Wenn ich mich mit den Lebenswegen meiner Vorfahren beschäftige, kommt immer mal wieder der Gedanke, dass ich einigen meiner Ahnen sehr gern begegnet wäre und dass ich mich mit einigen von ihnen sehr gern unterhalten hätte – ich hätte viele Fragen an sie und ich könnte ihnen vieles erzählen, was sie damals noch nicht wissen konnten ….
Meinem Vater hätte ich so gern von seinen ostpreußischen Vorfahren erzählt (als ich mit der Familienforschung begann, war er beits verstorben) – u.a. von Michael Gegner, dem Kunstgärtner in Worienen, mit dem ich unheimlich gern einmal durch den Woriener Schlosspark geschlendert wäre! Michael war etwa 12 Jahre alt, als mit dem Bau des Schlosses begonnen wurde. Er hat hautnah miterlebt, wie dieses schöne Gebäude errichtet wurde und hat sich später mit seinem Onkel – dem Kunstgärtner Christian Schmidt – um die Woriener Gartenanlagen gekümmert. Mein Vater wäre begeistert gewesen – auch er liebte seinen Garten!
Mit meinem ostpreußischen Großvater Carl Ludwig Gegner hätte ich mich gern über die Zeit vor dem 1. Weltkrieg unterhalten und ihn gefragt, ob auch er – wie so viele andere damals – mit Begeisterung in diesen schrecklichen Krieg gezogen ist, obwohl er zu Hause seine Ehefrau und zwei kleine Söhne zurück ließ…. Und meine Großmutter hätte ich sehr gern getröstet, nachdem sie im Mai 1915 in Bremen-Aumund die Nachricht erhalten hatte, dass ihr Ehemann mit nur 28 Jahren fernab in Galizien gefallen war.
Auch einigen anderen Vorfahrinnen hätte ich gern beigestanden – vor allem den Blumenthaler und Rönnebecker Kahnschifferfrauen Catharina Haesloop, geborene Schwarting – Beta Haesloop, geborene Schulken und Margarete Haesloop, geborene Oltmann. Alle drei verloren ihre Ehemänner bei der Ausübung ihres Beruf – alle drei ertranken in der Weser.
Anna Lisette Schaumlöffel hätte ich nach der Geburt ihres unehelichen Sohnes – meines Ur-Ur-Großvaters Heinrich Kröger – gern unterstützt, nachdem sie von dessen Vater (Heinrich Kröger aus Langern) verlassen wurde, der zwar finanziell für sein Kind sorgte, aber vollkommen aus ihrem Leben verschwand. Und Heinrich Kröger aus Langern hätte ich deutlich meine Meinung gesagt!
Ebenso Carsten Knübel aus Hinnebeck, der nach der Geburt seines Sohnes Carsten nicht dessen Mutter – Beke Margrethe Bellmer aus Schwanewede – heiratete, sondern es stattdessen vorzog, Gesche Arnken aus Schwankenfurth zu ehelichen und den dortigen Arnken-Hof zu übernehmen!
Mit meinen ostpreußischen Ur-Ur-Großvater Carl Westphal hätte ich gern auf einer Bank vor seiner Holländer-Mühle auf dem Konertsberg bei Landsberg gesessen – wir hätten in der Ferne den Turm der evangelischen Kirche und einen Teil der Stadt Landsberg gesehen und er hätte mir vom Bau seiner Mühle und vom Leben der Familie in der Mühle von Groß Peisten berichten können, in der die Familie zuvor gelebt hatte ….
Ich hätte ihm berichten können, dass auch ich den gepflasterten Weg zur Mühle in Groß Peisten noch begehen und die Ruine der Peistener Mühle noch 120 Jahre nach seinem Tod besichtigen konnte, dass sie mittlerweile jedoch leider abgerissen wurde …

Nachdem Carl Westphal verstorben war, hätte ich seine Ehefrau – meine Ur-Ur-Großmutter Johanna Louise Tugendreich Ankermann – gern in der Sternwartstraße in Königsberg besucht. Sie wohnte ganz in der Nähe des Botanischen Gartens – wir hätten dort gemeinsam spazierengehen können ….

Bei Therese Amalie Gegner, geb. Westphal – Tochter der beiden zuvor Erwähnten – hätte das Kennenlernen fast noch geklappt. Sie starb 2 1/2 Jahre vor meiner Geburt in Bremen–Vegesack. Sie hätte mir noch so viel aus ihrer ostpreußischen Heimatstadt Landsberg berichten können!
Ich wäre unheimlich gern mit Casparus Schellhase durch Züschen geschlendert und hätte mir von ihm gern erzählen lassen, welche Aufgaben er als Bürgermeister dieser Stadt und als Kastenmeister der dortigen Kirche zu bewältigen hatte. Er würde sich sicherlich freuen, wenn er wüsste, dass das alte Haus, das Ditmar Hucke (Schwiegervater seines Sohnes Johannes) und er selbst vor etwa 300 Jahren für ihre Kinder bauen ließen, heute noch existiert.
Den Fayencenmaler Caspar Grote hätte ich gern gefragt, welche Pläne er hatte, nachdem er seinen Arbeitsplatz in der Lesumer Fayencen-Fabrik aufgrund der Schließung der Fabrik verloren hatte. In der Chronik der Fayencen-Fabrik ist über ihn zu lesen “er findet …1773 keine Erwähnung mehr und ist wahrscheinlich in eine andere Fabrik übergesiedelt“. Caspar könnte mir erzählen, wo er lebte, nachdem er Lesum verlassen hatte …. Und ich hätte ihm gern erzählt, dass ich einige seiner Arbeiten bewundert habe – u.a. diesen Ofen, an dem er mitarbeitete und der sich heute im Schloss Schönebeck befindet.
Mit meinem Vorfahren Lüder Schwarting wäre ich gern auf seinem Weserkahn von Rönnebeck bis nach Bremerhaven gefahren – ich hätte ihm vielleicht helfen können, den Kahn dort zu entladen und wieder neu zu beladen ….
Ich hätte gern Familie Müller im sächsischen Torgau besucht. Bei einem Spaziergang zum Schloss Hartenfels, das sich fußläufig von ihrer Wohnung in der Rittergasse befand, hätte ich meinen Ur-Ur-Großvater Carl Friedrich August Müller gern gefragt, was ihn dazu bewog, seine sächsische Heimat zu verlassen ….

Von Johanna Rosina Springefeld würde ich gern erfahren, ob sie sich an Friedrich August, den damalige Kurfürst von Sachsen erinnert, der bei seiner Durchreise auch ihren Geburtsort – das Gestüt Graditz – besuchte. Das hätte sie möglicherweise nicht gekonnt, denn sie war erst 4 Jahre alt. Und ich hätte gern gewusst, wie sie den Tod ihrer Schwester verkraftet hat, die auf dem Weg von Graditz nach Torgau von einem Frachtwagen erfasst wurde dabei tödlich verunglückte.
Ich hätte mich gern mit Michael Gutt in Canditten getroffen. Er hatte nicht nur 34 Jahre lang das Schulzenamt in Canditten inne, sondern war auch Gerichtsgeschworener in Wildenhoff. Von ihm hätte ich gern Näheres über seine Begegnungen mit den Grafen von Schwerin gehört – und von seinem Sohn Gottlieb, dem Krüger in Canditten, hätte ich mir sehr gern ein Bier zapfen lassen …
Mein Vorfahre Harm Maake ließ vor 1724 das alte Haus in der Blumenthaler Feldstraße – heute Fresenbergstraße – erbauen, in dem er dann mit seiner Ehefrau Tibke und den gemeinsamen Kindern lebte. Er wäre sicherlich erfreut darüber, wenn ich ihm erzählen würde, dass nach ihm noch mehrere Generationen seiner Nachkommen dieses Haus bewohnten und dass auch ich noch bis zu meinem 8. Lebensjahr darin wohnte!
2021 habe noch geschrieben: Mein bislang ‚ältester‘ Ankermann-Vorfahre ist George Ankermann. Er wird etwa um 1600 geboren – der Geburtsort ist nicht bekannt – seine Ehefrau heißt Anna und die beiden haben mindestens 7 Kinder – drei Kinder sind vermutlich vor 1640 zur Welt gekommen – darunter auch Martin (Merten) Ankermann, der später als Kirchbauer in Krücken im Kirchspiel Kreuzburg lebt. Das stimmt mittlerweile nicht mehr! Georges Vater ist Jacob Ankermann – er wird 1608 erstmals in den Steuerlisten von Seeben erwähnt.
Meinen Vorfahren Jacob Ankermann in Seeben würde ich furchtbar gern fragen, ob sein Vater Benedikt hieß und 20 Jahre lang – etwa von 1548-1568 – als Trabant, Rüst– und Fechtmeister im Dienste des Herzogs Albrecht stand. Benedikt besaß ein Haus in der Alstadt von Königsberg und er hatte Kinder – Jacob wird etwa um 1570 geboren – 1574 ist Benedikt Ankermann noch am Leben!
Jacob hätte mir ganz bestimmt auch erzählen können, ob einige dieser ‚Ankermänner‚, die ich in den Königsberger Kirchbüchern entdeckte, zu seinen Geschwistern gehören!






















































































