Ein ’stilles‘ Begräbnis

Jeder, der sich mit der Erforschung seiner Vorfahren beschäftigt, bemerkt im Laufe der Zeit, dass es unterschiedliche Formen der Bestattung gab und dass in den Kirchenbüchern dementsprechend ganz unterschiedliche Beschreibungen der Bestattungs-Zeremonien zu finden sind – je nach Stand und Ansehen der Verstorbenen werden einige Personen ganz schlicht ‚beerdigt‚, andere ‚mit einer Leichenrede‚, ‚mit Sang und Klang‚ oder – wie mein Vorfahre Johann Wilhelm Hellwich 1764 in Canditten – ‚unter dem Läuten bey des Organisten Lied‘ bestattet.

Und immer mal wieder taucht in den Sterberegistern der Kirchenbücher aller Orten auch der Hinweis auf ein „stilles Begräbnis“ auf.

Bestattungen werden „in aller Stille“ vollzogen, wenn der Pfarrer einer Gemeinde dies aufgrund besonderer Umstände für geboten hält.

Still beerdigt werden in der Regel (von welchen jedoch in verschiedenen Gemeinden Ausnahmen und Abweichungen vorkommen) die zu früh geborenen Kinder …, die todtgeborenen und ungetauften; doch auch diesen würden die Feierlichkeiten, falls sie von den Eltern ausdrücklich gewünscht werden sollten, nicht verweigert werden; in den meisten Fällen werden sie jedoch nicht gewünscht. Daher setzt man sie meist in der Frühe und des Abends, gern auch Sonntags früh während des Einläutens bei, bisweilen auch mit Gesang oder sonstiger Feierlichkeit.

Ein stilles Begräbniß wird im Allgemeinen auch den unehelichen Kindern zu Theil, doch werden diese auch, eben als Getaufte, mit einfacher Feierlichkeit beerdigt, in einigen Gemeinden nur von den Lehrern ausgesungen, in andern mit Verscheide-, aber ohne Begräbnißläuten und unter Begleitung des Pfarrers, der hier die beste Gelegenheit hat, auf die Sünde gebührende Rücksicht zu nehmen, ja sogar mit kirchlicher Danksagung, anderwärts mit ähnlichen, ja mit allen kirchlichen Feierlichkeiten, außer, daß sie in die Kirche getragen werden. In noch andern Gemeinden werden nur Fremdlinge und kleine Kinder still beerdigt.

Die kirchliche Feier wird entschieden unkirchlichen Personen, Spöttern und Verbrechern, Verächtern der Kirche, die meistens nie in die Kirche getragen werden, und vorzugsweise Selbstmördern versagt. Ja diese letzern müssen im einfachen Schrein, ohne jede kirchliche Feier, hie und da nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nicht durch das Thor des Kirchhofes getragen, sondern ohne Bahre auf Stricken über den Kirchhofzaun gehoben und unter demselben begraben werden; ehemals wurden ihre Leichen auch nur auf den Armesünder- oder Pestkirchhof, einem fern abgelegenen wüsten Raum auf dem Felde, hingebracht. Wo man hingegen sich scheut, den Selbstmördern ein unehrliches Begräbniß zuzuerkennen, da werden sie wenigstens mit einer Strafpredigt oder doch ohne Geläut Morgens früh zur Gruft gebracht ..‘ (Quelle: C. G. Hintz, Die alte gute Sitte in Altpreußen; Verlag Gräfe und Unzer, Königsberg 1862)

Beispiele für ’stille Bestattungen‘ aus dem Kirchenbuch von Eichhorn, Pr. Eylau:

d(en 10. Jan(uar) 1769 Nachmittags um 1 Uhr ward des Chri-
tian Borcherts, Wirths in Worglitten Ehegattin Doro-
thea geb. Haeubichin mit einer todten Tochter ent-
bunden, so den 12. Jan(uar) still beigesetzet worden
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Rosalie Löwensohns bewegtes Leben

Rosalie Löwensohn wird am 13. Dezember 1830 als Tochter des Schneiders Jacob Löwensohn (auch Löwinsohn oder Levinsohn geschrieben) und seiner Ehefrau Ernestine Jacobi (auch Jacoby) in Königsberg geboren. Die Familie ist jüdischen bzw. mosaischen Glaubens. Nach dem Tod des Vaters (+ 12.12.1846) vermählt sich die Mutter 1857 mit dem Kesselflicker Ephraim Treufeld.

Im Mai des Jahres 1857 kommt in Königsberg Rosalies Sohn Joseph Julius Löwensohn zur Welt – 4 Jahre später – am 20.4.1861 – Tochter Marie Löwensohn. Beide Kinder werden unehelich geboren.

1865 findet man im Kirchenbuch der Tragheimer Kirche folgenden Eintrag:

den 10 (zehnten) Mai ist Rosalie, Tochter des Schneiders Jacob Lewinsohn u. dessen Ehefrau Ernestine g. Jacobi, welche am 13 (dreizehnten) December 1830 (dreißig) in Königsberg . Pr. geboren ist, in der Kirche des Georgenhospitals von Prediger Lawrence in Danzig getauft worden! Hat den Taufnamen „Martha“ erhalten. Taufzeugen waren: ….

Rosalie heißt also fortan Rosalie Martha – und schnell wird klar, weshalb sie sich christlich taufen ließ, denn nur einige Monate später – am 6. Oktober 1865 – heiratet sie in der Tragheimer Kirche den Schneidergesellen Friedrich Wilhelm Gegner aus Ponienken im Kirchspiel Eichhorn, Pr. Eylau, Sohn des Zimmermanns Wilhelm Gegner (ältester Bruder meines Ur-Ur-Großvaters Johann Ludwig) und dessen Ehefrau Justine Wilhelmine Sattler.

Der Heiratseintrag aus dem Kirchenbuch der Tragheimer Kirche

(Copuliert wurde….) Am 6(sechsten) October der Schneidergeselle Friedrich Wilhelm Gegner mit Jfrau Rosalie Martha, des verst(orbenen) Schneiders Jacob Levinsohns älteste Tochter; Er: 28 J., ledig, Eltern todt, s(eit) 5 Jahren hier; Sie: 27 J. ledig, Vater todt, immer hier, …

Zum Zeitpunkt der Eheschließung ist Rosalie Martha erneut schwanger – bereits am 22. Janaur 1866 wird in Königsberg Sohn Franz Oscar Gegner geboren. Sein Vater Friedrich Wilhelm erlebt nur die ersten Lebensmonate seines Sohnes mit, denn er gehört zu den vielen Cholera-Opfern, die im Verlaufe des Jahres 1866 in Königsberg versterben – insgesamt sind dies 2.671 Personen. Was wird nun aus Rosalie Martha?

Taufeintrag von Franz Oscar Gegner

Bis zum Jahr 1888 wird Rosalie Martha Gegner im Königsberger Adressbuch als Witwe aufgeführt:

Königsberger Adressbuch 1877

1877: GEGNER, geb. LEVINSOHN, Witwe; Bismarckstr. 8
1878: GEGNER, geb. LEVINSOHN, Witwe; Bismarckstr. 8
1881: Borchertstraße 9 (beim Tod des Sohnes Abraham)
1888: GEGNER, geb. LEVINSOHN, Witwe; Borchertstraße 21

Irgendwann nach dem Tod ihres Ehemanns nimmt Rosalie Martha Gegner ihren ursprünglichen Glauben wieder an, legt den Namen ‚Martha‚ wieder ab und bringt als Witwe weitere uneheliche Kinder zur Welt. Seltsamerweise werden zwei Söhne unter dem Namen Gegner registriert – ihre Tochter Johanna Margarethe trägt jedoch den Namen Löwensohn.

  • Carl Adolph Gegner + 1873
  • Abraham Gegner + 1881 im Alter von 15 Jahren
  • Johanna Margarethe Löwensohn *1873

Über lange Zeit wohnt der Schneidermeister M. Jacobi Tür an Tür mit Rosalie und ihren Kindern – sowohl in der Bismarckstraße, als auch später in der Borchertstraße.

1877 M. Jacobi, Schneidermstr, Bismarckstr. 8
1878 M. Jacobi, Schneidermstr, Bismarckstr. 8
1899 Borchertstraße 21 – außerdem Minna Jacobi, geb. Neumann, Schneiderfrau
1901 Borchertstraße 21 – außerdem Minna Jacobi, geb. Neumann, Schneiderfrau

M. Jacobi heißt mit vollem Namen Marcus Julius Jacobi. Er stammt aus Berent in Westpreußen – und auch in seinem Leben geht es ziemlich turbulent zu:

  • 1861 heiratet er in Königsberg Wilhelmine Neumann aus Muldszen bei Wehlau, eine Tochter des dortigen Handelsmanns Alexander Neumann
  • schon vor der Eheschließung (1860) wird Tochter Emma geboren
  • Sohn Adolf kommt 1863 zur Welt
  • Marcus Julius Jacobi.und seine Ehefrau trennen sich. Er wirft ihr vor, mehrmals die Ehe gebrochen zu haben – u.a. mit Eduard Cuhn
  • 1865 heiraten beide erneut
  • Tochter Bertha und Sohn Johann Julius werden geboren

In einem Schreiben an das Königsberger Amtsgericht berichtet Marcus Jacobi im Juli 1889: ‚Ich habe mich mit der Wilhelmine Neumann aus Muldzen Kreis Wehlau im Jahre 1861 hier verheiratet, dieselbe hat aber kurz darauf mit dem damaligen Comis Eduard Cuhn von hier die Ehe gebrochen, in folge dessen habe ich mich durch das hiesige Königl. Stadtgericht von ihr trennen lassen, einige Zeit darauf lies ich mich wieder mit ihr trauen und reichte das Ehescheidungserkenntnis ein, weil dieselbe mich bat, … sie wieder zur Frau zu nehmen, welches ich auch that. Nicht lange daruaf hat Sie wieder die Ehe gebrochen, welches ich mit Stillschweigen übersah, vor kurzem hat zum 3ten mal die Ehe gebrochen und liege ich gegenwärtig mit ihr beim hiesigen Königl. Landgericht in Ehescheidung …‘ Königsberg, d. 27.6.1889 (Quelle: Königsberger Stadtgericht; Beglaubigungsakten der Juden – hier digitalisiert)

Nach erneuter Scheidung von seiner Frau gehen schließlich Marcus Julius Jacobi und Rosalie Martha Gegner, geb. Löwensohn – die Nachbarn aus der Borchertgasse – miteinander eine Ehe ein. Ich hoffe für beide, dass sie noch einige glückliche Jahre zusammen verbringen konnten! Marcus Julius Jacob verstirbt am 1. November 1912 im Alter von fast 89 Jahren in Königsberg.

Rosalie Jacobi, verw. Gegner, geborene Löwensohn zieht von Königsberg aus nach Berlin. Am 24. Februar 1919 verstirbt sie in Berlin-Charlottenburg, in der Passauer Str. Nr. 29/30.

Über den Verbleib ihrer Kinder konnte ich Folgendes herausfinden:

  • Sohn Joseph Julius *1857 wird Uhrmacher und heiratet 1879 in Königsberg Minna Jacobi aus Pr. Stargard – die Ehe wird geschieden und 1899 lebt seine geschiedene Ehefrau auch in der Borchertstraße 21.
  • Tochter Marie *1861 heiratet 1915 als ‚Händlerwitwe Marie Treifeld‚ in Königsberg den ehemaligen Kassierer Friedrich Wilhelm Glade, der am 11.11.1864 in Königsberg geboren wurde. Auch Marie hat in Königsberg zuvor (am 27.5.1890) eine uneheliche Tochter namens Helene Löwensohn zur Welt gebracht. Marie wohnt ebenfalls in der Borchertstraße Nr. 21 und arbeitet als Aufwärterin.
  • Tochter Johanna Margarethe *1873 heiratet 1912 in Berlin den Klempner August Dieck und stirbt 1917.

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Die Landsberger Chronik – 1951 entdeckt

Unter der Überschrift ‚Hier ist die Welt zu Ende‚ erscheint am 17. August 1957 im Ostpreußenblatt die erste Folge eines ausführlichen Berichts des Lehrers Adolf Hubert Osthaus, der nach dem Krieg noch 12 Jahre lang (von 1945 bis 1957) als Lehrer im Kreis Pr. Eylau unterrichtete – von 1945 bis 1951 als ‚polnischer Hauptlehrer‘ in Topprienen und anschließend in Landsberg.

In insgesamt 11 Folgen schildert Osthaus seine Erlebnisse und die Zustände an der neu errichteten Grenze. Vor einigen Jahren habe ich hier bereits Ausschnitte seines Berichts veröffentlicht.

Unter anderem erzählt Adolf Hubert Osthaus auch, auf welche Weise die beeindruckende Landsberger Chronik, die wohl bei Ausbruch des Krieges in der Stadt versteckt worden war, 1951 beim Ausmisten eines Stalles in der Nähe der Kirche entdeckt und ihm übergeben wurde.

Die Landsberger Chronik, an der nach und nach eine Reihe von Personen mitwirkten, befindet sich heute in Verden – im Archiv der Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau.

In mehreren der Artikel, die ich im Verlaufe der vergangenen Jahre verfasst habe, finden sich Auszüge aus dieser wertvollen Chronik:

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Erna Sommers Notizbuch – gefunden in Górowo Iławeckie (Landsberg)

Immer noch werden in Polen – zum Beispiel bei der Instandsetzung alter Gebäude – Relikte aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg entdeckt. In diesem Fall ist es ein Notizbuch, das in Górowo Iławeckie, ehemals Landsberg, im Kreis Pr. Eylau, bei der Renovierung eines Hauses in der damaligen Hindenburgstraße – heute Ulica 1 Maja – gefunden wurde.

Das Büchlein gehörte Erna Gertrude Sommer, die am 3. Februar 1909 in Grünwalde bei Landsberg als Tochter des Maurers Gustav Adolph Sommer und dessen Ehefrau Helene Bertha Böhm zur Welt kam.

Hier eine kleine Kostprobe:

Hier hat sich Erna die Geburtsdaten der Familienmitglieder notiert:

Die Auflistung beginnt mit Otto Sommer – Hoofe, den 11.7.

Ihn kann ich leider noch nicht zuordnen.

Es folgen Ernas Eltern und Geschwister:

  • Gustav Sommer – 11. Oktober (1873) in Eichhorn
  • Helene Sommer – 12. Dezmber (1877) in Powarschen
  • Lisbeth Sommer – 9. November (1902) in Landsberg
  • Helene Sommer – 17. Juni (1904) in Grünwalde
  • Erna Sommer – 30. Januar (1908) in Grünwalde
  • Otto Sommer – 27. Juni (1910) in Hanshagen
  • Heinz Sommer – 5. November (?)

Bei dieser Auflistung fehlt die älteste Schwester Hedwig Anna Sommer, die am 23. August 1900 in Landsberg geboren wird und am 30. Juni 1922 in Gr. Peisten den Maurer Franz Karl Blank aus Pr. Eylau heiratet. Sie taucht im unteren Teil als dessen Ehefrau auf. Offenbar hat sie wohl auch schon 2 Söhne namens Werner und Gerhard.

Vermutlich legte Erna Gertrude Sommer dieses Büchlein als Teenager an. Dazu passen auch die folgenden Sprüche, die sie darin notiert hat und die mich sehr an einige der in meinem Poesie-Album enthaltenen Verse erinnern. Da die Enden der Zeilen nicht mehr sichtbar sind, habe ich versucht, fehlende Wörter zu ergänzen. Bei Text Nr.1 ist mir das allerdings nicht so recht gelungen ….

  • Wenn du einst als Frau ..
  • Sitzest im Lehnstuhl bei Herrn ..
  • Und er dir ein Täßchen Kaffee ..
  • Dir streichelt deine Wangen ..
  • denn denk in deinem Frauenglück
  • auch freundlich noch an mich zurück
  • Durch Zufall lernten wir uns kennen
  • doch schnell flog hin die schöne Zeit
  • Bald müssen wir uns wieder trennen
  • vielleicht bis in die Ewigkeit
  • Und sollte es das Schicksal lenken
  • das wir uns niemals wiedersehn
  • so will ich deiner stets gedenken
  • und flehen Gott für dein Wohlergehn
  • Wenn Menschen dich verlassen
  • Wenn Glück wie Glas zerbricht
  • dann mußt du Gott umfassen
  • denn der verläßt dich nicht.

Ergänzungen zur Familie:

  • Ernas Vater – Gustav Adolph Sommer – wird 1873 als Sohn des Bauern Ferdinand Sommer und seiner Ehefrau Justine Amalie Gegner in Eichhorn geboren. Die Familie lebt zunächst in Eichhorn und später in Hoofe.
  • Ernas Mutter – Helene Bertha Böhm – kommt als Tochter des Schmiedemeisters Gottlieb Böhm und dessen Ehefrau Wilhelmine Grünheid in Powarschen zur Welt.
  • Die Eltern heiraten am 4.12.1899 in Reddenau
  • Schwester Liesbeth Helene Sommer, geb. 1902 in Landsberg, heiratet 1926 den Landsberger Töpfer Otto Ernst Neumann
  • weitere Vorfahren der Familien Sommer und Böhm sind im OFB Eichhorn zu finden!

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Familie Frenzel in Reddenau, Pr. Eylau

Bei der Erforschung meiner Familie versuche ich auch immer, soviel wie möglich über den Lebensweg der Geschwister meiner Vorfahren herauszufinden. Über das Leben von Maria Elisabeth Gegner, der Schwester meines Ur-…Ur-Großvaters Wilhelm Gegner, wusste ich bereits einiges:

  • Maria Elisabeth wird am 15. Februar 1745 als Tochter vor Michael Gegner und Maria Dorsch in Worienen, Pr. Eylau, geboren –
  • Ihr Vater arbeitet zu Zeiten der Familie von Domhardt als Gärtenierer (Kunstgärtner) auf dem Gut Worienen
  • Maria Elisabeth ist 19 Jahre alt, als sie bei ihren Eltern ihren unehelichen Sohn Johann Friedrich zur Welt bringt –
  • 3 Wochen später heiratet sie den Vater des Kindes, den Knecht Michael Wilck (auch Woelck geschrieben) aus Müggen –
  • Sie bekommt 3 weitere Kinder –
  • 1779 verstirbt ihr Ehemann. Maria Elisabeth ist erst 34 Jahre alt.

Am 26. Oktober 1780 geht Maria Elisabeth in Eichhorn eine zweite Ehe ein. Sie heiratet den damaligen Schneidergesellen und späteren Schneidermeister Martin Frenzel, mit dessen Familie ich mich nun ein wenig näher beschäftigt habe.

Martin Frenzel wird am 25. August 1758 in Sperlack – im Kirchspiel Reddenau – geboren. Im gesamten Kirchspiel lebt nur diese eine Frenzel-Familie, die jedoch ursprünglich aus dem Kirchspiel Schönbruch stammt. Martins Vater Tobias Frenzel sowie seine Mutter Lovisa Fuss kommen auf dem Gut Wicken nördlich von Schönbruch zur Welt.

Das Gut Wicken ist zu dieser Zeit im Besitz von Dietrich von Tettau (1716 – 1766) und Lovisas Vater Michael Fuss ist Gärtenierer des Guts. Nach seinem Tod übernimmt Sohn Andreas Fuss dieses Amt, nachdem er zuvor in Reddenau Anna Langhans aus Kirschitten, eine Tochter des dortigen Schulzen Christoph Langhans geheiratet hat.

Ab 1754 wohnt das Ehepaar Tobias und Lovisa Frenzel in Sperlack im Kirchspiel Reddenau. Unweit des Dorfes liegt das Gut Tolks, das sich – wie das Gut Wicken und viele andere Güter der Region – ebenfalls im Besitz der Familie von Tettau befindet. Tobias Frenzel ist fortan Arrendator von Sperlack und von 1754 bis 1776 werden ihm und seiner Ehefrau Lovisa sieben Kinder geboren:

  • Anna Catharina Frenzel (*1754) heiratet 1772 in Reddenau Jonas Friedrich Quandt (*1734 in Pellen im Kreis Heiligenbeil als Sohn des dortigen Verwalters Michael Quandt u. Ehefrau Maria Scharmacher – Jonas Friedrich Quandt ist 1772 Müllergesell in Mühlfeld und später Arrendator im Vorwerk Petershagen – auch sein Bruder Ahasverus Gottlieb Quandt vermählt sich in Reddenau. Seine Ehefrau wird Elisabeth Pohl aus Sortlack.
  • Michael Frenzel (*1756) ehelicht 1781 in Borken Elisabeth Klein und übernimmt nach dem Tod seines Vaters das Amt des Arrendators in Sperlack – Tochter Barbara Dorothea wird später die Ehefrau des Reddenauer Cantors Gottlieb Ernst Bittihn.
  • Martin Frenzel (*1758) heiratet 1780 Maria Elisabeth Gegner (s.o.) – Sohn Gottfried Ernst Frenzel (*1781) ist 9 Jahre alt, als sein Vater verstirbt. Er wird Tischlermeister, heiratet im Oktober 1807 in Eichhorn Maria Neumann, die älteste Tochter des Bauern Gottfried Neumann aus Worglitten und gründet in Reddenau eine Familie. Maria Elisabeth Frenzel, geb. Gegner erlebt diese Hochzeit leider nicht mehr mit – sie stirbt einige Monate zuvor (am 18. April) bei ihrem Sohn in Reddenau.
  • Christoph Frenzel (*1764) heiratet Barbara Rogall aus Pr.Eylau – Tochter Louisa wird 1817 die Ehefrau des Witwers Friedrich Zilian aus Borchersdorf.
  • 3 Kinder (Andreas – Loysa und Barbara) versterben bereits früh

Tobias Frenzel wird 61 Jahre alt – er verstirbt am 20. Dezember 1779 in Sperlack und hinterlässt seine Ehefrau sowie 2 Töchter und 3 Söhne.

Sterbeeintrag von Tobias Frenzel aus dem Kirchenbuch von Reddenau

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Die Bewohner von Hoppendorf, Pr. Eylau, im Jahr 1770

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Das Dorf Hoppendorf (heute Grotowo) im Kreis Pr. Eylau wird um 1350 als deutsches Zinsdorf gegründet, vor 1500 an den Soldnerführer Michael von Kot(t)witz und 1515 an dessen Bruder Hans von Kot(t)witz verpfändet, dem das Dorf 1526 verliehen wird. Von 1531 bis 1640 befindet sich Hoppendorf im Besitz der Familie von Sack. Nachdem die Witwe des Fabian von Sack (Dorothea geb. von Oelsnitz) das Dorf im Jahre 1640 an die Begüterung Wildenhoff verkauft, bleibt Hoppendorf über 180 Jahre im Besitz der Grafen von Schwerin. Die Hoppendorfer Bewohner sind während dieser Zeit Untertanen der Begüterung Wildenhoff im Kirchspiel Canditten.

Bei näherer Beschäftigung mit den Bewohnern von Hoppendorf, deren Kirche sich im benachbarten Guttenfeld befindet, werden die engen Beziehungen zu Familien des Kirchspiels Canditten sehr deutlich.

Im Jahre 1770 wohnen in Hoppendorf:

Bauern:
Jacob Corinth, dessen Weib Dorothea Cadey
Kinder: Reinhold, Georg, Anna Dorothea.
Peter Rautenberg, dessen Weib Maria Corinth
Kinder: Gottfried, Anna Dorothea, Anna Maria, Barbara.
Peter Brühn, dessen Weib Maria Grundt
Kinder: Gottfried, Christoph, Anna Barbara Katharina, Regina.
Gottfried Blodau, dessen Weib Anna Springer
Kinder: Christoph, Gottfried, Reinhold, Friedrich.
Christian Flügge, dessen Weib Maria Cadey
Kinder: Reinhold, Anna Barabara.
Jakob Cadey,dessen Weib Barbara Parth
Kinder: Anna Dorothea, Anna Maria.
Christoph Lau, dessen Weib Maria Diekert
Kinder: Peter, Johann, Jakob, Gottfried, Gottlieb, Christoph, Dorothea, Anna Regina.

Knechte:
Jakob Blodau, Andreas Rautenberg, Johann Möck, Reinhold Gogoll
dessen Weib Barbara Neumann
Kinder: Gottfried
Peter Cadey, dessen Weib Catharina Sillgitt
Kinder: Gottfried
Michael Flügge, dessen Weib Anna Guth
Kinder: Gottfried

Jungen:
Jakob Belgardt,Jakob Lehmann,Johann Reimann,Peter Blodau,Christian
Wachmann

Instleute:
Heinrich Rautenberg, dessen Weib Elisabeth Knorr
Peter Cohn, dessen Weib Maria Legardt
Johann Schulz und Pohtin
Johann Parth und Anna Schmidtmann

Gärtner:
Christoph Dieckert und Dorothea Schmidtmann
Tochter: Maria Elisabeth
Christoph Corinth, dessen Weib Anna Barbara Wichmann
Sohn: Gottfried

Einzelne Personen:
Heinrich Cadey - Georg Grund - Gertrud Schulz (hat einen Sohn)
Gottfried Moeck - Jakob Rosenkrantz - Peter Dieckert

Mägde:
Catharina Domnusch - Anna Dorothea Andres - Barbara Rautenbergerin
Anna Cadey - Dorothea Lehmann - Regina Gogoll - Anna Moeck
Anna Corinth - Anna Barbara Andres

Ausrangierte Soldaten:
Gottfried Schulz, dessen Weib Maria Zimmermann
Sohn: Michael
Christoph Dieckert, sein Weib Maria Moeck
Heinrich Cadey, Weib Dorothea Benkwitz
Tochter: Catharina und Anna Maria.

(Quelle: Dr. Hans Fuchs: Hoppendorf - Ein ostpreußisches Dorfbuch) 
Pädagogischer Verlag Hermann Schroedel, Halle/Saale 1939
Ausschnitt aus dem KB von Guttenfeld -1757
Taufe von Dorothea Rautenberg, einer Tochter des Instmanns Heinrich Rautenberg und dessen Ehefrau Dorothea Knorr

Ergänzungen von mir:

  • der Name Cadey wird im Kirchenbuch häufig auch Kaddey geschrieben
  • Flügge auch Fligg bzw. Fligge
  • Corinth auch Korinth
  • der Hoppendorfer Schulz heißt 1768 Gottfried Ahn. Er übernimmt das Schulzenamt, nachdem er in diesem Jahr Anna Louisa Schultz, die Witwe des vormaligen Schulzen Johann George Corinth geheiratet hat – schon 1769 ist Anna Louisa Schultz erneut verwitwet und heiratet im November 1769 in Guttenfeld Jacob Kroll, der damit neuer Schulz in Hoppendorf wird
  • der Arrendator von Hoppendorf ist um 1770 Michael Schmidtmann (Ehefrau: Dorothea Andres)

Wenn man möchte, kann man sich hier auf eine Fahrt durch die Orte Hoppendorf und Guttenfeld begeben!

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Zur Genealogie von Balthasar Philipp Genge (1706-1790)

Meiner Meinung nach wird Balthasar Philipp Genge gar nicht ausreichend gewürdigt – es sind kaum Informationen über seine Herkunft und sein Leben zu finden, obwohl er sehr viel Kraft, Ausdauer und Geld investiert und etwas sehr Bedeutendes bewirkt hat. Viele unserer Vorfahren – auch meine eigenen – haben von seinem Einsatz sehr profitiert! Besonders mühsam müssen seine Anstrengungen auch deshalb gewesen sein, weil er aufgrund seiner Taubheit – er konnte seit seinem 8. Lebensjahr nichts mehr hören – bei allen notwendingen Verhandlungen sehr eingeschränkt war.

Balthasar Philipp Genge gründet die erste Lehrerbildungsanstalt Ostpreußens und verhilft auf diese Weise einer ganzen Reihe von Söhnen aus Bauern- und Handwerkerfamilien Ostpreußens und anderen Regionen dazu, ihr Leben vollkommen neu gestalten zu können, indem ihnen die Möglichkeit geboten wird, sich in diesem Seminar zu Lehrern ausbilden zu lassen. Über Genges Intention, ein solche Bildungsstätte zu etablieren, über die Vorbereitungen und den gesamten Ablauf habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet.

Baltahsar Philipp Genge lebt auf dem Gut Graventhien im Kirchspiel Klein Dexen, das sich seit 1750 in seinem Besitz befindet.

Ansicht des alten und neuen Hofes zu Adel(ig) Graventinen (Schülerzeichnung)

Im Kirchenbuch von Klein Dexen fand ich nun einen Brief, der – wohl auf Anfrage aus Klein Dexen – im Januar 1901 von Herrn Eichberg – dem damaligen Küster der Kirche St. Marien in Fankfurt a.d. Oder – geschrieben wurde.

Dieser Brief gibt Auskunft über Genges Familie.

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Johann Theodorus Genge wird er am 17. Januar 1707 in Frankfurt/Oder als Sohn des Rats und Apothekers Melchior Genge und dessen Ehefrau Theodora geb. Weger (auch Wäger) geboren und am 18. Januar in der dortigen St. Marien Kirche getauft. Als Paten sind bei Balthasar Philip Genge angegeben: Frau Professor Sturmin, Bürgermeister Ebertus und Albrecht Weger, der Großvater des Kinder.

Herr Eichberg schreibt weiter: ‚Soeben entdecke ich in Spiekers Kirchengeschichte folgenden Satz: Pfarrer Christin Deutsch – Bereits im ersten Jahre seiner Anstellung in Frankfurt 1723 gedachte der Pfarrer Christian Deutsch sich mit Frau Katharina Theodora Wegner, verw. Kannengießer zu verehelichen. Sie starb aber kurze Zeit vor der Hochzeit. Nach 7 Jahren, den 12. Februar 1729 verheirathete er sich mit Katharina Elisabeth, der einzigen Tochter des Bürgermeisters Melchior Genge. Sie gebar ihm 6 Kinder und verstarb den 18. Dezember 1751. Bei des Mannes Tode lebten noch 3 Kinder: 2 Söhne und 1 Tochter.

Der älteste Sohn Melchior Friedrich war Prediger an der hiesigen Unterkirche und der zweite, Christian Wilhelm, Geh. Secretair beim Königlichen General Direktorio in Berlin. Die Tochter Maria Katharina Elisabeth war an den Königlichen Hof- und Kammergerichtsrath Ballhorn in Berlin verheirathet.

Am 21. August des Jahres 1790 verstirbt Balthasar Philipp Genge in Graventhien – laut Kirchenbuch wird er 84 Jahre alt. Der Eintrag im KB von Schmoditten lautet: ‚d(en) 27. Aug(ust) wurde Herr Balthasar Philipp Genge, Königlicher Kriegsrath und ehemaliger Erbherr der adelich Graventienschen Güther, welcher d. 21 ej. des Abends um 7 Uhr im 84. Jahr seines Alters verstorben, unter einem Geläut begraben. Der Wohlseelige hatte vom 8ten Jahr an sein ganzes Gehör verlohren und man muste mit ihm theils durch Mienen theils durch Schreiben die Unterredungen anstellen(,) die man nöthig hatte. War indessen ein kluger und Gottes Wort liebender Mann, welches er nur lesen, aber nicht hören konte. Er hinterließ ein großes Vermögen.‘

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KB Schmoditten, Pr. Eylau – Sterbeeintrag von Balthasar Philpp Genge – August 1790

Balthasar Philipp Genge hat selbt keine Kinder. Nach seinem Tod erbt sein Neffe Christian Wilhelm Deutsch das Gut Graventhien.

Ergänzungen zu Familie Genge:

Melchior Genge, Ratsverwandter und Apotheker in Frankfurt (Oder), * Lobesentz 17.3.1633, + Frankfurt (Oder) 1696. Sohn von Christian Genge, königlich polnischer Münzmeister zu Bromberg, und Anna Stieger. Melchior Genge war dreimal verheiratet. oo I. 5.9.1659 mit Esther Elisabeth Arnhold (* Frankfurt (Oder) 7.12.1639, + daselbst 2.8.1662). Aus dieser Ehe zwei Söhne: Gotthard Heinrich (+ 24.10.1661) und Johann Christian. oo II. Frankfurt (Oder) 4.5.1663, Sophia Koltzhorn (* Frankfurt (Oder) 1641, + daselbst 4.12.1676). Aus dieser Ehe der Sohn Johann Melchior Genge. oo III. 1677 Eva Theodora Heinsius, Tochter des Frankfurter Geistlichen Martin Heinsius. (Quelle: Rudolf Fähndrich: Alte Frankfurter Familien und ihre Versippung. in: Mitteilungen des Historischen Vereins Frankfurt (Oder), Heft 35)

Johann Melchior Genge, * Frankfurt (Oder) 2. Febr. 1666, Student der Philosophie, Geschichte und Beredsamkeit, promoviert in Frankfurt am 20.6.1687 zum Doktor „summa cum laude“. + auf einer Reise in Zelle am 11.4.1688. Sohn von Melchior Genge, Ratsverwandter und Apotheker in Frankfurt (Oder). (Quelle:Rudolf Fähndrich: Alte Frankfurter Familien und ihre Versippung. in: Mitteilungen des Historischen Vereins Frankfurt (Oder), Heft 35)

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In Erinnerung an Wilhelm Ludwig Gegner – meinen Onkel Willi

Als Wilhelm Ludwig Gegner am 21. August 1914 in Bremen-Aumund zur Welt kommt, kämpft sein Vater – der aus Landsberg in Ostpreußen stammende Carl Ludwig Gegner – als Reservist des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr.3 für den Sieg seines Vaterlandes.

Wilhelm wird seinen Vater gar nicht kennenlernen – Carl Ludwig Gegner stirbt am 2. Mai 1915 in Gallizien und hinterlässt seine Ehefrau Caroline Auguste, geb. Müller und seine beiden kleinen Söhne Wilhelm und Karl – meinen Vater.

Das linke Bild entstand 1928 – vermutlich in Bremen-Aumund.

Ich weiß eigentlich nicht sehr viel über den Lebensweg meines Onkels – nur dies: er wird Kaufmann, heiratet in zweiter Ehe meine wunderschöne ‚Tante Thea‚, wird Vater und lebt 1954 in Berlin-Dahlem. Sein Büro befand sich am Kurfürstendamm im Haus Nr. 225.

Onkel Willi und Tante Thea mit Tochter Manuela

Auch 1963 ist das Büro noch unter dieser Adresse vermerkt.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Berlin_1954.jpg

links: Wilhelm Gegner mit Ehefrau Thea und Tochter Manuele

Von Zeit zu Zeit kam Onkel Willi auch nach Bremen-Blumenthal, um seinen Bruder und dessen Familie zu besuchen. Diese Besuche sorgten fast immer für großes Aufsehen, denn Onkel Willi fuhr einen – für Blumenthaler Verhältnisse ungewöhnlichen – großen Wagen, der von vielen bestaunt wurde.

Natürlich besuchte Wilhelm auch seine Mutter in Aumund. Bei einem dieser Besuche entstand dieses Foto, auf dem meine Oma genauso aussieht wie ich sie in Erinnerung habe!

In ganz besonderer Erinnerung habe ich eine spannende Reise meiner Familie nach Berlin. Ich muss etwa 13 Jahre alt gewesen sein – das erkenne ich an den langen Zöpfen auf dem unteren Bild, die ich vor meiner Korfirmation nicht abschneiden lassen durfte!

Onkel Willi hatte uns eingeladen und wir wohnten für einige Tage im Forsthaus Paulsborn am Grunewaldsee. Onkel Willi und Tante Thea hielten viele Überraschungen für uns bereit – u.a. erlebten wir den ‚Schön und Kaffebraun‘ singenden Vico Torriani in der Waldbühne! Ich war damals ein großer Fan von Conny Froboess und kannte ihre Berliner Adresse, weil ich mir ein Autogramm von ihr hatte schicken lassen. Mein Vater und ich suchten und fanden das Haus, in dem sie mit ihren Eltern wohnte und ich war ganz aufgeregt als wir daran vorüber schlenderten.

Im Berliner Zoo bewunderten wir kleine Löwenbabies – und zu guter Letzt durften meine Schwester und ich uns im KaDeWe noch einen großen Wunsch erfüllen – ich entschied mich für ein weißes Kleid mit blau- und türkisfarbenen Blumen …

Dieses Foto zeigt meine Eltern und mich vor unserem süßen kleinen Renault auf der Rückfahrt nach Bremen-Blumenthal. Das neue Kleid wird schon eingeweiht!

Onkel Willi war irgendwann Inhaber der VILA-Werke in Börnsen und lebte später in Überlingen am Bodensee. Leider wurde er sehr krank und im Alter von 76 Jahren verstarb er in Kaufbeuren.

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Die Chronik von Worienen auf dem Weg …

Ich freue mich! Eine ganze Reihe von Büchern wurden nun versandt – an Staatsarchive in Polen und Deutschland – an die Nachkommen einiger Besitzer der Begüterung Worienen, an ehemalige Bewohner des Ortes oder ihre Verwandten in verschiedenen Gegenden in Deutschland und Schweden – an einige Ostpreußen-Liebhaber – nach rowo Iławeckie (Landsberg), Dwórzno (Hoofe) und auch direkt nach Woryny!

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Lebensweisheiten aus Wuslack bei Heilsberg – 1696

Ganz zufällig bin ich beim Durchblättern von Kirchenbüchern in einem Taufbuch der katholischen Kirche von Wuslack bei Heilsberg gelandet. Die Einträge beginnen im Jahre 1696. Dies ist die Vorderseite des Buches:

Beim Aufschlagen findet man auf der Rückseite des Einbandes eine Sammlung von Lebensweisheiten – zunächst einen Spruch in lateinischer Sprache, dessen Bedeutung ist nicht verstehe, da meine Lateinkenntnisse sehr begrenzt sind. Den Reim, der dann folgt, kann ich zwar ganz gut lesen – ich frage mich jedoch, ob ich wirklich alles richtig entziffert habe – und falls ja: was will uns der Pfarrer damit sagen … ?

Ich lese:

  • Ein Weib so gern geschenck nimbt ein
  • ist selten from ist selten rein
  • Auff der Weiber wincken
  • Auff der hunde hincken
  • Auff der Bauren schweren (=schwören)
  • soll sich niemand kehren

Es folgt das Zitat: Obsequium amicos, veritas odium parit – Nachgiebigkeit macht Freunde, Wahrheit erzeugt Hass

Und die vier unteren Zeilen:

  • Wehr stehtß will die Warheit sagen
  • mus zur beiht (Beichte?) die frundtschafft wagen
  • Allein Glückselig der jenige ist(,) der da alles vergist
  • Was nitt mehr zu endren ist.

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