirche zu sehen war – über die auf seinem Grabmal angegebene Jahreszahl ist man sich nicht ganz einig. Vermutlich ist es schwierig, die Zahlen 5 und 6 noch zu unterscheiden, wenn mehr als 250 Jahre lang unendlich viele Füße die Grabplatten betreten haben..

Der Eichhorner Pastor Schröder berichtet im Februar 1857 von 5 in der Kirche vorhandenen Grabmalen – auf einem sei die Jahreszahl 1595, auf einem anderen die Zahl 1710 erkennbar. Die Grabmale ‚sind flach in den Fußboden gelegt und befinden sich in der Nähe der Vorderseite des Altars. Das eine liegt unmittelbar an der Seite des Altars und ist der Deckstein des Pfarrers Henning ….

Sterbeeintrag des Eichhorner Pastors Constantin Henning aus dem KB von Eichhorn – Bestattung am 31.3.1710

… die anderen sind mit halb erhabenen aus Stein gemeißelten, theils Ritter, die das Schwert halten, theils Frauen in langer Kleidertracht, darstellenden Figuren geschmückt‘. (Geschichtliche und Kunstdenkmäler im Kreise Pr. Eylau nach den ausgefüllten Frageformularen bearbeitet von Heinrich Otte, Pfarrer zu Fröhden bei Jüterborg 1857).

Ausschnit aus dem o.g. Formular

Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Anton Ulbrich gibt später an: ‚In der evangelischen Kirche zu Eichhorn liegen vier Grabsteine. Ein Doppelstein des Grafen Fabian Lehndorff, gestorben 1596 (?), und seiner Gemahlin; schon beschädigt. Die andern drei Platten noch stärker abgetreten und die Schrift nicht mehr erkenntlich und lesbar. Auf dem einen Stein erkennt man eine Rittergestalt in lebhafter Schrittstellung, die rechte Hand in die Hüfte gestützt, die andere am Schwertgriff; auf dem zweiten eine ruhig stehende Gestalt mit derselben Händeanordnung; auf dem letzten eine Frau mit gefalteten Händen. Alle drei Steine werden der Zeit um 1600 angehören.‘ (Dr. Anton Ulbrich, Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen; Gräfe und Unzer Verlag Königsberg; 1926-1929; Bd. 1, Seite 137)

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Górowo Iławecki (Landsberg Pr. Eylau) verändert sich

Im Sommer 2011 war ich zum letzten Mal in der Geburststadt meines Großvaters Carl Ludwig Gegner – in Górowo Iławecki, Landsberg Pr. Eylau. Seitdem ist dort viel geschehen: Gebäude wurden renoviert, Fahrradwege angelegt, der Töpferteich hat eine Promenade erhalten ….

 

Und am Abend mit Beleuchtung!!!

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Röhrmeister in Landsberg, Pr. Eylau

Während mein Ur-Ur-Urgroßvater Friedrich Westphal den Unterhalt seiner Familie als Müllermeister in Worienen und schließlich als Mühlenbesitzer in Gr. Steegen verdient, kümmert sich sein Halbbruder Johann Gottfried Westphal um die Wasserversorgung seiner Heimatstadt Landsberg, Pr. Eylau.

Johann Gottfried ist Röhrmeister – diesen Begriff kannte ich gar nicht.

‚Der Röhrmeister oder Röhrenmeister, ein sehr alter, heute kaum noch ausgeübter Beruf,  fertigt aus Holzstämmen Wasserrohre. Dazu benutzt er spezielle Werkzeuge wie den Deichelbohrer.

Die Holzrohre, auch Röhrfahrten oder in Süddeutschland und der Schweiz Deichel oder Teuchel genannt, wurden im Mittelalter benutzt, um das Wasser einer Wasserkunst an die Verbrauchsorte zu verteilen. Möglicherweise geht der Beruf schon auf das Altertum zurück, da die bei der Wasserversorgung im Römischen Reich verwendeten Blei- oder Tonrohre nicht überall zur Verfügung standen.

Im 17. bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Röhrmeister die verantwortungsvolle Aufgabe, über die Wasserversorgung der Stadt zu wachen‘. (Wikipedia)

Ausschnitt aus einem Holzschnitt von Elias Diebel in ‚Gustav Lindtke: Lübeck – Ansichten aus alter Zeit. Peters-Verlag, 1959‘ (Wikipedia)

Johann Gottfried Westphal ist 33 Jahre alt als er im Januar 1797 Landsberg Charlotta Gross aus Kumkeim heiratet. Im Kirchenbuch ist verzeichnet: Johann Westphal, hiesiger angesehener Bürger, Eigenthümer u. Röhrmeister, 33, mit der Jungfer Charlotta Grossin, 21, des weiland gewesenen Königlichen) Wirths in Komkeim (=Kumkeim) Michael Groß hinterlassenen jüngsten ehelichen Tochter (copuliert)‘.

In der ‚Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie‚, Bd. 1; Halle 1791 fand ich die Notiz, dass es im Jahre 1788 in Königsberg insgesamt 5 Röhrmeister, 2 Gesellen und 2 Lehrburschen gab.

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Inventarium bey dem Finckschen Kruge – um 1742

Der Ort Finken im Kirchspiel Buchholz, Pr. Eylau, gehört ab etwa 1565 über 270 Jahre lang zur Begüterung Gr. Peisten. Im Jahre 1719 ist über Finken zu lesen: ’14 Hufen 25 Morgen groß, 4 Bauern zu 2 Hufen, Papiermühle 2 Hufen, 1 Erbe von 2 Hufen ist wüst. Zum Krug mit kleiner Einfahrt 2 Hufen, der Krüger Christian Dorsch Ausschank von 15-16 Tonnen Bier. Jeder Hof 2 Pferde, 1-2 Ochsen, 1 Kuh, 4 Schafe, 1 Schwein Besatz. Aussaat je 7 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Gerste, 4-5 Scheffel Sommerkorn, 1 Scheffel Leinsaat, 1/2 Scheffel Erbsen. Je 50 Mark Zins im Jahr. Steuer 27 Taler 12 Groschen 9 Pfennig‘. (Horst Schulz, Die Städte und Gemeindes des Kreises Pr. Eylau, S. 383).

Über den Krug von Finken liegt eine detaillierte Beschreibung vor, die um 1742 nach Abzug des Krügers Schwartz bei Übergabe an den neuen Krüger Johann Behnert – verfasst wurde.

Tit. 1 Beschreibung der Gebäude
Der Krug ist an sich selbst, noch im guten Stande,
bloß, daß hin und wieder, neue Schwellen unter=
gebracht werden müßen, im gleichen ist auch
nöthig, den Stroh dach, hin und wieder aus zu
beßern; die Stube und Kammern, sind von boh=
len aufgefället, das Hauß her umb von fach=
werck, und mit Ziegel ausgemauret. An
den Haus Thüren sind 8 große Eisen Bän=
der und Hacken, nebst 2 über leg Kramppen,
am Stall sind 2 kleine Thüren, wovon Vier
Eisen bände, und 3 Hacken befindlich sind,
an der Stuben Thür sind 2 Bänder und 2 Ha=
cken, auch eine Eiserne Klincke, an den beyden
Kammer Thüren, sind 4 Eisen bände, auch
4 Hacken, und 2 Kramppen. In der Stube
sind 4 Licht fenster, jedes Licht von 20 rauthen,
alle im guten Stande, an den fenster laden,
sind 4 bänder und 4 Hacken, auch 4 bänder
und 4 Hacken, an den Licht Thüren, nebst 
einer Kramppe und Haßpe. Der Kachel ofen
ist im guten Stande, und der Schor(n)stein ist
bruchfällig, der fuß boden in der Stube
ist mit Diehlen ausgeleget, in der Stube ist
eine lange Taffel, und 3 banken, welche
zum Kruge gehören.

Noch ist ein Neu Stübchen beym Kruge ver=
handen, in folgender beschaffenheit, an
der Stuben Thür, sind 2 Eisen bänder und Hacken,
ein guth Schloß mit dem Schlüssel, auch eine kleine
Krampe und Haspe, an der Kammer Thür 2 Eisen
Bänder und 1 Hacken, in der Stube ein Neuer 
grüner Kachelofen, mit weißen leisten, ein
kleiner Schorstein, so dem dach heraus gemauret ist,
4 Licht fenster, im guten Stande, der dach über
diesem Stübchen, ist Neu und guth.

Die Scheune beym Kruge, ist an dach und fach
im mittelmäßigen Stande.
Tit. 2 Beschreibung des Ackers
Da die Hochwohlgebohrne Groß Peistische Lehns=
Herrschafft, dem abziehenden Krüger Schwartzen,
d. 17. April ao. 1742 vor 14 Schefl. Korn, so derselbe
über Winter gesäet gehabt, und beym Kruge gelaßen
hat, vor die Außsaath, und beackerung 39 Tl. 20 gl
nemlich vor jeden Scheffel 2 Tl. 25 gl. gerechnet
baar gezahlet hat, imgleichen 4 Tl. vor die 40 fuder
Mist, so in den Ställen verhanden gewehsen,
3 gl. vors fuder gerechnet, so bezahlet vorgedach=
ter Johann Behnert, der Peistischen Herrschafft,
gemeldtes Geld baar zurück, und behält also
bey dem Finckschen Kruge, gantz nichtes zum
Besatz, womit also dieses Inventarium ge=
schloßen worden.
L.B. v. Kreytzen
      1.  

Mein Vorfahre Johann Wilhelm Hellwich war um 1720 Müllermeister in Finken – mehrere andere Vorfahren wohnten in der Zeit von 1700 bis 1800  in benachbarten Orten (z.B. in Schwadtken, Wangnick und Achthuben). Sie werden vielleicht ab und zu in dieses Gasthaus eingekehrt sein, sich am Kachelofen gewärmt und ein Bier getrunken haben.

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Umzug von Steuerpflichtigen innerhalb des Kreises Pr. Eylau

In den Pr. Eylauer Kreisblättern lässt der Landrat des Kreises von Zeit zu Zeit Listen  steuerpflichtiger Personen veröffentlichen, die einen Ortswechsel innerhalb des Kreises Pr. Eylau vorgenommen haben, bzw. sich in den bisherigen Wohnorten ab-,  an den angegebenen neuen Wohnorten jedoch (noch) nicht  wieder angemeldet haben.

Veröffentlicht wurde die obige Liste im Februar 1868 – genannt werden Personen, deren Abmeldung im 2. Halbjahr des Jahres 1867 erfolgt war.

Grund dieser Veröffentlichung war sicherlich die Sorge, die genannten Personen könnten versuchen, sich um die Entrichtung fälliger Steuergelder zu drücken. Für die Familienforschung können die Listen einen Anhaltspunkt dafür bieten, nach dem Verbleib dieser Personen in einem anderen Kirchspiel zu suchen.

Der unter Nr. 9 aufgeführte Julius Schadwell (Sohn des Eichhorner Organisten und Kirchsschullehrers Ferdinand Wilhelm Schadwell und dessen Ehefrau Wilhelmine Geisler) ‚verschwindet‘ nach 1866 aus dem Kirchspiel Eichhorn. Letzmalig wird die Familie im Januar 1866 – bei der Taufe ihres 5. Kindes –  genannt. Danach verliert sich ihre Spur. Vermutlich erfolgte ein Umzug nach Weischnuren ins Kirchspiel Reddenau. Als im Jahre 1884 Sohn Ferdinand Wilhelm heiratet wohnen Julius Schadwell und seine Ehefrau Caroline, geb. Jockel, allerdings in Dittchenhöfen.

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