Kunstdenkmäler im Kreis Preußisch Eylau

Christoph Heinrich Otte (* 24. März 1808 in Berlin; † 12. August 1890 in Merseburg) war ein deutscher evangelischer Geistlicher, der als „Kunst-Archäologe“ mehrere Schriften veröffentlichte. Er galt im 19. Jahrhundert als Begründer und hervorragendster Vertreter der „kirchlichen Altertumswissenschaft des deutschen Mittelalters“. (Quelle: Wikipedia)

1868 erscheint das von Otte herausgegebene ‚Handbuch der kirchlichen Kunstarchäologie des deutschen Mittelalters‚.

Im Jahre 1857 sendet Heinrich Otte vorgefertigte Fragebögen an die Pastoren aller Kirchen im Kreis Pr. Eylau (ebenso auch an die Pastoren anderer Kreise) und wertet die Ergebnisse anschließend aus. Ich fand keinerlei Hinweis darauf, ob diese jemals veröffentlicht wurden. Auf jeden Fall existieren die handschriftlichen Aufzeichnungen noch. Sie wurden vom Staatsarchiv Olsztyn (Allenstein) digitalisiert.

Titel

Nachfolgend als Beispiel die Antwort von Pfarrer Riedel in Kl. Dexen auf die Frage zu den in seiner Kirche eventuell noch existierenden Grabmonumenten. Er schreibt: ‚Sind nicht vorhanden, da früher wahrscheinlich die Patrone etc. unter dem Kirchenboden in Gewölben beigesetzt sind. Auf dem Fußboden der Kirche sind einige Grabsteine mit Wappen und Inschriften, deren Entzifferung, durch das Hinübergehen beinahe abgenutzt, ziemlich unsicher wird‘.

Kl.Dexen_Grabmale

Kl.Dexen_2 (2)

Manchmal sind den ausgefüllten Fragebögen auch Zeichnungen beigefügt – wie diese der Kirche von Gr. Peisten oder die des Grundrisses der Stadt Landsberg.

Peisten_Kirche
Landsberg_Skizze

Der in Landsberg damals amtierende Pfarrer Westphal legt dem Fragebogen im Mai 1857 folgenden Brief bei: ‚Sehr geehrter Herr Amtsbruder – Auf Ihr gefälliges Schreiben vom 7ten h. erwidere ich Ihnen ganz ergebenst, daß die Steinpfosten der Fenster hiesiger Kirche samt den Steinfiguren in den Fensterbogen wahrscheinlich so alt sind wie die Kirche, da sich kaum annehmen läßt, daß sie beim Brande von 1650 zerstört gewesen sein sollten, indem sie sehr stark, obgleich nur von Ziegeln, aufgeführt sind. – Das bunte Glas in den Fenstern ist erst vor 2 Jahren eingesetzt worden und noch nicht einmal in allen Fenstern vorhanden, indem diese Zierde der Kirche erst noch vollständig ausgeführt werden soll. – Diese Nachrichten Ihnen bereitwilligst mitteilend wünsche ich Ihnen den besten Fortgang Ihrer interessanten(,) obwohl etwas mühsamen Arbeit und verharre in der Liebesgemeinschaft Jesu Christi als Ihr ganz ergebenster Bruder Westphal, Pfarrer‘.

Die digitalisierten Unterlagen zu dieser ‚Fragebogen-Aktion‘ der Kunstdenkmäler (und viele andere) sind hier zu finden!

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2 Kommentare zu Kunstdenkmäler im Kreis Preußisch Eylau

  1. Viktor Haupt sagt:

    Liebe Irmi,
    das ist ein wunderbarer Fund, dessen Quelle ich noch nicht kannte. Ich danke Dir für Mitteilung dieser Recherchemöglichkeit. Insbesondere die Verweise auf Kirchen im Kreis Königsberg interessieren mich besonders, weil davon heute -wenn überhaupt- nur noch Ruinen stehen.
    Herzliche Grüße
    Viktor

  2. Horst Warthun sagt:

    Guten Abend Fr. Gegner-Sünkler,
    danke für diesen Hinweis.

    Horst WARTHUN
    – Museum Stadt Königsberg –

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