Familie Wersuhn in Worienen, Pr. Eylau

Beim Verfassen meiner Chronik des Ortes Worienen im Kreis Pr. Eylau (die in nächster Zeit nun endlich mal fertig werden soll!) fallen mir manchmal familiäre Zusammenhänge auf, die in der Chronik keinen Platz finden werden, aber vielleicht für andere Familienforscher von Interesse sein könnten.

Um 1850 kommt Ludwig Wersuhn mit seiner Ehefrau Amalie geb. Kleinfeld und einigen – vermutlich 4 – Kindern nach Worienen. Sohn Rudolph verstirbt dort am 12. April 1851 an der Bräune. Er wird 6 Jahre und 7 Monate alt. Im Sterbeeintrag wird angegeben, dass Ludwig Wersuhn zu dieser Zeit als Instmann tätig ist.

Drei weitere Wersuhn-Kinder werden in Worienen geboren:

  • Carl Ludwig Albert Wersuhn am 14.7.1854
  • Johanne Auguste Wersuhn am 20.12.1857 und
  • Gustav Otto Wersuhn am 14.10.1859

Ab 1854 wird Ludwig Wersuhn als Gärtner in Worienen bezeichnet. Er stirbt bereits am 27.8.1862 im Alter von 51 Jahren. Ludwig hinterlässt seine Ehefrau Amalie, geb. Kleinfeld und 7 unmündige Kinder, die nach seinem Tod in Worienen bleiben.

  • Maria Ottilie Wersuhn, * um 1839, heiratet am 28.9.1860 in Eichhorn den Schmiedemeister Friedrich Gottlieb Zilian, einen Sohn des verstorbenen Bauern Gottfried Zilian aus Großendorf
  • Tochter Friederike Wersuhn, * um 1842, wird 1862 die Ehefrau des Gärtners Friedrich Gottlieb Schäfer, der aus Kreuzburg stammt Die beiden bekommen 5 Kinder, die in Worienen geboren werden.
  • Ludwigs Tochter Bertha Wersuhn ist 24 Jahre alt als sie am 27.9.1874 in Eichhorn den 26jährigen Wilhelm Reichelt, Brennereiführer (und späteren Oberinspektor) in Groß Peisten heiratet, einen Sohn des Mühlenbesitzers Ferdinand Reichelt. In Groß Peisten kommt am 8.2.1876 der Sohn Kurt Schmerzensreich Reichelt zur Welt. Wilhelm Reichelt ist allerdings bereits 1877  mit einer anderen Frau verheiratet.
  • Sohn Friedrich August Wersuhn muss um 1849 geboren worden sein. Er wird Gärtner wie sein Vater und heiratet 1875 in Eichhorn die Kammerjungfer Wilhelmine Henriette Rosa, eine Tochter des verstorbenen Schäfers Gustav Rosa aus Knauten.
  • Die in Worienen geborene Tochter Johanna Auguste Wersuhn wird 1887 die Ehefrau des Müllergesellen Hermann Gustav Russke.

Amalie Wesuhn, geb. Kleinfeld, wird 71 Jahre alt. Sie verstirbt am 9.12.1888 in Worienen.

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Haustrunk nur in ‚gewöhnlichen Hauskesseln‘

‚Die Biersteuer ist eine der ältesten Abgaben auf Verbrauchsgüter. Sie wurde schon in den mittelalterlichen deutschen Städten unter mannigfaltigen Namen wie Bierungeld, Bierziese, Bierpfennig, Trankgeld, Schank– oder Malzaufschlag erhoben, sei es als Handels-, Produktions-, Geräte- oder Rohstoffsteuer. Vom 15. Jahrhundert an haben sich die Landesfürsten ihrer bemächtigt, worauf sie zu einem wichtigen Bestandteil der landesstaatlichen Besteuerung ausgebildet wurde (in Bayern z. B. durch Regelungen von 1543, 1572 und 1751). Im 19. Jahrhundert auf verbesserte gesetzliche Grundlagen gestellt – so 1806 in Bayern und 1819 in Preußen –, wurde durch die Reichsverfassung von 1871 die Gesetzgebungs- und Ertragshoheit für das Norddeutsche Brausteuergebiet dem Reich übertragen. Bayern, Baden und Württemberg behielten ihre landesrechtlichen Kompetenzen gegen Abführung von Ausgleichsbeträgen an das Reich bis 1919, übernahmen dann das neu geschaffene Reichsbiersteuergesetz vom 26. Juli 1918, wofür sie sich prozentuale Überweisungen aus der nun einheitlichen Biersteuer sicherten‘. (Quelle: Bundesministerium der Finanzen)

‚Schlitzohren‘ und Steuerbetrüger gab es wohl zu allen Zeiten überall auf der Welt. In Ostpreußen versuchte man die Steuergesetze u.a. auszuhebeln, indem man den Haustrunk (=Bier), der in gewissen Mengen steuerfrei gebraut werden durfte, nicht – wie erlaubt – in ‚gewöhnlichen Kochkesseln‚, sondern in großeneingemauerten Kesseln‚ herstellte. Aus diesem Anlass lässt der ‚Geheime Finanz-Rath‘ im März 1833 im Königsberger Amtsblatt folgende Bekanntmachung drucken:

Es waren aber sicherlich nicht nur unsere ostpreußischen Vorfahren, die auf diese Weise versuchten, geltende Steuergesetze zu umgehen!

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Schwere Feuersbrünste in Landsberg, Pr. Eylau

Neben kriegerischen Auseinandersetzungen und Epidemien gehören schwere Feuersbrünste viele Jahrhunderte lang zu den bedrohlichsten Ereignissen, mit denen unsere Vorfahren fertig werden mussten. Auch die Stadt Landsberg in Ostpreußen wurde immer wieder von Feuersbrünsten heimgesucht. Der nachfolgende Text stammt aus der Landsberger Stadtchronik:

‚Im Jahre 1802 brach in der hiesigen Mühle Feuer aus, und nicht nur diese sondern auch 6 andere Häuser in der Peystenschen Vorstadt und 65 Scheunen nebst dem ganzen Einschnitt und Wirtschaftsgerät wurden in wenigen Stunden ein Raub der Flammen.

Kaum waren diese Gebäude wiederum aufgebauet, so entstand im Jahr 1804 in den ersten Tagen des Dezember Monats eine ähnliche Feuersbrunst unter den Scheunen am Hohen Tore. Es gingen dabei 43 Scheunen mit allen darin befindlichen Vorräthen verlohren. Diese Unglücksfälle zogen Elend und Armuth nach sich und doch zogen sich nach 3 Jahren noch schwerere Unglückswolken über Landsberg zusammen. Der unglückliche Krieg mit Frankreich, der im November 1806 begann, verbreitete mit dem Anfang des Jahres 1807 auch Jammer und bitteres Elend, Krankeiten und Tod in unseren Mauern. …

Den 4ten October dieses 1831ten Jahres wird wiederum für Landsbergs Bewohner ein Tag des Schrekkens. Sonntags zuvor war das Fest der Ernte mit vielem innigsten Dank gegen Gott gefeiert, indem sich dieses Jahr durch eine besonders reichliche Ernte auszeichnete, und Freitag darauf brach in den vollgefüllten Scheunen am hohen Thor abends nach 9 Uhr das schrecklichste Feuer aus. Alle die Scheunen, welche im Jahr 1804 abbrannten(,) 43 an der Zahl(,) wurden in 2 Stunden ein Raub der Flammen. Alles gedroschene Getreide, Stroh, Futter, Ackergeräte und Vieh ging mit den Flammen auf. 50 Achtel Holtz, hinter den Scheunen aufgesetzt, an Tausend Diehlen, eichene Planken usw. wurden in Asche gelegt. Wagen, Geschirre gingen in Mengen verlohren, so daß den größten Wirthen der Stadt nur die Pferde blieben. Der Schaden ist auf 20700 Taler taxiert und die Gebäude stehen nur mit 3000 Taler im Feuer Catastro versichert. Über die Entstehung des Feuers ist bis ietzt nichts ermittelt‘.


Einige Tage nach diesem Schreckenstag wird im Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Königsberg um Unterstützung der durch den Band geschädigten Landsberger Bewohner gebeten:

10 Tage später werden die Namen derjenigen veröffentlicht , die beim Löschen der Brände besonders eifrig halfen:


Der Apell des Freiherrn von Brederlow war offenbar erfolgreich. 1832 ist in der Stadtchronik zu lesen: ‚In diesem Jahr wurden die abgebrannten Scheunen nach dem vorgezeichneten Plan des Königl(ichen) Landrats Freiherrn von Brederlow und des Landbaumeisters Bertram neu und schön erbaut; und das Erndtefest wurde, obgleich der Erntesegen sparsam, wegen des den Sommer über anhaltenden Regenwetters, ausgefallen war, doch mit vieler Rührung und Dank gegen Gott gefeiert, der geholfen hatte, wo die Hülfe ferne, ja fast unmöglich schien‘.

(Als Datum dieser schweren Feuersbrunst im Jahre 1831 wird in den Quellen einmal der 4., dann der 7. oder 8. Oktober genannt).

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Kreis Pr. Eylau – Zeichnungen ehemaliger Gebäude

Bei meinem letzten Besuch im Staatsarchiv Olsztyn im Sommer 2015 konnte ich auch eine Mappe durchsehen, in der Zeichnungen enthalten waren, die wohl von ehemaligen Pr. Eylauer Schülern angefertigt und von ihren Lehrern benotet worden waren. Die Namen der Zeichner sind jeweils angegeben. Die Mappe enthielt u.a. folgende Blätter:

eine Zeichnung des Guts Graventhien:

eine Zeichnung des Pr. Eylauer Vorwerks Henriettenhof:

und eine Zeichnung der Wassermühle bei Pr. Eylau:

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Frohe Weihnachten !

Mit diesem Bild aus ‚Julius Pohl’s illustrirtem Hauskalender‚, der 1890 in Braunsberg, Ostpreußen, erschien, wünsche ich allen Familienforschern nah und fern  – und all denjenigen, die durch Zufall auf dieser Seite landen – ein FROHES WEIHNACHTSFEST !

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Von Konnegen nach Freudenberg

Das Erforschen der Lebensumstände meiner Vorfahren ist für mich der spannendste Teil meiner genealogischen Recherche. Mit etwas Glück finden sich immer mal wieder Hinweise, die ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringen und es ermöglichen, die Lebenswege der Ahnen nachzuzeichnen. So auch in diesem Fall:

Als mein 3-facher Urgroßvater CARL Sigismund Ankermann 1846 in seiner Mühle in Konnegen bei Heilsberg verstirbt, ist er erst 46 Jahre alt. Die genauen Umstände seines Todes können wohl nicht aufgeklärt werden, da aus dieser Zeit keinerlei Unterlagen der evangelischen Kirche von Heilsberg mehr vorhanden sind. Lediglich das Jahr seines Todes konnte ich dem Namensregister der Sterbefälle entnehmen.

Carl Ankermanns Ehefrau Friederica Henrietta, geb. Schmidt stammt aus Worienen. Sie ist gerade 40 geworden und hat insgesamt 10 Kinder zur Welt gebracht, von denen 3 das Kleinkindalter nicht überlebten und eines tot geboren wurde. Noch im Todesjahr ihres Ehemanns bekommt sie einen Sohn, der Carl Ferdinand getauft wird. Nun bleibt Friederica Henriette in der Mühle Konnegen mit 6 Kindern zurück.

Ich habe mich oft gefragt, wie es ihr wohl ergangen ist – wie sie es geschafft hat, sich und ihre Kinder zu versorgen. Schon vor 2 Jahren hatte ich herausgefunden, dass sie noch einmal geheiratet hat. Nun weiß ich ein wenig mehr über ihren zweiten Ehemann und ihr weiteres Leben.

Am 25. Oktober 1848 ehelicht Friederica in Heilsberg Anton Pohlmann, einen Sohn des Mühlenbesitzers Joseph Pohlmann aus Plauten bei Mehlsack. Anton Pohlmann ist katholisch, 16 Jahre jünger als sie und zum Zeitpunkt der Heirat Mühlenwerktüchner der Raaben Mühle im Kirchspiel Buchholz, Pr. Eylau. Vermutlich bleibt er zunächst in Konnegen, um die dortige Mühle so lange zu betreiben bis sie der älteste Ankermann-Sohn Gustav Heinrich übernehmen kann, der nur 6 Jahre jünger ist als er.

Um 1857 wird Anton Pohlmann Besitzer der Mühle in Freudenberg, im Kirchspiel Seeburg, Kreis Rössel. So landet dort auch Friederica Pohlmann, verwitwete Ankermann, geb. Schmidt.

Nicht weit entfernt leben bereits einige Verwandte – zwei Halbrüder ihres verstorbenen Ehemanns: Ferdinand Ankermann ist Mühlenwerkführer in Seeburg, sein Bruder Friedrich Ankermann Besitzer der Mühle in Potritten.

Meine 3fach-Urgroßmutter ist möglicherweise aufgrund dieser familiären Kontakte in Freudenberg gelandet. Sie verbringt hier noch etwa 7 Jahre und verstirbt am 20. September 1864 im Alter von fast 58 Jahren in der Freudenberger Mühle an einer Lungenkrankheit. 5 Tage später wird sie auf dem evangelischen Friedhof in Heilsberg bestattet. Sie hinterlässt ihren Ehemann Anton Pohlmann und ein minorennes Kind.

Ob damit der mittlerweile 18jährige Carl Ferdinand Ankermann aus erster Ehe  gemeint ist? Oder hat sie vielleicht noch ein weiteres Kind zur Welt gebracht …?


Die Dursicht des Kirchenbuchs von Seeburg hat außerdem ergeben, dass Joseph Ankermann – Kürschnermeister, Restaurateur und Gastwirt in Heilsberg – (über den ich bereits hier berichtet habe) kein leiblicher Sohn des in Potritten lebenden Mühlenbesitzers Friedrich Ankermanns ist, sondern von diesem adoptiert wurde.

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Auswertung der Preußisch Eylauer Kreisblätter

Im April des Jahres 1835 erscheint das erste Preußisch Eylauer Kreisblatt, das zukünftig vor allem dem Zweck dienen soll, wichtige Bekanntmachungen der Behörden innerhalb des Kreises zu verbreiten.

Erstausgabe – April 1835

Doch abgesehen davon, dass in den Kreisblättern auf die Einhaltung von Verordnungen hingewiesen, an bevorstehende wichtige Termine erinnert oder beispielsweise der Ausbruch einer Epidemie in einem Ort des Kreises bekannt gegeben wird,  lohnt es sich sehr, die  Kreisblätter auch im Hinblick auf genealogisch relevante Informationen durchzusehen.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal wieder Ausschnitte aus den Kreisblättern veröffentlicht. Hier einige weitere Beispiele aus den Jahren 1868 bis 1871, die sich auf einzelne Familien beziehen und bei der Spurensuche hilfreich sein können: Bekanntgabe von Ortswechsel, Verkauf oder Versteigerung von Grundbesitz:

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Friedhöfe und Gräber in Natangen

Im Sommer 2004 waren meine Freundin Anneliese Grosse und ich zum ersten Mal in Ostpreußen und haben uns bemüht, die noch vorhandenen deutschen Gräber auf sämtlichen Friedhöfen, die wir damals besucht haben, aufzuspüren und zu dokumentieren. Und das war gut so ! Bei unserem zweiten Besuch im Sommer 2011 existierten zum Beispiel die Gräber in Eichhorn, Pr. Eylau, gar nicht mehr.

Mit einem Klick auf das Bild sollte man auf meiner uralten ‚Natangen-Seite‘ bei den Fotos und Inschriften landen.

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‚Ein gottloser Einwohner und stinckender Bock‘

Im zweiten Eintrag auf dieser Seite des Kirchenbuchs hat der Pastor von Züschen im November 1704 offenbar  seine Aversion gegen den Vater des Täuflings in den Taufeintrag fließen lassen:

‚Johann Bok(,) ein gottloser einwohner und also stinckender Bock aus der Gemeinde, h(at) ein töchterlein tauffen lassen …‘ .

Über diese Formulierung werden sich nachfolgende Generationen wohl nicht besonders freuen!

Ausschnitt aus dem KB von Züschen – 1704

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Ein alter frommer Invalide in Felsberg

Vor einigen Tagen endete mein 4-wöchiges Abonnement bei ARCHION, das ich ursprünglich wegen eines Vortrags zum Thema ‚Familienforschung in Ostpreußen‚ abgeschlossen hatte. Ich wollte  interessierten Familienforschern beim Treffen der Kreisgemeinschaft Pr. Eylau in Verden die Recherche-Möglichkeiten auf dieser Plattform zeigen.

Und bevor ich mich wieder meiner Chronik von Worienen zuwende, habe ich die Zeit genutzt, um ein wenig mehr über meine hessischen Vorfahren herauszufinden:

  • über Familie Schaumlöffel in Obervorschütz, Züschen und Felsberg
  • Familie Giebel und Bonacker in Frankenberg
  • Familie Schellhase in Züschen
  • und Familie Hucke in Lohne

Ich freue mich besonders, wenn ich nicht nur die ‚üblichen‘ Tauf-, Heirats- und Sterbe-Einträge in den Kirchenbüchern finde, sondern darüber hinaus Informationen zu den Lebensumständen der Familien meiner Ahnen.

Dafür lohnt es sich, in den Kirchenbüchern auch in den häufig von den Pastoren eingefügten ‚Chroniken‘ zu stöbern – manchmal hat man das Glück, dort auch Hinweise auf die eigenen Vorfahren zu entdecken!

Das Kirchenbuch von Felsberg in Nordhessen – etw 20 km südlich von Kassel – enthält beipielsweise ein Verzeichnis der Bürger und Einwohner aus dem Jahre 1759.

Meine Schaumlöffel-Vorfahren lebten zunächst in Obervorschütz, dann in Züschen und später in Felsberg.

Johannes Schaumlöffel – mein direkter Vorfahre – heiratet am 6. März 1744 in Felsberg und auch seine Kinder kommen hier zur Welt. Bislang kannte ich nur das Geburtsdatum seines 2. Sohnes, meines Ur-Ur-Ur-Urgroßvaters Johann Conrad Schaumlöffel – nun weiß ich, dass dieser noch 3 Geschwister hatte:

  • Johann George Schaumlöffel, *1745
  • Anna Sabina Schaumlöffel, *1747 und
  • Johannes Schaumlöffel, *1754

Johannes (der Vater) dient als Soldat. Als im Jahre 1759 die Einwohnerliste angelegt wird, ist er etwa 44 Jahre alt – aufgrund einer Lücke im KB von Züschen kann sein genaues Geburtsdatum leider nicht ermittelt werden.

Familie Schaumlöffel (um diese Zeit häufig ‚Scheimelöffel‚ geschrieben) wohnt 1759 in der 1. Reihe der Untergasse.

In der Zeit von 1756 bis 1763 tobt der Siebenjährige Krieg in der Region Nordhessen. Auch die Stad Felsberg wird – vor allem durch die Einquartierungen von Soldaten – sehr in Mitleidenschaft gezogen. Am 17. Februar 1761 schreibt der Pastor: ‚Eben diesen 17. Febr. kam so dann der Engl(ische) General en Chef Lord Grumby gegen Nachmittag und eine solche Menge Englisch Hannoverischer, Braunschweigischer u. Hessischer Cavallerie und Infanterie hier an, daß die Nachwelt kaum glauben wird, daß die kleine Stadt Felsberg 10.000 Quartier gegeben.‘

Johannes Schaumlöffel aus der Felsberger Untergasse wird schon im Jahre 1768 als Invalide bezeichnet – 1780 wird er als Stadtwachtmeister erwähnt – 1799 wohnt ‚Johannes Schaumlöffel, ein alter frommer Invalide‘ zusammen mit Tochter Anna Sabina, Schwiegersohn Henrich Baumbach und deren Kindern als Witwer in Haus Nr. 37.

Anhand der Kirchenbücher konnte ich die Familie weiter verfolgen:

  • Der älteste Sohn – Johann Georg Schaumlöffel – wird Schneidermeister in Felsberg. Am 21.2.1777 heiratet er Anna Maria Loeber aus Felsberg, eine Tochter des dortigen Bäckermeisters Johann Peter Loeber. Die beiden bekommen 10 Kinder.
  • Tochter Anna Sabina wird am 16.2.1770 die Ehefrau des Schneidermeisters Johann Henrich Baumbach.
  • Johann Conrad Schaumlöffel geht zunächst als Soldat nach Kassel, heiratet dort Anna Elisabeth Giebel aus Frankenberg a.d. Eder – die beiden bekommen 9 Kinder. Zwischen 1796 (der Geburt der jüngstenTochter in Kassel) und 1801 (Konfirmation der  ältesten Tochter) verlassen sie die Stadt Kassel. Johann Conrad Schaumlöffel arbeitet später als Schneidermeister in (Bremen-)Vegesack. ‚Angeblich hatte er einen Bruder, der in Amerika zu Vermögen gekommen war und zu dem er auswandern wollte‘ wurde in meiner Familie immer wieder erzählt ….
  • Dieser Bruder müsste dann der 1754 geborene Johannes Schaumlöffel sein, über dessen Verbleib ich aber leider nichts herausfinden konnte.

Am 22. Oktober verstirbt der ‚fromme Invalide‘ Johannes Schaumlöffel in Felsberg. Er wurde 85 Jahre alt.

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