Von Worienen nach Kapsitten und zurück

Manchmal hilft mir das Aufschreiben bisher recherchierter Fakten, um Ansatzpunkte für eine erneute Suche nach meinen Vorfahren zu finden. Christian Schmidt(ke) – der Name wird unterschiedlich geschrieben – und Dorothea Quednau sind meine Urgroßeltern 5. Grades.  Als 1764 in Worienen ihre Tochter Anna Regina zur Welt kommt, ist der Vater Schmied in Worienen, Pr. Eylau. Anna Regina wird nur etwa eine Woche alt. Nach ihrem Tod verschwindet die Familie aus Worienen. Schmied in Worienen ist nun Georg Simon Ammon.

Wann die Familie ins Kirchspiel Eichhorn zurückkehrt, weiß ich nicht genau. Die im Zeitraum von 1765 bis 1773 geborenen Kinder werden jedenfalls nicht in Eichhorn getauft. Erst aus späteren Einträgen zu den Familienmitgliedern ist Näheres zu erfahren:

  • 1793 heiratet in Eichhorn die um 1773 geborene Tochter Anna Regina Schmidt (benannt nach der verstorbenen jüngeren Schwester) den Knecht Christian Gottlieb Gnoss aus Glomsienen. Der Heiratseintrag ist schlecht zu entziffern – zu lesen sind lediglich einige Fragmente wie ‚jüngste Tochter‘, ‚Meister Christian Schmidten, Huf und (Waffen) schmidt‘ (=Schmied), … und ‚Schmidtgewerk in der Stadt Domnau.‘ …
  • Aus dem Sterbeeintrag des Sohnes Friedrich, der nur 36 Jahre alt wird und 1801 in Polassen stirbt, geht dann hervor, dass die Familie nach ihrem Wegzug aus Worienen in Kapsitten bei Domnau gelebt haben muss. Der Eintrag im KB von Eichhorn lautet: ‚Den 3. December starb in Polassen an der Lungensucht der Huf und Waffen Schmiedegesell Friedrich Schmidke, 36 Jahre, Sohn des verstorbenen Christian Schmidtke, Huf und Waffen Schmiedemeisters in Kaps(ch)itten, Domnauschen Kirchspiels und der noch lebenden Witwe Dorothea geb. Quednauin aus Stockheim u. wurde den 6.12. nach einer ihm zuvor gehaltenen Leichenpredigt bestattet‘.

Kapsitten_Karte-horz

Am 31.7.1797 stirbt Christian Schmidt selbst in Polassen im Alter von 76 Jahren und wird am 31.7. mit einer Leichenpredigt begraben. Seine Ehefrau Dorothea geb. Quednau wird 72 Jahre alt und verstirbt 1807 in Polassen an Entkräftung.

Mein direkter Vorfahre ist der um 1771 – vermutlich in Kapsitten – geborene Sohn Carl Wilhelm Schmidt. Er arbeitet als Kunstgärtner in Worienen und heiratet Anna Louise Tugendreich Reissmann die Tochter des ‚Oberwarths im Jägerhof“, der Privatförsterei der Begüterung Worienen.

Worienen_Kapsitten

Nun habe ich mir per ‚Google Streeview‚ Kapsitten und die Umgebung einmal angesehen. Heute heißt der Ort Jagodnoje (russisch Ягодное). Läuft man von Worienen aus ‚querfeldein‘, beträgt die Entfernung etwa 23 km.

Das Gut Kapsitten scheint nicht mehr zu existieren – allerdings sind wohl noch einige alte Nebengebäude des Guts erhalten. Laut Plan (s.o.) gehörte zum Beispiel dieses Gebäude zum Gutshof.

Kapsitten_5

Und auch durch Domnau bin ich ‚gelaufen‘, denn dort wird sich die Familie sicherlich oft aufgehalten haben. Man erkennt an den Häusern, dass die Stadt einmal sehr schön gewesen sein muss.

Um weitere Informationen zu dieser Vorfahren-Familie zu erhalten, werde ich wohl die Kirchenbücher von Domnau durchsehen müssen – möglicherweise haben Christian Schmidt und Dorothea Quednau in Domnau geheiratet und vermutlich wurden dort einige ihrer Kinder getauft.

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3 Kommentare zu Von Worienen nach Kapsitten und zurück

  1. Thomas Neiss sagt:

    Guten Tag,
    mine Großmutter und ihre Vorfahren stammen aus Kapsitten bzw. Domnau: die Landarbeiterfamilie Gottfried Sommer.

    So habe ich mit Ihrer Hilfe einige Spuren entdecken können.

    Vielen Dank
    Thomas Neiss thomasneiss@hotmail.de

  2. Birgit Pörschke sagt:

    Hallo, das Gebäude auf dem Foto war in der Tat ein Nebengebäude des Gutshauses Kapsitten. In diesem Haus lebte mein Schwiegervater als Kind mit seiner Familie bis zur Flucht im Januar 1945.
    Der Vater meines Schwiegervaters war Stellmacher auf dem Gut von Hans von Meßling in Kapsitten.
    Liebe Grüsse
    Birgit Pörschke

  3. Birgit Pörschke sagt:

    Das Gut Kappsitten (Gutshaus) wurde gesprengt. Man kann etwas weiter an der Strasse gelegen (gegenüberliegende Strassenseite der Nebengebäude) noch die ehemalige Einfahrt zum Gutsgaus mit Zaun sehen. Von dem Gut selbst steht nach Angaben meines Schwiegervaters nur noch eine verfallene Scheune.

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