Jacob Lehmann, Bräuer von Wildenhoff

Jacob Lehmann und Barbara Dunckel sind meine Urgroßeltern  6. Grades. Über lange Zeit – auf jeden Fall wohl von etwa 1710 bis etwa 1727 – ist Jacob Lehmann Bräuer der Begüterung Wildenhoff.

Er hat die Erbauung des wunderschönen Schlosses von Wildenhoff miterlebt, das der Reichsgraf  Friedrich Wilhelm von Schwerin in der Zeit von 1705 bis 1727 von dem Architekten Jean de Bodt errichten ließ.

Bei der Hufenschoss-Aufnahme 1717 erfährt man über Wildenhoff (ohne Vorwerke): „Adliger Sitz von 12 Hufen mit neuem Schloß, 11 Hufen Acker, 1 Hufe Brüche und See, kein Wald. Das Land wird von Scharwerksbauern bearbeitet, 3 Gärtner (Instleute mit etwas Land), 3 Knechte, 2 Mägde, 1 Junge. 4 Teiche sind besetzt. 20 Kühe à 20 Mark Pacht im Jahr; jeder Gärtner 1 Kuh. Ein Krug ist vorhanden, Ausschank bis 16 Tonnen Bier und 20 Stof Branntwein im Jahr. Brennerei höchstens 90 Scheffel im Jahr gebrannt. 70 Taler 30 Groschen Steuer im Jahr für Hauptgut“.  (Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau; Seite 350)

links: Ausschnitt aus einem Messtischblatt – rechts: Quelle: Google Earth

Wildenhoff gehört zum Kirchspiel Canditten. Aus den Einträgen der Canditter Kirchenbücher geht hervor, dass im Kirchspiel gleichzeitig ein zweiter Jacob Lehmann lebt. Er ist Bauer und Schulz in Rimlack und außerdem Gerichtsgeschworener. Beide Personen werden häufig als Taufpaten genannt und immer deutlich unterschieden: ‚Jacob Lehmann, der Bräuer‘ bzw. ‚Jacob Lehmann, der Bauer‘.

‚Mein‘ Jacob Lehmann hat mindestens 4 Kinder, die in Wildenhoff zur Welt kommen:

  • Tochter Maria Lehmann heiratet 1734 den Müller Johann Jacob Langkau
  • Tochter Catharina Lehmann wird die Ehefrau des Krügers George Steinau u. heiratet nach dessen Tod den Krüger Johann Boenke
  • Sohn Michael Lehmann heiratet in Buchholz Elisabeth Andres, eine Tochter des Hofmanns in Saraunen
  • Sohn Johann Georg Lehmann, geb. 1722 u. später vermutlich Krüger in Gr. Steegen

Nach 1727 ist Jacob Lehmann Eigentümer in Canditten, wo seine Ehefrau Barbara und er selbst am Ende des Jahres 1753 kurz nacheinander – offenbar unerwartet – versterben.

Sterbeeintrag aus dem KB von Canditten

‚den 30. ej. (Dezember) ist der alte gewesene Bräuer Jacob Lehmann begraben, der den 28. ej. des Morgends, da er noch gesund heraus gegangen, bey seinem Eintrit in die Stube plötzl(ich) gestorben ist. Wie es (auch?) mit seiner, den 19. Nov(ember) begrabenen Ehegattin tödl(icher) Krankheit plötzlich zugegangen ist‘.

Meine direkten Vorfahren sind Jacobs Tochter Catharina Lehmann und ihr Ehemann, der Krüger Johann Boenke.

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