Familie Hellwich (Helmich) in Dollstädt, Pr. Eylau

Nun habe ich endlich den Taufeintrag meines Vorfahren Johann Wilhelm Hellwich gefunden! Ich wusste bereits viel über ihn und hatte vor langer Zeit im Geheimen Staatsarchiv Pr. Kulturbesitz in Dahlem sogar den Erbpachtskontrakt entdeckt, den er 1749 mit dem Grafen von Schwerin auf Gut Wildenhoff geschlossen hatte. Ich kannte seine beiden Ehefrauen und einige seiner Geschwister und konnte seinen Lebenslauf bis zum Jahre 1764 verfolgen. Am 21. März 1764 verstirbt er im Alter von 74 Jahren in der Mühle von Gr. Steegen.

Johann Wilhelm Hellwich wechselte häufig seinen Wohnsitz. Er war:

  • 1717 als Müllergesell Taufpate in Landsberg u. Canditten
  • bis 1722 Müller in Finken, Ksp. Buchholz
  • ab 1724 Müllermeister in Landsberg
  • um 1730 Arrendator der ‚Gräflich Schwerinschen Mühle‘ zu Landsberg
  • um 1744 Müller in Kumkeim; Ksp. Eichhorn
  • ab 1744 Arrendator des Vorwerks Woymanns
  • ab 1749 Pächter der Mühlen von Gr. Steegen und Liepnick, Ksp. Canditten

Seine Herkunft war bislang ein Rätsel. Nun weiß ich, dass er am 28. August 1690 als Hanß Wilhelm Helmich in der Kirche zu Dollstädt getauft wurde!

Der Familienname wird immer mal etwas abgewandelt – in ein und demselben Kirchenbuch findet man innerhalb derselben Familie die Varianten: HelmichHelmigHelmingHelwingHelwig und Hellwich.

Schon im November des Jahres 1681 wird Johann Wilhelms Schwester Loysa Catharina in Dollstädt getauft. Und nach Johann Wilhelm folgen noch weitere Kinder. Bei der Taufe einer seiner Schwestern  wird schließlich auch der Beruf des Vaters angegeben. Vater Johann Hellwich war Schneider.

Um möglichst alle Hinweise auf eine bestimmte Familie im Blick behalten zu können, habe ich mir angwöhnt, bei der Durchsicht eines Kirchenbuches Notizen anzufertigen. Auch bei der Durchsicht des Kirchenbuches von Dollstädt bin ich so vorgegangen. Nachdem ich den Taufeintrag von Johann Wilhelm Hellwich im Jahre 1690 entdeckt hatte, habe ich die Taufeinträge des Kirchenbuchs von Beginn an (1643) verfolgt. Dabei achte ich auch besonders auf die Paten! Meine Notizen sehen in etwa so aus:

  • schon 1640 lassen Gerge u. Anna Ankermann in Seeben ihren Sohn Michael taufen
  • möglichweise sind auch diese beiden meine Vorfahren! (hat sich bestätigt!)
  • 1643 Benedict Nitschmann ist Schulz in Dollstädt – Ehefrau Dorothea
  • Michel Braun – Ursula – Müller in Kattlack – Sohn Barthel get. 6.3.1644
  • George Stephan – Gärtenierer im Hofe Penken – Amalia get. 25.5.
  • Christoph Neander – Schreiber im Hofe Penken
  • Jacob Behm – Schneider in Dollstädt
  • 1646 der Schuster in Seeben heißt Rabe
  • in Dollstädt leben: Peter Glandien, Gerge Vogel, Martin Hantel, Christoph Nitschmann
  • Gerge Stephan, Gärtenierer u. Frau Elisabeth lassen Sohn Ludewich taufen 24.6.
  • Michel Braun ist ‚gewesener Müller‘ – Sohn Michel wird am 4.11. getauft
  • der Müller ist nun Jacob Puschke – Ehefrau Gertrudis
  • 1647 Gerge Puschke ist Brauer in Penken
  • Gerge Ankermann u. seine Ehefrau Anna oft als Paten
  • Michael Richau ist Tischler in Seeben
  • Baltzer String ist Krüger in Dollstädt
  • 1648 Andreß Melhorn ist Gärtenierer im Hofe Penken – Ehefrau Elisabeth
  • Gerge Ankermann lässt Sohn Gerge taufen – mehrere Paten aus Pompicken
  • Casparus Neander ist Schulmeister in Dollstädt …..
  • 1667 der arme Casparus Neander ist noch immer im Schuldienst
  • 1672 der Name Hellwich taucht noch nicht auf!

Manche mögen das ‚pingelig‘ finden. Für mich hat sich dieses Vorgehen sehr bewährt! Die meisten meiner ostpreußischen Vorfahren sind keine Bauern, die über lange Zeit an einem Ort verweilen – viele von ihnen üben handwerkliche Berufe aus und viele sind Müller. Das bedeutet: die Familien wechseln immer mal wieder ihre Wohnorte und tauchen an anderer Orten (und in anderen Kirchspielen) wieder auf. Die Spurensuche ist oft mühsam. Bei der Notizen-Methode gelingt es mir eher, Hinweise auf mögliche Veränderungen oder Verwandtschaftsverhältnisse im Blick zu behalten.

Zudem interessiert mich auch immer, welche anderen Familien – außer meinen eigenen Vorfahren – innerhalb eines Kirchspiels ansässig sind.

Ich weiß nun, dass mein Vorfahre, der Schneider Johann Hellwich vor 1681 noch nicht im Kirchspiel Dollstädt wohnt, dass sowohl er selbst, seine Ehefrau Gertraud als auch ihre Töchter Loysa (*1681) und Maria (*1691) in der Zeit von 1681 bis 1705 häufig als Paten genannt werden und dass die Familie Dollstädt etwa um 1706 verlassen haben muss.

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