Christian Ankermann – Amtmann in Pr. Eylau

Die momentane Quarantäne-Situation bietet viel Zeit für Spurensuchen, die man immer schon einmal in Angriff nehmen wollte! Die Suche nach der Identität von Christian Ankermann führt mich in verschiedene Kirchspiele rund um Königsberg – u.a. nach Dollstädt, Stadt Pr. Eylau, Mahnsfeld, Arnau, Medenau, Caymen und direkt nach Königsberg. Ich war ziemlich sicher, dass der Pr. Eylauer Amtmann Christian Ankermann zu meinen Verwandten gehört – das hat sich nun bestätigt. Noch weiß ich nicht alles über ihn, aber vielleicht hilft mir ein Zwischenbericht dabei, neue Recherche-Ideen zu entwickeln …

Christian Ankermann kommt im Januar des Jahres 1684 als zweiter Sohn von Gerge Ankermann und dessen Ehefrau Anna geb. Negelke in Seeben zur Welt und wird am 23. Januar in der Kirche von Dollstädt getauft. Sein Vater Gerge Ankermann übt im Dorf Seeben das Schulzenamt aus- seine Mutter Anna ist eine Tochter des ehemaligen Schulzen Jacob Negelke. Gerge Ankermann ist der jüngste Bruder meines Vorfahren Mertin Ankermann, der später als Kirchbauer in Krücken – im Kirchspiel Kreuzburg – lebt.

Im Jahre 1714 finde ich Christian Ankermann als Müllergesellen und Werkmeister der Obermühle in Königsberg. Als solcher heiratet er am 26.11.1714 in der Haberberger Kirche Anna Rohfleisch, die Witwe des im Mai 1714 verstorbenen Windmüllers Ludwig Boss, der ursprünglich aus Grundleben bei Helmstedt stammt und nach 1700 die Windmühle am Brandenburger Thore betreibt.

Heiratseintrag - Haberberg 1714

Christian Anckermann, ein Müllergesell u. Werckmeister in der Obermühle alhir, Seel(ig) George Anckermanns, Frey Schultzen in Seeben bey Creutzburg geb(orener) 2. eheleiblicher) Sohn mit Fr. Anna, Seel(ig) Ludewich Boßen, gewesenen Eigenthümers aufm A.G.A.W. u. Windmüllers für (=vor) dem Brandenb(urger) Thor nachgl(aßenen) Wittwe …. d. 26ten November copulirt‘.

Anna Rohfleisch bringt 1714 ihre zweijährige Tochter Regina mit in die Ehe – mehrere andere Kinder sind bereits im Kleinkindalter verstorben.

Am 12.8.1727 verkauft Christian Ankermann – mittlerweile Müllermeister in der ‚Kobbel-Bude‚ – ’seinen auf dem Alten Garten (in Königsberg) außerhalb des Walles zwischen Christian H e e r h o l d s und der verwittibten Frau E d e l m a a i n (?) Gründen gelegenen ein Viertel Garten mit dem darauf befindlichen Wohnhauß, Stallungen und anderen pertinenten‘. Dies wird in der städtischen Gerichtsversammlung (genannt Bürgerding) am 25.9.1727 bekannt gegeben (Aus den Haus-, Ingrossations- und Protokoll-Büchern von Königsberg – Ostpr. Foliant Nr.208/07 – W.Müller-Dultz, Lübeck)

Ausschnitt aus einem Stadtplan von Königsberg aus dem Jahre 1809

Im Jahre 1729 ist Christian Ankermann Besitzer der cöllmischen Güter Hinterwalde und Cammerfeldt im Amt Kobbelbude im Kirchspiel Mahnsfeld.

Seine Stieftochter Regina, die zeitweise auch als ‚Regina Ankermann‚ bezeichnet wird, heiratet am 3. Juli 1729 in Mahnsfeld den Königsberger Müllermeister Friedrich Brandenburger – dieser wird 1755 als Administrator der Mühle Gr. Lauth und später als Erbherr des Gutes Legitten im Kirchspiel Arnau genannt, wo er 1767 im Alter von 68 Jahren verstirbt. Friedrich Brandenburger und Regina geb. Boss bekommen mindestens 8 Kinder, die noch in Königsberg geboren und getauft werden.

gefertiget vom Amtmann Chr(istian) Anckermann
seine Unterschrift unter einer Pr. Eylauer Amtsrechnung
aus dem Jahre 1750

Von etwa 1745-1750 wird Christian Ankermann in der Stadt Pr. Eylau mehrfach als Pate genannt – u.a. bei der Taufe eines Sohnes des Pr. Eylauer Amtskrügers Daniel Hess, bei der Taufe eines Sohnes des Rektors Ernestus Seraphim Aegidius und bei der Taufe einer Tochter von Johann Friedrich Eyff, dem Königlichen Förster in Pr. Eylau und seiner Ehefrau Anna Regina Bobinde.

Christian Ankermanns Ehefrau Anna geb. Rohfleisch muss vor 1742 verstorben sein, denn am 4. Februar 1742 heiratet Christian im Königsberger Dom die Witwe des verstorbenen Klempners Supplitt.

H. Christian Anckermann, Königl(icher) Ambtmann in Preusch Eilau mit Fr(au) Barbara des seel(ig) Mstr Supplitten, gew(enenen) Klempners allhie n. W. (=nachgelassene Witwe)

Christian Ankermann soll – laut der ‚Genealogischen Kartei Möller‘ im Jahre 1757 verstorben sein – seinen Sterbeeintrag konnte ich bislang nicht finden. Und es bleiben weitere Rätsel:

  • 1748 wird als Pate in Pr. Eylau ‚Herr Schönfeldt, Stiefsohn des Herrn Amtmann Ankermann‘ . Gemeint ist Johann Gottlieb Schönfeld, der 1758 – bei seiner Eheschließung in Mahnsfeld – auch als Erbherr des Gutes Hinterwalde genannt wird. Johann Gottlieb Schönfeld heiratet zunächst Eleonora Gotthilf Gizycki, eine Tochter des Pfarrers Christian Daniel Gizicki aus Saberau im Kreis Neidenburg, in zweiter Ehe – am 10.2.1764 in Caymen – Sophia Wilhelmina Jätzel, eine Tochter des Amtmanns Johann Samuel Jätzel und dessen Ehefrau Loysa Dorothea Glogau.
  • Die ‚Genealogische Kartei Möller‘ enthält den Vermerk, dass Christian Ankermanns Testamentseröffnung am 1.10.1757 im Hause des Amtmanns Gorbandt zu Königsberg erfolgte und der Geburtname seiner hinterlassenen Witwe ‚Taubenhan‚ lautet!. Als Quelle gibt Herr Möller eine Ausgabe der Wöchentliche(n) Königsbergische(n) Frag- und Anzeigungs-Nachrichten an..
  • Demnach müsste also Christian Ankermann insgesamt 3 mal verheiratet gewesen sein und Frau Taubenhan müsste zuvor die Ehefrau eines Herrn Schönfeld gewesen sein.
  • Und weshalb fand die Testamentseröffnung im Haus des Amtmanns Gorbandt statt?
  • Gibt es eine verwandschaftliche Beziehung zur Familie des Amtmanns?

Über die Familie des Amtmanns Gorbandt – auch Jorbandt geschrieben – konnte ich bislang Folgendes herausfinden:

  • Johann Christian Gorbandt heiratet am 12.11.1752 in Königsberg Gertrud Lovisa Sanden. Der Heiratseintrag lautet: Johann Christian Gorbandt, Ambtmann u. General-Pächter der Hertzogl. von Hollstein-Condehnschen Güter u. Jungfer Gertrud Lovisa, desweiland ehrbaren u. wohlgeachteten Mstr. Johann Sanden, gewesenen Bürgers u. Festbäckers alhier.
  • Am 19. Mai 1754 wird in Königsberg Sohn Johann Christian Gorbandt geboren.
  • Am 12. Mai 1755 kommt in Condehnen sein unehelicher Sohn Ernst Ludwig zur Welt. Die Mutter ist Regina Tabel, eine Tochter des Instmanns Michael Tabel, ‚welche mit ihrem Brodt-Herrn Johann Christian Gorbandt, Pächter des Condehnischen Güther, bey welchem sie gedienet, zu Fall kommen‘ … notiert der Pastor im Kirchenbuch
  • Die Ehe des Amtmanns wird geschieden – 1756 heiratet Gertrud Lovisa Gorbandt, geb. Sanden in Königsberg den dortigen Bürger u. Mälzenbräuer Carl Ludwig Pickert.
  • 1766 verstirbt der Amtmann Johann Christian Gorbandt in Königsberg im Alter von 74 Jahren.

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Wöchentliche Königsbergische Frag- und Anzeigungs-Nachrichten (1735-1799)

Momentan stöbere ich mit großer Begeisterung in den ‚Wöchentliche(n) Königsbergische(n) Frag- und Anzeigungs-Nachrichten‘, die in den Jahren 1735 bis 1799 in Königsberg erschienen. Einige Jahrgänge wurden von der Staats- und Universitätsbibliothek in Bremen digitasiliert. Leider ist der Jahrgang 1757, den ich eigentlich suche, nicht verfügbar. Nun blättere ich Seite für Seite durch …

Wochentliche Königsbergische Frag- und Anzeigungs-Nachrichten. Königsberg
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, / Public Domain Mark 1.0

Wenn man den Umgang mit Sprache liebt und Freude an altertümlichen, längst vergessenen Bezeichnungen und Formulierungen hat, ist das Lesen dieser Wochenblätter ‚worinnen allerhand in und außerhalb der Stadt zu kauffen und verkauffen, zu verleihen und lehnen vorkommende, auch verlohrne, gefundene und gestohlene Sachen, sodann Personen, welche Geld lehnen oder auslehnen wollen, Bedienungen oder Arbeit suchen oder zu vergeben haben. Imgleichen die in Memel, Pillau und Königsberg eingekommne und ausgegangene Schiffe, die ankommende Fremden, wie auch Copulirte, nebst dem Preuß=Courant der Waaren und des Wechsel=Courses angemercket wird‘ ein wahrer Genuss!

So wird dem Publico beispielweise mitgeteilt, dass am 5. März des Jahres 1765 ein silberner Potage-Löffel in Königsberg von Händen gekommen und der Finder ersuchet wird, sothanen Löffel bitte bei Herrn Hartmann aufm Ochsenmarckt einzuliefern.

Im Februar erfährt man u.a., dass in Königsberg eine Muff gefunden wurde und der Besitzer sich desfalls bei Buchbinder Mager an der Krämerbrücke melden möge, um sein Eigentumsrecht erweißlich zu machen. Gleichzeitig wird bei einem Kaufmann im Kneiphof – in der Fleischbänkengasse Nr. 326 – eine Lehrstelle angeboten. Das klingt dann so: ‚Solte jemand resolviren von hübschen Eltern seinen Sohn beym Kauffmann in Condition zu geben, der beliebe sich in der Kneiphfischen Fleischbäncken Gasse No. 326 zu melden‘.

Es werden viele leckere Dinge angeboten: bei Herrn Kinder in der Altstädtischen Langgasse zum Beispiel recht frische eingemachte Pommerantzen-Aepffel – Spansche Chocolade und Porto-Rico Tobac.

Es wird von Häusern, Grundstücken und Gärten berichtet, die vermietet, verpachtet, versteigert oder verkauft werden – u.a. auch ein plaisanter Garten mit schönen Obsttragenden Bäumen ….

Bei der Durchsicht dieser Zeitungen sind immer wieder auch genealogisch relevante Informationen zu finden: im März 1765 verkauft z.B. Meister Gottfried Matern in Friedland sein Haus an Meister Jacob Brieskorn – der Erbmühlenpächter Barth. Koch veräußert seine Mühle im Cämmerey-Dorff Neuendorff – ebenso im März 1765 – an den Müller Johann Christoph Grense.

Außerdem entdeckt man Nachrichten wie diese: ‚Der im Jahr 1734 von hier in die Fremde über Lübeck und Amsterdam, von dannen(,) aber Ann0 1738 nach Ostindien gegangene und bis jetzo abwesenden Schumacher-Gesell Christoph Ranisch oder dessen etwannige Leibes= und Testaments-Erben, sind ad instantiam seines leibl. Geschwisters allhie, wie auch zu Lübeck und Amsterdam, mittelst eines offentlichen Proclamatis auf den 6. May, 8. July und 12. Sept(ember) …. vor den Königsberger Rat … adcitiret worden‘.

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Ich beginne, zu verstehen …

Die momentane gruselige Pandemie-Situation hat mich dazu gebracht, mich noch einmal mit der Geschichte der Pest in Ostpreußen zu beschäftigen. Wenn ich früher etwas darüber gelesen habe, war das alles ‚weit weg‚. Es war Geschichte – eine schwierige Lebensphase meiner ostpreußischen Vorfahren, die diese vor mehr als 300 Jahren durchleben mussten, die jedoch mit mir selbst nicht viel zu tun hatte.

Wenn ich jetzt darüber lese, geht es mir ganz anders. Alles rückt näher und ich beginne zu verstehen, wie sich meine Vorfahren gefühlt haben müssen …

Heute ist es nicht die Pest, die uns heimsucht – unser Feind heißt Corona. Anders als vor 300 Jahren haben wir wesentlich bessere Möglichkeiten, uns zu schützen – die medizinische Versorgung ist in keiner Weise vergleichbar – dennoch gibt es auch Parallelen! Und auch wir spüren die Bedrohung – viele von uns fürchten sich vor Einschränkungen und möglichen Auswirkungen.

Ein Blick zurück: Nach Ausbruch der Pest-Epidemie werden am 4. September 1709 in Königsberg eine Reihe von notwendigen Verhaltensmaßregeln verkündet, die mit folgenden Worten eingeleitet werden: Seine Königliche Majestät in Preußen, Unser Allergnädigster Herr, haben zu Abwendung der von einigen benachbarten Orthen wegen der verderblichen Contagion androhenden Gefahr höchst nötig befunden, folgendes heylsame Reglement aus landesväterlicher Vorsorge emaniren zu lassen‘:

Angeordnet wird u.a.:

  • Bey allen kleinen Städten, Flecken, Dörffern und Höfen, sind Thore und Schlagbäume, auch Hecken, wo noch keine seyn, zu machen.
  • Sobald es dunkel wird, müssen alle Schenck-, Wein- und Bier-, Brandwein-, Thée-, Cofée- und Tobacks-Häuser geschlossen, auch nach 10 Uhr kein Wein, Bier oder Brandwein über die Gassen gefolget werden …
  • In den kleinen Städten, Flecken, Dörffern, Höfen und Krügen, soll Niemand von Freunden, Bekandten, Dienstbothen oder sonst daselbt Bürtigen, noch ein Frembter ein- oder durchgelassen und noch viel weniger in die Gebäude auff- oder zu beherbergen eingenommen werden …
  • Sollen alle öffentliche und heimliche Zusammenkünfte und Zechen … in den Städten und uf dem Lande bis zu weiterer Verordnung gäntzlich verbohten seyn.
  • Es sind die Einwohner und Bürger bey schwerer Straffe zu halten, dass sie ihr Gesinde, wenn es kranck, nicht verjagen, sondern sofort solches den Medici und Chirurgoren ansagen sollen …
  • Es müssen die kleinen Städte bemühet seyn, wie ihnen denn solche bey harter Ahndung anbefohlen wird, dass sie sich mit allerhand Wahren und Victualien versehen, damit der Landmann in der Noth solches von ihnen haben könne …
  • So von denen … einige verdächtg wegen der Infection wären, die sind sofort heraus und in die Wälder zu schaffen, damit sie in selbigen eine Zeitlang von den Unverdächtigen abgesondert bleiben, bis man siehet, dass ihnen nichts schadet, doch soll ihnen indessen, was sie an Speise und Tranck, Arztney, Kleidung und sonst nöthig, von ferne hingesetzet werden. (Quelle: Wilhelm Sahm, Geschichte der Pest in Ostpreußen. Leipzig 1905)

Heute werden wir nicht auf diese Weise überrollt von der Epidemie – wir werden gut informiert und sind in der Lage, uns viel besser zu schützen und zu versorgen. Im Falle einer Infektion werden wir nicht in die Wälder geschafft, sondern medizinisch betreut!

Aber wir dürfen nicht leichtfertig handeln, müssen die notwendigen Empfehlungen befolgen und uns solidarisch verhalten – in unser aller Interesse und in Verantwortung für unsere Nachkommen!

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Zur Genealogie der ostpreußischen Pastoren-Familie Schultz in Reichau, Canditten, Guttenfeld und Landsberg …

Kirchenbuch Reichau – 1684

Manchmal macht es mir Spaß, Informationen zu Familien zu sammeln, die zwar nicht zu meinen Vorfahren gehören, zu denen aber auf irgendeine Weise eine verwandschaftliche Beziehung besteht – wie im Fall der ostpreußischen Pastoren-Familie Schultz. Über die Verbindung zu meiner eigenen Familie habe ich hier bereits geschrieben.

Oben ist die erste Seite des Taufbuchs der Kirche in Reichau bei Mohrungen zu sehen, die von Pastor Jacobus Schultz bei seinem Diensantritt im Jahre 1684 beschriftet wurde. Jacobus stammt aus Medenau. Schon bei der Taufe seines ersten Sohnes, der 1687 von seiner Ehefrau Anna Dorothea Zettler in Reichau zur Welt gebracht wird, erscheinen dort Taufpaten aus dem ostpreußischen Landsberg: Pastor Simon Michael Flath (+1730 in Landsberg im Alter von 48 Jahren) – der Richter Elias Kreintz sowie der Cantor Daniel Gerholtz.

Von 1698 bis 1707 werden 9 weitere Kinder in Reichau geboren. Zur Taufe der Tochter Catharina Dorothea am 22. Mai 1691 sind – neben vielen anderen – wiederum Landsberger Bewohner als Taufpaten angereist. Dies sind der ‚Medicin Practicus‘ Herr Matthäus Bolius, der Cantor Johannes Klein sowie der Bürger Hans Schultz.

Taufeintrag aus dem Kirchenbuch von Reichau – 1691

Der Reichauer Pastor Jacobus Schultz verstirbt im Februar des Jahre 1722. Über seine Kinder fand ich Folgendes heraus:

  • Johannes Jacobus Schultz (*1687) wird 1721 vom Erzpriester in Pr. Holland ordiniert u. introduciert – anschließend ist er Pastor zu Gr. Thierbach und Quittainen und ab 1731 Pastor in Canditten, wo er 1750 verstirbt.
  • Christian Melchior Schultz (*1695) ‚ward 1726 den 1. Mart im Kneiphofe ordiniret, und am Sonntage Invoc. introduciret. Johann Eberhard Schulz, des vorigen Sohn, ist 1768, den 2. December zu Schloß ordiniret, und 1769 am ersten Sonntage nach Epiph. introduciret.‘ (Quelle: Daniel Heinrich Arnolds ‚Kurzgefaßte(n) Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern‘). Christian Melchior Schultz ist 43 Jahre lang Pastor in Guttenfeld, Pr. Eylau, und verstirbt dort am 28. März 1775. Sein Sohn Johann Eberhard Schultz (*1734 in Guttenfeld) übernimmt das Pastorenamt – ihm folgt dessen Sohn Ernst Gustav Schultz (*1777 in Guttenfeld). Dieser ist zunächst Lehrer in Königsberg – ab 1798 Pastor in Guttenfeld – 1810 introduciert in Döbern – 1812 Pfarrer in Hirschfeld, Pr. Holland.
  • Gotofredus Bernhardus Schultz – später Gottfried Bernhard genannt – (*1697 in Reichau) heiratet 1733 in Landsberg die Witwe des dort verstorbenen Apothekers Frantz Christian Horn. Der Heiratseintrag im KB von Landsberg lautet: ‚Gottfried Bernhard Schultz, Candidatus Juris u. unserer Hochgräfl. Lehnsherrschafft bestallter Lehns Secretarius mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel. Hr. Frantz Christian Horns, gewesenen Medicin und Gewürtz=Apothekers, relicta vidua‘. Die Ehe ist nur von kurzer Dauer – bereits im Juni des nachfolgenden Jahres verstirbt Gottfried Bernhard Schultz im Alter von nur 37 Jahren.
  • Seine Witwe Eleonora Elisabeth, geb. Müller wurde am 19. August 1707 in Königsberg als Tochter des Königlichen Müntz-Waradeins (=Wächter) Hennig Christian Müller geboren. Ihr erster Ehemann war bereits nach nur viermonatiger Ehe gestorben. Nun ist sie 25 Jahre alt und und zweifache Witwe. Am 3. Februar 1737 heiratet sie erneut – ihr dritter Ehemann wird der Landsberger Stadtkämmerer und Ratsverwandte Carolus Paulien. Im Kirchenbuch ist zu lesen: ‚Herr Carolus Paullien, gewesener Unter-Officier beym löbl. Röderschen Regiment mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel(ig) Herrn Gottfried Bernhard Schultzen, gewesenen Lehns Secretair aus Hochgäfl(ich) Schönwiesischer Herrschafft hinterlassenen Witwen‘. Diese Ehe endet 1745 – Carolus Paulien wird nicht einmal 37 Jahre alt. Als vierter Ehemann folgt einige Monate später der Zintener Diakon Andreas Theodorus Meier. Im Kirchenbuch von Landsberg wird vermerkt: ‚Meier (Tit. Herr Andreas Theodorus) treu fleißiger und wollverdienter Diaconus zu Zinten, mit Fr(au) Tit. Eleonora Elisabeth, des Seel(ig) Hrn Carl Pauliens, gewes(enen) Rathsverwandten u. Stadt-Cämmrers alhir relicta vidua‘.
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Landsberg_1746_Meier-1024x334.jpg
Heiratseintrag aus dem Kirchenbuch von Landsberg – 1746
  • Gottliebe Lovisa Schultz (*1699) heiratet 1730 in Landsberg, den dortigen Pastor Andreas Perschke.
  • Tochter Barbara Sophia Schultz (*1702 in Reichau) wird 1733 die Ehefrau des Landsberger Gewürzhändlers, Ratsherrn und Kirchenvorstehers Johann George Goßky – nach dessen Tod heiratet sie 1739 den Landsberger Diakon Gottfried Neumann.

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Auf den Spuren von Familie Bischoff …

Als ich zur Welt kam, lebten meine beiden Großmütter noch – an Anna Lisette, meine Oma mütterlicherseits, kann ich mich jedoch leider nicht erinnern. Sie starb bereits 1949 – genau an dem Tag, an dem ich 14 Monate alt wurde.

Glücklicherweise durfte ich meine andere Großmutter – Caroline Auguste Bertram, verwitwete Gegner, geb. Müller – noch bis zu meinem 23. Lebensjahr behalten.

Meine Oma mit ihrem 2. Sohn - Wilhelm Ludwig Gegner - dem jüngeren Bruder meines Vaters

Sie wohnte in Bremen-Aumund. Von unserem Haus in Bremen-Blumenthal aus war sie für mich während meiner Kinder- und Jugendzeit mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Sie war genauso lieb und gemütlich wie sie auf diesem Foto aussieht!

Umarmt wird sie hier von ihrem 2. Sohn – Wilhelm Ludwig Gegner – dem jüngeren Bruder meines Vaters.

Auf dem nachfolgenden Bild, das mir vor einiger Zeit zugesandt wurde und über das ich mich sehr freue, sind Carolines Großeltern – meine Ur-Ur-Großeltern Wilhelmine Friederike Bischoff und Carl Friedrich August Müller – abgebildet. Sie wurden in ganz unterschiedlichen Gegenden geboren, lernten sich vermutlich in Bremen-Blumenthal kennen und heirateten am 24. Januar 1847 in der dortigen Reformierten Kirche .

Wilhelmine Bischoff wird am 28. Februar 1822 in Hoya an der Weser geboren.

Wilhelmines Ehemann Carl Müller stammt aus Sachsen. Er wird als ältester Sohn des Zimmermanns Friedrich August Müller und dessen Ehefrau Johanna Christiena Sophia Philipp in Torgau geboren.

Die beiden Abgebildeten bekommen in der Zeit von 1850 bis 1866 insgesamt 8 Kinder, die in Bremen-Blumenthal aufwachsen. Mein Urgroßvater Friedrich Carl Müller – Carolines Vater – ist das erstes Kind. Er wird am 16. September 1850 geboren.

Wilhelmines Mutter – Anna Christine geb. Heineken stammt aus Balge im Kreis Nienburg. Sie ist bereits 45 Jahre alt, als Wilhelmine das Licht der Welt erblickt. Wilhelmines Vater – Gottlieb Wilhelm Bischoff – wird 1782 in Hoya geboren. Zum Zeitpunkt der Eheschließung dient er als Soldat im 5. Königl. Churfürstlichen Infanterie Regiment. Soweit ich herausfinden konnte, war dieses Regiment in Magdeburg stationiert. Dieser eventuelle Bezug zu Magdeburg mutet zunächst seltsam an. …. Ich könnte mir vorstellen, dass die gesamte Familie nach der Geburt des 1. Kindes (1804) von etwa 1805 bis etwa 1815 ebenfalls in Magdeburg lebte, denn in diesem Zeitraum wird in Hoya kein weiteres Bischoff-Kind geboren.

Es gibt jedoch einen Sohn namens Carl Wilhelm Bischoff, der vermutlich um 1812 geboren wird. Er heiratet 1837 in Hoya Wilhelmine Friederike Heuhus, eine Tochter des dortigen Bürgers und Schlossermeisters David Heuhus.

Erst in den Jahren 1816, 1819, 1822 und 1824 werden in der Kirche von Hoya weitere Bischoff-Kinder getauft. Ab 1819 wird Gottlieb Wilhelm Bischoff als ‚Pensionär‚ bezeichnet – sein Soldatenleben ist also beendet.

Den 25. Julius wurden copulirt Wilhelm Bischoff
Soldat im 5. Kgl. Churfürst(lichen) Infanterie Rgt. unter H. Hauptmann v. Bolling
Compagnie des hiesigen Schlossers Frieder. Bischoff ehel(icher) Sohn
mit
Jungfer Anne Christine Heineken(,) des Henrich Heineken
zu Balje eheliche Tochter sind procl(amirt) d. 3ten u. 4ten Trinit(atis)

Eine neue Spur zur Erforschung der Familie Bischoff ergibt sich durch einen Heiratseintrag des Großvaters von Wilhelmine Bischoff. 1777 heiratet Friedrich Tobias Bischoff in Hoya Wilhelmines Großmutter – Anna Margarethe Elisabeth Gandesbergen aus Wechold. Seine erste Ehe schließt er jedoch schon am 17. Juni 1770 mit Anna Sophia Prange(n) und in diesem Heiratseintrag wird vermerkt, dass Friedrich Tobias Bischoff in Magdeburg geboren wurde. Da er am 30. Dezember 1806 im Alter von 70 Jahren und 2 Monaten verstirbt, müsste er demnach um 1736 in Magdeburg zur Welt gekommen sein.

Heiratseintrag aus dem KB von Hoya – 1770

Den Bezug zu der Magdeburg gibt es also bereits durch Friedrich Tobias Bischoff. Im Sterbeeintrag wird er als Schlossermeister bezeichnet – war auch er zunächst Soldat und ist als solcher in Hoya gelandet? Ist sein Sohn deshalb später in Magdeburg stationiert? Das gilt es nun herauszufinden!

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Worienen – Woryny – Chronik eines Ortes in Natangen

Es hat lange gedauert – über viele Jahre habe ich recherchiert, Archive besucht, Dokumente und Fotos gesammelt, Transkriptionen und Pläne angefertigt, geschrieben, Texte wieder geändert und weiter geschrieben.

Nachfahren ehemaliger Besitzer der Begüterung Worienenfrühere und heutige Bewohner des Ortes Worienen bzw. Woryny haben mir Informationen, Bilder und Berichte zukommen lassen und viele haben mich unterstützt, indem sie das von mir Geschriebene gelesen und mich auf Unstimmigkeiten hingewiesen haben.

Jetzt ist das Werk vollendet! Herzlichen Dank an alle, die mit dazu beigetragen haben!

Ein Buch wurde mir inzwischen zur Ansicht zugesandt – und für diejenigen, die sich ebenfalls für die Geschichte von Worienen interessieren, können nun weitere Exemplare gedruckt werden.

Ein Blick ins Innere des Buches
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Der ‚verschollene‘ Heinrich Kröger

Bis zum Ende seines Lebens hat Dr. Heinrich Christoph Kröger (Vetter meiner Mutter – mein ‚Onkel Heinz‘) alles nur Erdenkliche versucht, um die Identität und den Verbleib seines Urgroßvaters – meines Ur-Urgroßvaters – Heinrich Kröger zu klären. Leider gelang ihm das nicht.

Ich möchte es auch noch einmal versuchen! Bekannt sind folgende Fakten:

  • Am 4. März 1857 wird in Bremen-Lüssum Heinrich Schaumlöffel geboren – als unehelicher Sohn von Anna Lisette Schaumlöffel (1830-1865).
  • Nach dem Tod der Mutter wächst er zunächst bei den Großeltern – nach deren Tod bei einem Bruder der Mutter auf.
  • Von Kindheit an wird er nicht Heinrich Schaumlöffel, sondern Heinrich Kröger genannt – auch seine Ehefrau und seine Kinder verwenden später den Namen Kröger
  • Offiziell – in amtlichen Dokumenten – führen alle den Namen Schaumlöffel.
  • Am 20.9.1900 stellt Heinrich für sich, seine Ehefrau und seine Kinder den Antrag, den Namen Kröger auch offiziell führen zu dürfen.
  • Der Regierungspräsident in Stade gibt diesem Antrag am 1.4.1901 statt Bei der Antragstellung erklärt Heinrich, seinen Vater, den Arbeiter Heinrich Kröger, habe er nicht gekannt – er sei bald nach seiner Geburt verschollen.
  • Der Landrat in Blumenthal unternimmt einiges, um herauszufinden, ob noch Verwandte des Vaters leben und ob diese mit der Führung des Namens Kröger einverstanden seien.
  • Zu diesem Zweck erfolgt u.a. eine Anfrage an das Vormundschaftsgericht beim Amtsgerichts Blumenthal.
  • Die Akte selbst existiert 1900 nicht mehr, aus einer Notiz im Vormundschaftsbuch geht jedoch hervor, daß Heinrich Kröger aus Langen, Amt Stolzenau, am 3. September 1857 die Vaterschaft anerkannt und sich zur Alimentation verpflichtet hat
  • Der Landrat in Stolzenau teilt mit, dass der Ort Langern heißen müsse, dass dort jedoch keine Familie Namens Kröger bekannt sei

Nach 1990 bemüht sich mein Onkel selbst, anhand von Kirchenbüchern (Durchsicht des Kirchenbuchs von Buchholz, zu dem auch der Ort Langern gehört) und anhand von Volkszählungs-Listen Näheres zu ermitteln – leider erfolglos.

Heinrich Kröger und seine Ehefrau Margarete, geb. Knübel mit ihren 6 Kindern – ganz links meine Großmutter Anna Lisette, geb. 1885

Ich selbst fand irgendwann heraus, dass Anna Lisette Schaumlöffel am 27.8.1865 in der Blumenthaler Kirche den Dienstknecht Christoph Wilhelm Pohlmann heiratete, der am 31.5.1836 in Wehe im Kirchspiel Rahden geboren wurde. Nur wenige Monate später kommt eine tote Tochter zur Welt und 14 Tage nach deren Geburt verstirbt auch Anna Lisette.

In den letzten Lebensjahren meines Onkels forschten wir gemeinsam und stellten folgende Überlegungen an:

  • Kannten sich Heinrich Kröger und Christoph Pohlmann eventuell? Die Orte Langern und Wehe liegen nur etwa 30 km voneinander entfernt!
  • Hatte Heinrich andere Pläne und bat deshalb seinen ‚Kameraden Pohlmann‚, dieser möge sich um sein uneheliches Kind und dessen Mutter kümmern?
  • War Heinrich Kröger bereits verheiratet?
  • Ist er evtl. ausgewandert?
  • Stimmt vielleicht Heinrichs Angabe – er stamme aus ‚Langern‘ – gar nicht? Bei der Durchsicht des Kirchenbuchs von Rahden, zu dem der Ort Wehe gehört, fällt auf, dass in Wehe auch Familien namens Kröger leben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Rätsel zu lösen wäre!

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Landsberg – Górowo Iławeckie – Worienen – Woryny

Es war nicht immer so – aber mittlerweile gibt es viele Bewohner im ehemaligen Natangen, die sich sehr für die Geschichte der Orte interessieren, in denen sie nach dem Krieg eine neue Heimat fanden. Schon seit längerer Zeit tausche ich mich mit Wojtek Wolański – der heute in Dwórzno (Hoofe), dem Geburtsort meines Urgroßvaters Rudolph Leopold Gegner wohnt – über die Geschichte von Landsberg (Górowo Iławeckie) – Worienen (Woryny) und über das Leben damaliger und heutiger Bewohner aus.

So kommt es, dass einige meiner Artikel dieses Genealogie-Tagebuchs – oder Teile meiner Artikel – auch auf Polnisch auf einer Seite zu finden sind, die Wojtek betreibt – zum Beispiel dieser Bericht über Bewohner von Landsberg zwischen 1775 und 1790:

Man erfährt dort auch etwas über meinen Ur-Ur-Großvater Carl Westphal, der eine Mühle auf dem Kohnertsberg bei Landsberg besaß, in der er mit seiner Familie lebte ….

… oder über Julius Schnell, einen Kaufmann in Landsberg, der 1890 in Heilsberg die Nichte meiner Ur-Ur-Großmutter Johanna Louise Tugendreich Westphal, geborene Ankermann heiratete.


Nun hat Wojtek Wolański auch ein Buch über Landsberg herausgegeben. Erwähnt werden darin auch meine Urgroßeltern und mein Großvater Carl Ludwig Gegner, der in Landsberg zur Welt kam und hier seinen ersten Sohn – meinen Vater Karl Gegner – auf dem Arm hält.

Auf diese Weise kehrt mein ostpreußíscher Opa jetzt in seine Geburtsstadt zurück – ich denke, er hätte sich sehr darüber gefreut.

Auch über Worienen (Woryny) gibt es neue Nachrichten! Zwar warte ich immer noch auf ein Ansichtsexemplar meiner mittlerweile fertig gestellten Chronik – aber hier kann man sich inzwischen ansehen, was aus dem alten Administratoren-Haus am ehemaligen Schlossteich geworden ist – ich kann kaum glauben, wie schnell sich dieses baufällige Gebäude verändert hat!

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Meine ostpreußischen Spitzenahnen

Um mir einen besseren Überblick über die bisherigen Forschungsergebnisse zu verschaffen und weitere Recherchen zu erleichtern, habe ich die Spitzenahnen meiner ostpreußischen Vorfahren aufgelistet. Dabei zeigt sich, dass sie vor allem im Kreis Pr. Eylau lebten – in unterschiedlichen Orten des Kirchspiels Eichhorn, aber auch in den Kirchspielen Canditten, Klein Dexen, Buchholz, Dollstädt, Groß Peisten und Landsberg.

Einige Vorfahren waren im 17. und 18. Jahrhundert im Kreis Heiligenbeil und im Samland ansässig, andere stammen aus dem Kreis Goldap, aus Ludwigswalde oder aus Pinnau im Kreis Brandenburg.

Kreis Pr. Eylau

  • Erdmann Gegener – Böttcher in Polassen (1655-1701)
  • Gerg Truschcke, Schulz in Polassen (1640-1684)
  • Caspar Specht – Bauer in Müggen (vor 1634-1674)
  • Johann Pohl – Bauer und Schulz in Müggen (ca. 1610-1671)
  • Christoph Schmidt – Bauer in Müggen (1670-1745)
  • Gerge Neumann – Bauer und Schulz in Glomsienen (vor 1633-1672)
  • Christoph Gnoss – Gärtner in Glomsienen (1710-1745)
  • Johann Dorsch – Bauer in Eichhorn (ca. 1675-1746)
  • Peter Neumann – Bauer in Eichhorn (ca. 1640-1697)
  • George Werner – Bauer in Eichhorn (ca. 1670-1732)
  • Jacob Worm – Bauer in Worglitten (+ nach 1666)
  • Johann Thomßcke – Bauer in Worglitten; nach 1695 Bauer bzw. Instmann in Eichhorn (vor 1660-1715)
  • Jacob Bogdahn – Gärtner in Kohsten (vor 1630-1677)
  • Greger Häubich – Bauer in Schönwiese (+ nach 1674)
  • Jacob Gutt – Schuster in Canditten (ca. 1670-vor 1738)
  • Anna Part, Ehefrau v. Jacob Gutt (um 1673-1738)
  • Johann Boehnke – Krüger in Canditten (ca. 1730-nach 1778)
  • Michael Lehmann – Bauer in Canditten (+ nach 1712)
  • Jacob Dunckel – Bauer in Canditten (+ nach 1700)
  • Johann Hellwich – Schneider in Dollstädt u. Augam (ca. 1660-1705)
  • Maria Schulz, Ehefrau von Johann Hellwich – 1696 Witwe des Christoph Flügge i. Hoppendorf
  • George Ankermann – Bauer in Seeben (ca. 1600-nach 1660)
  • Johann Reuter – Krüger i. Althof, Schmoditten u. Schlauthienen (ca. 1630-1720)
  • Christoph Kebbe – Bauer in Pompicken (ca. 1660-vor 1707)
  • Christoph Rosenberg – Arrendator in Achthuben u. Schwadtken (vor 1700-1768)
  • Johann Politt – Baumann in Buchholz (ca. 1680-nach 1735)
  • Johann Willfang – Arrendator von Wangnick (ca. 1680-nach 1735)
  • Johann Friedrich Westphal Müllermeister i. Wilknitt, Pächter der Mühle i. Steegen (ca. 1729-1801)
  • Carl Matern – 1817 Instmann in Landsberg – 1819-1821 Einhübner in Hoofe – dann Erbpächter in Hoofe (um 1782-1873)

Kreis Heiligenbeil

  • Jorge Eberdt, Bauer in Schönlinde (1499-1560)
  • Peter Tidemann – Cöllmischer Freischulze in Schönlinde (ca. 1660-1714)
  • Peter Tolkmitt – Cöllmischer Freier zu Gehdau Nr. 1 (ca. 1610-vor 1661)
  • Michel Lange – Cöllmischer Freier und Schulz von Lütkenfürst (ca.1630-1703)
  • Michael Söcknick – Preußischer Freier zu Kumgarben (1637-1699)

Samland

  • Martin Reisemann – Hofmann im Hofe Wangen (ca. 1710-nach 1776)
  • Melchior Rumohr – Gärtnierer in Sudnicken (ca. 1696-1767)
  • Johann (Colbe) Kolb – Hofmann in Sudnicken (+ vor 1720)
  • Johann Christoph Stolzenberg – Arrendator in ? (+ vor 1747)

Aus anderen Gegenden Ostpreußens

  • Christoph Kenckel – Zimmermann in Heinrichswalde
  • Christian Schmidt – Huf- und Waffenschmiedemeister in Kapsitten, Domnau u. Mitmeister des Schmiedegewerks in der Stadt Domnau; 1782 Schmiedemeister in Tromitten – dann Schmied in Worienen (ca. 1721-1797)
  • Gerge Quednau – vermutlich Bauer in Stockheim (+ nach 1754)
  • Christoph Borm – Bauer in Regellen, Kreis Goldap, später in Schönwiese Kreis Pr. Eylau (ca. 1768-1824)
  • Eva Kulessa, Ehefrau v. Christoph Borm (ca. 1767-1839)
  • Stephan Derschau – Krüger in Ludwigswalde (ca. 1600-ca.1660)
  • Peter Klein – Krüger in Pinnau (ca. 1680-vor 1717)
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Familie Ankermann und die Kunstakademie in Königsberg

Wenn möglich, versuche ich auch die Lebenswege der Geschwister meiner Vorfahren zu verfolgen und manchmal entdecke ich dabei Verbindungen zu interessanten Personen und Familien. Im Fall von Ernst Ankermann, der – aufgewachsen in einer Kaufmannsfamilie im beschaulichen ostpreußischen Landsberg – fand ich heraus, dass er in eine renommierte Königsberger Künstlerfamilie einheiratet.

Ernst Friedrich Ankermann wird am 13. September 1860 in Landsberg geboren. Sein Vater, der dortige Kaufmann Friedrich Rudolph Ankermann, ist ein Bruder meiner Ur-Ur-Großmutter Johanna Louise Tugendreich Ankermann – Ernsts Mutter Auguste Johanna Clemens ist die Tochter eines Lehrers aus Großendorf im Kreis Heilsberg.

Nach dem Besuch des Gymnasium in Bartenstein, das Ernst Ankermann zu Ostern des Jahres 1880 mit dem Reifezeugnis abschließt, studiert er Rechtswissenschaften in Königsberg.

Ernst Ankermann wird Landrichter in Bartenstein und später Oberlandesgerichtsrat in Königsberg. Er ist 22 Jahre alt, als sein Vater 1882 in Schlawitten Selbstmord begeht. Ein Blick in die Königsberger Adressbücher zeigt, dass seine Mutter Johanna, geb. Clemens, 1899 in der Augustastraße Nr. 15 wohnt – 1906 ist auch Ernst Ankermann in der Augustastraße – im Haus Nr. 12 – zu finden. Auch Ernsts Schwester Johanne Auguste Schirrmann, geborene Ankermann, zieht später in die Augustastraße.

Ganz in der Nähe wohnt auch Professor Dr. Johannes Wilhelm Heydeck, Historien- u. Porträtmaler und Professor der Königlichen Kunstakademie in Königsberg.

Eines seiner bekanntesten Historienbilder

Der Hochmeister der Marienburg begibt sich zur Abendandacht in seine Hauskapelle

(Heydeck 1872) Quelle: Wikipedia

Professor Hedeck wird Ernst Ankermanns Schwiegervater. Ernsts Ehefrau Elisabeth Johanne Hermine Heydeck wurde am 2. Oktober 1869 in Königsberg geboren – ihre Mutter ist Hermine Marie Emma Rosenfelder. Ernst Ankermann und Elisabeth Heydeck müssen um 1891 geheiratet haben – von 1892 bis 1907 werden ihre sieben Kinder geboren, von denen jedoch 2 schon als Kleinkinder versterben.

Ernsts Schwiegervater Johannes Wilhelm Heydeck kommt am 2. Mai 1835 in Sakuten im Kreis Memelland zur Welt, studiert an der Kunstakademie bei Professor Carl Ludwig Julius Rosenfelder, heiratet dessen Tochter und tritt nach Ausscheiden Professor Rosenfelders an der Kunstakademie dessen Nachfolge an. Neben seiner Tätigkeit an der Akademie übernimmt Heydeck eine Reihe von Ausgrabungen für die Altertumsgesellschaft Prussia – u.a. leitet er 1880 die Ausgrabung der Gebeine Immanuel Kants in der Arkadenhalle an der Nordwand des Königsberger Doms.

‚Nun hob Professor Heydeck eigenhändig die Grube aus. Die anderen sahen gespannt zu. Nicht lange dauerte es, so legte sein Spaten ein Schädeldach frei. Etwas weiter nördlich fand er die Bruchstücke der Platte „Cineres mortales“. Die andere Inschriftplatte war nicht zu entdecken.

Mit der größten Behutsamkeit grub Heydeck weiter. Unterhalb der Plattenbruchstücke fand er ein schlecht erhaltenes Skelett. Zu ihm paßte das vorher gefundene Schädeldach‘. (Auszug aus einem Bericht von Herbert M. Mühlpfordt zum 195. Todestag von Immanuel Kant)

Kunstakademie Königsberg 1845-1945. Biographien der Direktoren und Lehrer; bearbeitet von Ingeborg Nolde

Weitere Informationen zu Johannes Heydeck sind hier zu finden!

Carl Ludwig Julius Rosenfelder – Heydecks Vorgänger und Schwiegervater – wird 1813 als Sohn eines Uhrmachers in Breslau geboren. Bei seiner Heirat am 11.3.1841 in der Jerusalem Kirche in Berlin mit Caroline Auguste Hermine Stephens, der Tochter von Johann Christoph Stephens, eines Amtmanns zu Havelberg, wird er als ‚Geschichts Mahler‚ bezeichnet. 1845 erhält Rosenfelder seine Berufung zum Direktor der neu gegründeten Königsberger Kunstakademie.

Ausschnitt aus dem Heiratseintrag
Kunstakademie Königsberg 1845-1945. Biographien der Direktoren und Lehrer; bearbeitet von Ingeborg Nolde

Der Maler Lovis Corinth, der vor seinem Studium in München einige Zeit an der Kunstakademie in Königsberg verbringt, begegnet dort auch Carl Ludwig Rosenfelder und berichtet: ‚Ich sah einen alten verwilderten Herrn mit breitkrempigem Hut, weißem Schnurrbart, ‚Sanft-Jacke‘ und fliegender Krawatte über den Schlossberg eilen‘.

Porträt Karl Ludwig Rosenfelder – Maler unbekannt, – Verein Berliner Künstler, gegr. 19. Mai 1841. Festschrift zur Feier seines fünfzigjährigen Bestehens, 19. Mai 1891. Ruthardt, Berlin 1891, S. 11 (Wikipedia)

Carl Ludwig Rosenfelder verstirbt 1881 in Königsberg – Johannes Wilhelm Heydeck 1910 in Rauschen, seine Ehefrau 1907 in Königsberg. Ernst Ankermann wird 80 Jahre alt und stirbt 1940 im Haus Augustastr. 7 in Königsberg. Sein Tod wird beim Standesamt angezeigt von seinem Sohn Hans Ankermann, Apotheker in Marienwerder. Ernsts Ehefrau Elisabeth Johanne Hermine Heydeck stirbt 1944 in Tapiau.

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