Familie Ankermann und die Kunstakademie in Königsberg

Wenn möglich, versuche ich auch die Lebenswege der Geschwister meiner Vorfahren zu verfolgen und manchmal entdecke ich dabei Verbindungen zu interessanten Personen und Familien. Im Fall von Ernst Ankermann, der – aufgewachsen in einer Kaufmannsfamilie im beschaulichen ostpreußischen Landsberg – fand ich heraus, dass er in eine renommierte Königsberger Künstlerfamilie einheiratet.

Ernst Friedrich Ankermann wird am 13. September 1860 in Landsberg geboren. Sein Vater, der dortige Kaufmann Friedrich Rudolph Ankermann, ist ein Bruder meiner Ur-Ur-Großmutter Johanna Louise Tugendreich Ankermann – Ernsts Mutter Auguste Johanna Clemens ist die Tochter eines Lehrers aus Großendorf im Kreis Heilsberg.

Nach dem Besuch des Gymnasium in Bartenstein, das Ernst Ankermann zu Ostern des Jahres 1880 mit dem Reifezeugnis abschließt, studiert er Rechtswissenschaften in Königsberg.

Ernst Ankermann wird Landrichter in Bartenstein und später Oberlandesgerichtsrat in Königsberg. Er ist 22 Jahre alt, als sein Vater 1882 in Schlawitten Selbstmord begeht. Ein Blick in die Königsberger Adressbücher zeigt, dass seine Mutter Johanna, geb. Clemens, 1899 in der Augustastraße Nr. 15 wohnt – 1906 ist auch Ernst Ankermann in der Augustastraße – im Haus Nr. 12 – zu finden. Auch Ernsts Schwester Johanne Auguste Schirrmann, geborene Ankermann, zieht später in die Augustastraße.

Ganz in der Nähe wohnt auch Professor Dr. Johannes Wilhelm Heydeck, Historien- u. Porträtmaler und Professor der Königlichen Kunstakademie in Königsberg.

Eines seiner bekanntesten Historienbilder

Der Hochmeister der Marienburg begibt sich zur Abendandacht in seine Hauskapelle

(Heydeck 1872) Quelle: Wikipedia

Professor Hedeck wird Ernst Ankermanns Schwiegervater. Ernsts Ehefrau Elisabeth Johanne Hermine Heydeck wurde am 2. Oktober 1869 in Königsberg geboren – ihre Mutter ist Hermine Marie Emma Rosenfelder. Ernst Ankermann und Elisabeth Heydeck müssen um 1891 geheiratet haben – von 1892 bis 1907 werden ihre sieben Kinder geboren, von denen jedoch 2 schon als Kleinkinder versterben.

Ernsts Schwiegervater Johannes Wilhelm Heydeck kommt am 2. Mai 1835 in Sakuten im Kreis Memelland zur Welt, studiert an der Kunstakademie bei Professor Carl Ludwig Julius Rosenfelder, heiratet dessen Tochter und tritt nach Ausscheiden Professor Rosenfelders an der Kunstakademie dessen Nachfolge an. Neben seiner Tätigkeit an der Akademie übernimmt Heydeck eine Reihe von Ausgrabungen für die Altertumsgesellschaft Prussia – u.a. leitet er 1880 die Ausgrabung der Gebeine Immanuel Kants in der Arkadenhalle an der Nordwand des Königsberger Doms.

‚Nun hob Professor Heydeck eigenhändig die Grube aus. Die anderen sahen gespannt zu. Nicht lange dauerte es, so legte sein Spaten ein Schädeldach frei. Etwas weiter nördlich fand er die Bruchstücke der Platte „Cineres mortales“. Die andere Inschriftplatte war nicht zu entdecken.

Mit der größten Behutsamkeit grub Heydeck weiter. Unterhalb der Plattenbruchstücke fand er ein schlecht erhaltenes Skelett. Zu ihm paßte das vorher gefundene Schädeldach‘. (Auszug aus einem Bericht von Herbert M. Mühlpfordt zum 195. Todestag von Immanuel Kant)

Kunstakademie Königsberg 1845-1945. Biographien der Direktoren und Lehrer; bearbeitet von Ingeborg Nolde

Weitere Informationen zu Johannes Heydeck sind hier zu finden!

Carl Ludwig Julius Rosenfelder – Heydecks Vorgänger und Schwiegervater – wird 1813 als Sohn eines Uhrmachers in Breslau geboren. Bei seiner Heirat am 11.3.1841 in der Jerusalem Kirche in Berlin mit Caroline Auguste Hermine Stephens, der Tochter von Johann Christoph Stephens, eines Amtmanns zu Havelberg, wird er als ‚Geschichts Mahler‚ bezeichnet. 1845 erhält Rosenfelder seine Berufung zum Direktor der neu gegründeten Königsberger Kunstakademie.

Ausschnitt aus dem Heiratseintrag
Kunstakademie Königsberg 1845-1945. Biographien der Direktoren und Lehrer; bearbeitet von Ingeborg Nolde

Der Maler Lovis Corinth, der vor seinem Studium in München einige Zeit an der Kunstakademie in Königsberg verbringt, begegnet dort auch Carl Ludwig Rosenfelder und berichtet: ‚Ich sah einen alten verwilderten Herrn mit breitkrempigem Hut, weißem Schnurrbart, ‚Sanft-Jacke‘ und fliegender Krawatte über den Schlossberg eilen‘.

Porträt Karl Ludwig Rosenfelder – Maler unbekannt, – Verein Berliner Künstler, gegr. 19. Mai 1841. Festschrift zur Feier seines fünfzigjährigen Bestehens, 19. Mai 1891. Ruthardt, Berlin 1891, S. 11 (Wikipedia)

Carl Ludwig Rosenfelder verstirbt 1881 in Königsberg – Johannes Wilhelm Heydeck 1910 in Rauschen, seine Ehefrau 1907 in Königsberg. Ernst Ankermann wird 80 Jahre alt und stirbt 1940 im Haus Augustastr. 7 in Königsberg. Sein Tod wird beim Standesamt angezeigt von seinem Sohn Hans Ankermann, Apotheker in Marienwerder. Ernsts Ehefrau Elisabeth Johanne Hermine Heydeck stirbt 1944 in Tapiau.

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Aus dem Kirchenbuch von Kreuzburg, Pr. Eylau (1701)

Abraham Klein wurde am 11. April 1642 in Pr. Holland geboren und kam im Alter von 30 Jahren als Pfarrer an die Kirche von Kreuzburg in Ostpreußen. Eine Reihe meiner Vorfahren wurden dort von ihm getauft, getraut und beerdigt. Seine Einträge im Kirchenbuch von Kreuzburg sind zweitweise ungewöhnlich drastisch – so auch dieser Heiratseintrag aus dem Jahre 1701, in dem Abraham Klein deutliche Worte findet, um seiner Empörung über das unmoralische Verhalten des Kreuzburger Bäckers Michael Linck Ausdruck zu verleihen, der sich – seiner Meinung nach auf verwerfliche Art – der verwitweten Maria Nitsch ‚angenommen hat‘.

Nachdem Michael Linck Festbecker in Kreuzburg bemerket daß die verwittibte Fr. Maria Nitschin mit denen von ihrem Seel. Mann Christoph Nitschen vererbten Güttern ihm nicht wenig zu seiner Meister Kost bey dem löblichen Gewerck der Festbecker förderlich sein könte, hat er bald nach dem Ende des Mannes unter favour der von seinem Vater angenommenen Vormundschafft vor (=für) die Nitsche Erben sich dem Hause dieser jungen Wittiben genahet, Ihr, mit seinen muthwilligen Diensten aller Ohrten, in u. außer dem Hause aufbihrtig (=erbötig) zu sein u. sie zu bedienen keine Gelegenheit versäumet, bis endlich Ihm auch das unglückliche Glück oder glückliche Unglück gedienet(,) Sie auff den Knieen zu bedienen.

Welche unzeitige Reverenz von dieser Bett-Königin ihm so sehr gefallen, daß er sie Ohnmächtig aber doch kräfftig befallen, daß sie davon schwanger worden, und dadurch die Trauung zu maturiren genöthiget worden.

Gott gebe, daß sie diese sündliche Kurzweil ernstlich bereuen, von ihrem Fall bußfertig aufstehen und die ganze Zeit ihres künftigen Ehestandes so vor Gott als vor Menschen ihm selbst zum Seegen und den Nechsten zum guten Exempel leben möge(,) damit die Zeit ihre Schande verdunkle und sie auch ewig seelig werden mögen. Amen

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Ortsbezeichnungen in Landsberg, Pr. Eylau um 1775 bis 1790

Das Taufregister der ostpreußischen Stadt Landsberg wird von 1775 bis 1790 geführt von Pfarrer Christoph Albrecht Weber. Verzeichnet sind darin sowohl die Taufen der Kinder, die innerhalb des Stadtgebiets zur Welt kamen, als auch die der in umliegenden Dörfern wie Eichen, Glandau, Grünwalde, Paustern, Schönwiese und Woymanns geborenen Kinder.

Sieht man sich die Einträge der in der Stadt lebenden Eltern genauer an, so ist es möglich, den Wohnort einiger Familien etwas näher zu bestimmen, da Pfarrer Weber dem Taufeintrag oftmals – leider nicht immer – Ortsangaben wie zum Beispiel ‚am Markt‘ oder ‚in der Hofgasse‘ hinzufügt.

Es wohnen um diese Zeit

  • in der Peistenschen Vorstadt Gottfried Westphal, Eigentümer – George Gerundt, Eigenthümer u. Barbara Lehmann – Johann Grau, Eigentümer u. Marie Friesin – Johann Jacob Kalck, Schneidermeister u. Anna Barbara Stahn – Christian Hildebrandt, Radmacher Mstr. u. Anna Dorothea Plohncke – Christian Malwitz, Eigentümer – Johann Friedrich Minuth, Tischler Mstr. – Johann Friedrich Plohnke, Schuhmachermstr. u. Canonier u. Barbara Schönrade
  • in der Woymannschen Vorstadt Gottfied Prabbert, Eigentümer u. Anna Catharina Schmidtke – Gottfried Behrendt, Eigentümer – Gottfried Stagnowsky, Radmacher Mstr. u. Catharina Kerstein – Friedrich Lange, Eigentümer u. Catharina Arndt – Gottfried Eiser, Eigenthümer u. Catharina Grünwaldt – Gottfried Harmann, Eigentümer u. Elisabeth Gehlhaar – Johann Kohn, Eigentümer u. Eleonora Stepanski – Johann Kahnert, Bürger u. Zimmermstr. u. Anna Dorothea Schirrmann
  • in der Grünwaldtschen Vorstadt Johann Maeding, Mälzer u. Erdmuth Thiem Christoph Thiel, Eigentümer u. Anna Dorothea Laske – Friedrich Hase, Eigentümer u. Charlotta Kösling – Christoph Knebel, Eigentümer u. Maria Knebel
  • am Schleusen Thamm (Damm) Johann Peter Naethe, Schumacher Mstr. u. Maria Dorothea Reincke – Christoph Reincke, Bürger u. Eigentümer u. Maria Hausschultz Johann Lappuse, Tagelöhner u. Lowisa Müller
  • auf dem Thamm Johann Friedrich Drell, Radmacher Mstr. u. Dorothea Elisabeth Radtcke
  • nach dem HohenThore Johann Friedrich Schmidtmann, Bürger u. Lowisa Witstein Johann Friedrich Böhnke, Eigent. u. Stadt Waldwächter u. Catharina Andexer – Christian Braun, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Anna Maria Behnert – Christian Engel, Bürger u. Nagelschmiedmstr. u. Charlotta Braun – Gottlieb Braun, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Regina Grünwaldt – Christian Lang, Eigentümer u. Anna Kalau – Benjamin Fünfeich, Bürger, Tuchm. u. Mädchen Schullehrer u. Cath. Barb. Jeschke – Christoph Bor(t)z, Bürger u. Schneidermstr. u. Lowisa Charlotta Kroll – Carl Heinrich Schiburr, Bürger u. Töpfermstr. u. Sophia Charlotta Zander – Johann Christoph Thurau, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Anna Barbara Dittrich – Friedrich Hecht, Tagelöhner
  • an dem Hohen Thor Jacob Döpner, Kürschnermstr. u. Anna Maria Holtzweiß – Friedrich Braun, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Catharina Thurau – Christoph Radau, Thorschreiber a. Hohen Thore u. Johanna Lowisa Andres
  • am Mühlenthor Michael Grünwaldt, Bürger u. Schirrmachermstr. u. Anna Christina Urlich – Johann Grosche, Bürger u. Anna Licht – George Linck, Fleischermeister – Gottfried Drell jun., Bürger u. Rademachermstr. u. Anna Maria Allerley – Johann Friedrich Döpner, Bürger u. Kürschnermstr. u. Maria Elis. Drell
  • nach dem Mühlenthor George Friederich, Bürger u. Kürschnermstr. u. Catharina Barbara Döpner – Carl Pfeiffer, Stadtcämmerer – Daniel Christoph Reimer, Stadt-Chirurgus u. Susanna Barbara Köster – Johann Ernst Braatski, Mühlenmeister u. Maria Eleonora Klinger – Christoph Will, Bürger u. Schlossermstr. u. Anna Charlotta Kampowski – Gottlieb Schweichler, Bürger u. Drechslermeister u. Lowisa Norgab – Gottlieb Bahr, Bürger u. Schneidermstr. u. Charlotta Franck – Gottlieb Schirrmacher, Bürger, Huf-u. Waffenschmiedemstr. – Cath. Barb. Drell Johann Gottl. Schultz, Bürger u. Fleischhauermstr. – Maria Doroth. Herrmann Gottfried Böhm, Bürger u. Schuhmacher Mstr. – Charlotta Tiesler Jacob Donner, Bürger u. Kürschnermstr. u. Lowisa Rhode – Michael Nothmann, Bürger u. Töpfermstr. u. Charlotta Hensel – Gottlob Kay, Bürger u. Seilermstr. u. Anna Barbara Nothmann
  • außerhalb dem Mühlenthor Jacob Hensel, Bürger u. Kürschnermstr. u. Anna Regina Möck – Friedrich Korsinn, Tagelöhner u. Maria Hartmann
  • am Töpferteich Michael Tolcksdorf, Bürger u. Bechler Mstr. u. Lowisa Damerau – Gottfried Gerlach, Eigentümer u. Sophia Prabbert – Johann Schultz, Hutmachermstr. u. Anna Regina Juppien – Johann Bahr, Bürger u. Schneidermstr. u. Christine Charlotta Janzen – Jacob Zimmermann, Bürger u. Schumachermstr. u. Catharina Barb. Gutt – Christian Jeschke, Bürger u. Tuchmachermstr. u. Dorothea Lange
  • am Töpferteich an der Pforte (bzw. an der Töpfer Pforte) Johann Heinrich Tolcksdorf, ?Mstr. u. Maria Eleonora Stoll – Johhann Bittcher, Arbeitsmann u. Catharina Plohncke
  • auf dem Töpferteichsdamm Johann Ernst Hube, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Catharina Elisabeth Thon
  • am Markt Johann Christoph Schultz, Bürger u. Fleischhauer u. Lovisa Klein – Herr Carl Wilhelm Koester, Medizin Apothequer u. Maria Dorothea Schultz – Johann Heydeck, Instmann u. Christina Straube – Johann George Holtzweiß, Bürger u. Sattlermeister u. Maria Elisabeth Bünder – Ernst Melchior Tobien, Großbürger u. Maria Dorothea Henning – Jacob Lange, Huf- u. Waffenschmiedemstr. u. Anna Dorothea Krumbholtz – Gottlieb Schultz, Fleischhauer (nach dem Mühlenthor) u. Anna Dor. Patz – Johann Lange, Schmiedemstr. u. Maria Dorothea Geisler – Johann Christoph Ritzerau, Bürger u. Böttchermstr. u. Maria Schink – Johann Gutzeit, Tagelöhner u. Einwohner u. Maria Schneider – Christian Ernst Huhn, Bürger u. Schneidermstr. u. Barbara Lange – George Heinrich Helbing, Kaufmann u. Maria Lowisa Häusner – Johann Friedr. Woyke, Bürger u. Tuchmachermstr. u. Eleonora Bittcher – Carl Pfeiffer, Stadt-Cämm., Ratsverwand., Sevis-Rend. u. Anna Low. Kaehler – Gotthard Paehr, Bürger u. Loßbäckergesell u. Susanna Jeschke – Johann Jacob Kalcks, Bürger u. Schneidermstr. u. Anna Barbara Stahn – Johann Friedrich Linck, Bürger u. Fleischhauermstr u. Lowisa Hensel – Gottfried Schirrmacher, Bürger, Huf- u. Waffenschmiedmstr. u. Cat. Doroth. Großmann – Christlieb Friedrich Zilian, Bürger u. Schumachermstr. u. Anna Maria Neustock – Johann Jacob Schröder, Bürger u. Tuchmachermstr. u. Helena Doroth. Jeschke – Gottfried Kater, Bürger u. Töpfermstr. u. Maria Grünwaldt – Gottfried Bahr, Bürger u. Schneidermstr. u. Anna Dorothea Lange – Michael Prettien, Bürger u. Tuchmachermstr. u. Anna Elisabeth Groß – Christian Grohnert, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Maria Dorothea Plehn – Christoph Gaudian, Bürger u. Tuchmachermstr. u. Anna Dorothea Passarge
  • jenseits dem Markte Martin Gottlieb Doepner, Bürger u. Kürschnermstr. u. Charlotta Haerlein
  • in der Hofgasse Christian Ernst Huhn, Schmiedemeister – Friedlieb Fischer, Bürger u. Schneidermstr. – Zacharias Holtzweiß, Bürger u. Sattlermeister u. Lowisa Catharina Nitsch – Johann Stuhlmacher, Bürger u. Bechlermstr. u. Maria Winter – Johann Lange, Bürger, Huf- u. Waffenschmiedemstr. u. Charl. Juliana Meding – Christoph Klein, Bürger u. Kürschnermstr. u. Barbara Elisabeth Haar – Carl Ludwig Schmidt, Landschaftsmaler u. Charlotta Geisler – Johann Gutzeit, Tagelöhner u. Maria Schneider – Carl David Tiesler, Bürger u. Seilermstr. u. Catharina Barbara Neustock
  • in der Hofquergasse Heinrich Dittrich, Bürger u. Tischlermstr. u. Catharina Schirrmacher – Johann Jacob Leinweber, Bürger u. Glasermstr. u. Lowisa Neustock
  • in der Kirchengasse Johann Jacob Großmann, Bürger u. Schuhmachermstr. – Maria Dorothea Beyer – Erdmann Hartwich, Bürger u. Fleischhauermstr. u. Catharina Elisabeth Plehn
  • an der Ecke der hiesigen Kirchengasse Gottlieb Braun, Bürger u. Schuhmachermstr. u. Barbara Sophia Glaß
  • am Rathhause Gottfried Albrecht Eggert, Schneidermeister u. Maria Gieß – Christoph Stamm, Großbürger u. Zimmermstr. u. Catharina Barbara Geisler
  • nach dem alten Hospitahl Stephan Butzkow, Grobschmiedemeister u.Anna Dorothea Politt
  • nach dem alten Kirchhofe Johann Bittcher, Eigentümer u. Catharina Plohnke Winter, Christoph, Eigentümer u. Anna Dorothea Lange
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Von Lawischkehmen nach Groß Peisten, Pr. Eylau

Im April des Jahres 1801 verstirbt der damalige Generalpächter der Peistenschen Güter Johann Ludwig Schwartz im Alter von 45 Jahren.

Sterbeeintrag aus dem KB von Gr. Peisten, Pr. Eylau:

Herr Johann Ludwig Schwartz ist in Lawischkehmen, einem Cöllmischen Gütchen bei Stallupöhnen geboren. Sein Vater war der Besitzer dieses Gütchens. Er hat sein Alter auf 45 Jahre und einige Monathe gebracht. Die Krankheit, woran er starb, war ein Schlag Fluß, welcher mit einer inneren Entzündung verbunden war, und welcher seinem Leben den 27. April 1801 um 11 1/2 Uhr der Nacht ein Ende machte.

Er hatte sich in seinem Leben 3 mahl verheyrathet, und zwar:

  1. mit Anna Lovise Wilck, von der noch 2 Söhne und 2 Töchter am Leben sind (Anmerkung: Die Ehe fand am 18.5.1783 in Tilsit statt. Anna Lovise Wilck, Tochter des Gerbers Johann Gottfried Wilck ist zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt – Johann Ludwig Schwartz ist 27 und Cöllmer in Danzkehmen).
  2. mit Carolina Tugendreich Hintz, mit der er den noch lebenden Sohn gezeuget, und (Anmerkung: sowohl die 1. Ehefrau als auch Carolina Tugendreich Hintz müssen bereits vor 1799 verstorben sein)
  3. mit Amalia Charlotte Steinberg, die als Witwe ohne Kinder zurück geblieben. (Anmerkung: Amalia Charlotte Steinberg ist eine Tochter des Pfarrers Carl Gottlieb Steinberg in Heinrichswalde – der gemeinsame Sohn Adolph Eduard Schwarz war bereits einige Monate vor seinem Vater – am 3. September 1800 – in Gr. Peisten an den Pocken verstorben)
Ausschnitt aus dem Sterbeeintrag – KB Gr. Peisten 1891

Der Verstorbene hat sich von Jugend auf der Oeconomie befließen, zu dem Ende verschiedene Güther administriret, und zuletzt von Pachtungen adelicher Güther Gebrauch gemacht.

Der Tag zur Beerdigung kann jetzt noch nicht bestimmt werden, soll aber morgenden Tages angezeiget werden. Gr. Peisten, d. 28. April 1801 verwitwete Schwarz

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Ein Kaufmannssohn aus Pr. Eylau erzählt (1807)

Peter Dyck ist der Sohn eines gleichnamigen Kaufmanns aus der Stadt Pr. Eylau. Er wurde um 1798 geboren. Im Alter von 9 Jahren erlebt er die Auswirkungen der legendären Schlacht von Pr. Eylau hautnah mit und schreibt seine Eindrücke und Erlebnisse schon als Schulkind nieder. Viele Jahre später bittet ihn der damalige Eylauer Pastor Gottlieb Emanuel Gäsbeck, seine Erlebnisse für die Kirchenchronik aufzuschreiben. Lehrer Frey aus Pr. Eylau ergänzt den Text 1892 an einigen Stellen und lässt ihn veröffentlichen. Der Bericht erscheint 1893 in Königsberg in den Sitzungsberichten der Altertumsgesellschaft Prussia (Heft 18, Seite 61 bis 75).

Gemälde von A. Gros, Napoléon auf dem Schlachtfeld von Preußisch-Eylau (Wikipedia)

Dieser Bericht unterscheidet sich von allem, was ich bisher über die damaligen Zustände in und um Pr. Eylau gelesen habe. Peter Dyck berichtet vorrangig von den widrigen Lebensumständen der Stadtbewohner und nennt auch deren Namen.

Es folgen einige Auszüge:

‚Mittwoch den 1. Februar 1807 war ich vormittags gleich andern Kindern in der Stadtschule beim Herrn Rektor Passarge, als vom Markt die Nachricht kam, es würden russische Wagen in die Stadt kommen; ein paar Jungen liefen hinaus und erzählten, von den Warschkeiter Bergen käme zwar etwas angezogen, doch möchten es Bauern sein; der Herr Rektor Passarge schloß aber gleich die Schule und ließ uns nach Hause gehen, damit die Kleinen nicht ins Gedränge kämen. …

Sonnabend den 7. Februar 1807 zogen noch immer Russen durch; die benachbarten Dörfer wurden von ihnen hart mitgenommen, in der Eylauer Mühle geplündert und so toll gewirtschaftet, daß sich die Müller Mey’sche ganze Familie zu uns über den gefrorenen Mühlenteich flüchtete, unterwegs nahmen die Soldaten den Frauenzimmern Mäntel und Tücher ab, so den schönen, seidenen Pelzmantel der Mey’schen Tochter, später vehelichte Brockmann, zuletzt Brosien….

Der Vater und sein Gesell Cholewius (er starb als Kaufmann in Berlin) sahen von dem Gehöft noch eine Weile zu. …. Unten auf dem Mühlenbruch im Rohr tiraillierten Franzosen und Russen; es dauerte nicht lange, so schlug eine Kanonenkugel in des Nachbarn Bewernik (später Ruhdel – jetzt Petzall) Dach und der Vater nebst Cholewius kam in den Keller. …

Die Russen hatten gleich mittags drei Kanonen versteckt; eine in Kantor Baurath’s Krug hinten im Schauer, die zweite im Gang zwischen Brosien und Feierabend; wo die dritte, weiß ich nicht mehr (nach Höpfner in der Landsberger Straße, da, wo früher die „Kaffeemühle“ stand, F.). Die Soldaten sollen zum Teil auf den Heuböden gelegen haben, doch waren zuviel Russen und müssen sie durch Kantor und Krüger Baurath’s Garten herangeschlichen sein. ….

Die Schlacht war beendigt. Montag den 9. Februar räumte Herr Riebensahm uns, der Accise-Einnehmer Valentinischen Familie (Eltern des jetzigen Gutsbesitzers von Schloß Eylau) der Kondukteur Sonntagschen Familie (dessen Wohnhaus – jetzt Gerichtshaus – der Kaiser Napoleon bezog) und anderen Freunden die obere Hinterstube ein, wo wir überhaupt 11 Tage bleiben und sehr hungern mußten.

Der Vater ging in die Stadt. Sein Haus war ohne Thür und Fenster. In einer Ladenstube standen Pferde, die Wohnstube lag voll hungriger Verwundeter, die Straßen voll toter Menschen, Pferde und zerbrochener Wagen; die Soldaten suchten Lebensmittel; die Einwohner waren selten zu sehen. Da traf er die Nähterin Dorotheaa Pfuchner, die früher als Kindermädchen bei uns gedient hatte, der er seine Not klagte, und sie sagte: „Ich habe noch ein bißchen Sauerkumst (Kohl) den sie Soldaten nicht gefunden haben, nehmen Sie ihn für ihrer Kinder!“ Der Vater brachte uns ein Schnupftuch voll, den wir auch gleich roh verzehrten, und weil wir Wasser dazu tranken, bekamen wir auch glaich den Durchfall. ….

In den Dörfern war es wie in Eylau. Im Jesau’schen Krug schuten die Pferde aus den Fenstern; die Fenster waren zerbrochen. Von dem eigentlichen Gang der Schlacht weiß ich wenig zu sagen, indem ich noch zu jung war, und wenn ich auch manches gehört habe, so sind die darüber herausgegebenen Schriften doch wohl genauer.

An toten Menschen sollen 30.000 Mann begraben sein, welches auch möglich ist, indem die meisten Verwundeten vor Mangel und Kälte umkamen. Viele schleppten sich vom Felde in die Stadt, waren aber dadurch nicht gebessert. Von hiesigen Einwohnern wurden getötet: Schuster Karnap von den Franzosen am Schloßwall erstochen. Ein Reisender zufällig in Feyerabends Krug im Kellerschaff von einer Flintenkugel erschossen. In Brauns Insthaus eine Instfrau durch eine Kanonenkugel. Auf dem Drummendamm wurden einem Knaben von einer Kanonenkugel beide Beine zerschmettert. Meine Mutter ist verwundet. Im ganzen wenig Unglücksfälle.

Im Kirchenbuch der Stadt Pr. Eylau sind im Jahre 1807 insgesamt 605 Todesfälle verzeichnet. Auch in den Kirchenbüchern der umliegenden Orte sind – vor allem in den Monaten nach der Schlacht – unendlich viele Bewohner an den Folgen des Krieges, an Hunger und an epidemischen Krankheiten – z.B. an der Ruhr – verstorben. Die Pfarrer waren teilweise nicht in der Lage, sämtliche Todesfälle im Kirchenbuch zu vermerken – wie Pfarrer Schiemann in Eichhorn, der 1807 notiert: „Weil die von denen Schultzen eingereichten Listen sehr unvollständig waren, so ist die vollständige Eintragung in das Register auch nicht möglich gewesen.

Für diejenigen, die gern den gesamten Bericht lesen möchten – hier kann er ‚downgeloadet‘ werden: Ein Kaufmannssohn aus Pr. Eylau erzählt (1807)

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Jacob Söcknick – Freischulze in Hoppendorf (1663-1747)

Nachdem ich den Hoppendorfer Freischulzen Jacob Söcknick jahrelangim Verdacht hatte‘, mein Vorfahre zu sein, bin ich nun sicher, dass er es tatsächlich ist! Um meine Zweifel auszuschließen, habe ich die Kirchenbücher mehrerer Kirchspiele rund um Guttenfeld im Kreis Pr. Eylau – zu dem auch Hoppendorf gehört – duchstöbert.

Nun weiß ich: Jacob Söcknick wird im Juli des Jahre 1663 in Kumgarben im Kreis Heiligenbeil geboren und am 6. Juli in der Kirche von Zinten getauft. Jacobs Vater Michel ist Besitzer des Gutes Kumgarben – Jacob ist der älteste Sohn. Am 7. November 1696 heiratet Jacob Söcknick in Guttenfeld Maria Schulz, die Witwe des in Hoppendorf verstorbenen Freischulzen Christoph Flügge (Fligge). Das Aufgebot sowie ein Hinweis auf die Eheschließung in Guttenfeld sind im Kirchenbuch von Zinten zu finden.

Heiratseintrag aus dem Kirchenbuch von Zinten

Maria und Christoph Flügge waren – nach ihrer Eheschließung in Eichholz am 26.10.1681 – insgesamt 15 Jahre verheiratet und Maria bringt mehrere Kinder mit in die neue Ehe, die in der Zeit von 1682 bis 1696 geboren wurden. Da die Taufeinträge von Guttenfeld erst im Jahre 1711 beginnen, sind ihre Einträge nicht mehr vorhanden – sie werden aber später als Paten im Kirchenbuch von Guttenfeld und auch im Kirchenbuch der benachbarten Gemeinde Canditten genannt:

  • 1713 Regina Flüggin, seel. Christoph Fl. gewesenen Freischulzen v. Hoppendorf filia
  • 1714 Andreas Flügg, Freischulzen Sohn
  • Christoph Flügge
  • Eleonora Dorothea Flügge
Heiratseintrag aus dem Kircheenbuch von Guttenfeld

Am 16. Oktober 1720 ist im Guttenfelder Kirchenbuch die Heirat des Schneidermeisters Christoph Möck mit Elisabeth Söcknick, Jacob Söcknicks Tochter, verzeichnet.

Elisabeths Schwester Anna Söcknick – meine Vorfahrin – muss bereits vor 1720 geheiratet haben. Sowohl die Heiratseinträge als auch die Sterbeeinträge des Kirchspiels Guttenfeld beginnen jedoch erst im Jahre 1720.

Annas Heirat mit Johann Wilhelm Hellwich, der bis um 1724 als Müller in der Mühle von Finken im Ksp. Buchholz tätig ist, bevor er als Müllermeister nach Landsberg geht, ist im KB von Guttenfeld deshalb nicht verzeichnet. Auch Annas Taufeintrag sowie die Taufeinträge ihrer beiden ersten Töchter sind nicht mehr vorhanden – diese Daten können nur anhand der späteren Heirats- und Sterbeeinträge geschätzt werden.

Maria Söcknick, geb. Schulz, muss vor 1719 verstorben sein, denn am 21. November 1719 heiratet der verwitwete Jacob Söcknick, ‚Cöllmischer Freyschultz in Hoppffendorf, Gerichtsgeschworener in Wildenhoff und Kirchvater in Guttenfeld‘, in Canditten seine 2. Ehefrau Barbara, die Witwe eines Landsberger Bürgers und Mälzenbräuers. Wie alle Heiratswilligen in Canditten um diese Zeit muss auch Jacob Söcknick vor der Trauung nachweisen, dass er zuvor ordnungsgemäß Bäume gepflanzt hat – der Pfarrer bestätigt, Jacob habe einen Zettel mit dem Vermerk vorgelegt, dass in Wildenhoff von ihm ‚Stämme gesetzt‘ worden seien.

Jacob Söcknick wird 87 Jahre alt und verstirbt im Februar des Jahre 1747 im Hospital von Landsberg.

Sterbeeintrag im Kirchenbuch von Landsberg, Pr. Eylau

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Legitimationserklärungen – Amtsgericht Landsberg, Pr. Eylau

Inmitten der bei Ancestry einsehbaren Kirchenbücher findet man unter der merkwürdigen Bezeichnung ‚Bartoszyce, Bukowiec, Hanshagen u Landsberg‚ zunächst (bis Bild 85) Taufeinträge aus dem Kirchspiel Buchholz. Dann folgen (bis Bild 221) digitalisierte Akten des Amtsgerichts Landsberg, und zwar Legitimationserklärungen unehelicher Kinder aus der Zeit von 1841 bis 1872.

ACTA GENERALIA der Königl(ichen) Kreisgerichts-Kommission zu Landsberg betreffend die Erklärungen der Ehemänner über die Legitimität der von ihren Frauen vor der Ehe geborenen unehelichen Kinder

Da der Landsberger Magistrat auch für umliegende Orte zuständig ist, enthalten diese Akten auch Legitimitätserklärungen von Kindern, die zum Beispiel in Eichhorn, Guttenfeld, Petershagen oder anderswo zur Welt kamen. Der Pfarrer des jeweiligen Kirchspiels, in dem das Kind geboren wurde, war offenbar verpflichtet, die Anerkennung der Vaterschaft zunächst zu protokollieren und anschließend nach Landsberg zu melden.

Am 6. Mai 1860 verfasst zum Beispiel Pfarrer Passarge in Petershagen den folgenden Brief:

Es erschienen die am heutigen Tage getrauten Broddeschen Eheleute, der Kutscher aus Dittchenhöfen Carl August Brodde und seine jetzige Ehefrau Wilhelmine geb. Grünheid, und erkärten, daß sie vor der Ehe ein uneheliches Kind gehabt hatten, welches am 13. Febr. d(es) J(ahres) geboren war und am 26ten d. J. in der heiligen Taufe den Namen Friedrich Wilhelm erhalten. Dieses Kind erkennt der Vater durch diese Verhandlung als das seinige an und versprcht, sich seiner auch ferner als Vater anzunehmen. Dieses bezeugen beide Ehegatten durch ihre Namensunterschrift.

Man findet in den Unterlagen auch einen Brief, der 1858 aus Labiau gesandt wurde. Der mittlerweile pensionierte Wildenhöffsche Oberförster Johann Albert Melchior Lübeck teilt darin mit, dass er das von seiner verlobten Braut Henriette Schrade zu Sangnitten im Kirchspiel Canditten 1845 geborene Kind namens JOHANNE als das Seine anerkennt. Herr Lübeck bittet um einen entsprechenden Vermerk im Kirchenbuch.

In einigen Fällen sind diese Dokumente besonders wertvoll, da aus dieser Zeit gar keine Kirchenbücher mehr vorhanden sind. Sowohl aus dem Kirchspiel Petershagen als auch aus dem Kirchspiel Canditten existieren diese beispielsweise nicht mehr.

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Angehörige der Besatzung eines gesunkenen Schiffes gesucht

Am 9. Dezember 1942 wurde der Dampfer Edith Bosselmann auf der Reise von Danzig nach Libau durch ein U-Boot in der Ostsee versenkt und galt lange Zeit als verschollen. Das Wrack wurde von einem Taucher-Team in etwa 30km Entfernung zur Küste bei Klaipėda (Memel) entdeckt. Durch intensive Recherche in Archiven konnte auch die Besatzungsliste des Dampfers gefunden werden.

Das Taucher-Team würde sehr gern wissen, ob es noch Nachfahren bzw. Angehörige der Opfer dieses Schiffsunglücks gibt. Es handelt sich um folgende Personen:

  • Otto Ahrens (Kapitän) *1.09.1890 in Born (Darß)
  • Hubert Stoldt (Heizer) *10.11.1919 in Hamburg
  • August Ohde (Bootsmann) *1.11.1888 in Friedenburg
  • Kurt Pedack (Jungmann) *14.11.1926 in Lindensee
  • Ewald Kschoneck (Jungmann)*19.11.1926 in Wilkenhof
  • Josef Römisch (Messesteward)*23.3.1927 in Linz
  • Johannes Meyer (Funker) *11.11.1923 in Kirchweyhe
  • Heinrich Nowotzki (Matrose) *23.6.1884 in Danzig
  • Kurt Littschwager (Matrose) *24.10.1922 in Danzig
  • Erich Grantz (Ingenieur) *26.10.1908 in Danzig
  • Kurt Traeder (Heizer) *22.04.1923 in Danzig
  • Franz Darkow (I. Offizier) *8.05.1903 in Parpart (Kreis Greifenberg)
  • Leo Rumpza (Ingenieur) *2.11.1914 in Brösen (Danzig)
  • Willy Schreiber (Heizer) *16.03.1901 in Thorn
  • Fritz Peetz (Koch) *2.8.1914 in Stargard

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Sie wird stolz gewesen sein!

Taufeintrag aus dem KB von Guttenfeld – 1753

Am 30. Juli des Jahres 1753 wird in der Kirche zu Guttenfeld, Pr. Eylau, Johann Christian Schmidt getauft, der erste Sohn des Herrn Christian Schmidt, Administratoris in Klein Steegen und dessen Ehefrau Catharina Dorothea Schulz. Getauft wird mein Enckel setzt der damalige Pastor Christian Melchior Schulz hinzu.

Der Täufling ist jedoch nicht nur der Enkel des Pastors, sondern auch der erste Enkelsohn von Anna Gegner aus Worienen, der jüngsten Schwester meines Vorfahren, des Böttchers Christoph Gegner aus Polassen. Anna Gegner – verheiratet mit Christian Schmidt, der anfangs als Gärtenierer und später als Arrendator am Hofe von Worienen angestellt ist – bringt zunächst drei Mädchen zur Welt, die tragischerweise alle nur wenige Jahre alt werden.

Aber dann wird am 11. Janur 1729 in Worienen Sohn Christian, geboren. Er wird erwachsen, wird Arrendator des Guts Klein Steegen und heiratet im Ater von 23 Jahren am 20. September in Guttenfeld die fast gleichaltrige Pastorentochter Catharina Dorothea Schulz, deren Vater die Trauung vollzieht und im Kirchenbuch notiert: (Getraut wurden) ‚Herr Christian Schmidt, Administrator der hiesigen adligen Kl. Steegenschen Gütter mit meiner geliebtesten ältesten Tochter Jungfer Catharina Dorothea Schultzin‘.

So kommt es, dass Anna Gegner – Frau Arendatorin Schmidtin aus Worienen – am 30. Juli 1753 – gemeinsam mit Pfarrer Mittwede aus Eichholz, Diakon Neumann aus Landsberg, Herrn Studiosus Friedrich Wilhelm Schulz, Frau von Kanitz und der Pfarrerfrau Weber aus Landsberg – als Großmutter in der Guttenfelder Kirche die Taufe ihres ersten Enkelsohnes erlebt. Sie wird sehr stolz gewesen sein!

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Bestände des Königsberger Staatsarchivs in Allenstein

Schon mehrfach habe ich mich darüber gewundert, dass im Staatsarchiv von Allenstein so viele Dokumente vorhanden sind, die ursprünglich aus dem Königsberger Staatsarchiv stammen und die man eigentlich im Geheimen Staatsarchiv PK in Berlin vermuten würde, wo ja der Großteil der ehemaligen Königsberger Materialien als Bestände der XX. Hauptabteilung verwahrt werden. Dies scheint die Erklärung zu sein: Der Autor Marcel Krueger, der fünf Monate als Stadtschreiber in Allenstein tätig war, schreibt vor einigen Monaten in seinem BLOG:

Es hat mich sehr gefreut zu entdecken, dass sich im Staatsarchiv/Archiwum Państwowe in Allenstein das Archiv der Albertina befindet. Die Geschichte des Archivs ist dramatisch: Aus Königsberg ausgelagert bevor die Rote Armee den Belagerungsring um die Stadt schließen konnte, schafften es die meisten Teile des Archivs nur bis ins Ermland. Von hier aus wurden diese nach Göttingen in die britische Besatzungszone transportiert, wo von der britischen Version der „Monuments Men“ ein Depot für wichtige Materialien eingerichtet worden war; und schließlich auf Ersuchen der neuen polnischen Regierung nach Allenstein/Olsztyn zurückgebracht in den späten 1940er Jahren. ……

In dem unauffälligen braunen Gebäude an der Partyzantów sind Papiere aus den letzten 400 Jahren gelagert: Rechnungen, Quittungen, Aufstellungen über Hochzeiten und Beerdigungen, aber auch viel profanere Berichte, die mir beim Betrachten geholfen haben, das Leben der Menschen in Königsberg/Królewiec besser zu verstehen. …

Dr. Agnieszka Pufelska vom Nordost-Institut in Lüneburg untersucht derzeit das Archiv und hofft, ein Projekt zu initiieren, bei dem alle vorhandenen Materialien transkribiert, digitalisiert und dann öffentlich zugänglich gemacht werden. In einem ersten Schritt werden alle Einträge zu Immanuel Kant für das Kant-Jahr 2024 online zur Verfügung gestellt.

Bei Interesse an Dr. Pufelkas Arbeit, dem Archiv und der Arbeit im Kant-Jahr kann man Kontakt mir ihr aufnehmen: A.Pufelska@ikgn.de

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