Von Konnegen nach Freudenberg

Das Erforschen der Lebensumstände meiner Vorfahren ist für mich der spannendste Teil meiner genealogischen Recherche. Mit etwas Glück finden sich immer mal wieder Hinweise, die ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringen und es ermöglichen, die Lebenswege der Ahnen nachzuzeichnen. So auch in diesem Fall:

Als mein 3-facher Urgroßvater CARL Sigismund Ankermann 1846 in seiner Mühle in Konnegen bei Heilsberg verstirbt, ist er erst 46 Jahre alt. Die genauen Umstände seines Todes können wohl nicht aufgeklärt werden, da aus dieser Zeit keinerlei Unterlagen der evangelischen Kirche von Heilsberg mehr vorhanden sind. Lediglich das Jahr seines Todes konnte ich dem Namensregister der Sterbefälle entnehmen.

Carl Ankermanns Ehefrau Friederica Henrietta, geb. Schmidt stammt aus Worienen. Sie ist gerade 40 geworden und hat insgesamt 10 Kinder zur Welt gebracht, von denen 3 das Kleinkindalter nicht überlebten und eines tot geboren wurde. Noch im Todesjahr ihres Ehemanns bekommt sie einen Sohn, der Carl Ferdinand getauft wird. Nun bleibt Friederica Henriette in der Mühle Konnegen mit 6 Kindern zurück.

Ich habe mich oft gefragt, wie es ihr wohl ergangen ist – wie sie es geschafft hat, sich und ihre Kinder zu versorgen. Schon vor 2 Jahren hatte ich herausgefunden, dass sie noch einmal geheiratet hat. Nun weiß ich ein wenig mehr über ihren zweiten Ehemann und ihr weiteres Leben.

Am 25. Oktober 1848 ehelicht Friederica in Heilsberg Anton Pohlmann, einen Sohn des Mühlenbesitzers Joseph Pohlmann aus Plauten bei Mehlsack. Anton Pohlmann ist katholisch, 16 Jahre jünger als sie und zum Zeitpunkt der Heirat Mühlenwerktüchner der Raaben Mühle im Kirchspiel Buchholz, Pr. Eylau. Vermutlich bleibt er zunächst in Konnegen, um die dortige Mühle so lange zu betreiben bis sie der älteste Ankermann-Sohn Gustav Heinrich übernehmen kann, der nur 6 Jahre jünger ist als er.

Um 1857 wird Anton Pohlmann Besitzer der Mühle in Freudenberg, im Kirchspiel Seeburg, Kreis Rössel. So landet dort auch Friederica Pohlmann, verwitwete Ankermann, geb. Schmidt.

Nicht weit entfernt leben bereits einige Verwandte – zwei Halbrüder ihres verstorbenen Ehemanns: Ferdinand Ankermann ist Mühlenwerkführer in Seeburg, sein Bruder Friedrich Ankermann Besitzer der Mühle in Potritten.

Meine 3fach-Urgroßmutter ist möglicherweise aufgrund dieser familiären Kontakte in Freudenberg gelandet. Sie verbringt hier noch etwa 7 Jahre und verstirbt am 20. September 1864 im Alter von fast 58 Jahren in der Freudenberger Mühle an einer Lungenkrankheit. 5 Tage später wird sie auf dem evangelischen Friedhof in Heilsberg bestattet. Sie hinterlässt ihren Ehemann Anton Pohlmann und ein minorennes Kind.

Ob damit der mittlerweile 18jährige Carl Ferdinand Ankermann aus erster Ehe  gemeint ist? Oder hat sie vielleicht noch ein weiteres Kind zur Welt gebracht …?


Die Dursicht des Kirchenbuchs von Seeburg hat außerdem ergeben, dass Joseph Ankermann – Kürschnermeister, Restaurateur und Gastwirt in Heilsberg – (über den ich bereits hier berichtet habe) kein leiblicher Sohn des in Potritten lebenden Mühlenbesitzers Friedrich Ankermanns ist, sondern von diesem adoptiert wurde.

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Auswertung der Preußisch Eylauer Kreisblätter

Im April des Jahres 1835 erscheint das erste Preußisch Eylauer Kreisblatt, das zukünftig vor allem dem Zweck dienen soll, wichtige Bekanntmachungen der Behörden innerhalb des Kreises zu verbreiten.

Erstausgabe – April 1835

Doch abgesehen davon, dass in den Kreisblättern auf die Einhaltung von Verordnungen hingewiesen, an bevorstehende wichtige Termine erinnert oder beispielsweise der Ausbruch einer Epidemie in einem Ort des Kreises bekannt gegeben wird,  lohnt es sich sehr, die  Kreisblätter auch im Hinblick auf genealogisch relevante Informationen durchzusehen.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal wieder Ausschnitte aus den Kreisblättern veröffentlicht. Hier einige weitere Beispiele aus den Jahren 1868 bis 1871, die sich auf einzelne Familien beziehen und bei der Spurensuche hilfreich sein können: Bekanntgabe von Ortswechsel, Verkauf oder Versteigerung von Grundbesitz:

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Friedhöfe und Gräber in Natangen

Im Sommer 2004 waren meine Freundin Anneliese Grosse und ich zum ersten Mal in Ostpreußen und haben uns bemüht, die noch vorhandenen deutschen Gräber auf sämtlichen Friedhöfen, die wir damals besucht haben, aufzuspüren und zu dokumentieren. Und das war gut so ! Bei unserem zweiten Besuch im Sommer 2011 existierten zum Beispiel die Gräber in Eichhorn, Pr. Eylau, gar nicht mehr.

Mit einem Klick auf das Bild sollte man auf meiner uralten ‚Natangen-Seite‘ bei den Fotos und Inschriften landen.

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‚Ein gottloser Einwohner und stinckender Bock‘

Im zweiten Eintrag auf dieser Seite des Kirchenbuchs hat der Pastor von Züschen im November 1704 offenbar  seine Aversion gegen den Vater des Täuflings in den Taufeintrag fließen lassen:

‚Johann Bok(,) ein gottloser einwohner und also stinckender Bock aus der Gemeinde, h(at) ein töchterlein tauffen lassen …‘ .

Über diese Formulierung werden sich nachfolgende Generationen wohl nicht besonders freuen!

Ausschnitt aus dem KB von Züschen – 1704

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Ein alter frommer Invalide in Felsberg

Vor einigen Tagen endete mein 4-wöchiges Abonnement bei ARCHION, das ich ursprünglich wegen eines Vortrags zum Thema ‚Familienforschung in Ostpreußen‚ abgeschlossen hatte. Ich wollte  interessierten Familienforschern beim Treffen der Kreisgemeinschaft Pr. Eylau in Verden die Recherche-Möglichkeiten auf dieser Plattform zeigen.

Und bevor ich mich wieder meiner Chronik von Worienen zuwende, habe ich die Zeit genutzt, um ein wenig mehr über meine hessischen Vorfahren herauszufinden:

  • über Familie Schaumlöffel in Obervorschütz, Züschen und Felsberg
  • Familie Giebel und Bonacker in Frankenberg
  • Familie Schellhase in Züschen
  • und Familie Hucke in Lohne

Ich freue mich besonders, wenn ich nicht nur die ‚üblichen‘ Tauf-, Heirats- und Sterbe-Einträge in den Kirchenbüchern finde, sondern darüber hinaus Informationen zu den Lebensumständen der Familien meiner Ahnen.

Dafür lohnt es sich, in den Kirchenbüchern auch in den häufig von den Pastoren eingefügten ‚Chroniken‘ zu stöbern – manchmal hat man das Glück, dort auch Hinweise auf die eigenen Vorfahren zu entdecken!

Das Kirchenbuch von Felsberg in Nordhessen – etw 20 km südlich von Kassel – enthält beipielsweise ein Verzeichnis der Bürger und Einwohner aus dem Jahre 1759.

Meine Schaumlöffel-Vorfahren lebten zunächst in Obervorschütz, dann in Züschen und später in Felsberg.

Johannes Schaumlöffel – mein direkter Vorfahre – heiratet am 6. März 1744 in Felsberg und auch seine Kinder kommen hier zur Welt. Bislang kannte ich nur das Geburtsdatum seines 2. Sohnes, meines Ur-Ur-Ur-Urgroßvaters Johann Conrad Schaumlöffel – nun weiß ich, dass dieser noch 3 Geschwister hatte:

  • Johann George Schaumlöffel, *1745
  • Anna Sabina Schaumlöffel, *1747 und
  • Johannes Schaumlöffel, *1754

Johannes (der Vater) dient als Soldat. Als im Jahre 1759 die Einwohnerliste angelegt wird, ist er etwa 44 Jahre alt – aufgrund einer Lücke im KB von Züschen kann sein genaues Geburtsdatum leider nicht ermittelt werden.

Familie Schaumlöffel (um diese Zeit häufig ‚Scheimelöffel‚ geschrieben) wohnt 1759 in der 1. Reihe der Untergasse.

In der Zeit von 1756 bis 1763 tobt der Siebenjährige Krieg in der Region Nordhessen. Auch die Stad Felsberg wird – vor allem durch die Einquartierungen von Soldaten – sehr in Mitleidenschaft gezogen. Am 17. Februar 1761 schreibt der Pastor: ‚Eben diesen 17. Febr. kam so dann der Engl(ische) General en Chef Lord Grumby gegen Nachmittag und eine solche Menge Englisch Hannoverischer, Braunschweigischer u. Hessischer Cavallerie und Infanterie hier an, daß die Nachwelt kaum glauben wird, daß die kleine Stadt Felsberg 10.000 Quartier gegeben.‘

Johannes Schaumlöffel aus der Felsberger Untergasse wird schon im Jahre 1768 als Invalide bezeichnet – 1780 wird er als Stadtwachtmeister erwähnt – 1799 wohnt ‚Johannes Schaumlöffel, ein alter frommer Invalide‘ zusammen mit Tochter Anna Sabina, Schwiegersohn Henrich Baumbach und deren Kindern als Witwer in Haus Nr. 37.

Anhand der Kirchenbücher konnte ich die Familie weiter verfolgen:

  • Der älteste Sohn – Johann Georg Schaumlöffel – wird Schneidermeister in Felsberg. Am 21.2.1777 heiratet er Anna Maria Loeber aus Felsberg, eine Tochter des dortigen Bäckermeisters Johann Peter Loeber. Die beiden bekommen 10 Kinder.
  • Tochter Anna Sabina wird am 16.2.1770 die Ehefrau des Schneidermeisters Johann Henrich Baumbach.
  • Johann Conrad Schaumlöffel geht zunächst als Soldat nach Kassel, heiratet dort Anna Elisabeth Giebel aus Frankenberg a.d. Eder – die beiden bekommen 9 Kinder. Zwischen 1796 (der Geburt der jüngstenTochter in Kassel) und 1801 (Konfirmation der  ältesten Tochter) verlassen sie die Stadt Kassel. Johann Conrad Schaumlöffel arbeitet später als Schneidermeister in (Bremen-)Vegesack. ‚Angeblich hatte er einen Bruder, der in Amerika zu Vermögen gekommen war und zu dem er auswandern wollte‘ wurde in meiner Familie immer wieder erzählt ….
  • Dieser Bruder müsste dann der 1754 geborene Johannes Schaumlöffel sein, über dessen Verbleib ich aber leider nichts herausfinden konnte.

Am 22. Oktober verstirbt der ‚fromme Invalide‘ Johannes Schaumlöffel in Felsberg. Er wurde 85 Jahre alt.

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Eine drastische Maßnahme der Hebamme

Der folgende Ausschnitt stammt aus einem Kirchenbuch von Felsberg in Nordhessen. Wir können wirklich froh darüber sein, dass wir in einer Zeit leben, in der es fortgeschrittenere Methoden medizinischer Behandlung gibt!

‚den 16. Juni (1763) kam H(errn) Ludwig Pflügers Ehefrau Anna Maria geb. Zeyllin mit einem wohlgestalten und dem Ansehen nach gesunden Kinde nieder, welches zwar die Kennzeichen des männlichen Geschlechts, nach der Hebammen Anzeige, an sich hatte, doch an dem membro virili selbsten einen Mangel offenbarte, den 18. ejusd(em) ward er getaufet, aber weil keine rechte Öffnung das Wasser zu lassen sich fande, vermuthete man ein kurtzes Leben, quod tempus dosebit. Nachdem die Hebamme mit einer Stecknadel die Öfnung in etwas befördert, hat es sich in so weit verbessert, daß das Kind den Urin lassen kann, ….. Das Kind heißt Christoph und ist anjetzo 1773 ein muthwilliger Knabe‘.

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Zitronen und ein Schnupftuch für den Pfarrer

Am 27. Dezember des Jahre 1704 heiraten meine Vorfahren Leonhard Schaumlöffel und Anna Christina Schellhase in Züschen, einer ehemals selbständigen waldeckschen Stadt, die heute ein Stadtteil von Fritzlar in Nordhessen ist.

Leonhard Schaumlöffel stammt aus Obervorschütz, Anna Christina Schellhase wurde im Februar 1679 als Tochter des Leinewebers Johannes Schellhase und dessen Ehefrau Künna (nicht – wie bisher angenommen ‚Anna‘) Hucke in Züschen geboren.

Anna Christinas Vater war mehrfach auch Bürgermeister der kleinen Stadt Züschen – auch ihr Großvater Casparus übte das Amt des Bürgermeisters über viele Jahre aus. Die Familie war wohl relativ vermögend – sonst hätten Anna Christinas Großeltern wohl dieses schöne Haus in Züschen nicht bauen lassen können.

Der Heiratseintrag von Leonhard und Anna Christina war mir bekannt – allerdings enthält der Eintrag eine Zusatzbemerkung, die ich zunächst nicht entziffern und nicht verstehen konnte:

Heiratseintrag aus dem KB von Züschen

Da heißt es zunächst: Leonhard Scheumlöffel von Obern Vorschütz mit Anna Christina Schellhase aus Züschen copuliret worden. Und dann folgt: N(ota) Diese Braut wolte den kurz zuvor copulirten nichts nachgeben, sie gab ein sauber Schnupftuch nebst Citronen.

Inzwischen habe ich im Kirchenbuch entdeckt, dass der Pfarrer in den beiden vorherigen Heiratseinträgen erwähnt, dass ihm von den Bräuten Zitronen geschenkt worden seien. Und ich habe herausgefunden, dass dies in verschiedenen Regionen üblich gewesen zu sein scheint:

Quelle: Augsburger Flora: Ein Blatt zur Unterhaltung und Belehrung (1861)

Ich denke, der Zusatz im obigen Heiratseintrag ist so zu verstehen, dass Anna Christina Schellhase den vorherigen Bräuten ‚in nichts nachstehen wollte‘ und dem Pastor deshalb ebenfalls Geschenke überreichte. Aber weshalb überhaupt diese Bemerkung …? Hat Anna Christina zunächst gezögert …? Wollte sie sich als Tochter dieser angesehenen Familie dann doch nicht ‚lumpen‘ lassen und es deshalb den anderen Bräuten gleich tun …?

Darüber kann nur gemutmaßt werden.

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Familie Thomßcke im Kirchspiel Eichhorn, Pr. Eylau

Auch Johann Thomßcke gehört zu meinen ostpreußischen Vorfahren. Im Jahre 1691 lebt er als Bauer in Worglitten, im Kirchspiel Eichhorn, Pr. Eylau. Der erste  Eintrag der Familie im Kirchenbuch von Eichhorn ist der Sterbeeintrag seiner Ehefrau Barbara, die am 2. März 1691 bestattet wird.

Erstmals genannt wird der Name Thomßcke im Jahre 1674 – der Knecht Greger Thomßcke wird als einer der Paten von Maria Gnoß aufgeführt, einer Tochter des Eichhorner Bauern Johann Gnoß.

Taufeintrag aus dem KB von Eichhorn – 1674

Mein Vorfahre Johann Thomßcke muss erst kurz vor dem Jahr 1691 nach Worglitten gekommen sein – seine im Zeitraum 1680 bis 1690 geborenen Kinder  – Barbara, Anna, Catharina und Michael – wurden noch nicht in der Eichhorner Kirche getauft.

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratet Johann Thomßcke am 2. Juni 1692 erneut. Seine zweite Ehefrau wird Dorothea Westphal, die Tochter des Eichhorner Instmanns Jacob Westphal. Zwei Monate vor der Eheschließung verstirbt Sohn Michael aus erster Ehe. Aber es kommen noch weitere Thomßcke-Kinder zur Welt:

  • Dorothea Thomßcke 1693
  • Georgius 1695
  • Martinus 1696
  • Elisabeth 1698 und
  • Gertraud 1699

Elisabeth und Gertraud Thomßcke werden nicht –  wie ihre zuvor geborenen Geschwister –  in Worglitten, sondern in Eichhorn geboren, wohin die Familie zwischen 1696 und 1698 umgesiedelt sein muss. Johann wird in den Taufeinträgen zeitweise als ‚Bauer in Eichhorn‘, zeitweise als ‚Instmann‘ bezeichnet.

Sowohl Georgius als auch Martinus Thomßcke werden nur wenige Wochen alt und auch Tochter Gertraud verstirbt im Kleinkindalter. Martinus‘ Tod war vermutlich ein tragischer Unfall – im Sterberegister wird vermerkt: Am 10.10.1696 bestattet wurde ‚Hanß Thomßcken, Instmanns von Eichhorn erdrücktes Söhnlein‘.

Johann Thomßcke erlebt noch die Eheschließungen seiner Töchter sowie die Geburten einiger Enkelkinder mit.

  • Barbara Thomßcke heiratet 1700 den Eichhorner Bauern Martin Damerau
  • Anna Thomßcke heiratet 1703 den Bauern Christoph Neumann
  • Catharina Thomßcke wird 1706 die Ehefrau von Adam Bogdahn und
  • Dorothea Thomßcke ehelicht 1715 den Bauern Peter Motschick.

Johann Thomßcke verstirbt im Oktober 1715 in Eichhorn, seine Ehefrau Dorothea, geb. Westphal im Februar des Jahres 1721. Anschließend taucht der Name Thomßcke im Kirchenbuch von Eichhorn – auch in abgewandelter Form – nicht mehr auf.

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‚Die Verdauungs Krafft war unvergleichlich gut‘

Am 18. März 1763 um 3 Uhr am Nachmittag verstirbt Abel Friedrich von der Groeben im hohen Alter von 92 Jahren auf seinem Erbgut Schönwiese bei Landsberg, Pr. Eylau. Am 13. April wird er in Petershagen bestattet. Der damalige Pastor Friedrich Wilhelm Drenckhahn notiert im Kirchenbuch zunächst:

‚Herr Abel Friedrich v. der Groeben, weyland bestalt gewesener Capitain bey der Garde des Königs v. Pohlen und Churfürsten in Sachsen Auugusti II, welcher d. 26ten Frebr. 1676 in Weskeim gebohren, und d. 18ten Mertz 1768 um 3 Uhr nach Mittage auf seinem Erbgut Schönwiese gestorben, nachdem derselbe mit der hinterlaßenen Frau Witwe, Frau Maria Euphrosina v. Borcke, 54 Jahre in der Ehe gelebet, und sein Alter gebracht auf 92 Jahr 5 Wochen u. 4 Tage.

Dann fügt Pastor Drenckhahn aber noch einige spezielle Bemerkungen über die gesundheitliche Verfassung des Verstorbenen hinzu:

N(ota) Der Verstorbene behielte den völligen Gebrauch aller seiner Sinne bis an sein Ende. Die feinste Schrift laß er ohne Augen Gläßer (? – schlecht zu entiffern). Zur Ader hat er sich niehmalen gelaßen und dieses ex fluente haemorrhoidum ratione. Die Verdauungs Krafft war unvergleichlich gut, und der Cörper gegen die strengste Kälte abgehärtet. Wenige Jahre *ante obitum* muste er sich wegen eines gethanen Falles der Krücken bedienen‘.

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Unser ‚altes Haus‘ in Bremen-Blumenthal

DieHaesloops an der Bäke‘ – so wurden meine Haesloop-Vorfahren genannt seit sie in diesem Haus in Bremen-Blumenthal (eigentlich in Rönnebeck  – im Kirchspiel Blumenthal) wohnten, in dem auch ich – bis zum Alter von 8 Jahren – noch aufgewachsen bin. Man musste die vielen Haesloops, die rundum lebten, ja irgendwie unterscheiden. Das Haus liegt etwas erhöht und davor fließt (floss ..?) die Bäke – daher wohl der Name ‚meiner‘ Haesloops.

 

Erst jetzt habe ich herausgefunden, dass dieses Haus bereits vor 1742 erbaut wurde. Errichtet hat es mein Vorfahre Harm Maake. Seitdem wurde es weiter vererbt an:

  • Harms gleichnamigen Sohn Harm Maake, den Kahnfahrer, der 1751 in Blumenthal Margarethe Meyer heiratet, eine Tochter von Hinrich Meyer und Alke Christoffers
  •  den See- und späteren Kahnfahrer Reinert Oltmann, Harm Maakes Schwiegersohn, der 1781 in diesem Haus Harms älteste Tochter Tibke heiratet
  • Jürgen Oltmann, Reinert Oltmann Sohn – ebenfalls Kahnfahrer

Dieser verzichtet auf das Haus und tritt es ab an seinen Schwager Johann Haesloop, den Ehemann seiner Schwester Margarete.

So gelangt das Haus um 1807 also in die Hände der Familie Haesloop! Der Kahnschiffer Johann Haesloop ist mein 3-facher Urgroßvater und die letzte Haesloop-Erbin war meine Mutter, die 1915 in diesem Haus das Licht der Welt erblickte.

Sie alle haben in diesem Haus gewohnt und hier sicherlich glückliche und weniger glückliche Zeiten erlebt:

Bewohner des Hauses – von etwa 1870 bis 1947

Vor allem für die Ehefrauen wird das Leben beschwerlich gewesen sein. All ihre Männer fuhren zur See und sie waren es, die Haus und Kinder versorgen mussten. Außerdem werden sie wohl ständig um das Leben ihrer Ehemänner gebangt haben – und das zu Recht, wie sich zeigt:

  • der o.g. Johann Haesloop ertrinkt 1855 in der Weser
  • auch sein Sohn Hinrich Haesloop (mein Ur-Ur-Großvater und Ehemann von Catharine Schwarting, der Dame auf dem 1. Bild) ertrinkt bei der Ausübung seines Berufs als Kahnschiffer mit nur 35 Jahren in der Weser
  • der nächste Hinrich Haesloop – mein Urgroßvater (Bild 2-6) – wird immerhin 56 Jahre alt. Aber er verliert schon als junger Mann 2 Ehefrauen und 2 seiner 3 Kinder.
  • seine 2. Ehefrau (Bild 3) ist Elisabeth, geb. Haesloop – meine Urgroßmutter
  • übrig bleibt mein Großvater – auch ein Hinrich. Er lebt noch 81jährig – bis 1961 – in diesem Haus

Und auch meine Eltern haben mit meiner Schwester und mir noch hier gewohnt (ich bin die große Tochter im Bild). 1955 zogen wir von dort aus in den ‚Luxus‘ – in ein von meinem Vater neu erbautes Haus. Mein Vater selbst hat zu diesem Ereignis notiert:

Das alte Haus existiert noch – es wurde glücklicherweise nicht abgerissen, sondern renoviert und zu neuem Leben erweckt!

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