Vom Samland nach Natangen …

Die Vorfahren meines ostpreußischen Großvaters Carl Ludwig Gegner lebten vor allem in und rund um Landsberg – in kleinen natangischen Orten der Kreise Pr. Eylau und Heiligenbeil. Aber ab und zu führt mich meine Spurensuche auch in ganz andere Regionen, in diesem Fall ins Samland – in .eine Gegend, mit der ich mich bislang gar nicht beschäftigt hatte.

Im Kirchenbuch von Eichhorn, Pr. Eylau, tauchen Gottfried Reissmann und seine Ehefrau Louise, geb. Rumohr erstmals im Jahre 1788 auf, als ihre Tochter Helena Dorothea im Alter von nur einem Jahr und 6 Wochen verstirbt. Beide Namen – sowohl Reissmann als auch Rumohr – kommen im Eichhorner Kirchspiel ansonsten nicht vor.

Die Familie wohnt im Jägerhoff, der Woriener Privatförsterei, denn Gottfried Reissmann ist Oberwart dieser Försterei. Bei ihrer Ankunft in Worienen bringt das Ehepaar bereits einige Kinder mit – u.a. auch meine damals etwa 10jährige Ur…mutter Anna Louise Tugendreich Reissmann, die später den Woriener Kunstgärtner Carl Wilhelm Schmidt aus Kapsitten heiraten wird. Die Geburtsorte der vor dem Eintreffen der Familie in Worienen geborenen Kinder sind bislang nicht bekannt.

Aber ich konnte herausfinden, dass Gottfried REISSMANN – so die Schreibweise im Kirchenbuch von Eichhorn, die auch in den nachfolgenden Generationen beibehalten wird – eigentlich Gottfried Ludwig Reisemann heißt und dass sowohl er als auch seine Ehefrau aus dem Kirchspiel Schaaken im Samland stammen.

  • Gottfried Ludwig Reisemann wird 1745 in Sallecken als Sohn des dortigen Arrendators Johann Jacob Reisemann und dessen Ehefrau Barbara Dorothea Siegmund geboren.
  • Louise Rumohr kommt 1753 nicht weit entfernt – auf dem Gut Sudnicken – zur Welt. Auch ihre Eltern, der Jäger Ernst Friedrich Rumohr und seine Ehefrau Anna Regina Stolzenberg ziehen später zu ihrer Tochter in den Worienener Jägerhoff.

Der Vater von Ernst Friedrich Rumohr und Großvater von Louise ist Melchior Rumohr. Nach Michael Gegner und Carl Wilhelm Schmidt, die beide als Gärtenierer (Kunstgärtner) am Hofe von Worienen tätig sind, ist Melchior Rumohr nun der dritte Kunstgärtner unter meinen Vorfahren.

Melchiors Braut – Maria Dorothea Colbe – ist bereits schwanger als beide am 18.12. des Jahres 1720 heiraten. Der Eintrag im Kirchenbuch von Schaaken lautet: ‚den …. sind nach einmaliger Proclam(ation) zusammen getraut alß unzüchtige Personen Melcher Rumor ein gardinirer und die ? Braut? Maria Doroth(ea), seel(ig) Hanß Colben Hoffmanß ehl(iche) Tochter, beyderseits im hochadl(igen) Hoffe Sudnecken in Dienst‘.

Es war wohl höchste Zeit mit der Heirat. Normalerweise erstreckt sich die Proklamations-Zeremonie über mehrere Wochen – erst anschließend konnte dann geheiratet werden. In diesem Fall konnte nur die Proklamation nur noch ein einziges Mal erfolgen. Vier Wochen später wird auf dem Gut Sudnicken bereits Sohn Ernst Friedrich Rumohr geboren.

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