Ostpreußische Störche und Familie Steinort in Schönfließ

Die Einleitung dieses Beitrags mag zunächst erstaunen, aber wenn man etwas weiterliest, wird der Zusammenhang zu meinen genealogischen Forschungen deutlich!

Im Jahre 1773 erscheint das „Dreizehnte Stück“ der Reihe „Der Naturforscher„, in dem verschiedene gelehrte Menschen ihre Untersuchungen oder Beobachtungen beschreiben. So erzählt beipielsweise Herr Professor Sanders von einem Rhinocerus in Versailles – J.H. Chemnitz berichtet von der „Würklichkeit des Nordischen Kraken„, Herr Pastor Meineken von „Merkwürdige(n) Steinarten aus der Gegend bey Oberwiederstedt“ … Man findet aber auch einen Beitrag des Herrn Consitorialrath Bock aus Königsberg, in dem es um das Verhalten ostpreußischer Störche geht!

Herr Bock bezieht sich auf Beobachtungen des Priesters Wojciech Tylkowski, die dieser in seinem 1682 veröffentlichten Buch Physica curiosa beschrieb. Dabei handelt es sich um …

„eine sehr seltame und wunderbar scheinende Handlung: wie sie (die Störche) nemlich alle 4 Jahre, ehe sie mit Anfange des Herbstes aus dem Lande zogen, auf einer großen Wiese sich versammleten, die Reihen und Ordnungen stellten und einige aus ihren Mitten nicht anders als Könige und Richter aussonderten. Vor dieselbe (=von diesen) wurden einige nicht anders als Übelthäter aus ihrem Haufen geführet, und jenen vorgestellt, welche darauf nach einigem Verlauf der Zeit von anderen herzufliegenden Störchen, sowie von Nachrichtern und Henkern, mit dem Schnabel getödtet würden. Diese Arth von Gerichtstagen soll länger als einen Tag wehren, worauf sich die Störche, nicht anders, als wenn sich ihr Reichstag geendet, haufenweise davon machen“.

Und nun kommen meine Vorfahren ins Spiel, denn Herr Bock fährt fort: „Diese Nachricht scheinet zwar unglaublich; inzwischen versichern doch einige, daß sie auch diesen Reichstag der Störche und die Hinrichtung einiger Übelthäter angesehen; unter andern bezeuget ein verständiger, glaubwürdiger Mann, ein Schulze aus dem Dorfe Schönfließ, nahe bey Königsberg, Namens Steinort, ob(wohl) ihm gleich das, was Tylkowski geschrieben, völlig unbekannt war, daß er alles so, wie dieser es berichtet, mit seinen eigenen Augen einigemal angesehen, und die Wahrheit dessen allenfalls auch mit einem Eide bekräftigen könne“.

Diese Schulzen-Familie namens Steinort im Dorfe Schönfließ bei Königsberg gehört zu meinen Vorfahren und – wie man liest – hat es sie wirklich gegeben! Wenn ich einen derartigen Hinweis auf meine Ahnen entdecke, werden sie für mich sofort lebendig – sie waren in der Lage, auf den Feldern Störche zu beobachten und über ihre Beobachtungen zu sprechen – sie verwandeln sich in „echte Menschen“ und sind nicht mehr nur leblose Einträge aus Kirchenbüchern …

Schönfließ gehörte zum Kirchspiel Se(e)ligenfeld. Im Jahre 1652 wird die dortige Pfarrstelle übernommen von Pfarrer Erich Paysen (=Ericus Payses) aus Husum. Das erste Eheppar, das von ihm nach seinem Dienstantritt in Seligenfeld vermählt wird, sind meine Vorfahren Regina Steinort und Georg Derschau.

Am 25. Juli notiert der Pfarrer im Kirchenbuch: ‚1652 DN VI post. Trin. habe ich meine erste Trauung verrichtet und sind ehelich miteinander vertrawet worden Georg Derschaw Krüger von Ludwigswalde, u. J. Regina, Michell Steinorts, Schulzen von Schönfl(ieß) T(ochter)‘.

Michael Steinort (=Michel Steinorth) wird im Kirchenbuch von Seligenfeld erstmals im Jahre 1620 bei der Taufe seines Sohnes Andreas erwähnt – in diesem Jahr beginnen die Kirchenbücher dieses Kirchspiels. Es folgen seine Kinder Henrich *1623 – Peter *1626 und meine Vorfahrin Regina Steinort *1628.

Die Fotos der Kirche von Seligenfeld stammen von dieser Seite: http://www.tonbildfilmarchiv.de/seligenfeld/bilder.html

Der Kelch aus dem Jahr 1614 vom Meister Merten Gross mit der Randschrift: „AO 1614 Seligenfeld, Fridericus Sommer Pfar H.    Wilhelm v. Aweiden Kast. H.    CR. Petter.    A. L. Hintz.    Nic Steinort.    H. Klein. Kirchenväter“

In der Zeit von 1620 bis 1630 wohnen im Kirchspiel Seligenfeld außer Michael noch weitere erwachsene Steinort-Personen, die in einer Reihe von Taufeinträgen als Paten genannt werden: Andreas – Hans – Helena – Lorenz (auch Laurenz oder Laurentius).

Nach Michael Steinort wird das Schulzenamt in Schönfließ übernommen von dessen Sohn Peter, der im März 1626 zur Welt kommt. Er wiederum übergibt das Amt an seinen 1658 geborenen Sohn Michael Steinort.

Dieser Michael Steinort verlässt sein Heimatdorf – 1689 heiratet er in der Haberberger Kirche zu Königsberg in zweiter Ehe Maria Lemcke, eine Tochter des Köllmers Christoph Lemcke aus Ponarth. Von nun an – bis ins 20. Jahhundert hinein – leben in Ponarth noch Nachkommen der Familie. Auch das dortige Schulzenamt wird über lange Zeit von der Familie Steinort ausgeübt.

Das Schulzenamt in Schönfließ hat Michael Bruder Lorenz Steinort (*1677) inne, der in erster Ehe mit Elisabeth Korsch, einer Tochter des Köllmers Michael Korsch aus Ponarth verheiratet ist. Seine zweite Ehefrau – Maria Kempff – ist eine Tochter des Domnauer Gerichtsverwandten Michael Kempff. Sowohl im Dorf Schönfließ als auch im Kirchort Seligenfeld wird das Amt über mehrere Generationen innerhalb der Familie Steinort weitergegeben.

  • in Schönfließ zunächst an Christoph Steinort (* 1711 – Sohn von Lorenz und Maria Kempff) – verheiratet mit Anna Maria Belgard, einer Tochter des Arrendators Jacob Belgard in Rathshof bei Königsberg
  • in Seligenfeld an dessen Bruder Johann(es) (* 1709 – Sohn von Lorenz und Maria Kempff) – verheiratet mit 1. Elisabeth Liedtke (Lütke), einer Tochter von Johann L., Köllmischen Freien u. Gastgebers im Kruge zu Schönfließ – 2. mit Dorothea Strantz, Tochter des Krügers Johann St. aus Haffstom)
  • Bruder Lorenz Steinort (*1718 in Schönfließ) heiratet 1743 in Quednau Barbara Elisabeth Lengni(c)k, eine Tochter des dortigen Freicöllmers Christoph Lengni(c)k
  • und Christian Steinort (*1723 – der jüngste Sohn von Lorenz und Maria Kempff) heiratet 1745 Anna Maria Lengni(c)k, eine Schwester der obigen Barbara Elisabeth
  • auch Lorenz und Christian üben zeitweise das Schulzenamt in Schönfließ aus – vermutlich nach dem Tod eines ihrer Brüder. Da die Sterbeeinträge des Kirchspiels Seligenfeld nicht mehr vorhanden sind, lässt sich dies nicht mehr genau feststellen.

Nachkommen der aus Schönfließ stammenden Steinort-Familie findet man später u.a. auch als Bürger und/oder Branntweinbrenner in Königsberg

Noch 1919 soll es auf dem Haberberger Friedhof südlich der Kirche im Rasen einen großen, schön verzierten Stein gegeben haben – das Erbbegräbnis für Lorentz Steinort (1734-1792) und seine Familie – seine 1. Ehefrau Maria Elisabeth Lubbe (1737-1781) sowie seine 2. Ehefrau Marie Elisabeth Matz (1738-1791) – Quelle: Kartei Quassowski

Dieser Lorenz wurde in Seligenfeld als Sohn des o.a. Ehepaars Johann Steinort und Elisabeth Liedtke (Lütke) geboren. Auch in einem früheren Beitrag wird er bereits erwähnt! Als Kirchenvorsteher, Branntweinbrenner und Eigentümer auf dem Unterhaberberg verstirbt er am 30. Dezember 1792 im Alter von 60 Jahren an Entkräftung.

sein Sterbeeintrag im KB Haberberg
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Margarethe von Batocki (1872-1909)

Margarethe von Batocki wird am 10.3.1872 in Ratshof bei Königsberg als Tochter des Gutsherrn von Tharau Rudolf Tortilovitz von Batocki und seiner Ehefrau Paula, geb. von Gramatzki, geboren.

Sie wächst auf dem elterlichen Gutshof in Tharau im Kreis Pr. Eylau auf. „Im Gegensatz zu ihrer kleinen, dunklen, sehr temperamentvollen Schwester Erminia war Margarethe ein ruhiges, artiges Mädchen, lang aufgeschossen und blond. Sie spielte wenig, arbeitete als Kind schon sehr fleißig und eigen an umfangreichen Kreuz- und Lochstickereien, lernte bei Gouvernanten, nahm Zeichen- und Malunterricht, brachte jungen Dorfmädchen das Nähen und Sticken bei, erfüllte einige häusliche wie gesellige Pflichten, besuchte jeden Winter ein Paar Bälle und Opern in Königsberg. Weil sie von Jugend an kränkelte, konnte sie an Heiraten nicht denken!“ berichtet ihre Nichte Hedwig von Lölhöffel.

(Wikipedia: Hedwig von Lölhöffel (1913–1986) war die Tochter von Erminia von Olfers-Batocki und letzte Besitzerin des Gutes Tharau. Sie schrieb u. a. Tharau liegt woanders. Ein Lied, ein Dorf und seine Menschen (Düsseldorf 1987). 1973 erhielt sie den Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen für Literatur).

Schwester Erminia wird eine bekannte Schriftstellerein – Margarethes Hobby ist das Fotografieren! „Sie richtete im früheren Ordensschloß, dem Tharauer Gutsspeicher, eine Dunkelkammer ein, entwickelte alle ihre Bilder selbst und machte zahllose rotbraun getönte Abzüge als Geschenke für Verwandte und Tharauer. Der täglich stundenlange Aufenthalt in der lichtlosen Kammer, das dauernde Einatmen der Essenzen förderten nur noch ihr Knochenleiden, an dem sie siebenunddreißigjährig starb“. (Hedwig von Lölhöffel)

Zusammen mit seiner Tharauer Dorfchronik konnte der Tharauer Pfarrer Boldt etwa 60 Fotos von Margarethe von Batocki in den Westen retten. Im Bildarchiv Ostpreußen werden zahlreiche Tharauer Bilder gezeigt, die um 1900 „von unbekannten Verfassern“ aufgenommen wurden.

Ich kann mir vorstellen, dass die nachfolgenden Fotos – aus dem Bestand des Bildarchivs – von Margarethe von Batocki stammen, denn laut Hedwig von Lölhöffel versuchte sie „im Bild festzuhalten, was werktags und feiertags auf dem Gut geschah: die Frau Kämer klingelt an der aufgehängten Pflugschar zur Mittagspause (Bild 4) – Frau Venohr schöpft Wasser aus dem Ziehbrunnen – Schäfer Thurau zeigt seine jüngsten Zwillingslämmer (Bild 2)“. Bild 1: Landarbeiter – Bild 3: Kutscher Riegel und Frau – Bild 5: Bauer Radau mit 2 Handwerkern beim Brunnenbau – Bild 6: Auf dem Feld beim Kartoffellesen – Bild 7: Arbeiterfrauen warten auf den Lohn – Bild 8: Hirt Gottfried Marx (1839-1917) und sein Hund.

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Bitte, liebe Hobby-Genealogen, arbeitet sorgfältig!

Vor 5 Jahren habe ich diesen Beitrag geschrieben und veröffentlicht:

Heute möchte ich das damals Geschriebene noch ein wenig ergänzen!

Das große Interesse vieler Personen an einem Stammbaum hat nicht nachgelassen – im Gegenteil, es scheint weiterhin zuzunehmen. Nach und nach entstanden diverse FacebookGruppen mit regionalem Bezug, in denen sich ‚Ahnen-Sammler‚ anmelden, um Informationen über ihre Vorfahren zu erhalten oder um Hilfe bei der Entzifferung von Einträgen aus Kirchenbüchern zu bitten.

Das ist ja grundsätzlich zu begrüßen! Aber leider folgen die Anfragen in den Forscher-Gruppen häufig diesem Schema: „Ich suche den Bruder meines Urgroßvaters in Ostpreußen. Er hieß Gottfried!“ oder: „Meine Oma Elisabeth Scheffler hat in Königsberg gelebt – vielleicht kennst sie jemand?

Bei Bitten um Lesehilfe erlebt man oftmals, dass die Anfragenden überhaupt keinen Versuch unternommen haben, die Einträge auch nur ansatzweise selbst zu entziffern, obwohl auch für Ungeübte im Internet mittlerweile diverse Übungsmöglichkeiten angeboten werden.

Auf den Ahnenforscher-Plattformen – zum Beispiel bei Ancestry – entdecke ich Stammbäume, in denen die Kinder älter sind als die Mutter und der Altersunterschied zwischen dem Vater und der dazugehörigen Ehefrau mehr als 100 Jahre beträgt!

Ich finde Informationen über meine eigenen Vorfahren, die kopiert und dann falschen Regionen zugeordnet wurden: So hat sich Maria Dorothea Ankermann aus Ponarth, die eigentlich in Königsberg geheiratet hat, nun nicht in Ostpreußen, sondern ganz in meiner Nähe, in Osteressen, Cloppenburg vermählt und ist auf Jamaica verstorben!

In einigen Stammbäumen lebt mein Ur-Urgroßvater 1885 in England statt in Ostpreußen.

Ahnenforschung ist ein tolles Hobby! Ich bin davon begeistert und ich habe viel gelernt. Ahnenforschung macht Spaß und erfordert manchmal kriminalistischen Spürsinn. Wie bei einem Puzzle fügt man viele einzelne Teile zu einem Ganzen – dem Stammbaum – zusammen.

Aber: im Gegensatz zu der Arbeit an einem Puzzle mit vorgefertigten Teilen aus Holz oder Pappe muss man bei einem Ahnenforscher-Puzzle aufpassen! Bei Puzzlen mit Holz- oder Pappteilen schafft man es eventuell auch mit Gewalt, die Einzelteile miteinander zu verbinden. Das probierte mein Sohn als Kleinkind und er merkte schnell, ob die Teile passten oder nicht!

Bei der ‚Ahnenforscher-Puzzelei‚ klappt das so nicht! Wenn man nicht genau recherchiert, prüft und überlegt, erstellt man nicht nur einen eigenen fehlerhaften Stammbaum aus lauter Personen, mit denen man gar nicht verwandt ist, sondern trägt auch dazu bei, dass mehr und mehr dieser fehlerhaften Stammbäume durch die Welt schwirren.

Deshalb meine Bitte:

Liebe Hobby-Genealogen, arbeitet sorgfältig!

Bitte lernt lesen und übt!

Ich selbst helfe gern, wenn sich jemand selbst bemüht hat und dennoch Hilfe benötigt – und ich kenne viele andere Ahnenforscher, die das auch gern tun!

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Entgleisung der Kleinbahn vor Tharau, Pr. Eylau – 1908

Im Jahre 1968 erscheint im Ostpreußenblatt der nachfolgende Bericht über die Entgleisung der Kleinbahn zwischen dem Dorf Tharau und der Stadt Kreuzburg im Kreis Preußisch Eylau:

„Seit dem 23. September 1866 war Königsberg mit Bartenstein durch die Eisenbahn verbunden und seit dem 16. Juli 1908 verkehrte die Kleinbahn zwischen Tharau und Kreuzburg. Der ‚Wagen ihne Pferde‚ hatte auch das flache Land erobert, hatte Dörfer und abgelegene Orte erreichbar gemacht. … Die Dörfer an der Strecke hatten wohl leichteren Zugang zu den Städten erhalten, aber ihre beschauliche Ruhe war dahin. Fünfmal ratterte und pustete das Bähnchen am Tage hin und zurück. Ein neues Zeitalter hatte begonnen. Dass das Automobil so sehr bald die Straßen Ostpreußens erobern würde, ahnte man damals nocht nicht.“

„Es war … an einem hellen Oktobertag von 1908“ schreibt der Verfasser des Berichts. „Auf der neuen Kleinbahnstrcke von Tharau nach Kreuzburg sprang die Lokomotive aus den Schienen, dicht vor der Station Tharau-Dorf. Ein Arbeitertrupp kam herbei, ergriff Bohlen und eiserne Stangen und wuchtete mit Hau-Ruck die Maschine dahin zurück, wo sie hingehörte. Die Reisenden, vornehmlich junge Damen mit langen weißen Kleidern, Gürteltaillen und großen Hüten … standen dabei und schauten zu. Noch lange mag dieses Ereignis den Gesprächsstoff in der nahen und weiteren Umgebung abgegeben haben. Der Fortschritt hatte auch damals seine Tücken.

Die beiden Bilder dieses kleinen Unfalls sind eine fotografische Seltenheit. Man muss sie mit Ruhe betrachten, alle ihre Einzelheiten. Dann steigt eine Zeit herauf, wie sie unsere Großmütter und Großväter … erlebten.“

Wer mögen diese elegant gekleideten Damen gewesen sein …? Sicherlich waren nur Frauen einer bestimmten Schicht der Bevölkerung des Kreises Preußisch Eylau mit langen weißen Kleidern und großen Hüten ausgestattet. Vielleicht handelte es sich um einige Ehefrauen Kreuzburger Kaufleute, die sich auf einem Ausflug nach Tharau befanden? Und wer mag wohl dem Trupp der emsigen Arbeiter angehört haben, die herbeieilten, um die Lokomotive wieder zum Fahren zu bringen …?

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Der Grabstein des Stadtförsters Richard Scheffler

Im Südosten des Kreises Pr. Elyau – zwischen Beisleiden und Marguhnen – lag als Enklave im Kreisgebiet der Stadtforst Bartenstein von etwa 320 ha Größe. Er gehörte der Stadt Bartenstein. … Der Besitz stammte noch aus der Zeit als die ganze Gegend zum Amt Bartenstein gehörte. (Horst Schulz, Die Städte und Gemeinden des Kreises Pr. Eylau; Seite 480).

Da es noch einen weiteren Bartensteiner Stadtwald in der Nähe der Stadt gab, wurde dieser Wald auch „Bürgerheide“ genannt.

Die jeweilgen Stadtförster wohnten mit ihren Familien im Forst- bzw. Waldhaus Klein Wolla – später Kleinwallhof genannt

Die riesigen Wälder existieren noch und werden von Pilzsammlern wie Stefan Fiedorowicz gern besucht. Vor langer Zeit stieß er bei einem seiner Ausflüge auf einen Stein mit einer unleserlichen Inschrift. Viele Jahre später erinnert er sich an diesen Fund und macht sich mit – mit einer harten Bürste und Kreide im Gepäck – auf den Weg …

Der Stein entpuppt sich als Grabstein des ehemaligen Stadtförsters

August Richard Scheffler.

Fotos von Stefan Fiedorowicz

In der Hoffnung, vielleicht noch Nachfahren von Richard Scheffler zu finden, denen der Fundort seiner Grabstelle nun mitgeteillt werden könnte, habe ich mich auf Spurensuche begeben …

August Richard Scheffler wird am 14.2.1865 in Blumstein – im Kirchspiel Guttenfeld, Kreis Pr. Eylau – geboren. Seine Eltern sind der dortige Besitzer Wilhelm Scheffler und seine Ehefrau Wilhelmine Romahn. Mit seiner Ehefrau Louise Margarethe Weidlich bekommt Richard Scheffler 7 Kinder, die im Forsthaus Klein Wolla zur Welt kommen:

  • Erich Arthur Wilhelm Scheffler am 5.11.1894
  • Willy Richard Julius Scheffler am 22. Oktober 1895 +2.11.1895
  • Curt Alfred Hermann Scheffler am 30. Januar 1897. 1922 wird er als ‚Hilfsförster in Groß Baum im Kreis Labiau‘ bei der Trauung seiner Schwester in Borken genannt.
  • Alice Ilse Erika Scheffler, geb. am 29. November 1898. Sie heiratet am 2.6.1922 in Borken den Bauingenieur und späteren Major Hans Rudolph Boltz aus Fischhausen. Sie stirbt am 19.12.1935 im St. Elisabeth Krankenhaus Königsberg.
  • Bruno Wilhelm Julius Scheffler, geb. am 22.5.1901 – mit identischem Geburtsdatum (lt. Angabe – ohne Nachweis – jedoch in Gumbinnen geboren) verstirbt 1945 in Berlin der Händler Wilhelm Scheffler, zuletzt wohnhaft in Iserlohn, verheiratet gewesen mit ‚Rickarda Sophie Elly Lübbert‘.
  • Magda Ottilie Luise Scheffler, geb. am 21. Juni 1903 + 26 Sep 1903 und
  • Erika Emilie Anna Scheffler, geb. am 23 März 1907

Louise Margarethe Scheffler, geborene Weidlich muss zwischen 1907 und 1911 verstorben sein, denn am 10. April 1911 heiratet Richard Scheffler in Borken die 35jährige Auguste Amalie Runds. Sie stammt aus Jodeglienen (später Moosheim) und hat vor der Eheschließung bereits 2 Töchter zur Welt gebracht – die erste Tochter 1901 in Königsberg. Die 2. Tochter, die 1902 in Berlin geboren wird, wird 1906 von dem Ehepaar Ernst Louis Krieg und desses Ehefrau Antonie Knaak, die zu dieser Zeit im ostpreußischen Landsberg leben, an Kindes statt angenommen (dieser Hinweis ist in der Geburtsurkunde der Tochter zu finden). Das Ehepaar Krieg wohnt später in Mönchengladbach.

Zwei jüngere Brüder der zweiten Ehefrau von Richard Scheffler – Carl und Otto Runds – leben später in Namibia, in Swakopmund und Lüderitz.

In Blumstein – dem Geburtsort Richard Schefflers – werden 1945 noch Hugo, Max und Karl Scheffler genannt. Max Scheffler verstirbt 1983 in Sehnde. Er könnte ein Neffe des Försters Richard Scheffler gewesen sein!

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Emil Gustav Reimer (1871-1959)

Er wollte seine Heimatstadt Landsberg im Kreis Pr. Eylau auf keinen Fall verlassen – weder bei Kriegsbeginn, noch nach Beendigung des Krieges ….

Emil Gustav Reimer kommt am 24.11.1871 in Landsberg als Sohn des gleichnamigen Schlossermeisters und dessen Ehefrau Heinriette Squarr zur Welt. Wie vor ihm schon sein Vater, so wird auch Emil Reimer Schlossermeister. Im Alter von 30 Jahren heiratet er am 6. Oktober 1902 in Landsberg die ebenfalls dort geborene Margarethe Johanna Bass und gründet eine Familie. Emil ist jedoch nicht nur Schlossermeister, sondern auch ein angesehener Kaufmann.

Das ehemalige Reimer-Haus heute

Er besitzt ein Haus am Marktplatz ‚das schönste Haus der ganzen Stadt‘ – gebaut 1911 von dem Baumeister Paul Strehl.

Im oberen Teil dieses Hauses wohnt die Familie – Teile des Hauses sind vermietet. Unten befinden sich Emil Reimers Geschäft für Eisenkurzwaren, sein Sohn Walter – geboren 1906 – verkauft Fahrräder, Motorräder und Nähmaschinen. Im linken unteren Teil befindet sich eine Filiale von Kaiser’s Kaffee Geschäft.

Als der 2. Weltkrieg ausbricht und die Stadt von russischen Soldaten besetzt wird, ist Emil Reimer über 70 Jahre alt. Seine Kinder verlassen ihre ostpreußische Heimat, aber Emil und seine Frau entschließen sich, zu bleiben. Im vergangenen Jahr wurde in seiner ehemaligen Heimatstadt – heute Górowo Iławeckie – bei Bauarbeiten Emil Reimers Tagebuch gefunden – in einem Glas aufbewahrt und in der Erde vergraben. Emil Reimer hat darin genauestens notiert, wie es ihm während der Jahre nach Beendigung des Krieges in Landsberg ergangen ist.

Beim Lesen seiner Aufzeichnungen habe ich den Eindruck, dass das Schreiben dieses Tagebuchs ihm sehr geholfen haben muss, die schwere Zeit zu überstehen. Er beschreibt, wie er immer wieder versucht, sich gegen Drangsalierungen und Übergriffe zu wehren. Formulierungen wie: „wollte mich beschweren … habe mich geweigert … brachte mein Anliegen vor … habe Anzeige beim Bürgermeister gemacht …. lehnte die Unterschrift ab und ging fort … habe es gemeldet, aber erfolglos“ verdeutlichen, dass Emil Gustav Reimer trotz aller Widrigkeiten zu keiner Zeit resigniert.

Einige Auszüge aus seinem Tagebuch:

„Mitte Januar (1945) wurde (ich) durch Stadtwachtmeister Westphal ( = Otto Paul Westphal *1894 in Spittehnen) aufgefordert, den Laden zu räumen zu einem öffentlichen Aufenthaltsraum für Flüchtlinge, auch musste der Luftschutzkeller als öffentlicher frei gegeben werden. Die Waren mussten aus dem Laden alle in den Keller bringen und wurden in 5 Räumen vermauert und war dies nicht zu erkennen. Der Laden war dauernd von Flüchtlingen belegt, der Luftschutzkeller ebenfalls mit weit über 100 Personen.

Am 2. Februar 1945 kamen die Russen, obgleich immer noch amtlich verkündet wurde(,) dass keine Gefahr vorhanden und besetzten Landsberg, wir mussten aus der Wohnung nach dem Luftschutzkeller. Unter auf die Brust gesetzter Pistole mussten wir alles herausgeben.

In unserem Zimmer hinter dem Laden hatten wir einen verwundeten Flüchtling und Frau Meyrahn von hier(,) die schwer krank war(,) untergebracht, die am 7. Februar Nachts starb. Am 8. Februar mussten wir aus dem Hause und durften nichts mitnehmen. In der Nacht waren die Gebäude in der Töpferstraße hinter unserm Wohnhause von den Russen abgebrannt, ebenso die Häuser von Woyahn, Schmidt, Vanhöfen, Petruschka, Wormitt, Deutsches Haus, Post, O. Kirstein und andere, auch mein Haus fing bereits an am Dach zu brennen, konnte es aber mit Hilfe von Fr. Dr. Meyerfeld noch vom Dach aus löschen, wobei wir vom Rathausturm mit Maschinengewehre beschossen wurden.

Die Straßen waren voller Autos mit Offizieren mit Frauen und Militär. Mit Hilfe eines Russen wurden wir aus der Stadt gebracht, gingen über Gr. Peisten bis Borken, wo wir nach einigen Tagen weiter gingen nach Pilven und andere Güter bei Bartenstein, überall musste bei den Russen gearbeitet werden, auch mussten wir Vieh treiben. …..

Die Russen fuhren viele Waren und Möbel mit Lastautos und Fuhrwerken fort. Die Bahnverbindung nach Zinten und Heilsberg war zerstört, die Schienen zum Teil fortgefahren. Dann wurde Landsberg von den Polen besetzt. Unser Laden war Autogarage geworden, die Ladeneinrichtung wurde zerschlagen und verbrannt. Der kleine Laden wurde später Lebensmittelgeschäft. Das ganze Haus wurde vom Landratsamt für Büroräume beschlagnahmt. Das Haus war in bestem Zustand und wurde jetzt alles vernichtet. Wir durften das Haus nicht betreten. …

Im Sommer 1947 musste (ich) auf Anordnung des Landrats … sämtliche Firmenschilderrahmen und die Schaufenstermarquisengestelle mit Federzug am Haus abnehmen und fortbringen. Anfang Mai 1948 Treppenverschlag im Flur aufgebrochen und ausgeraubt. Das große eiserne Fenster im Lagerraum neben der Werkstatt ausgebrochen, die Lagergestelle in demselben Raum abgebrochen und verbrannt. März 1947 wurde vom hinteren Balkon der zweiten Etage unser Nußbaumtisch(,) als ich die hintere Straße ging(,) herunter geworfen und war in Stücke(,) die ich in Verwahrung nahm. Unser Nußbaum Buffet(,) das noch oben in einem hinteren Zimmer stand(,) ist klein geschlagen worden und verbrannt, weil das Landratsamt kein Holz hatte.

(Im) Sommer 1947 hatte der Rektor der Stadtschule … meinen am Schulhof liegenden Garten für sich als Gemüsegarten genommen und bepflanzt, ich forderte von ihm dafür Pacht, was er ablehnte, auch auf Anzeige bei der Schulinspektion erreichte (ich) nichts, als der Garten abgeerntet(,) wurde er zum Schulhof genommen und die Umzäunung abgebrochen.

Vom Polizisten … wurde ich nach der Schmidtschen Brandstelle nach dem Markt geholt, wo eine tiefe Grube gegraben und mir in Gegenwart von noch 3 Polizisten angedroht wurde, wenn ich nicht weitere Angaben über versteckte Waren machen würde(,) sollte (ich) in das Loch gestellt werden und dann zugeschüttet werden, hatten aber keinen Erfolg damit.

Am Ende der Notizen sind Auflistungen zu finden, die Emil Reimer über die ihm entwendeten Besitztümer angefertigt hat – zum Beispiel:

Inhalt der Wandtresors
• 2 Geschäftskontobücher über Forderungen
• 1 „ über Einkauf
• 1 Contobuch über Verkauf auf Abzahlung
• 1 Buch über Einzahlungen bei der Landesbank Löbn. Langgasse an der Brücke oben die Stadtschaft
• Ein Bankkonto derselben Bank mit Eintragung der Zinsen der Stadtschaft
Hinterlegungsschein über 50.000 RM Pfandbriefe, diese sind der Landesbank
im Tresor zur Aufbewahrung übergeben mit Vollmacht für Walter Reimer

• 3 Dollarnoten á 5 Dollar
• 2 Dollarnoten á 2 Dollar
• 1 Beutel mit Inhalt
• 1 14 karat goldene Panzer ..kette
• 1 Paar goldene Manschettenknöpfe
• 1 Krawattennadel Gold mit Brilliant
• Silbergeld, seltene wertvolle Stücke – Nennwert M 420
• 5 Rasierapparate
• 250 Rasierklingen

Adolf Hubert Osthaus, der 12 Jahre lang (von 1945 bis 1957) als Lehrer im Kreis Pr. Eylau – von 1945 bis 1951 als ‚polnischer Hauptlehrer‘ in Topprienen und anschließend in Landsberg – unterrichtete, lernt in Landsberg auch Emil Reimer kennen und berichtet 1957:

Heute haust er in einem kleinen dunklen Stübchen, in das kein Sonnenschein dringt, zwischen rohen Wänden, von denen der Putz abgeblättert ist und die von Feuchtigkeit durchtränkt sind. Aus den Fenstern dieser finsteren Wohnun sieht er auf sein ehemaliges Eigentum, das früher einmal das schönste Haus der ganzen Stadt gewesen ist. Heute ist darin das polnische Landratsamt untergebracht. Er ist schon über 85 Jahre alt. … Er lebt davon, dass er die alten deutschen Nähmaschinen, die jetzt im Besitz der Polen und Ukrainer sind, repariert. Kleine Ersatzteile und Nadeln bekommt er in den Paketen seiner Kinder aus Westdeutschland. So kann er notdürftig sein Leben fristen. Seine Mahlzeiten kocht er sich selbst. Er wäscht seine Wäsche und holt in den Geschäften ein. Er fällt auch heute noch in seinem Alter durch sein gepflegtes Aussehen und seine Sauberkeit in der verwahrlosten Umgebung auf.

Dieser alte Landmann spricht kein Wort Polnisch. Die Kirche, in deren zerstörtem Schiff er früher seine Familienbank hatte – er war Kirchenältester – besucht er nicht mehr, weil er den polnischen Gottesdienst nicht versteht. Dafür pflegt er mit rührender Hingabe das Grab seiner verstorbenen Frau Margarethe Johanna Reimer, geb. Bass verstirbt kurz vor ihrem 80. Geburtstag im Januar 1956und richtet die anderen deutschen Gräber wieder her, die von den Kindern beim Spielen beschädigt werden. Er ist jeden Tag auf dem alten deutschen Friedhof zu finden.

Ich bin oft und gern bei diesem Landmann in seiner finsteren Behausung zu Gast gewesen. Er lebt ganz in seinen Erinnerungen, kennt jeden Namen, weiß um jedes Schicksal…. Ich habe ihn oft gefragt, warum er den dringenden Bitten seiner Verwandten nicht nachkäme, da er doch in Westdeutschland seinen Lebensabend in Ruhe und in geordneten Verhältnissen beschließen könne. Er antwortete mir: „Wer soll denn die Gräber pflegen? Hier ist mein Zuhause und hier will ich auch sterben. Hier gehöre ich hin! Ich kenne jeden Stein in dieser Stadt und ich rede mit den Steinen, denn die Menschen verstehen mich nicht.“ (Quelle: Das Ostpreußenblatt vom 12.10.1957)

Emil Gustav Reimer wird fast 88 Jahre alt und stirbt am 2. Juli des Jahres 1959 in seiner Geburtsstadt.


Ein weiterer Bericht des Lehrers Adolf Hubert Osthaus:

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Aus dem ostpreußischen Landsberg des 16. und 17. Jahrhunderts

Nachfolgend eine Steuerliste aus dem Jahr 1540, in welcher die zu dieser Zeit dort ansässigen Steuerzahler aufgeführt werden. Ich hatte ziemliche Schwierigkeiten, alles richtig zu entziffern und freue mich, dass ich diese Transkription in dem Buch „Geschichte der Stadt Landsberg Ostpreußen durch sechs Jahrhunderte“ des Lehrers Albert Otto Fischer (1879-1943) gefunden habe.

Albert Fischer erwähnt auch den Schicksalsschlag, der die Landsberger Bewohner im Jahre 1655 ereilt.

Er schreibt: „Die Nachstunden des 4. April 1655 sind wohl mit die furchtbarsten gewesen, die je Bürger unserer Stadt durchlebt haben. In dieser Nacht brannte die ganze Innenstadt in wenigen Stunden ab. Wir sind über die Vorgänge durch zwei Briefe, die im Mai des Jahres 1655 an den Großen Kurfürsten gerichtet wurden, ziemlich genau unterrichtet. Der Brand brach zwischen 10 und 11 Uhr nachts in dem Hause eines verstorbenen Bürgers aus. Die Ursache war ein defekter Schornstein. Das Feuer hat „so plötzlich überhand genommen, das dadurch die ganze stadt in ordentliche Lohe und flammen gestanden.“ Nun sind damals gewiß alle Häuser nur mit Stroh, Schilf und Schindeln gedeckt gewesen. Die Löscharbeiten gestalteten sich unsagbar schwierig „weill durch die straffe des Höchsten in diesem Winter durch den Frost das Wasser der Stadt benommen war.“ Kirche, Pfarrhaus, Schule, Rathaus und alle Häuser brannten ab, nur die Vorstadt und die Scheunen blieben stehen. Die Stadteinwohner konnten kaum das nackte Leben retten, Hab und Gut wurde ein Raub der Flammen. So waren in wenigen Stunden Landbergs Bürger bettelarme Leute geworden. Die Kunde von dem Unglück der Stadt erweckte nah und fern große Anteilnahme. Die reichen Hansestädte Danzig und Elbing besonders nahmen sich ihrer Not an und schickten reiche Hilfsmittel. Auch die Lehnsherrschaft half tatkräftig. Die Kanditter Kirche, die ziemlich wohlhabend war, musste „uff Belieben der gn. Lehnsherrschaft“ 900 Mk. zum Landsberger Kirchbau beisteuern. Dann schenkte die Lehnsherrschaft um 1700 der Gemeinde noch die Orgel, die 4000 fl. kostete. – Beim Brande blieben in der Stadt nur die Mauern des Rathauses stehen. Die Stadtväter wollten wenigstens diese erhalten und erbaten sich vom Kurfürsten kostenloses Bauholz aus den umliegenden Staatsforsten. Ebenfalls gingen bei dem damaligen Brande sämtliche Stadt- und Kirchenakten verloren. Für die Heimatforschung ist gerade dieses ein unwiderbringlicher Verlust.“

Die Landsberger Kirchenbücher konnte der damalige Pfarrer Jacob Leitner offenbar retten – sie beginnen im Jahr 1643.

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Chronikalische Aufzeichnungen aus verschiedenen Kirchenbüchern des Kreises Pr. Eylau

Das Leben unserer Vorfahren war während der vergangenen Jahrhunderte sehr viel unsicherer als unser heutiges Leben – ob sie nun an der Nordseeküste, in Hessen oder in Ostpreußen wohnten. Immer wieder war ihr Leben von Krankheiten bedroht, die sich epidemisch ausbreiteten, von Kriegswirren oder von Naturgewalten wie Sturm und Gewitter, denen sie schutzlos ausgeliefert waren.

Ab und zu findet man auch in Kirchenbüchern – mehr oder weniger ausführlich – von der Hand des jeweiligen Pfarrers eingetragene chronikalische Aufzeichnungen, in denen diese auf besondere Vorkommnisse innerhalb des Kirchspiels aufmerksam machen. Hier einige Beispiele:

Aus dem Kirchenbuch von Klein Dexen, Pr. Eylau – 1710

Es sind aber auch in diesem 1710ten Jahr nach des großen Gottes heiligem Willen und Rathschluß aus hiesigem Kirchspiel an der Contagion Todes verblichen:

  1. Georg Kohn Pauer zu Rositten item
  2. Maria Pötschin deßen Magd welche man noch auf den Kirchhof gebracht
  3. des Georg Kohnen Ehegattin Catharina Dorothea
  4. deßen Söhnlein Christian
  5. Noch eine Magd zu Hußainen (=Hussehnen) Catharina Pötschin, welche von Rositten, woselbst ihre Mutter die gleichwol ietzo noch lebet, von ferne mit Entsetzen in einem verpesteten Hause gesehen, zurückkommend jählings gestorben, weiter
  6. Benjamin Gesien, Krüger zu Görken
  7. deßen Ehegattin
  8. deßen Knecht Christoph Wulff
  9. deßen Magd … Krollin; so alle in ihren Dörffern von Pestleuten beerdiget, und bisher da man Niemand dazu hat bewegen können, zur Bestattung nicht sind gebracht worden.

Die Gerechten Seelen so in Gottes Handt und keine Quaal rühret Sie an!

Aus dem Kirchenbuch von Buchholz, Pr. Eylau

Nachdem bey der anno 1691 den 25 Aprilis durch eine unverhoffte Feuersbrunst nicht allein die Widdem zu Buchholz, sondern auch Speicher, Schoppen und Scheune, wie auch dem Pfarrer alle Habseeligkeiten und darunter auch seine Bücher, auch die Kirchenbücher sindt verbrandt worden, alß(o) ist aus Hochdringender Noth dieses Kirchenbuch in demselben Jahr den 23. Maji wieder angeschaffet worden.

Im Jahre 1776 den 20ten August nach Mittage zwischen 3 und 4 Uhr zündete der Bliz die große Prediger Scheune .. zu Buchholz an; nachdem die ganze Ernte außer dem Haber im Sommerfelde bereits eingefüllt worden. Alle Wirthschaftsgebäude mit allem Acker Geräth, das darin befindlich war, stand in einem Zeitraum von 3 Minuten in vollen Flammen. Zuletzt jagte der Sturm die Flammen von der Ecke des Speichers auf das Strohdach des Wohnhauses und auch dies brannte von oben an bis in die Mitte gänzlich ab, so daß die innern Wände(,) die äußern nach der Kirche zu und die Schornsteine und Ofen nur noch stehen blieben. Die Kirchen Bücher und die nothwendigsten Extracten wurden geretttet. In demselben Jahr wurde das Prediger Wohnhaus wieder in wohnbaren Stand gesezzet(,) nachdem noch manche bebrante Thüren und Balken zu sehen waren und es blieb in diesem Zustande bis 1777. Den 22ten November 1777 konnte es wieder bezogen werden.

Die größte Scheune (,) den Dorfschaften Fincken und Papperten gehörig(,) zu unterhalten kam d. 5ten August 1777 endlich zu Stande und der nach Parößken gehörige Heu und Pferde Schoppen.

Aus dem Kirchenbuch von Canditten, Pr. Eylau

Anno 1761

  • d.20. May das Schultzen-Amt in Augam abgebrandt.
  • d. 27ten ej die Schule in Augam abgebrandt, wo der Schultz Joh(ann) Stenau (=Steinau) mit der Familie gewesen, …. … gelde?
  • d. 28ten ej der Krug in Augam abgebrandt, wo derselbe Schultze gewesen?
  • d. 9ten Juni ist endl(ich) auch die übrig gebliebene Scheune des Schultzen Ambts(,) wohin sich der Schultz mit den Seinen retiret, gleichfals zur Mittags Zeit in Flammen aufgegangen.

Überall ist das Feuer, wieder Vermuten, bey aller angewandten Behutsamkeit oben zum Dach heraus geschlagen.

Der Schultz schreibet das Unglück dem Huren Leben des in …, in Quartir gelegenen Rußischen Capitain v. Devitsch zu, wobey sein Haus ? reingeblieben.

Hier gibt es noch einige Fragezeichen – der Text ist an einigen Stellen kaum zu entziffern. Vielleicht hat jemand eine Idee?

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Rigmor Katrine Gegner – Teil 2

In der vergangenen Woche habe ich meine Ostpreußen-Leidenschaft für eine Weile ‚eingefroren‘ und bin ich in eine ganz neue Welt eingetaucht. Ich habe viel gelernt- über die Zeit des 1. Weltkriegs in Belgien – die dortige Gründung des Roten Kreuzes – über die Rolle des belgischen Königshauses in dieser Zeit, über jüdisches Leben und den Diamantenhandel in Antwerpen

Mit Unterstützung belgischer Familienforscher – die Kommunikation war dank ‚Deepl Translator‘ ohne Probleme möglich – und durch eigene Recherche kann ich den Lebensweg von Rigmor Katrine Gegner nun in groben Zügen ergänzen.

Ich beginne im August des Jahres 1914 in Belgien, dem kleinen Land, das – trotz seiner Neutralität – von deutschen Truppen besetzt und in die Wirren des 1. Weltkriegs hineingezogen wird. Belgien ist auf die Versorgung und Behandlung verwundeter Zivilisten und Soldaten in keiner Weise vorbereitet – es fehlt sowohl fachkundiges Personal als auch medizinische Ausrüstung.

Die belgische Königin Elisabeth – aufgewachsen in Possenhofen, Oberbayern, als Tochter des Herzogs Carl Theodor in Bayern – eines bekannten deutschen Augenarztes – veranlasst den Chirurgen Antoine Depage, in Belgien die Organisation des Roten Kreuzes zu etablieren. Es werden zahlreiche improvisierte Krankenhäuser errichtet – selbst der Palast des Königs wird mit einem Operationssaal ausgestattet und es werden ca. 1000 Krankenbetten aufgebaut.

von links: das Grand Hôtel de l’OceanAntoine DepageKönigin Elisabeth (Quelle: Die Dokumentation von Manohan Pirard – Teil einer umfassenden Dokumentation des RTBF – (Radio-télévision belge de la Communauté française) über die Zeit des 1. Weltkriegs).


Innerhalb von 6 Wochen wird das Grand Hôtel de l’Ocean auf dem Seedeich in De Panne (Französich La Panne) unter der Leitung von Dr. Depage zu einem Frontkrankenhaus umfunktioniert und es werden Ärzte und gut ausgebildete Krankenschwestern angeworden und angestellt. Von 1915 bis 1918 wird dieses Lazarett von Dr. Depage geleitet.

Auch Königin Elisabeth selbst unterstützt die Ärzte im Krankenhaus – sie ist ausgebildete Krankenpflegerin und hat – vor ihrer Eheschließung mit König Albert – in der Klinik ihres Vaters mitgearbeitet.

Im Krankenhaus von De Panne arbeitet auch Rigmor Katrine Gegner, die – vermutlich auf einen Aufruf des Roten Kreuzes – ihre beschauliche Heimat Dänemark verlassen hat, um in Belgien zu helfen. Hier begegnet sie dem belgischen Diamantenhändler Armand Ducellier der während des Krieges als Pilot eingesetzt ist und mit Verwundungen in La Panne eingeliefert wird.

Rigmor und Armand verlieben sich ineinander und als sie 1917 in De Panne heiraten, ist Dr. Depage einer ihrer Trauzeugen. Sein Name ist auch auf dem Hochzeitsphoto vermerkt. Dr. Depage steht neben dem Brautpaar (Photo im vorherigen Beitrag).

Am 10. August 1925 kommt in Antwerpen Tochter Yvonne zur Welt. Fast wäre es noch möglich gewesen, Kontakt zu ihr aufzunehmen, denn sie verstarb erst am 8. März 2020 in Suresnes, Nanterre, Hauts-de-Seine.

Über die zweite Tochter – Jaqueline Ducellier – konnte ich leider nichts Konkretes in Erfahrung bringen.


Zu Familie Ducellier

Noch weiß ich nicht alles über die Familie, in die Rigmor einheiratet, aber doch wesentlich mehr: Armand Ducelliers Mutter – Marie Esther Boxhorn (auch Bochshorn oder Bochshorn geschrieben) – ist Jüdin. Sie wird am 1. Januar 1858 in Krakau geboren und als ihre Familie Polen verlässt, ist sie noch ein kleines Kind. 1883 heiratet Marie Esther Boxhorn in Paris den Bankier Claude (Blonde) Marc Maurice Ducellier. Das Ehepaar bekommt drei Söhne:

  • Claude (Blonde) Marc Edouard Joachim Ducellier *1884 in Paris
  • Armand Joseph Frédéric Ducellier *1887 in Antwerpen und
  • Edouard Maurice Henri Ducellier *1889 in Antwerpen

Armands älterer Bruder wird Schriftsteller. Claude Ducellier’schloss sein Studium der Germanistik und Anglistik an der Pariser Fakultät mit dem Bachelor of Arts ab, während dessen er von Ernest Lichtenberger und Charles Andler unterrichtet wurde. 1901 und 1905 besuchte er die Universität Heidelberg, wo er von Kuno Fischer und Henry Thode unterrichtet wurde. Später wurde er Bankier, Remisier und in den 1920er Jahren Direktor der Banque Générale du Nord.

Im Jahr 1910 heiratete er in Brüssel Jeanne Marie Louise de Brabander, Tochter eines Sekretärs der Bank Société Générale in Brüssel. Während des Ersten Weltkriegs wurde er im Rang eines Unterleutnants in einem Bataillon von Alpenjägern verwundet und geriet 1917 in Gefangenschaft. Er wurde wie Charles de Gaulle in der Festung IX in Ingolstadt, Bayern, eingesperrt. Dieses Gefängnis, das härteste in Deutschland, war für widerspenstige Soldaten (die „starken Köpfe“) gedacht, die eine Neigung zur Flucht zeigten (Ducellier wurde später der Vizepräsident der Nationalen Vereinigung der Kriegsflüchtlinge). Während seiner Gefangenschaft hielt er vor seinen 200 Mitgefangenen Vorträge über lyrische Poesie.

Später wurde er als Zwangsarbeiter im BASF-Werk in Ludwigshafen eingesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs war er Reserve-Hauptmann im 2. Armeestab und arbeitete im 2. Büro als Chiffrieroffizier und Übersetzer für General Charles Huntziger. Früh von einer literarischen Karriere angezogen, begegnete Ducellier, der als junger Soldat in der Normandie stationiert war, 1904 in Cuverville André Gide und wandte sich 1907 an den Literaturkritiker Jean Ernest-Charles, der ihm jedoch keine Hoffnung machte.

Fast vierzig Jahre später kehrte er zum kreativen Schreiben zurück und übersetzte Rilkes Sonette an Orpheus: nachdem er (vergeblich, denn dieses Werk Rilkes gilt als nicht mehr zeitgemäß und Rilkes Verleger Insel hatte die exklusiven Übersetzungsrechte bereits an die Verlage Aubier und Emile-Paul frères verkauft) im Herbst 1943 versucht hatte, sein Manuskript bei Gallimard und im Haus von Pierre Seghers unterzubringen. Mit Unterstützung von Pierre Emmanuel und Geneviève Bianquis veröffentlichte er 1945 seine Übersetzung mit Glossen im Eigenverlag (in einer limitierten Auflage), aus eigenen Mitteln und mit Unterstützung des Polytechnikers Gabriel Dessus. 1946 gewann er den Grand Prix de Poésie de la Société des Gens de Lettres (Jacques-Normand-Preis) für seine Sammlung Essor (Librairie Gedalge). 1947 stellte Ducellier weitere Übersetzungen von Rilkes Werken fertig und wurde als Nachfolger des kurz zuvor verstorbenen Maurice Betz mit der Betreuung der Übersetzung des Gesamtwerks von Rainer Maria Rilke durch Emile-Paul Frères beauftragt. Das Projekt wurde durch den plötzlichen Tod von Ducellier im Jahr 1950 abgebrochen. (Quelle: Wikipedia – aus dem Französischen übersetzt mit deepl)

Quelle: Das Antiquariat; Bd. 6, Seite 19

Armands Weg ist ein völlig anderer als der seines Bruders. Er lebt mit seiner dänischen Ehefrau Rigmor in Antwerpen und tritt offenbar in die Fußstapfen der Boxhorn-Familie, die dort bereits vor ihm Diamantenhandel betreibt. Schon lange ist Antwerpen die Hauptstadt des weltweiten Handels mit Diamanten, der sich seit Generationen fest in der Hand orthodoxer Juden befindet.

Die folgende Bekanntgebung erscheint 1910 auf Seite 57 dieses Buches:

Partnerschaftsurkunde zwischen David Markovwicz und Armand Ducellier, Diamantenmakler in Antwerpen, mit dem Ziel der Vermittlung und Beauftragung von Diamanten. D. Markovicz und Co, Nachfolger der Boxhorn-Brüder. (Aus dem Französischen übersetzt mit deepl)

Eine geschäftliche Verbindung scheint es auch zu England zu geben, denn als Armand im Jahre 1941 im Alter von 54 verstirbt, wird sein Tod auch in der ‚London Gazette‚ bekannt gegeben. Und hier wird auch seine Adresse in Antwerpen angegeben!


Über den Verbleib des dritten Ducellier-Sohnes Edouard konnte ich leider nichts herausfinden, aber hier noch einige Informationen zu den Eltern und Großeltern der drei Brüder:

Die Ducellier-Eltern leben in Paris – die Mutter stirbt dort am 5. Mai 1929, der Vater am 23. November 1931. Sein Sterbeeintrag lautet: ‚Paris 17 ème le 23.11.1931 est décédé en son domicile 148 avenue Wagram, Claude Ducellier né à Paris le 23.4.1852, Administrateur de Sociétés, fils de Edouard Ducellier et de Virginie Monod, époux décédés. Veuf de Marie Boxhorn‚.

Die Großeltern mütterlicherseits – Chaim (Joachim) Boxhorn und seine Ehefrau Bluma Sara Markowicz leben ebenfalls in Paris. Die Großmutter muss bereits vor 1875 verstorben sein, denn 1875 heiratet der Großvater die Französin Adèle Canard. ‚Joachim Bochshorn (Sohn von Leibel Boxhorn und Meschy Falck), war Kaufmann in Paris, heiratete 1875 eine Französin (Adèle Canard) und starb 1903 in seinem Haus am Place Clichy‘. (aus dem Wikipedia-Eintrag über Claude Ducellier).

Place de Clichy um 1900 – Quelle: Wikipedia

Möglicherweise besaß der Kaufmann Joachim Boxhorn auch ein Casino in Dinard – laut Wikipedia oft Nizza des Nordens und Perle der Smaragdküste genannt. Es wurde im 19. Jahrhundert zum Badeort wohlhabender Engländer.

Die Beschäftigung mit Rigmor Katrine Gegners Lebensweg macht mich sehr nachdenklich …. Sie ist die Cousine 3. Grades meines Großvaters Carl Ludwig Gegner. Beide erleben die Zeit des 1. Weltkriegs auf ganz unterschiedliche Weise – während mein Großvater als Reservist des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr.3 das deutsche Vaterland verteidigt, pflegt Rigmor in Belgien die von deutschen Soldaten Verwundeten – während sie sich in Belgien nach dem Krieg ein neues Leben aufbaut, verliert mein Großvater seines bei einem Kampf in Galizien und lässt zwei kleine Söhne zurück …….

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Rigmor Katrine Gegner

Rigmor Katrine Gegner kommt am 25.6.1887 als älteste Tochter von Carl Ludvig Gegner und Johanne Marie Møller in Hillerød, einer Stadt im Nordosten der dänischen Insel Seeland zur Welt. Nach ihr werden noch drei weitere Gegner-Kinder in Hillerød geboren. Vater Carl Ludvig ist Kaufmann – er besitzt ein Geschäft, in dem er Fleisch und Delikatessen verkauft.

Rigmors Urgroßvater Carl Ludwig Gegner wurde noch 1785 im ostpreußischen Eichhorn im Kreis Pr. Eylau (heute Wiewiórki) geboren. Er ist ein Bruder meines Ur-Urgroßvaters Ernst Wilhelm Gegner. Carl Ludwig verließ Ostpreußen nachdem er in Bartenstein eine Lehre als Kunstgärtner absolviert hatte, heiratet 1809 in der Garnisonskirche von Kopenhagen Ellen Erland und gründet eine Familie. Schon vor 10 Jahren habe ich hier darüber geschrieben.

Auch Rigmor verlässt ihre Heimat. Während des 1. Weltkriegs arbeitet sie in Belgien als Krankenschwester für das Rote Kreuz, lernt in einem Lazarett den verletzten Piloten Armand Joseph Frédéric Ducellier kennen und heiratet ihn am 2. November 1917 – noch während des Krieges – in De Panne, Belgien.

links: Armand Ducellier (Foto aus dem ‚Guldenboek der Vuurkaart‘) – rechts das Hochzeitsbild

Die nachfolgenden Jahrzehnte liegen noch überwiegend im Dunkeln – etwa um 1920 und 1925 werden – vermutlich in Antwerpen – zwei Töchter von Armand und Rigmor geboren: Yvonne und Jaqueline Ducellier. In Antwerpen soll Armand Ducellier als Kaufmann – möglichweise als Diamantenhändler – gearbeitet haben.

Irgendwann muss die Familie nach Paris verzogen sein. In einem Verzeichnis des dortigen Cimitière des Batignolles sind sowohl Armand als auch Rigmor vermerkt. Demnach verstarb Armand bereits im Jahre 1941 – Rigmor wird 64 Jahre alt und verstirbt am 5. März 1952. Hinter seinem Eintrag findet man den Zusatz: d‘ Orthez, Basses Pyrénées. Verstarb er dort?

Ausschnitt aus dem Verzeichnis des Cimitière des Batignolles’in Paris

Es wäre schön, mehr über das Leben von Armand und Rigmor zu erfahren! Vielleicht gibt es noch Nachfahren der Familie …?

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