Beta Seebeck – eine Freiheitskämpferin aus Aumund

Das Spannende an genealogischen Forschungen ist auch, dass man immer wieder mit unterschiedlichen Epochen und anderen historischen Zusammenhängen konfrontiert wird und dass ein ‘Eintauchen’ in die Vergangenheit dazu führen kann, die Lebensumstände der eigenen Vorfahren besser begreifen zu können.

Beim Sortieren meiner Bücher fiel mir gestern der kleine Band ‘Spuren einer Familie’ (Chronik einer baltendeutschen Familie) von Hedda Seebeck in die Hände. Ich hatte diese Chronik bereits mehrmals gelesen.

Hedda Seebeck beschreibt darin vor allem den Lebensweg ihres Urgroßvaters Johann Seebeck, der als Kapitän und Reeder nach Libau auswandert und damit ‘das Verbleiben der Familie Seebeck im Baltikum über 110 Jahre’ begründet.

Sie erzählt aber auch von Beta Seebeck, der Schwester ihres Urgroßvaters, die am 16. Februar 1796 in (Bremen-) Aumund geboren wurde und als junges Mädchen ganz bewusst einen ungewöhnlichen Lebensweg einschlägt.

Wir befinden uns im Jahre 1813. Das ‘alte deutsche Reich’ existiert nicht mehr – alle preußischen Gebiete westlich der Elbe befinden sich seit vielen Jahren unter der Herrschaft Napoleons – die Bevölkerung leidet unter zu hohen Abgaben und unter der Willkür der Regierung. Friedrich Wilhelm III. sendet einen Appell an sein Volk und ruft zum Freiheitskrieg auf:

An_mein_Volk_1813.. ihnen unsere Vorfahren blutig erkämpften, Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft. Gedenkt des großen Beispiels unserer mächtigen Verbündeten, der Russen, gedenkt der Spanier, der Portugiesen. Selbst kleinere Völker sind für gleiche Güter gegen mächtigere Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg errungen, erinnert Euch an die heldenmütigen Schweizer und Niederländer. …

Beta Seebeck ist mittlerweile 17 Jahre alt. Ihr Bruder Johann schreibt in seinem Tagebuch: ‘Meine ältere Schwester Beta war ein schönes, blondes, langgewachsenes Mädchen von außerordentlichen Geistesgaben. Alles Lernen war ihr Spielwerk. Im Französischen, Schwimmen, Reiten, Schlittschuhlaufen suchte sie ihren Meister. Ihr gegenüber waren wir nichts. Ja, oftmals schlug sie in unserem und der guten Großmutter Beisein auf den Tisch und wünschte sich, ein Knabe zu sein’. (Anmerkung: die Eltern sind früh verstorben – die Kinder werden von den Großeltern in Vegesack aufgezogen).

Heimlich verlässt Beta im Jahre 1813 ihre Familie und tritt in den Dienst der Lützhowschen Husaren. ‘Ihr Geist und ihr Temperament verleiteten sie’  kommentiert Bruder Johann ihre Entscheidung und berichtet weiter:

Luetzows_verwegene_jagd_aquarellreproduktion_1900

Lützower Kavallerie im Gefecht (Im Vordergrund zwei Husaren, dahinter Jäger zu Pferde) – Wikipedia

‘Als es Friede geworden und alle Regimenter nach Hause marschierten, um entlassen zu werden, wurde sie auf dem Durchmarsch durch Bremen in ihrem Quartier von einer früherer Schulkollegin, die dort zufällig Dienst tat, erkannt. Diese hatte anfangs geglaubt, in dem schönen Husaren-Quartiermeister Beta Seebecks Geist zu sehen. Dann jedoch holte sie unseren Onkel, der in Bremen lebte, zum Selbstsehen.

Beta, durch ihre Feder und Kenntnisse der französischen Sprache in Frankreich zum Quartiermeister avanciert, wollte gerade ausgehen, um sich vom Maire (=Bürgermeister) ein anderes Quartierbillet geben zu lassen, als unser Onkel ins Zimmer trat. Sie gab sich ihm zu erkennen und desertierte in voller Uniform zum Onkel. Nie ist es im Bataillon bekannt geworden, daß ihr junger Quartiermeister ein Mädchen war’. (Hedda Seebeck, Spuren einer Familie, Seite 9)

Am 29. Dezember 1815 heiratet Beta in Lesum den Schiffszimmermeister Martin Raschen und bekommt mit ihm zwei Kinder. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt Beta im Alter von nur 23 Jahren. Martin Raschen heiratet in zweiter Ehe ihre jüngere Schwester Adelheid Seebeck.

(Zu Betas Ehemann Martin Raschen besteht eine verwandtschaftliche Beziehung – seine 1734 in Lesumbrok geborene Großmutter Anne Bolland ist die Schwester meines Urgroßvaters 4. Grades Henrich Bolland.)

Einzelne Soldatinnen hat es immer mal wieder gegeben – auch beim Lützowsches Freikorps kämpften neben Beta Seebeck noch andere Frauen, zum Beispiel Eleonore Prochaska, die in der Seebeck-Chronik auch erwähnt wird. Hedda Seebeck schreibt: ‘Wirklich schade, daß wir über Betas Soldatenleben nichts weiter erfuhren. Wir haben aber das Glück, den Brief einer anderen Freiheitskämpferin zu besitzen. Es handelt sich um Leonore Prochaska, die unter dem Namen August Renz als Freiwilliger Jäger dem 1. Bataillon des Lützowschen Freicorps beitrat. Aus dem Biwak, einem Feldlager, schrieb sie im Jahre 1813 an ihren Bruder: “… Ich bin seit 4 Wochen schon Soldat. Mein Zeug habe ich verkauft, dann kaufte ich mir eine Büchse für 8 Taler, Hirschfänger und Tschako zusammen für 3 Taler. Nun ging ich unter die schwarzen Jäger. Meiner Klugheit kannst du zutrauen, daß ich unerkannt bleibe. Ich habe aus Vorsicht meinen Namen geändert. Wir exerzieren, tiraillieren und schießen recht fleißig, woran ich sehr viel Vergnügen finde, ich treffe auf 150 Schritt die Scheibe …'”

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Dank an den Standesbeamten von Borken, Pr. Eylau

Manchmal muss man sich bei seinen genealogischen Recherchen damit abfinden, dass – aufgrund fehlender Quellen – die genauen Lebensdaten einiger Vorfahren nicht mehr ermittelt und einige Stationen ihres Lebens nicht mehr detailliert nachvollzogen werden können. Aber manchmal gibt es ganz unerwartet doch neue Erkenntnisse. So auch in diesem Fall:

Meine Ur-Ur-Ur-Großmutter Friederica Henrietta Schmidt wird 1806 in Worienen, Pr. Eylau, geboren, heiratet 1826 in Eichhorn den Müllermeister und späteren Mühlenbesitzer Carl Sigismund Ankermann und bekommt insgesamt 7 Kinder, die in unterschiedlichen Orten zur Welt kommen: in Worienen, Gr. Peisten und in Konnegen. Ab etwa 1832 ist Carl Ankermann Eigentümer der dortigen Mühle.

Konnegen gehört zum Kreis Heilsberg. Die Kirchenbücher der evangelischen Kirche von Heilsberg sind teilweise nicht mehr vorhanden, deshalb war es mir bislang nur möglich, die Sterbedaten dieses Ehepaars anhand der Heiratseinträge ihrer Kinder grob zu schätzen.

Bei der Eheschließung der ältesten Tochter – meiner Ur-Ur-Großmutter Johanna Louise Tugendreich Ankermann – 1850 in der evangelischen Kirche zu Heilsberg – ist angegeben, dass ihr Vater verstorben sei. Als 1866 ihr Bruder Rudolph Ankermann in Heilsberg heiratet, vermerkt der Pastor den Tod beider Eltern.

Ich wusste also, dass Carl Ankermann vor 1850 und seine Ehefrau Friederica Ankermann, geb. Schmidt, in der Zeit von 1850 bis 1866 verstorben sein mussten.

Die zweite Tochter (und vier Jahre ältere Schwester meiner Ur-Ur-Großmutter) Auguste Wilhelmina Friederica Ankermann heiratet insgesamt dreimal:

  1. 1855 in Heilsberg den Mühlenbesitzer Rudolph Westphal (einen Bruder meines Ur-Ur-Großvaters Carl Westphal). Er stirbt 1876 in Spittehnen.
  2. 1878 in Borken den Mühlenwerkführer Carl Becker, der aus  Gr. Schellenberg im Kreis Gerdauen, stammt, die Mühle in Spittehnen übernimmt, aber bereits 1879 verstirbt.
  3. 1880 in Borken den Mühlenbauer August Alexander Marquardt aus Pelklack im Kreis Friedland.

Bei der Nennung der Braut entdeckte ich in der Heiratsurkunde der Standesamts-Unterlagen von Borken diesen Hinweis: Auguste Wilhelmina Friederica Ankermann, Tochter des zu Konnegen verstorbenen Mühlenbesitzers Carl Ankermann und dessen ebenfalls verstorbenen Ehefrau Friederika geb. Schmidt, die sich nachmals später mit Anton Pohlmann, wohnhaft zu Freudenberg, Kreis Heilsberg, verehelicht hatte’.

KB_BORKEN_Ankermann

Dank an den Standesbeamten! Ohne ihn hätte ich wohl niemals erfahren, dass meine Ur-Ur-Ur-Großmutter Friederica Henrietta Schmidt nach dem Tod ihres Ehemanns noch einmal geheiratet hat.

Der von dem Standesbeamten genannte Ort Freudenberg liegt zwar nicht weit von Heilsberg entfernt, scheint aber zum Kreis Rössel und zum Kirchspiel Bischofstein zu gehören. Nun würde ich gern noch herausfinden, wer dieser Anton Pohlmann aus Freudenberg war ….

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Highgate Cemetry London – Nicolaus Trübner

Vorgestern bin ich aus London zurück gekommen. Der Aufenthalt war – wie immer – spannend und viele Eindrücke kann ich erst im Nachhinein verarbeiten. Ich war schon oft in London, aber die Stadt verändert sich zusehends und jedes Mal entdecke ich Neues.

Genealogische Forschungen waren eigentlich nicht vorgesehen, aber bei einem Besuch des Highgate Cemetry entdeckte ich – auf dem Weg zum Grab von Karl Marx – das Grabmal des deutschen Buchhändlers und Verlegers Nicolaus Trübner, der 1817 in Heidelberg geboren wurde und 1884 in London verstarb.

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Im Internet ist keine Abbildung seiner Grabstätte zu finden – vielleicht freut sich jemand über ein Photo …

Trübner_Highgate

Highgate Cemetry London – Grab von Nicolaus Trübner

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Verordnete Trauer

Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts werden in Preußen unzählige Verordnungen erlassen – sämtliche Bereiche des Lebens und Zusammenlebens werden bis ins Kleinste reglementiert – auch trauern darf man nur nach Vorschrift.

Nachdem es mit einer Trauer-Verordnung des Königs aus dem Jahr 1720 nicht so recht geklappt und der König ‘mißfällig‘ vernommen hat, dass dieser Verordnung ‘nicht überall gehörig nachgelebet worden,’ erlässt König Friedrich Wilhelm in Preußen 1734 ein ‘erneuertes Edikt’, in welchem er kund tut, ‘wie es in denen königlichen Landen mit der Trauer gehalten werden soll’. In dieser Verordnung wird genau festgelegt, auf welche Weise die ‘Königlich Preußischen Unterthanen’ zu trauern haben:

  • Die Zeit der Trauer beginnt am Tag, an dem der Verstorbene ‘das Zeitliche verlassen hat’.
  • Bei gekrönten Häuptern, Prinzen oder Prinzessinen des Königlich Preußischen Hauses wird jeweils eine gesonderte Verordnung erteilt
  • Verstirbt ein Kind, das älter ist als 12 Jahre, sollen die Eltern 3 Monate lang trauern – bei Kindern unter 12 Jahren gar nicht! (Aufgrund der hohen Kindersterblichkeit zu dieser Zeit – sehr viele Kinder sterben bereits im Kleinkindalter – würde so manches Elternpaar ansonsten vermutlich ununterbrochen trauern)
  • Beim Tod der Eltern, Groß- und Urgroßeltern wird den Kindern 6 Monate Trauer verordnet – Stiefeltern werden dagegen nur 30 Tage betrauert
  • Eine Witwe soll ihren Ehemann 1 Jahr lange betrauern – nicht länger! ‘Der Ehemann aber soll die Trauer über seine mit Tode abgegangene Ehegenoßin nach Verfließung von 6 Monaten wieder ablegen’.
  • Schwiegereltern sollen nicht länger als ein halbes Jahr betrauert werden.
  • ‘Wer von jemand zum Universal-Erben oder Legatario eingesetzet ist, hat die Freyheit, die Trauer über desselben Tod bis zu Ende des sechsten Monats zu continuiren’.
  • Versterben Bruder, Schwester, Schwager oder Schwägerin, so reichen drei Monate.
  • Auch bei allen übrigen Verwandten und Angehörigen reichen drei Monate Trauer.
  • Niemand darf bei einem Todesfall ‘seine Carossen drapiren, oder seine Pferde und Zimmer mit schwarz behängen’ - wer dem zuwider handelt, wird bestraft.

‘Damit nun obiges alles stest und genau abserviret werde’, werden die preußischen Beamten aufgefordert, über die Einhaltung des Edikts zu wachen – bei Verstößen werden Geldstrafen angedroht.

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Landsberg, Pr.Eylau, Bartensteiner Str. 195

Aufgrund einer Adressen-Angabe in den standesamtlichen Sterbeeinträgen konnte ich ein weiteres Haus in Landsberg, Pr.Eylau (Górowo Iławeckie) aufspüren, in dem wohl einige meiner Vorfahren früher ein- und ausgegangen sein werden. Das Haus in der ehemaligen Bartensteiner Straße hatte die Nummer 195.

Quelle: Google Earth

Um 1911 – und vermutlich schon zuvor – wohnt hier der Postschaffner Albert Hermann Krause mit seiner Familie. Albert Krause ist seit 1885 verheiratet mit Bertha Louise Grigoleit, die am 9. Oktober 1863 als Tochter des Böttchermeisters Friedrich Wilhelm Grigoleit und Ehefrau Johanna Sophie Grunau in Landsberg zur Welt kommt.

Ihr älterer Bruder Otto Albert Grigoleit, der – wie sein Vater – Böttchermeister wird, ist der Ehemann von Elise Helene Westphal, einer jüngeren Schwester meiner Urgroßmutter Therese Amalie Westphal.

Bartensteinerstraße

Das Schwarz-Weiß-Foto stammt aus der Zusammenstellung über die Straßen und Häuser in Landsberg von Manfred Groß.

Offenbar war das Haus für Postbeamte und deren Familien gedacht. Später wohnten hier (laut Manfred Groß) der Postschaffner Josef Diemert, der Postsekretär Karl Zachau und der Postbeamte Karl Bandurski mit Ehefrau Agatha geb. Glomm und Kindern.

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Häusersuche in Landsberg, Pr. Eylau

Zweimal bin ich bisher in Landsberg (Górowo Iławeckie) gewesen – im Sommer 2007 und im Sommer 2011. Ich wusste damals einiges über das Leben meiner Vorfahren in dieser Stadt. Hier wurde 1886 mein Großvater Carl Ludwig Gegner geboren, hier heirateten meine Urgroßeltern Rudolph Leopold Gegner und Therese Amalie Westphal – Therese und ihre Geschwister kamen hier zur Welt und Thereses Vater Johann Carl Westphal betrieb hier seine Mühle. Manches wusste ich damals aber nicht.

Landsberg_Zentrum

In der Zeit von 1891 bis 1895 verließen meine Urgroßeltern ihre ostpreußische Heimat – die meisten Verwandten aber blieben in Landsberg und der Umgebung. Thereses Geschwister heirateten und bekamen Kinder, die dort aufwuchsen und ebenfalls Familien gründeten.

Ich erinnere mich, dass ich mich bei meinen Besuchen in Landsberg immer wieder fragte, in welchen Häusern meine ostpreußischen Vorfahren und Verwandten wohl gewohnt haben mögen. Leider hatte ich bislang kaum Anhaltspunkte, dies herauszufinden. Eine Einsicht in die vom Staatsarchiv Allenstein veröffentlichten Standesamts-Unterlagen von Landsberg bietet nun eine Möglichkeit, denn einige Jahrgänge der Sterbeeinträge nach 1900 enthalten die genauen Adressen der Familien. ‘Bewaffnet’ mit dieser Adresse kann man anhand des obigen Plans per ‘Google Street View’ durch die Stadt schlendern und versuchen, das entsprechende Gebäude zu finden.

So weiß ich nun, dass die Hebamme Auguste Westphal (eine Schwester meiner Urgroßmutter Therese) mit ihrem Ehemann, dem Müllermeister Julius Riehl, 1912 in der Hofstraße Nr. 16 wohnte und dass ihre Schwester Elise mit ihrem Ehemann, dem Böttchermeister Otto Grigoleit, 1907 im Haus Burgstraße Nr. 145 lebte. Im Haus Burgstraße Nr. 147 wohnte um 1910 Thereses Cousine Amalie Westphal, die verheiratet mit dem Klempnermeister Wilhelm Heise. Überhaupt scheint die Burgstraße eine ganze Reihe von Anverwandten beherbergt zu haben.

Hofstraße 002 (2)

Dieses Bild und der obige Plan stammen aus einer Dokumentation der Häuser von Landsberg und ihren Bewohnern, die von Manfred Groß erstellt wurde.

In der Hofstraße Nr. 14 befand sich auch das Hotel ‘Deutsches Haus‘, das der Landsberger Kaufmann Friedrich Rudolph Ankermann (ein Bruder meiner Ur-Ur-Großmutter) zeitweise besaß und 1862 durch einen Neubau ersetzte.

Heute sieht die ehemalige Hofstraße anders aus. Das Hotel wurde im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Auch das Haus Nr. 15 fehlt – es klafft eine große Lücke. Aber das Haus Nr. 16, in dem Julius Riehl mit seiner Familie wohnte, steht noch.

Landsberg_Hofstrasse16-18

Hofstraße 16-18

Meine Spurensuche wird hoffentlich noch weitere Erkenntnisse bringen und bei einem weiteren Besuch in Landsberg werde ich sicherlich mit ganz anderen Augen durch die Straßen gehen.

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Erbpächter und Bauern in Hoofe, Pr. Eylau, um 1828

Die ‘Grundakten der Peistenschen Güter‘ (verwahrt im Staatsarchiv Allenstein) enthalten auch Dokumente, in denen die ‘Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse’ der zur Begüterung gehörigen Orte dokumentiert wird.

Auch Hoofe (heute Dwórzno) gehört zur Begüterung Peisten, die zur Zeit dieser Regulierung im Besitz des Landrats Ludwig Constantin Sylvester von Creytz (von Kreytzen) ist. Dort leben um 1820 auch meine Vorfahren Carl Mat(t)ern und seine Ehefrau Maria Borm. Von 1818 bis 1834 werden hier sechs ihrer sieben Kinder geboren – u.a. meine Ur-Ur-Großmutter Justine Friedericke Matern.

Hoofe_Karte

Auszug aus den Grundakten:

‘Die Feldmark (Hoofe) grenzt im Norden mit den Ländereyen des Dorfes Pap(p)erten und der Stadt Landsberg, im Osten mit den Ländereyen der Stadt Landsberg und der Dörfer Grauschienen und Gruenwalde, gegen Süden mit den Ländereyender Dörfer Greunwalde und Hanshagen und gegen Westen mit den Ländereyen des Dorfen Hanshagen unddes Vorwercks Fiencken (Finken)’…

Das Dorf besteht:

a. aus 23 Erbpachts Bauerhöfen, deren Ober-Eigenthümer das Dominium Peisten ist und deren Inhaber namentlich heißen und besitzen:

Erbpacht_Hoofe

b. aus 15 Bauernhöfen, welche dem Edict vom 14. September 1811 und dessen Declaration unterliegen, deren Besitzern die Gebäude und Gärte aber schon eigenthümlich gehören; namentlich heißen und benutzen:

 Hoofe_Bauernhöfe

Hier kann man den Ort Dwórzno übrigens vom Auto aus betrachten!

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Seelenliste der Stadt Landsberg, Pr. Eylau – 1840

Im Staatsarchiv von Allenstein befindet sich unter der Signatur 253/17 eine ‘Liste der sämmtlichen Civil-Einwohner in der Stadt Landsberg‘ Seelenliste_Landsberg aus dem Jahre 1840, die vom Landsberger Magistrat angefertigt wurde. Da ich mich bei meinem Besuch im April vor allem mit Unterlagen befasst habe, die sich mit der Begüterung Worienen beschäftigen, habe ich diese ‘Liste’ (die viele Seiten umfasst) aus zeitlichen Gründen nicht ausgiebig bearbeiten können.

Hier nur ein kurzer Eindruck: in der 1. Spalte werden die einzelnen Familien durchgezählt – 2. Spalte: Nummer des Haushalts. Es folgen alle zum Haushalt zählenden Familienmitglieder (mit Beruf, Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses u. Alter).

Seelenliste_Landsberg_2

Nach Auszählung sämtlicher Haushalte und der darin lebenden Personen stellt der Landsberger Magistrat am Ende fest, dass im Jahr 1840 in Landsberg 1977 ‘Seelen’ wohnen.

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Haustrauungen in Königsberg 1784/85

Wollte sich ein Brautpaar in Königsberg (und sicherlich auch woanders) nicht in der zuständigen Kirche, sondern zu Hause trauen lassen, wurde dafür eine besondere Erlaubnis benötigt. Für die Konzession einer solchen Haustrauung wurden Gebühren erhoben, die in Königsberg offenbar an die Königliche Schloss-Bibliothek gezahlt werden mussten.

In den Jahresrechnungen der Bibliotheks-Kasse – digitalisiert von der Lithauischen Nationalbibliothek – entdeckte ich Verzeichnisse, in denen über mehrere Seiten die Namen der Ehemänner aufgelistet werden, die in der Zeit vom 1. Juni 1784 bis zum Mai 1785 für eine Haustrauung bzw. die vorangehende Proklamation jeweils 2 Rthl entrichteten. Bei Lücken in den Eheregistern der Königsberger Kirchenbücher können diese Listen sehr hilfreich sein. In der Akte sind noch weitere Namenslisten für andere Zeiträume zu finden.

SchlossbibliotheKönigsberg_Einnahmen

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Standesamts-Unterlagen von Landsberg, Pr. Eylau

Nun wurden auch die Standesamts-Unterlagen der Stadt Landsberg, Pr. Eylau (Górowo Iławeckie) vom Staatsarchiv Allenstein digitalisiert und ins Internet gestellt. Von 1874 bis zum Jahr 1912 sind sämtliche Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträge zu finden. Mit einem Klick auf das Bild gelangt man zum ersten Geburtsregister von 1874.

Standesamt_Landsberg_1874

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