Johann Wilhelm Hellwich

Johann Wilhelm Hellwich wird um 1690 geboren.

Vor seiner Tätigkeit als Müllermeister in Landsberg, Pr. Eylau, ist Johann Wilhelm Hellwich Müller der Grundmühle in Finken, Buchholz, die auch „Teufelsmühle“ genannt wird.

Um 1720 – mit etwa 30 Jahren – heiratet er seine erste Ehefrau Anna Sicknick (Soecknick).  Ihre ersten Kinder (die Töchter Anna Maria und Elisabeth) werden vermutlich noch in Finken geboren. Die beiden Söhne Johann Christoph und Johann Wilhelm, kommen 1724 und 1727 bereits in Landsberg zur Welt. Johann Christoph wird nur 3 Jahre, der Bruder Johann Wilhelm nur wenige Monate alt.

In Landsberg werden auch die Töchter Catharina Barbara und Susanna geboren.  Anna Hellwich, geb. Soecknick stirbt bereits im Alter von 34 Jahren – sieben Monate nach Geburt ihrer Tochter Susanna. Der Eintrag im Landsberger Sterberegister lautet „kurz und bündig : „den 10 September 1731 gestorben: Mr. Hellwings, Müllers allhir Ehegattin Anna, alt 34 Jahr“

Wie damals üblich und aufgrund der Versorgung der Familie auch notwendig, heiratet Johann Wilhelm Hellwich schon bald nach dem Tod seiner Ehefrau erneut – Stiefmutter seiner vier Töchter aus erster Ehe wird Anna Dorothea Wermter (Wermcke), eine Tochter von Jacob Wermter aus Brandenburg.

Eintrag im Eheregister Landsberg 23.3.1732: „HELLWICH (Mr. Joh. Wilhelm) Arendator der hiesigen Mühle; mit Jgfr. Dorothea, des seel. Mr. Jacob WERMCKEN, gewesenen Krügers und Schmiedes  zu Brandenburg, hinterlassene Tochter“

Der Kindersegen setzt sich fort – während der nachfolgenden 20 Jahre werden insgesamt 10 weitere Hellwich-Kinder geboren, zwei Söhne und acht Töchter. Ungewöhnlich für die damalige Zeit ist, daß fast alle Kinder das Erwachsenenalter erreichen.

Als Müllermeister und Arendator der Ordensmühle in Landsberg wird Johann Wilhelm Hellwich in der Chronik von Landsberg erwähnt: „Nun kam im Jahre 1741 der Müller Wilhelm Hellwich zum Rat der Stadt und klagte, dass er nicht mahlen könne, da der Graf Kalnein, der Besitzer von Orschen, den dortigen See abgelassen hätte, um Wiesen zu gewinnen“. Aus dem See von Orschen erhielt Landsberg das benötigte Wasser.

Die Klage wird vom Rat der Stadt weitergeleitet an den Grafen von Schwerin, der daraufhin seinen Administrator zum Grafen sendet, um die Angelegenheit gütlich zu regeln. Da keine Einigung erzielt wird, wendet sich der Graf von Schwerin an die Regierung. Der Streit um das Wasser des Sees in Orschen zieht sich über 100 Jahre hin.

Als im Mai 1744 Tochter Maria Catharina geboren wird, ist Johann Wilhelm Hellwich Windmüller in Kumkeim. Tochter Louise Charlotte Hellwich wird 1752 in Stegen geboren, da Johann Wilhelm Hellwich mittlerweile als Müllermeister in Stegen und Liepnick tätig ist.

Was wird aus den Hellwich-Kindern?

Anna Sophia Hellwich (seine 9. Tochter) heiratet am 23.11.1768 in Canditten Michael Patz, Müller in Peisten. Dorothea Elisabeth Hellwich heiratet am 21.4.1762 in Canditten Christoph Heinrich Fischer (Sohn von Gottfried Fischer, Bauer und Hofmann in Wildenhoff), neu angehenden Müller in Liepnick; später Müller in der Worienschen Mahl- und Schneidemühle.

Susanna Hellwich heiratet am 27.10.1754 in Canditten Michael Hoffmann, Freyschulz und Krüger in Guttenfeld. Catharina Barbara Hellwich (meine direkte Ahnin) heiratet am 1.7.1750 in Canditten Michael Gutt, einen Cöllmischen Freischulzen in Canditten.

Anna Regina Hellwich heiratet am 21.1.1756 Martin Schönrade (Sohn von Christoph Schönrade, Schneider in Schönborn) Tischler in der Liepnickschen Mühle; bei der Eheschließung Tischlermeister in Zinten. Maria Catharina Hellwich heiratet am 15.7.1767 in Canditten den Witwer Gottfried Grundmann, einen Organisten in Guttenfeld. Louise Charlotte Hellwich wird am 25.11.1774 in Canditten die Ehefrau des Dragoners Johann Friedrich Witrin.

1754 arbeitet in der Stegenschen Mühle Friedrich Wilhelm Hellwich als Müllergeselle. Vermutlich ist er der Sohn Johann Wilhelm Hellwichs.

Am 21.3.1764 stirbt Johann Wilhelm Hellwich in Stegen nach einjähriger Krankheit im Alter von 74 Jahren. Im Sterberegister von Canditten ist zu lesen: „Meister Johann Wilhelm Hellwich, Müller in Stegen, mortus d. 21. März nach 1 jähriger Krankheit, wurde den 27. ej bey einer Leichen Predigt unter dem … Läuten bey des Organisten Lied beygesetzet“

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