‚Fragt mal eure Eltern‘ – Ostpreußen-Quiz von 1950

Ostpreußen sollte auch nach dem Ende des Krieges nicht vergessen werden – diesen Artikel fand ich beim Durchblättern eines ‚Ostpreußenblattes‘ vom April 1950. Ich selbst konnte einige der 20 Fragen nur mit ‚Schummelei‘ beantworten.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Wo die Toten zu Bäumen wurden (Guttenfeld, Pr. Eylau)

Wo die Toten zu Bäumen wurden

Der nachfolgende Text wurde geschrieben von Wojtek Wolański – aus dem Polnischen übersetzt mit www.DeepL.com/Translator – und  von mir ein wenig nachgebessert. Auch die Photos stammen von Wojtek Wolański.

Dobrzynka ist ein sehr altes Dorf, das 1374 von den Deutschen Rittern gegründet wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts, als Dobrzynka noch Guttenfeld war, lebten dort 287 Menschen – kurz vor dem Krieg 174 – 1986 nur noch 68. Heute wohnen in den verbliebenen  sieben Häusern wahrscheinlich etwa 20 bis 30 Menschen.

Dobrzynka verschwindet – in ein paar Dutzend Jahren ist es vielleicht nicht mehr hier. Es wird das Schicksal vieler Dörfer der Umgebung teilen. Junge Menschen arbeiten auswärts, haben ein besseres Leben und kehren nicht mehr zurück, ältere Menschen gehen langsam.

Dobrzynka wird sich wohl wieder in Wald verwandeln – wie vor der Ankunft der Ordensleute – oder die umliegenden Felder und Wiesen werden einmal von Robotern bewirtschaftet, die von Drohnen am Himmel überwacht werden.

Wojtek Wolański

Mitten im Dorf befindet sich ein alter, vorkriegszeitlicher, schrecklich vernachlässigter evangelischer Friedhof. Bäume und Gräber sind Eins geworden. Die Wurzeln umschlangen die Toten – aus ihren Körpern wuchsen Äste, Zweige und Stämme und  schließlich wurden sie zu Bäumen. Sie rascheln jetzt nachts und erinnern sich an die Zeiten, als Guttenfeld noch vor Leben strotzte.

Wojtek Wolański

Es wird mehrere hundert Jahre dauern, bis massive Eisenkreuze in rostiges Pulver zerfallen – es sei denn, das Leben des Schrottplatzes wird von Menschenhand verkürzt. Moos frisst Betongrabsteine. Die Mutter Gottes, die bereits seit der Nachkrieszeit am Eingang des Dorfes steht, wird viel früher auseinander fallen, weil sie aus Gips ist. Und es wird keine Spur von Guttenfeld/Dobrzynce mehr geben.

Wojtek Wolański

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Die Grabmale in der Kirche zu Eichhorn, Pr. Eylau

Am 8. Januar 1558 verleiht Herzog Albrecht das Amtsgut des Kammeramtes Worienen ‚zu Magdeburgischen Rechten und beeden Kindern‘ an Fabian von Lehndorff, den damaligen Amtmann des Amtes Pr. Eylau, dem um diese Zeit bereits einige andere Güter in der Umgebung gehören. Worienen gehört zum Kirchspiel Eichhorn und Fabian von Lehndorff übernimmt ab 1558 auch das Patronat der Kirche von Eichhorn.

Unstrittig ist wohl, dass das Grab Fabian von Lehndorffs noch nach 1900 in der Eichhorner Kirche zu sehen war – über die auf seinem Grabmal angegebene Jahreszahl ist man sich nicht ganz einig. Vermutlich ist es schwierig, die Zahlen 5 und 6 noch zu unterscheiden, wenn mehr als 250 Jahre lang unendlich viele Füße die Grabplatten betreten haben..

Der Eichhorner Pastor Schröder berichtet im Februar 1857 von 5 in der Kirche vorhandenen Grabmalen – auf einem sei die Jahreszahl 1595, auf einem anderen die Zahl 1710 erkennbar. Die Grabmale ‚sind flach in den Fußboden gelegt und befinden sich in der Nähe der Vorderseite des Altars. Das eine liegt unmittelbar an der Seite des Altars und ist der Deckstein des Pfarrers Henning ….

Sterbeeintrag des Eichhorner Pastors Constantin Henning aus dem KB von Eichhorn – Bestattung am 31.3.1710

… die anderen sind mit halb erhabenen aus Stein gemeißelten, theils Ritter, die das Schwert halten, theils Frauen in langer Kleidertracht, darstellenden Figuren geschmückt‘. (Geschichtliche und Kunstdenkmäler im Kreise Pr. Eylau nach den ausgefüllten Frageformularen bearbeitet von Heinrich Otte, Pfarrer zu Fröhden bei Jüterborg 1857).

Ausschnit aus dem o.g. Formular

Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Anton Ulbrich gibt später an: ‚In der evangelischen Kirche zu Eichhorn liegen vier Grabsteine. Ein Doppelstein des Grafen Fabian Lehndorff, gestorben 1596 (?), und seiner Gemahlin; schon beschädigt. Die andern drei Platten noch stärker abgetreten und die Schrift nicht mehr erkenntlich und lesbar. Auf dem einen Stein erkennt man eine Rittergestalt in lebhafter Schrittstellung, die rechte Hand in die Hüfte gestützt, die andere am Schwertgriff; auf dem zweiten eine ruhig stehende Gestalt mit derselben Händeanordnung; auf dem letzten eine Frau mit gefalteten Händen. Alle drei Steine werden der Zeit um 1600 angehören.‘ (Dr. Anton Ulbrich, Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen; Gräfe und Unzer Verlag Königsberg; 1926-1929; Bd. 1, Seite 137)

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Górowo Iławecki (Landsberg Pr. Eylau) verändert sich

Im Sommer 2011 war ich zum letzten Mal in der Geburststadt meines Großvaters Carl Ludwig Gegner – in Górowo Iławecki, Landsberg Pr. Eylau. Seitdem ist dort viel geschehen: Gebäude wurden renoviert, Fahrradwege angelegt, der Töpferteich hat eine Promenade erhalten ….

 

Und am Abend mit Beleuchtung!!!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Röhrmeister in Landsberg, Pr. Eylau

Während mein Ur-Ur-Urgroßvater Friedrich Westphal den Unterhalt seiner Familie als Müllermeister in Worienen und schließlich als Mühlenbesitzer in Gr. Steegen verdient, kümmert sich sein Halbbruder Johann Gottfried Westphal um die Wasserversorgung seiner Heimatstadt Landsberg, Pr. Eylau.

Johann Gottfried ist Röhrmeister – diesen Begriff kannte ich gar nicht.

‚Der Röhrmeister oder Röhrenmeister, ein sehr alter, heute kaum noch ausgeübter Beruf,  fertigt aus Holzstämmen Wasserrohre. Dazu benutzt er spezielle Werkzeuge wie den Deichelbohrer.

Die Holzrohre, auch Röhrfahrten oder in Süddeutschland und der Schweiz Deichel oder Teuchel genannt, wurden im Mittelalter benutzt, um das Wasser einer Wasserkunst an die Verbrauchsorte zu verteilen. Möglicherweise geht der Beruf schon auf das Altertum zurück, da die bei der Wasserversorgung im Römischen Reich verwendeten Blei- oder Tonrohre nicht überall zur Verfügung standen.

Im 17. bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Röhrmeister die verantwortungsvolle Aufgabe, über die Wasserversorgung der Stadt zu wachen‘. (Wikipedia)

Ausschnitt aus einem Holzschnitt von Elias Diebel in ‚Gustav Lindtke: Lübeck – Ansichten aus alter Zeit. Peters-Verlag, 1959‘ (Wikipedia)

Johann Gottfried Westphal ist 33 Jahre alt als er im Januar 1797 Landsberg Charlotta Gross aus Kumkeim heiratet. Im Kirchenbuch ist verzeichnet: Johann Westphal, hiesiger angesehener Bürger, Eigenthümer u. Röhrmeister, 33, mit der Jungfer Charlotta Grossin, 21, des weiland gewesenen Königlichen) Wirths in Komkeim (=Kumkeim) Michael Groß hinterlassenen jüngsten ehelichen Tochter (copuliert)‘.

In der ‚Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie‚, Bd. 1; Halle 1791 fand ich die Notiz, dass es im Jahre 1788 in Königsberg insgesamt 5 Röhrmeister, 2 Gesellen und 2 Lehrburschen gab.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Inventarium bey dem Finckschen Kruge – um 1742

Der Ort Finken im Kirchspiel Buchholz, Pr. Eylau, gehört ab etwa 1565 über 270 Jahre lang zur Begüterung Gr. Peisten. Im Jahre 1719 ist über Finken zu lesen: ’14 Hufen 25 Morgen groß, 4 Bauern zu 2 Hufen, Papiermühle 2 Hufen, 1 Erbe von 2 Hufen ist wüst. Zum Krug mit kleiner Einfahrt 2 Hufen, der Krüger Christian Dorsch Ausschank von 15-16 Tonnen Bier. Jeder Hof 2 Pferde, 1-2 Ochsen, 1 Kuh, 4 Schafe, 1 Schwein Besatz. Aussaat je 7 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Gerste, 4-5 Scheffel Sommerkorn, 1 Scheffel Leinsaat, 1/2 Scheffel Erbsen. Je 50 Mark Zins im Jahr. Steuer 27 Taler 12 Groschen 9 Pfennig‘. (Horst Schulz, Die Städte und Gemeindes des Kreises Pr. Eylau, S. 383).

Über den Krug von Finken liegt eine detaillierte Beschreibung vor, die um 1742 nach Abzug des Krügers Schwartz bei Übergabe an den neuen Krüger Johann Behnert – verfasst wurde.

Tit. 1 Beschreibung der Gebäude
Der Krug ist an sich selbst, noch im guten Stande,
bloß, daß hin und wieder, neue Schwellen unter=
gebracht werden müßen, im gleichen ist auch
nöthig, den Stroh dach, hin und wieder aus zu
beßern; die Stube und Kammern, sind von boh=
len aufgefället, das Hauß her umb von fach=
werck, und mit Ziegel ausgemauret. An
den Haus Thüren sind 8 große Eisen Bän=
der und Hacken, nebst 2 über leg Kramppen,
am Stall sind 2 kleine Thüren, wovon Vier
Eisen bände, und 3 Hacken befindlich sind,
an der Stuben Thür sind 2 Bänder und 2 Ha=
cken, auch eine Eiserne Klincke, an den beyden
Kammer Thüren, sind 4 Eisen bände, auch
4 Hacken, und 2 Kramppen. In der Stube
sind 4 Licht fenster, jedes Licht von 20 rauthen,
alle im guten Stande, an den fenster laden,
sind 4 bänder und 4 Hacken, auch 4 bänder
und 4 Hacken, an den Licht Thüren, nebst 
einer Kramppe und Haßpe. Der Kachel ofen
ist im guten Stande, und der Schor(n)stein ist
bruchfällig, der fuß boden in der Stube
ist mit Diehlen ausgeleget, in der Stube ist
eine lange Taffel, und 3 banken, welche
zum Kruge gehören.

Noch ist ein Neu Stübchen beym Kruge ver=
handen, in folgender beschaffenheit, an
der Stuben Thür, sind 2 Eisen bänder und Hacken,
ein guth Schloß mit dem Schlüssel, auch eine kleine
Krampe und Haspe, an der Kammer Thür 2 Eisen
Bänder und 1 Hacken, in der Stube ein Neuer 
grüner Kachelofen, mit weißen leisten, ein
kleiner Schorstein, so dem dach heraus gemauret ist,
4 Licht fenster, im guten Stande, der dach über
diesem Stübchen, ist Neu und guth.

Die Scheune beym Kruge, ist an dach und fach
im mittelmäßigen Stande.
Tit. 2 Beschreibung des Ackers
Da die Hochwohlgebohrne Groß Peistische Lehns=
Herrschafft, dem abziehenden Krüger Schwartzen,
d. 17. April ao. 1742 vor 14 Schefl. Korn, so derselbe
über Winter gesäet gehabt, und beym Kruge gelaßen
hat, vor die Außsaath, und beackerung 39 Tl. 20 gl
nemlich vor jeden Scheffel 2 Tl. 25 gl. gerechnet
baar gezahlet hat, imgleichen 4 Tl. vor die 40 fuder
Mist, so in den Ställen verhanden gewehsen,
3 gl. vors fuder gerechnet, so bezahlet vorgedach=
ter Johann Behnert, der Peistischen Herrschafft,
gemeldtes Geld baar zurück, und behält also
bey dem Finckschen Kruge, gantz nichtes zum
Besatz, womit also dieses Inventarium ge=
schloßen worden.
L.B. v. Kreytzen
      1.  

Mein Vorfahre Johann Wilhelm Hellwich war um 1720 Müllermeister in Finken – mehrere andere Vorfahren wohnten in der Zeit von 1700 bis 1800  in benachbarten Orten (z.B. in Schwadtken, Wangnick und Achthuben). Sie werden vielleicht ab und zu in dieses Gasthaus eingekehrt sein, sich am Kachelofen gewärmt und ein Bier getrunken haben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Umzug von Steuerpflichtigen innerhalb des Kreises Pr. Eylau

In den Pr. Eylauer Kreisblättern lässt der Landrat des Kreises von Zeit zu Zeit Listen  steuerpflichtiger Personen veröffentlichen, die einen Ortswechsel innerhalb des Kreises Pr. Eylau vorgenommen haben, bzw. sich in den bisherigen Wohnorten ab-,  an den angegebenen neuen Wohnorten jedoch (noch) nicht  wieder angemeldet haben.

Veröffentlicht wurde die obige Liste im Februar 1868 – genannt werden Personen, deren Abmeldung im 2. Halbjahr des Jahres 1867 erfolgt war.

Grund dieser Veröffentlichung war sicherlich die Sorge, die genannten Personen könnten versuchen, sich um die Entrichtung fälliger Steuergelder zu drücken. Für die Familienforschung können die Listen einen Anhaltspunkt dafür bieten, nach dem Verbleib dieser Personen in einem anderen Kirchspiel zu suchen.

Der unter Nr. 9 aufgeführte Julius Schadwell (Sohn des Eichhorner Organisten und Kirchsschullehrers Ferdinand Wilhelm Schadwell und dessen Ehefrau Wilhelmine Geisler) ‚verschwindet‘ nach 1866 aus dem Kirchspiel Eichhorn. Letzmalig wird die Familie im Januar 1866 – bei der Taufe ihres 5. Kindes –  genannt. Danach verliert sich ihre Spur. Vermutlich erfolgte ein Umzug nach Weischnuren ins Kirchspiel Reddenau. Als im Jahre 1884 Sohn Ferdinand Wilhelm heiratet wohnen Julius Schadwell und seine Ehefrau Caroline, geb. Jockel, allerdings in Dittchenhöfen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erinnerung an die Schlacht bei Hoofe (Dwórzno) – 1807

In Hoofe (heute Dwórzno) in der Nähe von Landsberg im Kreis Pr. Eylau wurde 1832 meine Ur-Urgroßmutter geboren und 1855 kam dort mein Urgroßvater Rudolph Leopold Gegner zur Welt. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort (früher oft Hof, Hoff oder Hofe geschrieben) jedoch im Jahre 1807 durch die grausame Schlacht der französischen gegen die russische Armee, die dort am 6. Februar des Jahres stattfand.

Quelle: Colmar Frhr. v. der Goltz: ‚Von Jena bis Pr. Eylau‘, Berlin 1907; Seite 376

Der Landsberger Pfarrer Kob berichtet in der Stadtchronik: ‚Der unglückliche Krieg mit Frankreich, der im November 1806 begann, verbreitete mit dem Anfange des Jahres 1807 auch Jammer und bitteres Elend, Krankheiten und Tod in unseren Mauern.

Den 5ten und 6ten Februar kam die Große Rußische Armee, sich fechtend zurückziehend in unsere Gegend und das Hauptquartier desselben in unsere Stadt. Am 6ten begann das Gefecht bei dem uns angrenzenden Dorfe Hofe und währte den ganzen Tag. Die Franzosen nahmen Hofe ein und die Rußen biwagtierten die Nacht hindurch in und um Landsberg. Die Nachtfeuer der Franzosen in und um Hofe und dieselben der Rußen in Landsberg erregten einen schauerlich fürchterlichen Anblick. Die Materialien zu diesem Feuer wurden von Zäunen, Scheunen und auch Gebäuden genommen. Benningsen, der Generalen Chef der Russischen Armee, war in dieser Nacht beim Stadtrichter, Fürst Bagration, der die Garde der Rußen commandierte, bei mir einquartiert.

Zur Erinnerung an diese Schlacht schmückt heute ein riesiges Gemälde die Wand eines Hauses im Ort. Herzlichen Dank an Wojtek Wolański, der in Hoofe wohnt und mir dieses Bild zugesandt hat!

Foto: Wojtek Wolański

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

OFB Eichhorn, Pr. Eylau online

Nach langjähriger Vorbereitung wurde nun das von Ko Meerwaldt und mir erarbeitete OFB des Kirchspiels Eichhorn im ehemaligen Kreis Pr. Eylau veröffentlicht!

Es wird nach und nach von uns ergänzt werden.

Über Hinweise zu – sicherlich enthaltenen – Unstimmigkeiten und über Ergänzungen würden wir uns freuen. Sie würden dann im nächsten Update berücksichtigt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Familien in Worglitten vor 1700

Auch das Dorf Worglitten gehörte ehemals zum Kirchspiel Eichhorn im Kreis Preußisch Eylau. Kinder, die dort zur Welt kamen, wurden in der Kirche von Eichhorn getauft – Bauern und Instleute, die dort lebten, ließen sich in der Eichhorner Kirche trauen.

Vor 1700 leben in Worglitten u.a.:

  • Christoph Gnoß, Bauer +1669
  • Matthes Gnoß, Bauer und Schulz +1678
  • Greger Gnoß, Bauer und Schulz *um 1640 +1699
  • Gerge Gnoß, Bauer * um 1645
  • Gerg Zilian (Ziljan), Knecht
  • Johann Sahm, Bauer
  • Peter Brodd, Bauer
  • Christoph Kunter, Krüger + 1676
  • Wenzel Kaulbarsch (Kaulbarschcke), Bauer + 1668
  • Christoph Benicke, Bauer
  • Gerge Brahl, Bauer
  • Andres Brahl, Bauer
  • Lorentz Sommerfeldt, Bauer
  • Johann Kaulbarsch, Bauer + 1723
  • Greger Neumann, Bauer
  • Samuel Rappun, Instmann
  • Daniel Dorsch, Bauer
  • Andres Gerge, Knecht
  • Gerg Stabbert, Hirt
  • Melchior Gronert, Instmann +1683
  • Martin Beutner, Hirt
  • Matthes Neumann +1703
  • Johann Thomßcke, Bauer
  • Christoph Dorsch, Bauer +1692
  • Lorentz Krause, Bauer

Die in obiger Liste aufgeführten Gnoß-Bauern sind sicherlich miteinander verwandt. Da die Kirchenbücher von Eichhorn ‚erst‘ im Jahre 1665 beginnen, lässt sich das genaue Verwandtschaftsverhältnis ohne zusätzliche Quellen jedoch nicht klären.

Mitglieder der Gnoß-Familien in Worglitten hatten über lange Zeit das Amt des Dorfschulzen inne, das ja üblicherweise innerhalb der Familien vererbt wird.

  • Als der Krüger Christoph Kunter 1672 in Eichhorn die Witwe des verstorbenen Schulzen von Glomsienen heiratet, ist er Schulz von Worglitten.
  • Schon 1673 – und dann bis zum Jahre 1676 – wird Lorentz Sommerfeld als Schulz genannt, nachdem er 1672 die Witwe des verstorbenen Bauern Christoph Gnoß geehelicht hat. 
  • Im Mai 1678 verstirbt in Worglitten der Bauer Matthes Gnoß. In seinem Sterbeeintrag wird er als ‚gewesener Schultz in Worglitten‘ bezeichnet. Vermutlich hat er dieses Amt bereits vor Christoph Kunter ausgeübt.
  • Der nachfolgende Schulz ist Greger Gnoß. Er wird um 1640 in Worglitten geboren worden sein. Am 17. Oktober des Jahres 1666 heiratet er in Eichhorn Maria Sintscholl aus Müggen, eine Tochter des dort verstorbenen Bauern Caspar Sintscholl. Bis zu seinem Ableben im Jahr 1699 bleibt Greger Gnoß Dorfschulz von Worglitten.
  • Ihm folgt – bis kurz vor seinem Tod – sein 1668 geborener Sohn Johannes (Hans) Gnoß, der 1734 im Alter von 65 Jahren verstirbt.
  • Ab 1732 wird dann der Bauer Martin Worm als Schulz in Worglitten aufgeführt.
Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar