Familie Schnell in Landsberg, Pr. Eylau, u. Königsberg

Aufgrund neuer Informationen habe ich einen bereits vor langer Zeit geschriebenen Artikel korrigiert. Diese Informationen ergeben, dass der Landsberger Kaufmann Julius Schnell nicht kurz nach 1900 verstarb, sondern noch bis zum Jahre 1945 lebte und dass seine Ehefrau Auguste Clara Ankermann nicht – wie anderen Quellen zu entnehmen war – von Königsberg aus nach Landsberg, Pr. Eylau, zurückkehrte, um dort in 2. Ehe den Schneidemühlenbesitzer  Eduard Gustav Liedtke zu heiraten.

Ein kurzer Abriss der Familiengeschichte: Julius Schnell wird am 28.März 1857 in Dargen, Ostpreußen, geboren. Am 2. Juni 1890 heiratet er in der ev. Kirche zu Heilsberg Auguste CLARA Ankermann, die Tochter des Mühlenbesitzers Gustav Heinrich Ankermann (Bruder meiner Ur-Urgroßmutter) und dessen Ehefrau Auguste Henriette Koschorr.

Julius Schnell ist Kaufmann in Landsberg und wohnt mit der Familie in der Burgstraße Nr. 144.

Kaufmann Schnell

Julius Schnell

In Landsberg werden von 1892 bis 1905 vier Kinder (ein Sohn und drei Töchter) geboren. Kurz nach der Geburt des letzten Kindes muss Familie Schnell Landsberg verlassen haben und nach Königsberg umgezogen sein.

1906 wohnt die Familie dort in der Börsenstraße Nr. 20. Alle drei Töchter (Lucia Clara – Elfriede Herta und Gertrud Erna) bleiben unverehelicht und werden Lehrerinnen. Lucia Schnell wird Lehrerin in Königsberg – Gertrud unterrichtet in Königsberg, Pr. Holland, Fuchsberg und in Barten – Tochter Elfriede Schnell wird im Anschluss an ihr Studium an der Königsberger Kunstakademie Zeichenlehrerin am Lyceum von Gumbinnen. Zudem ist sie Malerin. Was aus dem 1895 in Landsberg geborenen Sohn Walter Julius Schnell geworden ist, ist nicht bekannt. Möglicherweise verstirbt er bereits als Kind.

Julius Schnell erwirbt ein Grundstück im Villenviertel Amalienau, in der Dürerstraße 32. Außerdem gehört der Familie Schnell ein wunderschönes Haus in der Luisenallee Nr. 21. In diesem Haus scheint die Familie auch gewohnt zu haben – im Einwohnerverzeichnis Königsberg von 1931 ist zu lesen: ‘Julius Schnell, Rentier, Louisenallee 21′.

Das Haus wird im Juni des Jahres 1943 von den Eltern Schnell an ihre Töchter Lucia und Gertrud vererbt (Elfriede Schnell verstarb bereits am 16. Juni 1930 in Königsberg). Wunderbarerweise existiert das Haus in der Luisenallee (heute ul. Komsomolskaya/ул.Комсомольская Nr. 21) noch. Untergebracht ist dort die Kaliningrader Musikschule Schostakowitsch (Музыкальная Школа им. Д.Д. Шостаковича).

Schnell_Königsberg_Luisenallee

             Dieses Bild wurde übernommen von 
           Bernhard Waldmann bzw. Кулаков Пётр

Julius Schnell stirbt 1945 in Rostock, seine Ehefrau Clara Schnell, geb. Ankermann lebt noch bis 1954 in Celle. Die Töchter Lucia Clara und Gertrud Erna Schnell versterben in den 70er-Jahren in Murnau.

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Schwedische Soldaten in Petershagen begraben

Im Winter 1703-1704 kommt der schwedische König Karl XII. bei seinem Feldzug gegen Polen und Russland während des Großen Nordischen Krieges auch in die Gegend meiner ostpreußischen. Vorfahren. Mit Heer und Hoofstaat residiert er eine Zeit lang im Heilsberger Schloss und scheint sich dort gemütlich eingerichtet zu haben.

Karl_XII

‘.. wenige Tage vor Weihnachten ließ der König die Winterquartiere in polnisch Preußen und besonders im Bisthum Ermlande beziehen, da diese Gegenden, bisher vom Kriege wenig berührt, am besten die Truppen verpflegen und die Kriegskosten tilgen konnten. Der König legte sein Hauptquartier in das bischöfliche Schloß Heilsberg und die Trabanten in diese Stadt. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges gestattete er sich diese Bequemlichkeit und begann eine andere Lebensweise. Die Nächte ruhte er länger und beschäftigte sich am Tage mehr mit Regierungsangelegenheiten. Zur Belustigung der Kriegsleute wurden oft Bälle und Feste veranstaltet und eine Schauspieltruppe aus Stockholm an den kriegerischen Hof verschrieben. (Andreas Fryrell, Geschichte Karl des Zwölften; Leipzig 1860, Seite 102)

Einige der Bediensteten König Karls XII versterben während dieses Winterquartiers in Heilsberg und werden – wohl weil sie evangelischen Glaubens sind – nicht im katholischen Heilsberg bestattet, sondern über die ermländische Grenze gebracht. So sind im Kirchenbuch von Petershagen, Pr. Eylau, im April und Mai des Jahres 1704 die folgenden Einträge zu finden:

KB Petershagen_1704

KB Petershagen_1704_2

  • d(en) 2. April 1704 ist Herr Valentinus Emmerich, Sr. Königl. Majestät in Schweden, der damalhß mit seiner gantzen Hof Staat in Heilsberg gestanden, wolbedienter Hof- und Leibfeldscherer, alhir in der Kirchen vor dem Beicht-Stuhl begraben und vom Schwedischen Prediger die Leich-Predigt gehalten worden.
  • d. 8. huj. ist Herr Johann Tieling, Königl. Schwedischer Trabandt allhier in der Kirchen begraben worden.
  • d. 1. Maji ist Herr Bernhardt Johann von PetzoltSchwedischer Cornet von der Rittersfahn, allhier in der Kirchen beerdiget worden.
  • d. 22. hujus ist Herr Axell Hoort, Königl. Schwedischer Cammer-Herr und Stall-Meister, alhir in das Schönwießsche Gewölbe gesetzet worden.
  • d. 29. dito ist Herr Ephraim Engell-Kuehn (?), Schwedischer Trabandt, alhir in der Kirchen begraben worden.

KB Petershagen_1704_3

Der richtige Name des am 22. Mai beigesetzten und zwei Tage zuvor verstorbenen schwedischen Kammerherrn ist Axel Hård. Er kam durch einen tragischen Unglücksfall durch die Hand des Königs selbst zu Tode.

‘In diesem Winterquartiere (in Heilsberg) ereignete sich der traurige Tod Axel Hårds, des Kammerherrn Karls. Er war einmal an Karls Seite bei den halsbrechenden Schlittenfahrten in Kungsör schwer beschädigt worden, bei Narwa Karls Retter, als dieser in dem Moraste versunken war, an der Düna schwer verwundet, und in Folge davon einer der nächsten und treusten Begleiter des Königs. In Heilsberg belustigte er sich mit dem Könige, Jeder an der Spitze einer Anzahl Genossen, einander anzugreifen und mit losem Pulver sich gegenseitig zu beschießen. Hård drang durch Karls Trupp und kam bis dicht an den König, sodaß er ihn gefangen nehmen konnte. Er rief aus: “Wenn ich jetzt ein Feind wäre, was würden Ew. Majestät machen?” Karl antwortete: “So würde ich’s machen!” und schoß sein eben geladenes Pistol auf Hård ab, hatte aber in der Eile vergessen, den Ladestock herauszunehmen. Der durchbohrte Hård sank in seinem Blute nieder und verschied nach zwei Tagen an der absolut tödtlichen Wunde, nachdem er geduldig und ergeben den wehklagenden König getröstet. Karl war außer sich vor Schmerz, und während der Beichte vor dem nächsten Abendmahle flossen bittere Thränen; auch blieb er lange noch verschlossener und düsterer als zuvor und fastete an jedem Jahrestage der unglücklichen Begebenheit’. (Andreas Fryrell, Geschichte Karl des Zwölften; Leipzig 1860, Seite 102/103)

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Lehrer Aust in Worglitten, Pr. Eylau

Mir war es immer wichtig, nicht nur die Namen und Daten meiner Vorfahren zu sammeln, sondern möglichst viel über ihre Lebensumstände zu erfahren. Deshalb interessieren mich auch die Biographien nicht verwandter Personen, die in unmittelbarer Umgebung meiner Ahnen lebten – so auch die Geschichte des Lehrers Friedrich Leopold Aust.

Ich ‘kannte’ Friedrich Leopold Aust bereits aus dem Kirchenbuch von Eichhorn. Leopold Aust ist Lehrer im Ort Worglitten, der zum Kirchspiel Eichhorn gehört. Am 23. Oktober des Jahres 1840 heiratet er in der Eichhorner Kirche die erst 16 jährige Wilhelmine Gnoss, die einzige Tochter des Worglitter Bauern Gottfried Gnoss.

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Im Laufe des Jahres 1850 kommt es in Worglitten zu einer ‘Mißstimmung der Schulsocietät’. Einige Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr in die Schule, da dem Lehrer Leopold Aust eine Verbindung zur baptischen Gemeinde nachgesagt wird. Im November 1850 wird von der Regierung in Königsberg eine Disziplinar-Untersuchung gegen Leopold Aust eingeleitet. Die obige Akte wird angelegt (inzwischen digitalisiert vom Staatsarchiv Allenstein).

Die damaligen Schulen sind Konfessionsschulen, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Schülern religiös-sittliche Bildung zu vermitteln.  ‘Da Aust bei einer evangelischen (lutherischen) Schule angestellt ist, so hat er die Verpflichtung übernommen, die Kinder seiner Schulgemeine nicht nur in den eigentlichen Religionsstunden, sondern auch in den übrigen Unterrichtsgegenständen mehr oder minder  sich an den Religionsunterricht anschließen und auf dessen Grundlagen sich zurück beziehen, in dem Glauben und der Confession der evangelischen Landeskirche.’ (aus der Akte)

Das allein ist nicht verwunderlich, spielt doch selbst heute die Konfession bei der Einstellung in bestimmten Einrichtungen noch eine Rolle. Bemerkenswert sind  jedoch so manche Überlegungen und Äußerungen, die im Verlaufe der Untersuchung zu Papier gebracht werden …

Der Eichhorner Pastor Eduard Horn wird nach Königsberg beordert. Er soll Ludwig Aust von seinem Austritt aus der evangelischen Kirche abhalten, ‘da ein Austritt ihm selbst unbedingt verderblich sein müsse, ganz abgesehen davon, daß im Kreise, namentlich im Bezirk seines Wohnorts die baptistischen Umtriebe bedeutend steigen werde. Man müsse daher mit dem Kranken Geduld tragen und (,) was möglich (,) zu seiner Heilung aufbieten.’ 

Am 14.November 1850 verfasst Eduard Horn einen Brief an die Regierung, um ‘gehorsamst‘ zu berichten: ‘Heute erschien bei mir der Schwiegervater des Aust, der Bauernwirth Gottfried Gnoss, um sich bei mir über das Benehmen seines Schwiegersohnes zu beklagen’. Gottfried Gnoss berichtet dem Pastor, sein Schwiegersohn ‘behandele nicht nur seine Frau in wirthschaftlicher roher Weise, sodaß dieselbe sich genöthigt gesehen habe, sein Haus zu verlassen und zu ihren Eltern zu gehen, sondern er verschleudere auch sein Eigenthum an … Personen, die er tagelang im Hause behält.’ Außerdem versuche er, auf alle nur mögliche Weise, andere für seine Sache zu gewinnen.

Um seinen Schwiegersohn daran zu hindern, diese Lebensweise fortzuführen, schlägt Gottfried Gnoss vor,den Aust Soldat werden zu laßen‘Dieser Gedanke scheint mir so originell …, daß ich es für meine Pflicht halte, ihn Ew. Hochwürden mitzutheilen’ fügt Pastor Horn seinem Schreiben hinzu.

Am 26. Oktober 1850 wird – in Anwesenheit des Pastors, des Schulzen Gegner und des Schulvorstehers Klein – in Worglitten verhandelt. Man versucht, Leopold Aust dazu zu bewegen, seine Lehrerstelle freiwillig aufzugeben. Aust erklärt jedoch, ‘daß er am 6ten October durch die Taufe den Baptisten beigetreten sei, daß er dennoch sein Amt nicht freiwillig niederlegen, sondern es auf ein amtliches Verfahren ankommen lassen wolle’.

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Am 6. Januar 1851 findet im ‘Königlichen Domainen Rent Amt Pr. Eylau‘ eine Anhörung Aust statt. Protokolliert werden zunächst seine Angaben zur Peron: ‘Ich heiße Friedrich Leopold Aust, bin 30 Jahre alt(,) in Boritten bei Schippenbeil geboren(,) wo meine Eltern noch als Bauersleute wohnen. Der erste Unterricht ist mir in der Schule zu Langanken, dann besuchte ich die Stadtschule in Schippenbeil, und als ich 16 1/2 Jahre gewesen war, bezog ich auf eigene Kosten das Schullehrer Seminar in Pr. Eylau, in welchem ich 1 3/4 Jahre verblieb, nach zurückgelegter Prüfung wurde ich als zweiter Lehrer in Beisleiden angestellt, nach Verlauf von 1 1/2 Jahren erhielt ich die Schullehrer Stelle in Worglitten, dies war im Jahre 1839.’

Anschließend schildert Leopold Aust die Beweggründe, die ihn veranlassten, sich der Baptistengemeinde anzuschließen: ‘Nachdem ich Gelegenheit hatte, eine Reihe von Jahren das kirchliche Leben der evangelischen Christen zu beobachten, fand ich, daß bei den Mehresten dasselbe mit der heiligen Schrift nicht übereinstimme, die Sonn- und Festtage werden nicht so geheiligt als die Schrift es gebietet, der Gottesdienst wird nicht allgemein besucht, während desselben und nach dessen Beendigung habe ich viele Arbeiten verrichtet gesehen, ebenso aber auch Krüge und Schankhäuser voller Menschen, die dort der Lust, dem Laster und der Trunksucht fröhnten; die Sündhaftigkeit der Menschen trat mir so recht vor Augen, die insbesondere durch die vielen Diebstähle, die zu meiner Zeit in der Gegend wo ich wohne, ausgeübt wurden, ich selbst bin mehr als siebenmal bestohlen worden, noch sehr vermehrt wurden; ich wurde mir bewußt, daß für diese Sünder von der evangelischen Kirche kein Heil zu erwarten sei, indem ich viele Geistliche beobachtet, aber bei den Mehresten gefunden habe, daß sie um die Sünder und die dem Gesetze Verfallenen sich nicht weiter gekümmert ….

Nachdem ich solche betrübende Erfahrung gemacht, hörte ich vor ungefähr 1 1/2 Jahren von dem Bund der getauften Christen der Baptisten. In dem Buche ‘Sackreiters Religionsgeschichte‘, welches zum Inventarium der Schule gehört, ist von den getauften Christen gesagt, daß ihr Lebenswandel lobenswerth ist; ich begab mich daraufhin nach Stolzenberg, wo bereits eine Gemeinde getaufter Christen vorhanden war, wollte ich ihre Lehre selbst anhören, von ihrem Glaubensbekenntniß, das mir gegeben wurde, mich unterrichten, auch solches mit den Lehren der heiligen Schrift vergleichen; ich fand auch, daß viele böse Menschen, Diebe, Trunkenbolde, Sabbatschänder, von den Lehren der Baptisten bekehrt worden waren. Ich fand nun in allem diesem die wahre Übereinstimmung mit der heiligen Schrift, wodurch ich nach langer vorhergegangener und reiflicher Überlegung mich bewogen fühlte, ebenfalls in den Bund der getauften Christen zu treten, dem ich seit dem 6ten October v. Js. angehöre’.

Ergebnis der Disziplinar-Untersuchung: Leopold Aust wird aus seinem Amt entlassen. In den Taufeinträgen seiner 1855 und 1858 geborenen Kinder wird er nicht mehr als Lehrer, sondern als ‘Einwohner in Worglitten‘ bezeichnet. Er verstirbt vor 1865 in Schönwiese.

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Falsche Angaben beim Standesamt

Momentan bin ich dabei, die digitalisierten Sterbeeinträge verschiedener Standesämter des Kreises Pr. Eylau durchzusehen, um für das OFB Eichhorn (an dem wir immer noch fleißig arbeiten) Personen herauszusuchen, die ursprünglich aus dem Kirchspiel Eichhorn stammen, später aber in benachbarten Kirchspielen – zum Beispiel in Reddenau oder Albrechtsdorf – lebten und dort verstarben.

Dabei ist mir mehrfach aufgefallen, dass – selbst bei Sterbeanzeigen nach 1900 – die Namen der Eltern einiger in hohem Alter gestorbenen Personen falsch angegeben werden. Oft sind es die Kinder der Verstorbenen, die den Tod eines Elternteils beim Standesamt anzeigen. Offenbar wissen sie manchmal nicht, wer ihre Großeltern waren und offenbar wurden ihre Angaben vom zuständigen Standesbeamten ungeprüft übernommen.

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Aufgebote der Steindammer Kirche (1835-78)

Inmitten der digitalisierten Bestände des Staatsarchivs Allenstein entdeckte ich unter der Signatur 1390 (Acta der Kirchen- und Pfarrbauten-Sachen zu Wartenburg) auch ein ‘Aufgebote-Buch‘, das jedoch mit Wartenburg nichts zu tun hat. Enthalten sind (ab Seite 22) die Aufgebote der Steindammer Kirche in Königsberg  (auch Polnische Kirche genannt) aus den Jahren 1835-1873 .

Aufgebote_Königsberg_2

Am Schluss des Buches sind die Unterschriften der heiratswilligen jungen Männer zu finden, die dem Pastor durch ihre Unterschrift bescheinigen, dass dieser sie an ihre Militärpflicht erinnert hat, der sie auch durch ihre geplante Eheschließung nicht entgehen können. Die Männer unterzeichnen folgenden Text:

‘Ich Endes Unterschriebener bezeuge hiermit, daß ich bei Nachsuchung meines Aufgebots in der Steindamm-Polnischen Kirche, von dem Pfarrer Gregor an die Königl(iche) Verordnung erinnert worden bin, daß ich durch meine Heirath von der Verpflichtung zum Dienst im stehenden Heere nicht befreit werde und auf Versorgung meiner Frau von Seiten des Staats keinen Anspruch habe’.

Steindamm_Unterschriften

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Standesamtsunterlagen von Pr. Eylau

Der polnische Genealogie-Verein (PGT) ist dabei, nach und nach die im Staatsarchiv Allenstein noch vorhandenen Standesamtsunterlagen zu digitalisieren. Für den ehemaligen Kreis Pr. Eylau sind bereits einige Jahrgänge verschiedener Kirchspiele abrufbar – zum Beispiel die Unterlagen von:

Die Unterlagen werden nach und nach ergänzt und es werden weitere Kirchspiele hinzukommen. Dank an den PTG!

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Erinnerung an die Anfänge …

Manchmal erinnere ich mich an die Anfänge meiner Ahnenforscherei vor etwa 15 Jahren. Ich weiß noch wie sehr ich mich gefreut habe, wenn ich nach stundenlanger mühsamer Suche in einem unleserlichen Kirchenbuch plötzlich den Namen eines Vorfahren entdeckte. Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich in der genealogischen Forschungsstelle der Mormonen einige Male ziemlich frustriert aufgegeben habe, wenn ich an ein Kirchenbuch geriet, in dem die Einträge kaum zu entziffern waren. Es war damals noch nicht so verbreitet, die Einträge abzufotografieren und das Ablichten ganzer Kirchenbuchseiten  wurde nicht gern gesehen.

Auch mit den getrennt von einander verfilmten Seiten der Kirchenbücher, die sich auf unterschiedlichen Filmrollen befinden, kam ich damals oft nicht zurecht. Ich saß völlig angespannt vor dem Lesegerät, bemühte mich einerseits, die Technik zu bewerkstelligen und die Kurbel des Lesegeräts in die zum fortlaufenden Lesen notwendige Richtung zu bewegen, versuchte mit der Schrift der unterschiedlichen Pastoren klar zu kommen und führte parallel dazu noch Listen, auf denen ich zum Beispiel notierte: ‘Christoph Anckermann, neu angehender … (Seite 134 links, 2. Eintrag von unten)’. Falls meine Notizen stimmten, konnte ich dann auf Seite 134 rechts im 2. Eintrag von unten die andere Hälfte des Eheeintrags finden und folgendes erfahren: …..‘Wirth zu Pompicken mit Frau Maria verwitwete Kebbin aus Pompicken vertrauet.’ (Das Kirchenbuch von Kl. Dexen, Pr. Eylau, in dem auch der Heiratseintrag meines Vorfahren Christoph Ankermann vermerkt ist, ist eines dieser Kirchenbücher, das mich manchmal fast verzweifeln ließ; das obige Beispiel ist allerdings konstruiert).

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All das war mühsam und anstrengend. Dennoch möchte ich diese Zeit nicht missen. Ich hätte keinen Spaß daran, die Namen und Daten meiner Vorfahren aus irgendwelchen Datenbanken zu übernehmen und ich glaube kaum, dass sich diejenigen, die heutzutage mit genealogischen Forschungen beginnen und sich oft gar nicht mehr um eigene Recherchen bemühen müssen, soviel Freude empfinden, wenn sie ihre Aufzeichnungen um einen ‘neuen’ Vorfahren ergänzen können.

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Christian Gottlieb Edelhof und Catharina Elisabeth Hochgräfe

Christian Gottlieb Edelhof und Catharina Elisabeth Hochgräfe sind meine Urgroßeltern 6. Grades. Über diese beiden weiß ich leider gar nichts. Sie werden im Kirchenbuch von (Bremen-) Lesum als Eltern von Anna Sophie Edelhof (bzw. Edeldorp) genannt, meiner Urgroßmutter 5. Grades, die im März 1704 in Burgdamm geboren und am 21.3.1704 in der Kirche St. Martini, Lesum, getauft wird. Ihre Taufpaten sind Anna Sophia Schierholtz, Johann Eggers in Bremen und Alheit Dorothea Ronstorf. 

Anna Sophia hat einen zwei Jahre älteren Bruder namens Johann Edelhof, der am 25. Mai 1702 in Lesum getauft wird. Auch seine Taufpaten sind bekannt – es waren ‘Herr Commandant zur Burgh Henrich Schierholtz, Herr Proviantmeister Johann Boock, dessen beide Söhne Gustav und Johann und Jungfrau Anna Sophia Weiskogel’ (die Tochter des damaligen Lesumer Pastors). 

Aufgrund der Taufpaten seiner Kinder ist zu vermuten, dass auch mein Vorfahre Christian Gottlieb Edelhof mit seiner Familie auf dem Gelände der Burgschanze wohnt und dort ein Amt innehat. Anna Sophia Schierholtz (Patin seiner Tochter) ist die Tochter des damaligen Kommandanten Henrich Schierholtz (Pate seines Sohnes). Sie wird 1706 die Ehefrau des verwitweten Gustav Boock, Sohn von Johann Boock, dem Proviantmeister und Zollverwalter der Burg. Drei Mitglieder der Familie Boock – sowohl Vater Johann als auch die Söhne Gustav und Johann – werden als Paten von Johann Edelhof genannt. Die Pastorentochter Anna Sophia Weißkogel heiratet gegen Ende des Jahres 1702 den Sohn Johann Boock,  Kauf- und Handelsmann in Lesum.

Anna Sophie Edelhof, meine Urgroßmutter 5. Grades, heiratet den Seefahrer Ficke Lülfs. Die beiden bekommen mindesten 6 Kinder und leben mit diesen in Flethe, wo Anna Sophie Lülfs, geb. Edelhof, im Februar des Jahres 1766 verstirbt.

Ich wüsste gern, in welchem Verhältnis meine Vorfahren zu den Paten stehen. Die Namen ‘Edelhof’ (bzw. ‘Edeldorp’) und ‘Hochgräfe’ tauchen ansonsten im Lesumer Kirchenbuch nicht auf. Woher mögen Christian Gottlieb Edelhof und Catharina Elisabeth Hochgräfe gekommen sein?

Es gibt in meiner Familiengeschichte einen weiteren Bezug zur Burgschanze, davon habe ich hier bereits vor einigen Jahren erzählt.

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Nominierungsstress :-)

Karen Feldbusch und Angela Schwentker haben meinen Blog und mich für den One Lovely Blog Award’ nominiert – herzlichen Dank an euch beide (obwohl ihr mir dadurch auch einiges ‘eingebrockt’ habt! Aber ich freu mich natürlich, wenn meine Beiträge gern gelesen werden).

Nach der Nominierung soll man einige Regeln befolgen: man soll sich bedanken (hab’ ich getan) – man soll das Logo in den Blog einbinden …onelovelyblogaward(auch erledigt :-) ) und etwas über sich persönlich verraten. 7 Fakten sollen es sein. Ich will kein Spielverderber sein, aber ob das jemanden interessiert …? Nun denn: 1. Ich liebe Ostpreußen. 2. Ich esse gern Fisch. 3. Es fällt mir schwer, meinen Schreibtisch in Ordnung zu halten – 4. Meine Katze heißt Pauline – 5. Ich gehe oft zu spät ins Bett, wenn ich mit spannender Literatur beschäftigt bin – 6. Ich mag Leonard Cohen und 7. Tom Waits.

Und man soll selbst weitere Blogs nominieren. Das finde ich äußerst schwierig, weil mir oft die Zeit fehlt, andere Blogs regelmäßig zu studieren. Darauf verzichte ich deshalb – manch einer wird mir vielleicht dankbar sein :-)

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Kreistreffen Pr. Eylau

Auch in diesem Jahr verbrachten meine Freundin Anneliese Grosse und ich einen Tag (Samstag, den 20. September) in Verden, um dort bei dem jährlich stattfindenden Treffen der Kreisgemeinschaft Pr. Eylau inzwischen lieb gewonnene ehemalige Kreisbewohner wiederzusehen und mit ihnen zu ‘plachandern’.

Abgesehen davon, dass es immer wieder Freude macht, ‘echten Ostpreußen’ zuzuhören, wenn sie von ihren Heimatorten erzählen, freue ich mich darüber, dass es nun einen neuen Vereinsvorstand gibt (zunächst allerdings nur kommissarisch).

Hoffenlich wird es nun ermöglicht, dass die in der Verdener Heimatstube verwahrten heimat- und familienkundlichen Materialien nicht wie ‘Geheimsachen’ (siehe Kommentar auf einen meiner vorherigen Berichte) unter Verschluss gehalten, sondern Familienforschern und anderen an der Geschichte Ostpreußens Interessierten zugänglich gemacht werden. Und hoffentlich erhalte ich dann endlich einmal die Gelegenheit, die alte Landsberger Chronik im Original zu sehen, an der auch der Landsberger Kaufmann Friedrich Rudolph Ankermann, ein Bruder meiner Ur-Urgroßmutter Johanna Louise Tugendreich Ankermann, mitgeschrieben hat.

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