weitere Mühlen in Landsberg

In Landsberg, Pr. Eylau,  gab es neben der alten Ordensmühle noch weitere Mühlen.

Carl Ludwig Holldack, Rektor in Landsberg, schreibt 1880 in der Landsberger Chronik: ‘Bei meiner Übersiedlung nach Landsberg in 1840ziger Jahren versorgte unsere einfache Stadt-Wassermühle mit ihrer Friedrichs-Backmühle (so genannt, weil sie Friedrich den Großen zu Pferde in ihrer Fahne führt), oben an der Brachstube am Pappertschen Wege gelegen, sowohl die ganze Stadt als einen großen Theil der ländlichen Umgebung hinlänglich mit ihren Mühlenerzeugnissen von gewöhnlichem Mehl, Graupen und Grützen – und konnte diese Mühle wegen Wassermangel nicht mahlen, so schickte der alte Müller Schulz eine vierspännige Fuhre mit Roggen oder Weizen nach der obern Eichener Wassermühle Nach der Separation baute Müller Westphal inmitten seines zugetheilten Landes auf dem Kohnertsberge einen schönen Gallerie-Holländer und dieser mußte dem steigenden Mehl-Consum ab- und aushelfen zum Mahlen,  damit er Wasser herunter bekam.’

Dieser erwähnte Müller Westpal ist mein Ur-Urgroßvater Johann CARl Westphal, der am 27. März 1822 in Worienen geboren wurde. Vor seinem Umzug nach Landsberg war Carl Westpahl Besitzer der Mühle von Gr. Peisten.


Der Kohnertsberg liegt etwa 1,5 km südlich von Landsberg und ist ca. 120 m hoch.

Rektor Holldack fährt fort:

‘Nach dem Bau der Pr. Eylau-Heilsberger Chaussee baute Müller Neumann neben dem Lindenkruge oben nach der Brachstube eine Bockwindmühle und etwas später erhob sich neben dem Röhrenteiche am Eichener Wege noch eine zweite Bockwindmühle, welche beide aber bald verkauft und abgebrochen wurden, weil sie sich nicht rentirten, da bereits Bäcker und Mehlköker die Heilsberger und Woriener Mühle aufgesucht hatten, wo sie besseres und zwar Cylinder-Mehl bekamen.

Unser Mühlenbesitzer Seddig sah dieses Leben nach Auswärts eine Zeitlang an, baute aber auch bald seine Wassermühle mit einem Cylinder-Gange aus und fügte dazu auch bald einen Dampfbetrieb mit einem großen Dampfschornsteine dazu, damit sein Mahlwerk weder zur Zeit der Wasserdürre im trockenen Sommer, noch bei starkem Froste im Winter in Stocken geriethe.

Mittlerer Weile hatten dem Consum zu genügen gewußt der frühere Müller und Mehlhändler R. Bönke (ein Verwandter des Stadtkämmerers R. Ohlenschläger), der Mehlhändler Daniel Schulz und Mehlhändler Gramatzke, und in der letzteren Zeit sogar eine jüdische Familie, die ihre Mühlenerzeugnisse sogar aus der Rastenburger Mühle herholte. Der Höker Sand bezog auch, wie vor, sein Mehl aus der Heilsberger Mühle, Gramatzke aus Worienen und von wo momentan die Bäcker mahlen lassen mögen, ist nicht ganz festzustellen, denn an Seddig kann man sich immer nicht so gut gewöhnen, da er zu klein Gewicht aus der Mühle verabfolgt. Im Ganzen sind jetzt 5-6 Mehlhändler und Höker, die die Stadt reichlich versorgen‘.

Möglichweise steht das im September 1848 im Kreisblatt Pr. Eylau veröffentlichte Inserat in Zusammenhang mit dem Bau einer der vorgenannten Mühlen. Das Königl. Landrathsamt in Pr. Eylau  weist daraufhin, dass Mühlenmeister Johann Both in Landsberg beabsichtige, auf seinem ‘Terrain’ eine Bockwindmühle zu bauen und dass sich diejenigen melden mögen, die Einwendungen dagegen hätten.

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