Um 1890 in Landsberg, Pr. Eylau

Mein Großvater Carl Ludwig Gegner war ein kleiner ‚Knirps‘ von 4 Jahren als diese Inserate von Landsberger Geschäftsleuten im Jahre 1890 im Pr. Eylauer Kreisblatt veröffentlicht wurden.

Aber vielleicht ist sein Vater Leopold, der in Landsberg als Schneidermeister  für den Unterhalt der Familie sorgt, mit ihm – als ältestem Sohn – einmal im Omnisbus nach Pr. Eylau gefahren …?

Und vielleicht hat ihn seine Mutter Therese, die sich inzwischen um 2 weitere kleine Söhne kümmern muss, ab und zu mit einem Einkaufszettel zu seiner Oma Johanna Ankermann (Thereses Mutter, im Inserat fälschlichweise Ackermann) oder zu ‚Onkel‘ Julius Schnell – einem Verwandten der Familie – geschickt, um Brandt-Kaffee für die Familie zu holen …?

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Brief an die Eltern – Bremen-Lüssum 1907

Heinrich Kröger wurde am 15.11.1894 in Bremen-Lüssum geboren. Er ist der jüngste Sohn meiner Urgroßeltern Heinrich Kröger und Margarete geb. Knübel. und der jüngste Bruder meiner Oma Anna Lisette (ganz links im Bild). Auf diesem Photo ist die ganze Familie vollzählig – Heinrich ist der kleine Junge hinten rechts.

Heinrich ist 13 Jahre alt als er am Neujahrstag des Jahres 1907 diesen rührenden Brief auf wunderschön verziertem Papier an seine Eltern schreibt:

Der Text lautet:

Lüssum den 1. Januar 1907

Liebe Eltern!

An des Jahres erstem Morgen bring‘ ich meine Wünsche dar, dank für Liebe, Müh und Sorgen in dem nun verfloss’nen Jahr.

Möge Gott Euch ferner schenken
Kraft, Gesundheit, Lebensmut,
segnend Eurer stets gedenken,
daß dies Jahr auch ende gut!

Lange mög er Euch erhalten,
mir das beste Elternpaar;
seine Gnade la(ß) er walten
über Euch noch manches Jahr
bis er führt zu seinem Frieden
Euch in seinen Himmel ein,
wo nach manchem Kreuz hienieden
er uns alle neu verein!

Dies wünscht Euch  Euer Sohn Heinrich

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Chronik des Ortes Worienen im Kreis Pr. Eylau

Bis auf die Formatierung, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird und einige kleine Korrekturen, die noch vorgenommen werden sollen, ist mein ‚Werk‘ – eine Chronik des Ortes Worienen im Kreis Pr. Eylau – nun fast vollendet. Das Inhaltsverzeichnis wird sicherlich nicht mehr verändert, deshalb kann es hier schon einmal eingesehen werden.

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Die Lage der Häuser in Eichhorn, Pr. Eylau

Das Dorf Eichhorn im ehemaligen Kreis Pr. Eylau (heute Wiewiórki) liegt unmittelbar an der Straße, die von Landsberg nach Bartenstein führt – nur 5 km entfernt von der Stadt Landsberg. ‚Im Dorf selbst waren zwei Gastwirtschaften (Nichau und Westphal) mit Ladengeschäften; letztere mit Saal, in denen die Feste der Vereine gefeiert wurden. Trotz der Stadtnähe waren viele dörfliche Handwerker wie Schmied, Tischler, Stellmacher, Schneider und Maurer vertreten. … Letzter Bürgermeister war Friedrich Schön.‘ (Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau; Seite 442)

Die nachfolgende Zeichnung stammt von Rudolph Passarge, der 1936 als Sohn des Bauern Walter Otto Passarge und dessen Ehefrau Else, geb. Hanke, in Eichhorn geboren wurde. Auch Walter Passarge kam bereits in Eichhorn zur Welt. Sein Vater Adolph Passarge war zu dieser Zeit Besitzer der Eichhorner Mühle.

Diese Liste wurde übernommen aus dem Buch von Horst Schulz: ‚Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau‘. Weitere Informationen zu Eichhorner Familien sind im OFB Eichhorn zu finden, das nach und nach vervollständigt wird.

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Familie Zippercke in Tapperlauken (Zipperken)

‚Der Ort Zipperken ist eine alte prußische Siedlung im Kammeramt Worienen der Komturei Balga. Darauf deutet schon sein ursprünglicher Name ‚Tapperlauken‚ hin. … Im Jahre 1537 erwarb Merten Zipperka das Gut Tapperlauken ‚zwischen Gallehnen und Woymanns gelegen,  für 505 Mark geringer preußischer Münze‘ von Fabian von Lehndorff. Nach diesem Besitzer erhielt Tapperlauken den Namen Zipperken, der seit 1570 erwähnt wird. Um das Jahr 1600 waren die 7 Hufen von Zipperken gegen einen Dienst und Bauverpflichtung noch im Besitz von Wenzel und Jacob Zipperka (Quelle: Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau, Seite 462).

Steuergefälle des Amts Pr. Eylau – 1624

Im Rechnungsbuch des Amtes Pr. Eylau aus dem Jahre 1624 ist angegeben, dass Tapperlauken zu dieser Zeit im Besitz von Bastian und Jacob Zipperka ist.

Tapperlauken – bzw. Zipperken – gehört zum Kirchspiel Eichhorn. Chronologie der Familie Zippercke anhand des Kirchenbuchs von Eichhorn:

  • Um 1660 genannt: Greger Zippercke als ‚Frey von Tapperlaucken
  • Er hat mindestens 7 Kinder:
  • Elisabeth * vor 1665 (Beginn der KB) + 1666
  • Michael *1666
  • Petrus *1669
  • Johannes *1671
  • Christianus *1673
  • Catharina *1675 und
  • Maria * 1678
  • 1669 wird auch Michel Zippercke, ‚Frey von Tapperlaucken‚ als einer der Paten bei der Taufe von Petrus Zippercke eingetragen.
  • Michel Zippercke bekommt einen Sohn namens Christianus, der ebenfalls 1673 geboren wird, jedoch kurz darauf verstirbt
  • Michel Zippercke selbst verstirbt im November 1672
  • Seine Ehefrau Anna heiratet am 5.2.1674 in Eichhorn den Freischulzen Christian Hopp(e) aus Schönwiese. Der Heiratseintrag im Kirchenbuch lautet:Christian Hopp, Freischultz von Schönwiese, mit J. Anna, Selig Michel Zipperken, Freyen von Tapperlaucken hinterlassener Witwe‘
  • Greger Zippercke lebt noch im Jahre 1681 – kein Sterbeeintrag im Kichenbuch von Eichhorn

Zur selben Zeit wohnt auch auf dem benachbarten Hof Wokellen eine Familie Zippercke. Beide Familien sind vermutlich miteinander verwandt

  • von 1674 bis 1681 mehrfach als Patin Gertraud Zippercke, Hofmutter im benachbarten Hof Wokellen
  • von 1676 bis 1681 ebenso mehrfach als Pate Greger Zippercke, Hofmann in Wokellen – auch 1678 bei der Taufe von Maria Zippercke, der Tochter von Greger Z., Frei aus Tapperlauken
  • 1681 werden sowohl Greger Zippercke von Tapperlauken als auch der Hofmann Greger Zippercke von Wokellen gemeinsam als Paten bei der Taufe einer Tochter des Schneiders Frantz Hammer aus Worienen aufgeführt
  • 1681 als Patin: Elisabeth Zippercke aus Tapperlauken

Taufeintrag aus dem KB von Eichhorn – 1681

Nach 1681 taucht der Name Zippercke im Kirchenbuch von Eichhorn nur noch in zwei Heiratseinträgen auf:

  • 18.11.1709: Peter Zippercke, Frey von Molwitten, mit J. Catharina (Liedtke), Freyen und Schmiedes von Stettinen eheleiblicher Tochter
  • 10.10.1712: Christian Zippercke, Frey von Molwitten, mit J. Regina, W(ilhelm Liedtcke) Freyen von Stettinen eheleiblicher Tochter

Die Väter der beiden Bräute (der Freibauer und Schmied Christoph Liedtke und der Freibauer Wilhelm Liedtke aus Stettinen) sind Brüder.

Horst Schulz schreibt in seinem Text über Mollwitten: ‚Um das Jahr 1700 gab es neben den Bauern die beiden Freigüter von Georg Volkmann und Georg Zipperken ….‘ 

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Aus dem Generalprotokoll des Amts Pr. Eylau (1785)

Die Prästationstabellen des Amts Pr. Eylau enthalten nicht nur Auflistungen über Steuereinnahmen oder Tabellen über die den einzelnen Mühlen zugeschlagenen Mahlgäste. Diese wurden ohnehin bereits ausgewertet und veröffentlicht. Es lohnt sich auch, die von den Beamten der Kriegs- u. Domänenkammer verfassten ausführlichen General-Protokolle zu lesen, die zwischen den Tabellen zu finden sind. Die Beamten teilen der Obrigkeit darin Besonderheiten und Missstände mit, die ihnen während der Bereisung der ihnen zugeteilten Region aufgefallen sind.

So berichtet Herr von Puttkammer im Jahre 1785 u.a. über die Beschwerden von Bewohnern, die in Dörfern unweit des Ermlandes leben :

‚Die in der Nachbarschaft des Ermlandes befindliche Dörfer beschweren sich über ihre Lage, denn es gehet kein Jahr vorbey, wo von denen sich daselbst aufhaltenden Zigeunern Diebstähle mancher Art zum größten Nachtheil der Königlichen Einsaaßen unternommen werden. Im Dorfe Glandau sind in diesem Sommer und Herbst aus denen Roßgärten und von der Weide 6 Stück Pferde gestohlen worden; dahero es wohl alle Aufmercksamkeit verdienen würde, diese dem Staat lästige Menschen auf eine oder die andere Art brauchbar, wenigstens unschädlich zu machen. Die vielen Klagen, die deshalb bey Ew. Königl(ichen) hochverordneten Cammer eingegangen, werden die Klagen dieser Dorfschafft rechtfertigen‘. …


Auch einzelne Personen – wie Bauer Tiedtke aus dem Dorf Warschkeiten und Bauer Plaumann aus Poschloschen – die bei der Bereisung der Dörfer wegen mangelhafter Bewirtschaftung ihrer Höfe aufgefallen sind, werden in dem Bericht erwähnt. Herr von Puttkammer schreibt:

‚Zwey Schaarwercks Wirthe verdienen hier besonders bemercket zu werden als der Bauer Gottfried Tiedtcke in Waschkeiten und der Plaumann in Poschloschen. Ersterer gehört zu der Classe der liederlichen Wirthe, das Angespann wird durch die Städtsche Holtz-Fuhren ruiniret, um das nöthige Geld zum Saufen zu erhalten, welches denn auch wöchentlich, ja wohl täglich continuiret wird, ohne daß seine Wirthschaft durch den Verkauf des vielen Holtzes gebeßert werde, vielmehr gehet durch seine öftere Anwesenheit in der Stadt, die nur die Befriedigung des unbezwinglichen Hanges zur Völlerey zur Absicht hat, die häußliche Wirthschaft zu Grunde, die Vermahnungen des Amts sind bishero ohne Effect gewesen, dahero nur noch dieses einzige Mittel  zu versuchen seyn würde, ihn mit Zuchhaus Strafe und Erbes Entsetzung zu bedrohen‘.

‚Der 2te Wirth namens Plaumann aus Poschloschen findet sich in schlechter Verfaßung, es fehlet an dem nöthigen Betriebs Vieh, welches ihm durch Unglücksfälle mancher Art verlohren gegangen. An eigenem Fleiß und Mühe soll es diesem Wirth nach der Anzeige des Beamten nicht fehlen, die Unterhaltung der vielen kleinen Kinder aber setze diesen Wirth sehr in seiner Wirthschaft zurück, und bevor selbige nicht soweit heranwachsen, daß ihm das fremde Dienst Gesinde entbehrlich, wird derselbe in keinen guen Zustand kommen‘.

Die von den Mormonen digitalisierten Prästationstabellen sind hier zu finden!

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Datenschützer warnen …

Ich finde es erstaunlich, wie unkritisch viele Hobby-Genealogen über ihre ‚Matches‚ und Erfolge bei der Auswertung ihrer DNA-Ergebnisse berichten. Nur selten findet sich jemand, der seine Skepsis gegenüber dem immer größer und immer kostengünstiger werdenden Angebot äußert, das mittlerweile ja sogar im Werbefernsehen zwischen den Sonderangeboten von Baumärkten und Schuhgeschäften auftaucht. Man liest und hört vor allem Sätze wie: ‚Toll – dank der DNA-Analyse habe ich die Nachfahren eines verschollenen Großonkels in Australien gefunden!‘ oder ‚Nun weiß ich endlich, dass meine Abstammung zu 17% in Baltikum liegt!‘

Vielleicht sollte man lieber auf das Aufspüren von Nachfahren eines vor 100 Jahren nach Australien ausgewanderten Vorfahren verzichten und stattdessen die unkalkulierbaren Gefahren und Risiken im Blick behalten, die mit einer Speicherung seiner DNA in einer riesigen Datenbank verbunden sein können… ? Zumindest sollte man sich doch wohl kritisch mit diesem Tthema auseinandersetzen!

Auszüge aus einem Beitrag vom 18.12.2018, der hier vollständig nachzulesen ist:

„Mitte November gab das US-Unternehmen Ancestry bekannt, fortan auch gezielt deutsche Ahnen- und Stammbaumforscher bedienen zu wollen. Das Online-Angebot, das aktuell für das Verschenken von Genanalysen zu Weihnachten wirbt, hat rasch Datenschutzspezialisten auf den Plan gerufen. So warnt das „Netzwerk Datenschutzexpertise“ im Rahmen der Publikation eines Gutachtens über die hiesigen Offerten am Dienstag davor, dass Ancestry-DNA rechtswidrig den „deutschen Gendaten-Markt aufzumischen“ versuche. …..

Datenkraken hätten es bisher vor allem auf die Spuren der Nutzer im Internet abgesehen, resümiert der frühere schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert, der das Gutachten erstellt hat. Der Fachmann moniert: „Mit den gleichen Maschen greifen sie nun nach den sensibleren Gendaten, locken mit Spieltrieb und menschlicher Neugier, verstecken sich hinter vielseitigen kleingedruckten Geschäftsbedingungen und verhökern dann die Daten steuersparend über Irland.“

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Im Spanischen Mantel auf dem Hofplatz von Tolks, Pr. Eylau

Es herrschten rauhe Sitten in Natangen während des 18. Jahrhunderts ….

Der folgende Eintrag stammt aus dem Jahre 1790. In Hanshagen im Kreis Pr. Eylau wollen sich vom damaligen Pastor Kriese der Müllergesell Johann Friedrich Brakvogel, Sohn eines Tischlermeisters aus Bartenstein, und Juliane Feyer, ‚aus dem Ermländischen Dorfe Frauendorf‘, eine Tochter des geschiedenen Bauern (und jetzigen Instmanns) Christoph Feyer aus Reddenau, trauen lassen.

Der Bräutigam kann ein Zeugnis ‚des Policey-Bürgermeisters‘ Werner aus Bartenstein vorlegen, worin seine Angaben bestätigt werden. Die Braut jedoch besitzt keinerlei Unterlagen. Ihr Geburtsort Reddenau ist ein adeliges Dorf, das zu den Tolkschen Gütern der Familie von Tettau gehört. Gutsherr ist zu dieser Zeit Hans Adolf Ernst von Tettau.

Pastor Kriese wagt es ich nicht, die Trauung ohne Erlaubnis des Gutsherrn zu vollziehen. Er wendet sich an Herrn von Tettau und schreibt nach erhaltener Antwort ins Kirchenbuch: ‚Da die Braut nach allen Umständen als eine Unterthanin zu betrachten war, aber die Mutter behauptete, daß sie wäre erbgegeben worden, u. daß der Losbrief sey verlohren gegangen; so that ich in dieser Sache eine schriftliche Abfrage bey Herrn v. Tettau auf Tolx und erhielt von demselbten unterm 8ten November 1790 zur Antwort, daß er sich aller Ansprüche auf sie begeben und ihrer ehelichen Verbindung keine Hinderniße in den Weg lege, nach eignem Geständniß, sie, weil sie nach Martin nicht wäre in den Dienst zurückgekommen, durchs Militair habe aufheben, in die Güter zurückführen, auf dem Hof=Platz zu Tolx und in Rednau den spanischen Mantel tragen und darauf über die Grenze bringen laßen, um nicht ferner die Güter mit ihr zu verunreinigen.

Diese umständliche und gewissenhaft abgefaßte Nachricht dienet zur Rechtfertigung, daß man nicht einen Freyen mit einer Unterthanin, sondern mit einer Freyen copuliret habe.‘

Kirchenbuch Reddenau

Quelle: Wikipedia

 

 

Ein Schandmantel, auch Schandtonne und Spanischer Mantel genannt, war ein Strafinstrument ab dem 13. Jahrhundert. Die aus Holz gefertigten Mäntel, die mitunter innen mit Blech ausgelegt waren, wurden zum Vollzug von Ehrenstrafen eingesetzt. (Wikipedia)

 

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Ein Haus in Kohsten, Pr. Eylau

Das kleine Dorf Kohsten (vor 1846 Kosten oder Koosten geschrieben) im Kreis Pr. Eylau, ‚lag etwas abseits an Landwegen 1,5 km westlich der Chaussee Beisleiden-Petershagen. Bis Weischnuren waren es 1,5 km, bis zum Kirchdorf Eichhorn 4,5 km‘ (Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau, Seite 521).

1945 hießen die letzten Besitzer:

  • Julius Klein
  • Hermann Langhans
  • Hugo Langhans
  • Heinrich Maak
  • Willy Pohl
  • Richard Reimann und
  • Fritz Rogall

Heute ist ehemalige Dorf Kohsten Teil des Dorfes Wajsnory (früher Weischnuren).

Die jetzigen Bewohner des auf dem nachfolgenden Ausschnitt gekennzeichneten Hauses würden sich freuen, wenn sie wüssten, wer früher in diesem Haus lebte. Vielleicht kann jemand helfen?

 

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Das ‚Hospital zum Heiligen Geist‘ in Landsberg, Pr. Eylau

‚Mit dem Schicksal Landsbergs ist allezeit, das „Hospital zum Heiligen Geist“ verbunden gewesen. Das Hospital ist um 1367 gegründet, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Pfarrer Nicolass, der im Jahre 1367 vom Orden Zandersdorf erwarb und es dem Hospital schenkte. Dann kam Zandersdorf durch Verleihung um 1461 in den Privatbesitz des Pfarrers Caspar Boteke. Als er starb, wurde Zandersdorf durch den Herzog wieder dem Hospital zurückgegeben. Um 1540 wusste man nicht mehr, wie das Dorf eigentlich Hospitalslehen geworden war. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erhielten es die Waldburger verliehen, die gleichzeitig auch die Unterhaltung des Hospitals übernahmen. Zum Hospital, das unter der Lehnsherrschaft der Reichsgrafen Schwerin neu erbaut wurde, kam auch das Gut Schönwiese für einige Jahre‘. (Quelle: Hermann Bink, 625 Jahre Landsberg. Wechselvolle Schicksale einer kleinen ostpreußischen Stadt, Ostpreußen-Warte, 1960)

Im Amtsregister von Pr. Eylau wird 1604 unter der Rubrik ‚Hospitale‚ nur das Hospital in Landsberg genannt.

Eins ist zur Landesburgh dem Herren Truchseßen von Waldpurgh zugehörig

Unter den von den Mormonen digitalisierten Beständen des ehemaligen Königsberger Staatsarchivs finden sich auch Abrechnungen des Landsberger Hospitals (Film Nr. 007948712), die Auskunft geben über Einnahmen und Ausgaben aus der Zeit von 1731 bis 1737. Die hier abgebildeten Ausschnitte stammen aus diesen Digitalisaten. Genannt werden darin u.a. die Namen der damaligen Bewohner von Zandersdorf (heute Swędrówka), die Abgaben an das Landsberger Hospital entrichten müssen – zum Beispiel der Schulz Ohnhut (später Anhut geschrieben), Jacob, Simon und Hans Rode und Andres Brißkorn (später Brieskorn).

Einkünfte erzielt das Hospital zudem durch den Verkauf von Obst aus eigenem Garten und durch die Pacht, die das Gut Schönwiese jährlich zu leisten hat. Von Trinitatis (1. Sonntag nach Pfingsten) 1731 bis Trinitatis 1732 übergibt der damalige Arrendator Ge(o)rge Schultz dem Hospital 800 Reichtstaler.

Das Hospital versorgt nicht nur Kranke, sondern kümmert sich auch um die Armen der Stadt. Verpflegt werden jeweils 10 arme Personen – vor allem von Spenden einzelner Personen oder ganzer Dorfschaften. Aufgeführt werden die Almosen unter ‚Einnahm an Verehrungen(,) so die Zehen Armen unter sich getheilet haben‘. Im Januar 1731 sind dies zum Beispiel:

  • 10 Haußbacken Brodt und 1/2 Scheffel Erbsen von Grauschienen
  • 10 Haußbacken Brodt von Glandau
  • 6 Rthl. vom H. Cantor
  • 1 Scheffel Korn von Canditten
  • 1 Scheffel Korn (vom) Krüger von Glandau und
  • 1 Mahlzeit Essen und Trincken woll getractiret vom H(errn) Bürgermeister‘

Unter ‚Ausgaben‘ wird auch die regelmäßige Zahlung von Bargeld an die 10 Armen verbucht, die alle drei Wochen – jeweils am Dienstag – ‚laut Concession der Gnädigen Lehnsherrschafft‘ stattfindet.

Immer wieder muss auch Geld für Handwerker und Material für die Instandsetzung der Gebäude ausgegeben werden – so erhalten 1731 der Mauer Lapuse, der Handlanger Stebun (=Steppuhn) 4 Rthl und 16 Gl und der Töpfer Gertler 6 Rthl und 18 Gl ‚vor den Offen im Vorwerck neu zu setzen, dabey er 63 neue Kacheln verbrauchet(,) auch in des Gertners Damraw (=Damerau) Gebäude den Offen umbgesetzet den 4. Nov(ember).

Auch Folgendes ist den Hospitals-Abrechnungen vermerkt:

  • im Dezember 1731 spendet Johann Wilhelm Hellwich, der Müllermeister von Landsberg, dem Hospital im Dezember 1731 einen Scheffel Mehl (Johann Wilhelm Hellwich ist mein Ur….Großvater)
  • Herr Goßky gibt im Dezember 1733 zwei Reichstaler ‚vor seine Frau zu beten um ein seeliges Ende‘ (Johann George Goßky ist Gewürzhändler u. Kirchenvorsteher in Landsberg. Er heiratet 1734 Barbara Sophia Schultz, eine Tochter des Pfarrers Jacob Schultz aus Reichau)
  • im Jahre 1735 erhält das Spital 10 Reichstaler und 22 Gulden aus der Hinterlassenschaft der verstorbenen ‚Möckschen‘ – die andere Hälfte ‚ist der Catharina Corinthschen zur Erbschafft gegeben, weil sie derselben näheste Erbin als Schwester Tochter gewesen‘
  • am 23. August 1736 gibt das Hospital 1 Reichstaler  ‚einem Armen und Kranken Saltzburger Bartel Creutzberger nebst seinem elenden Weib und vier Kinder(,) davon 2 gantz kranck‘

Im Juni des Jahres 1738 bestätigt Amtmann Klügel auf Wildenhoff : ‚Nachdem in Vollmacht des Herrn Cammer Herrn und Erb Cämmerers der Chur und Marck Brandenburg Reichs-Graffen von Schwerin ich die Landsbergsche Hospital Rechnung von Anno 1736 bis 1737 abgnommen und solche in Einnahme und Ausgabe richtig befunden; Als(o) habe die Herren Vorsteher darüber hierdurch quittieren auch zu deßen mehrerer Vergewißerung diese Rechnung unterschreiben und besiegeln wollen‘

Als Ergänzung noch einige Einträge aus dem Kirchenbuch von Landsberg mit Bezug zum Hospital:

  • Heiratseintrag 1713: H. Valentinus Schultz, Senator et xenodochus (=Spitalmeister) antistas alhir, mit Jgfr. Maria, Seel. Herrn Jacob Hemplers, scabinus (=Schöffe) in Heiligenbeil, relicta filia
  • Heiratseintrag 1715: Mr. Johann Friedrich Geiseler, e. Bürger, Festbäcker u. Mälzenbräuer alhir, mit Jgfr. Catharina, Hr Valentinus Schultzen, (arenda)toris u. Hospital-Vorstehers alhir, fila
  • Heiratseintrag 1716: Mr. Michael Krause, Bürger u. Leinweber alhir, mit Jgfr. Barbaram seel. Hn. Christoph Eichlers, gew. Senatoris u. Hospital-Fürstehers alhir, filia.
  • Heiratseintrag 1734: H. Friedrich Theodor Baurath, Stud. Theol., mit Tit. Jgfr. Regina, des Tit. Hrn. Valentin Schultzen, Raths Verwandten u. Hospital Vorstehers allhir Jgfr. Tochter
  • 1734 werden als Hospitalvorsteher Valentin Schultz und Gottfried Bernhard Schultz genannt
  • Heiratseintrag 1733: Gottfried Bernhard Schultz, Candidatus Juris u. unserer Hochgräfl. Lehnsherrschafft bestallter Lehns Secretarius mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel. He. Frantz Christian Horns, gewesenen Medicin und Gewürtz=Apothekers, relicta vidua
 
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