Von Obervorschütz in den Norden

Mein Vorfahre Leonhard Scheumlöffel wird im Dezember 1677 in Obervorschütz geboren und am 16. Dezember 1677 in der dortigen Kirche getauft. Als Pate ist im Kirchenbuch Leonhard Schmid genannt. Leonhards Vater wird im Taufeintrag als ‚Johannes Scheumlöffel, der Mittlere‚ bezeichnet.

Leonhard Schaumlöffel verlässt den kleinen Ort Obervorschütz. Er wird Schweinehirt und heiratet im Alter von 27 Jahren – am 27.12.1704 – in Züschen Anna Christina Schellhase, eine Tochter von Johannes Schellhase und Anna Hucke, deren Haus noch heute in Züschen zu bewundern ist.

Nach ihrer Eheschließung müssen Leonhard Schaumlöffel und seine Ehefrau irgendwann von Züschen nach Felsberg verzogen sein. Leider ist nicht bekannt, wann und wo ihre Kinder geboren wurden – auch über die Anzahl der Kinder liegen keine genauen Informationen vor. Sicher ist jedoch, dass Leonhard Schaumlöffel im März des Jahres 1740 im Alter von 63 Jahren in Felsberg verstirbt und am 15. März dort bestattet wird. Seine Ehefrau stirbt im Februar 1754.

Leonhard Schaumlöffel und Anna Christina Schellhase hatten auf jeden Fall einen Sohn, dessen Tod 1725 im Kirchenbuch von Felsberg verzeichnet ist. Ein weiterer Sohn ist mein direkter Vorfahre Johannes Schaumlöffel, der möglicherweise noch in Züschen geboren wird. Am 6. März 1744 heiratet Johannes Schaumlöffel in Felsberg seine Ehefrau Anna Gertraud, die ebenfalls eine geborene ‚Schaumlöffel‘ ist. Sie kam am 15.9.1718 in Felsberg als Tochter des Schäfers Konrad Schaumlöffel und dessen Ehefrau Anna Elisabeth (Familienname unbekannt) zur Welt.

Es existiert eine beglaubigte Abschrift aus dem ‚Trauungsregister des Kirchenbuches II der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Felsberg, Kreis Melsungen‘ – ausgestellt am 5. Mai 1937 in Felsberg. Unter den Copulierten des Jahres 1744 findet sich auch folgender Eintrag:

den 6. März Johannes Scheimelöffel, Leonhard Scheimelöffels, gewesenen Schweinehirten Sohn allhier, Musquetier unter Prinz Georgen Regiment und unter Capitain von Bartels Compagnie, mit Anna Gertrud, Konrad Scheimelöffels, seel., gewesenen Schäfers allhier, hinterlassenen Tochter copuliert worden.‘

In einem Konfirmandenregister von 1768 wird Johannes Schaumlöffel als Invalide genannt. Seine Ehefrau Anna Gertraud wird am 20.3.1798 in Felsberg bestattet. Im Sterbeeintrag wird sie als ‚Frau‘ von Johannes Schaumlöffel bezeichnet, nicht als Witwe. ‚Über sein Ableben findet sich keine Eintragung im Kirchenbuch von Felsberg. Es muß angenommen werden, daß er seine Frau überlebt hat und im hohen Alter an einem anderen Ort verstorben ist‚ notiert mein Großonkel Dr. Kröger in seinen Unterlagen.

In einem Register der Bürger von Felsberg aus dem Jahre 1759 wird Johannes Schaumlöffel als Anwohner der Untergasse 1. Reihe aufgeführt.

Johann Conrad Schaumlöffel kommt am am 6. April 1751 in Felsberg zur Welt. Auch er wird Soldat und dient insgesamt 17 Jahre – zunächst als Grenadier im 1. Batallion Garde Regiment unter Generalmajor von Jungkeres, anschließend im 1. Garde Regiment Ferdinand Ludwig v. Benningsen. Im Jahre 1790 erhält er seinen Abschied vom Landgrafen Wilhelm IX.

Am 17.3.1779 heiratet Johann Conrad Schaumlöffel in Kassel Anna Elisabeth Goebel bzw. Giebel, eine am 12.7.1752 in Frankenberg an der Eder geborene Tochter des Frankerberger Bürgers Johannes Giebel und dessen Ehefrau Catharina Bonacker. In Kassel werden von 1780 bis 1796 neun Kinder von Johann Conrad Schaumlöffel und Anna Elisabeth Goebel geboren.

Nach seinem Abschied aus dem Soldatenleben verdient Johann Conrad Schaumlöffel den Unterhalt für seine Familie als Schneidermeister. Die gesamte Familie übersiedelt von Hessen nach Norddeutschland und landet zunächst in Vegesack.

Johann Georg Schaumlöffel – mein Urgroßvater 3. Grades – wird als viertes Kind der Familie am 17. Dezember 1787 noch in Kassel geboren. Taufpate ist Georg Schaumlöffel, Schneidermeister aus Felsberg – sicherlich ein Verwandter der Familie, der aber bislang nicht zugeordnet werden kann. Auch Johann Georg Schaumlöffel wird Schneider. Im Alter von fast 33 Jahren heiratet er in Lüssum Anna Sophie Dorothea Veting aus Heiligenloh.

Der Eintrag im Kirchenbuch der ev. reformierten Gemeinde in Blumenthal lautet: ‚GEORG SCHAUMLÖFFEL, des Conrad Schaumlöffel zu Vegesack ehelicher Sohn, mit ANNA SOPHIE DOROTHEA VETING, des Diedrich Veting zu Heiligenlohe, Amts Ehrenberg Tochter, im Hause getraut.

In Lüssum werden von 1821 bis 1838 neun Schaumlöffel-Kinder dieses Ehepaars geboren. Es sollte wohl auf jeden Fall ein Sohn namens Johann Conrad dabei sein. Das gelingt allerdings erst ‚im dritten Anlauf‘ – zwei zuvor auf diesen Namen getaufte Söhne versterben bereits im Kleinkindalter. Der überlebende Johann Conrad Schaumlöffel lebt noch bis 1915 als Schuhmacher in Blumenthal.

Zu den 9 Kindern gehört auch seine Schwester – meine 1830 geborene Ur-Ur-Großmutter Anna Lisette Schaumlöffel, die nur 35 Jahre alt wurde und ein besonders schweres Schicksal zu tragen hatte.

 

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