Zur Genealogie von Balthasar Philipp Genge (1706-1790)

Meiner Meinung nach wird Balthasar Philipp Genge gar nicht ausreichend gewürdigt – es sind kaum Informationen über seine Herkunft und sein Leben zu finden, obwohl er sehr viel Kraft, Ausdauer und Geld investiert und etwas sehr Bedeutendes bewirkt hat. Viele unserer Vorfahren – auch meine eigenen – haben von seinem Einsatz sehr profitiert! Besonders mühsam müssen seine Anstrengungen auch deshalb gewesen sein, weil er aufgrund seiner Taubheit – er konnte seit seinem 8. Lebensjahr nichts mehr hören – bei allen notwendingen Verhandlungen sehr eingeschränkt war.

Balthasar Philipp Genge gründet die erste Lehrerbildungsanstalt Ostpreußens und verhilft auf diese Weise einer ganzen Reihe von Söhnen aus Bauern- und Handwerkerfamilien Ostpreußens und anderen Regionen dazu, ihr Leben vollkommen neu gestalten zu können, indem ihnen die Möglichkeit geboten wird, sich in diesem Seminar zu Lehrern ausbilden zu lassen. Über Genges Intention, ein solche Bildungsstätte zu etablieren, über die Vorbereitungen und den gesamten Ablauf habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet.

Baltahsar Philipp Genge lebt auf dem Gut Graventhien im Kirchspiel Klein Dexen, das sich seit 1750 in seinem Besitz befindet.

Ansicht des alten und neuen Hofes zu Adel(ig) Graventinen (Schülerzeichnung)

Im Kirchenbuch von Klein Dexen fand ich nun einen Brief, der – wohl auf Anfrage aus Klein Dexen – im Januar 1901 von Herrn Eichberg – dem damaligen Küster der Kirche St. Marien in Fankfurt a.d. Oder – geschrieben wurde.

Dieser Brief gibt Auskunft über Genges Familie.

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Johann Theodorus Genge wird er am 17. Januar 1707 in Frankfurt/Oder als Sohn des Rats und Apothekers Melchior Genge und dessen Ehefrau Theodora geb. Weger (auch Wäger) geboren und am 18. Januar in der dortigen St. Marien Kirche getauft. Als Paten sind bei Balthasar Philip Genge angegeben: Frau Professor Sturmin, Bürgermeister Ebertus und Albrecht Weger, der Großvater des Kinder.

Herr Eichberg schreibt weiter: ‚Soeben entdecke ich in Spiekers Kirchengeschichte folgenden Satz: Pfarrer Christin Deutsch – Bereits im ersten Jahre seiner Anstellung in Frankfurt 1723 gedachte der Pfarrer Christian Deutsch sich mit Frau Katharina Theodora Wegner, verw. Kannengießer zu verehelichen. Sie starb aber kurze Zeit vor der Hochzeit. Nach 7 Jahren, den 12. Februar 1729 verheirathete er sich mit Katharina Elisabeth, der einzigen Tochter des Bürgermeisters Melchior Genge. Sie gebar ihm 6 Kinder und verstarb den 18. Dezember 1751. Bei des Mannes Tode lebten noch 3 Kinder: 2 Söhne und 1 Tochter.

Der älteste Sohn Melchior Friedrich war Prediger an der hiesigen Unterkirche und der zweite, Christian Wilhelm, Geh. Secretair beim Königlichen General Direktorio in Berlin. Die Tochter Maria Katharina Elisabeth war an den Königlichen Hof- und Kammergerichtsrath Ballhorn in Berlin verheirathet.

Am 21. August des Jahres 1790 verstirbt Balthasar Philipp Genge in Graventhien – laut Kirchenbuch wird er 84 Jahre alt. Der Eintrag im KB von Schmoditten lautet: ‚d(en) 27. Aug(ust) wurde Herr Balthasar Philipp Genge, Königlicher Kriegsrath und ehemaliger Erbherr der adelich Graventienschen Güther, welcher d. 21 ej. des Abends um 7 Uhr im 84. Jahr seines Alters verstorben, unter einem Geläut begraben. Der Wohlseelige hatte vom 8ten Jahr an sein ganzes Gehör verlohren und man muste mit ihm theils durch Mienen theils durch Schreiben die Unterredungen anstellen(,) die man nöthig hatte. War indessen ein kluger und Gottes Wort liebender Mann, welches er nur lesen, aber nicht hören konte. Er hinterließ ein großes Vermögen.‘

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Schmoditten_August_1790-1024x437.jpg
KB Schmoditten, Pr. Eylau – Sterbeeintrag von Balthasar Philpp Genge – August 1790

Balthasar Philipp Genge hat selbt keine Kinder. Nach seinem Tod erbt sein Neffe Christian Wilhelm Deutsch das Gut Graventhien.

Ergänzungen zu Familie Genge:

Melchior Genge, Ratsverwandter und Apotheker in Frankfurt (Oder), * Lobesentz 17.3.1633, + Frankfurt (Oder) 1696. Sohn von Christian Genge, königlich polnischer Münzmeister zu Bromberg, und Anna Stieger. Melchior Genge war dreimal verheiratet. oo I. 5.9.1659 mit Esther Elisabeth Arnhold (* Frankfurt (Oder) 7.12.1639, + daselbst 2.8.1662). Aus dieser Ehe zwei Söhne: Gotthard Heinrich (+ 24.10.1661) und Johann Christian. oo II. Frankfurt (Oder) 4.5.1663, Sophia Koltzhorn (* Frankfurt (Oder) 1641, + daselbst 4.12.1676). Aus dieser Ehe der Sohn Johann Melchior Genge. oo III. 1677 Eva Theodora Heinsius, Tochter des Frankfurter Geistlichen Martin Heinsius. (Quelle: Rudolf Fähndrich: Alte Frankfurter Familien und ihre Versippung. in: Mitteilungen des Historischen Vereins Frankfurt (Oder), Heft 35)

Johann Melchior Genge, * Frankfurt (Oder) 2. Febr. 1666, Student der Philosophie, Geschichte und Beredsamkeit, promoviert in Frankfurt am 20.6.1687 zum Doktor „summa cum laude“. + auf einer Reise in Zelle am 11.4.1688. Sohn von Melchior Genge, Ratsverwandter und Apotheker in Frankfurt (Oder). (Quelle:Rudolf Fähndrich: Alte Frankfurter Familien und ihre Versippung. in: Mitteilungen des Historischen Vereins Frankfurt (Oder), Heft 35)

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In Erinnerung an Wilhelm Ludwig Gegner – meinen Onkel Willi

Als Wilhelm Ludwig Gegner am 21. August 1914 in Bremen-Aumund zur Welt kommt, kämpft sein Vater – der aus Landsberg in Ostpreußen stammende Carl Ludwig Gegner – als Reservist des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr.3 für den Sieg seines Vaterlandes.

Wilhelm wird seinen Vater gar nicht kennenlernen – Carl Ludwig Gegner stirbt am 2. Mai 1915 in Gallizien und hinterlässt seine Ehefrau Caroline Auguste, geb. Müller und seine beiden kleinen Söhne Wilhelm und Karl – meinen Vater.

Das linke Bild entstand 1928 – vermutlich in Bremen-Aumund.

Ich weiß eigentlich nicht sehr viel über den Lebensweg meines Onkels – nur dies: er wird Kaufmann, heiratet in zweiter Ehe meine wunderschöne ‚Tante Thea‚, wird Vater und lebt 1954 in Berlin-Dahlem. Sein Büro befand sich am Kurfürstendamm im Haus Nr. 225.

Onkel Willi und Tante Thea mit Tochter Manuela

Auch 1963 ist das Büro noch unter dieser Adresse vermerkt.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Berlin_1954.jpg

links: Wilhelm Gegner mit Ehefrau Thea und Tochter Manuele

Von Zeit zu Zeit kam Onkel Willi auch nach Bremen-Blumenthal, um seinen Bruder und dessen Familie zu besuchen. Diese Besuche sorgten fast immer für großes Aufsehen, denn Onkel Willi fuhr einen – für Blumenthaler Verhältnisse ungewöhnlichen – großen Wagen, der von vielen bestaunt wurde.

Natürlich besuchte Wilhelm auch seine Mutter in Aumund. Bei einem dieser Besuche entstand dieses Foto, auf dem meine Oma genauso aussieht wie ich sie in Erinnerung habe!

In ganz besonderer Erinnerung habe ich eine spannende Reise meiner Familie nach Berlin. Ich muss etwa 13 Jahre alt gewesen sein – das erkenne ich an den langen Zöpfen auf dem unteren Bild, die ich vor meiner Korfirmation nicht abschneiden lassen durfte!

Onkel Willi hatte uns eingeladen und wir wohnten für einige Tage im Forsthaus Paulsborn am Grunewaldsee. Onkel Willi und Tante Thea hielten viele Überraschungen für uns bereit – u.a. erlebten wir den ‚Schön und Kaffebraun‘ singenden Vico Torriani in der Waldbühne! Ich war damals ein großer Fan von Conny Froboess und kannte ihre Berliner Adresse, weil ich mir ein Autogramm von ihr hatte schicken lassen. Mein Vater und ich suchten und fanden das Haus, in dem sie mit ihren Eltern wohnte und ich war ganz aufgeregt als wir daran vorüber schlenderten.

Im Berliner Zoo bewunderten wir kleine Löwenbabies – und zu guter Letzt durften meine Schwester und ich uns im KaDeWe noch einen großen Wunsch erfüllen – ich entschied mich für ein weißes Kleid mit blau- und türkisfarbenen Blumen …

Dieses Foto zeigt meine Eltern und mich vor unserem süßen kleinen Renault auf der Rückfahrt nach Bremen-Blumenthal. Das neue Kleid wird schon eingeweiht!

Onkel Willi war irgendwann Inhaber der VILA-Werke in Börnsen und lebte später in Überlingen am Bodensee. Leider wurde er sehr krank und im Alter von 76 Jahren verstarb er in Kaufbeuren.

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Die Chronik von Worienen auf dem Weg …

Ich freue mich! Eine ganze Reihe von Büchern wurden nun versandt – an Staatsarchive in Polen und Deutschland – an die Nachkommen einiger Besitzer der Begüterung Worienen, an ehemalige Bewohner des Ortes oder ihre Verwandten in verschiedenen Gegenden in Deutschland und Schweden – an einige Ostpreußen-Liebhaber – nach rowo Iławeckie (Landsberg), Dwórzno (Hoofe) und auch direkt nach Woryny!

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Lebensweisheiten aus Wuslack bei Heilsberg – 1696

Ganz zufällig bin ich beim Durchblättern von Kirchenbüchern in einem Taufbuch der katholischen Kirche von Wuslack bei Heilsberg gelandet. Die Einträge beginnen im Jahre 1696. Dies ist die Vorderseite des Buches:

Beim Aufschlagen findet man auf der Rückseite des Einbandes eine Sammlung von Lebensweisheiten – zunächst einen Spruch in lateinischer Sprache, dessen Bedeutung ist nicht verstehe, da meine Lateinkenntnisse sehr begrenzt sind. Den Reim, der dann folgt, kann ich zwar ganz gut lesen – ich frage mich jedoch, ob ich wirklich alles richtig entziffert habe – und falls ja: was will uns der Pfarrer damit sagen … ?

Ich lese:

  • Ein Weib so gern geschenck nimbt ein
  • ist selten from ist selten rein
  • Auff der Weiber wincken
  • Auff der hunde hincken
  • Auff der Bauren schweren (=schwören)
  • soll sich niemand kehren

Es folgt das Zitat: Obsequium amicos, veritas odium parit – Nachgiebigkeit macht Freunde, Wahrheit erzeugt Hass

Und die vier unteren Zeilen:

  • Wehr stehtß will die Warheit sagen
  • mus zur beiht (Beichte?) die frundtschafft wagen
  • Allein Glückselig der jenige ist(,) der da alles vergist
  • Was nitt mehr zu endren ist.

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Christian Ankermann – Amtmann in Pr. Eylau

Die momentane Quarantäne-Situation bietet viel Zeit für Spurensuchen, die man immer schon einmal in Angriff nehmen wollte! Die Suche nach der Identität von Christian Ankermann führt mich in verschiedene Kirchspiele rund um Königsberg – u.a. nach Dollstädt, Stadt Pr. Eylau, Mahnsfeld, Arnau, Medenau, Caymen und direkt nach Königsberg. Ich war ziemlich sicher, dass der Pr. Eylauer Amtmann Christian Ankermann zu meinen Verwandten gehört – das hat sich nun bestätigt. Noch weiß ich nicht alles über ihn, aber vielleicht hilft mir ein Zwischenbericht dabei, neue Recherche-Ideen zu entwickeln …

Christian Ankermann kommt im Januar des Jahres 1684 als zweiter Sohn von Gerge Ankermann und dessen Ehefrau Anna geb. Negelke in Seeben zur Welt und wird am 23. Januar in der Kirche von Dollstädt getauft. Sein Vater Gerge Ankermann übt im Dorf Seeben das Schulzenamt aus- seine Mutter Anna ist eine Tochter des ehemaligen Schulzen Jacob Negelke. Gerge Ankermann ist der jüngste Bruder meines Vorfahren Mertin Ankermann, der später als Kirchbauer in Krücken – im Kirchspiel Kreuzburg – lebt.

Im Jahre 1714 finde ich Christian Ankermann als Müllergesellen und Werkmeister der Obermühle in Königsberg. Als solcher heiratet er am 26.11.1714 in der Haberberger Kirche Anna Rohfleisch, die Witwe des im Mai 1714 verstorbenen Windmüllers Ludwig Boss, der ursprünglich aus Grundleben bei Helmstedt stammt und nach 1700 die Windmühle am Brandenburger Thore betreibt.

Heiratseintrag - Haberberg 1714

Christian Anckermann, ein Müllergesell u. Werckmeister in der Obermühle alhir, Seel(ig) George Anckermanns, Frey Schultzen in Seeben bey Creutzburg geb(orener) 2. eheleiblicher) Sohn mit Fr. Anna, Seel(ig) Ludewich Boßen, gewesenen Eigenthümers aufm A.G.A.W. u. Windmüllers für (=vor) dem Brandenb(urger) Thor nachgl(aßenen) Wittwe …. d. 26ten November copulirt‘.

Anna Rohfleisch bringt 1714 ihre zweijährige Tochter Regina mit in die Ehe – mehrere andere Kinder sind bereits im Kleinkindalter verstorben.

Am 12.8.1727 verkauft Christian Ankermann – mittlerweile Müllermeister in der ‚Kobbel-Bude‚ – ’seinen auf dem Alten Garten (in Königsberg) außerhalb des Walles zwischen Christian H e e r h o l d s und der verwittibten Frau E d e l m a a i n (?) Gründen gelegenen ein Viertel Garten mit dem darauf befindlichen Wohnhauß, Stallungen und anderen pertinenten‘. Dies wird in der städtischen Gerichtsversammlung (genannt Bürgerding) am 25.9.1727 bekannt gegeben (Aus den Haus-, Ingrossations- und Protokoll-Büchern von Königsberg – Ostpr. Foliant Nr.208/07 – W.Müller-Dultz, Lübeck)

Ausschnitt aus einem Stadtplan von Königsberg aus dem Jahre 1809

Im Jahre 1729 ist Christian Ankermann Besitzer der cöllmischen Güter Hinterwalde und Cammerfeldt im Amt Kobbelbude im Kirchspiel Mahnsfeld.

Seine Stieftochter Regina, die zeitweise auch als ‚Regina Ankermann‚ bezeichnet wird, heiratet am 3. Juli 1729 in Mahnsfeld den Königsberger Müllermeister Friedrich Brandenburger – dieser wird 1755 als Administrator der Mühle Gr. Lauth und später als Erbherr des Gutes Legitten im Kirchspiel Arnau genannt, wo er 1767 im Alter von 68 Jahren verstirbt. Friedrich Brandenburger und Regina geb. Boss bekommen mindestens 8 Kinder, die noch in Königsberg geboren und getauft werden.

gefertiget vom Amtmann Chr(istian) Anckermann
seine Unterschrift unter einer Pr. Eylauer Amtsrechnung
aus dem Jahre 1750

Von etwa 1745-1750 wird Christian Ankermann in der Stadt Pr. Eylau mehrfach als Pate genannt – u.a. bei der Taufe eines Sohnes des Pr. Eylauer Amtskrügers Daniel Hess, bei der Taufe eines Sohnes des Rektors Ernestus Seraphim Aegidius und bei der Taufe einer Tochter von Johann Friedrich Eyff, dem Königlichen Förster in Pr. Eylau und seiner Ehefrau Anna Regina Bobinde.

Christian Ankermanns Ehefrau Anna geb. Rohfleisch muss vor 1742 verstorben sein, denn am 4. Februar 1742 heiratet Christian im Königsberger Dom die Witwe des verstorbenen Klempners Supplitt.

H. Christian Anckermann, Königl(icher) Ambtmann in Preusch Eilau mit Fr(au) Barbara des seel(ig) Mstr Supplitten, gew(enenen) Klempners allhie n. W. (=nachgelassene Witwe)

Christian Ankermann soll – laut der ‚Genealogischen Kartei Möller‘ im Jahre 1757 verstorben sein – seinen Sterbeeintrag konnte ich bislang nicht finden. Und es bleiben weitere Rätsel:

  • 1748 wird als Pate in Pr. Eylau ‚Herr Schönfeldt, Stiefsohn des Herrn Amtmann Ankermann‘ . Gemeint ist Johann Gottlieb Schönfeld, der 1758 – bei seiner Eheschließung in Mahnsfeld – auch als Erbherr des Gutes Hinterwalde genannt wird. Johann Gottlieb Schönfeld heiratet zunächst Eleonora Gotthilf Gizycki, eine Tochter des Pfarrers Christian Daniel Gizicki aus Saberau im Kreis Neidenburg, in zweiter Ehe – am 10.2.1764 in Caymen – Sophia Wilhelmina Jätzel, eine Tochter des Amtmanns Johann Samuel Jätzel und dessen Ehefrau Loysa Dorothea Glogau.
  • Die ‚Genealogische Kartei Möller‘ enthält den Vermerk, dass Christian Ankermanns Testamentseröffnung am 1.10.1757 im Hause des Amtmanns Gorbandt zu Königsberg erfolgte und der Geburtname seiner hinterlassenen Witwe ‚Taubenhan‚ lautet!. Als Quelle gibt Herr Möller eine Ausgabe der Wöchentliche(n) Königsbergische(n) Frag- und Anzeigungs-Nachrichten an..
  • Demnach müsste also Christian Ankermann insgesamt 3 mal verheiratet gewesen sein und Frau Taubenhan müsste zuvor die Ehefrau eines Herrn Schönfeld gewesen sein.
  • Und weshalb fand die Testamentseröffnung im Haus des Amtmanns Gorbandt statt?
  • Gibt es eine verwandschaftliche Beziehung zur Familie des Amtmanns?

Über die Familie des Amtmanns Gorbandt – auch Jorbandt geschrieben – konnte ich bislang Folgendes herausfinden:

  • Johann Christian Gorbandt heiratet am 12.11.1752 in Königsberg Gertrud Lovisa Sanden. Der Heiratseintrag lautet: Johann Christian Gorbandt, Ambtmann u. General-Pächter der Hertzogl. von Hollstein-Condehnschen Güter u. Jungfer Gertrud Lovisa, desweiland ehrbaren u. wohlgeachteten Mstr. Johann Sanden, gewesenen Bürgers u. Festbäckers alhier.
  • Am 19. Mai 1754 wird in Königsberg Sohn Johann Christian Gorbandt geboren.
  • Am 12. Mai 1755 kommt in Condehnen sein unehelicher Sohn Ernst Ludwig zur Welt. Die Mutter ist Regina Tabel, eine Tochter des Instmanns Michael Tabel, ‚welche mit ihrem Brodt-Herrn Johann Christian Gorbandt, Pächter des Condehnischen Güther, bey welchem sie gedienet, zu Fall kommen‘ … notiert der Pastor im Kirchenbuch
  • Die Ehe des Amtmanns wird geschieden – 1756 heiratet Gertrud Lovisa Gorbandt, geb. Sanden in Königsberg den dortigen Bürger u. Mälzenbräuer Carl Ludwig Pickert.
  • 1766 verstirbt der Amtmann Johann Christian Gorbandt in Königsberg im Alter von 74 Jahren.

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Wöchentliche Königsbergische Frag- und Anzeigungs-Nachrichten (1735-1799)

Momentan stöbere ich mit großer Begeisterung in den ‚Wöchentliche(n) Königsbergische(n) Frag- und Anzeigungs-Nachrichten‘, die in den Jahren 1735 bis 1799 in Königsberg erschienen. Einige Jahrgänge wurden von der Staats- und Universitätsbibliothek in Bremen digitasiliert. Leider ist der Jahrgang 1757, den ich eigentlich suche, nicht verfügbar. Nun blättere ich Seite für Seite durch …

Wochentliche Königsbergische Frag- und Anzeigungs-Nachrichten. Königsberg
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, / Public Domain Mark 1.0

Wenn man den Umgang mit Sprache liebt und Freude an altertümlichen, längst vergessenen Bezeichnungen und Formulierungen hat, ist das Lesen dieser Wochenblätter ‚worinnen allerhand in und außerhalb der Stadt zu kauffen und verkauffen, zu verleihen und lehnen vorkommende, auch verlohrne, gefundene und gestohlene Sachen, sodann Personen, welche Geld lehnen oder auslehnen wollen, Bedienungen oder Arbeit suchen oder zu vergeben haben. Imgleichen die in Memel, Pillau und Königsberg eingekommne und ausgegangene Schiffe, die ankommende Fremden, wie auch Copulirte, nebst dem Preuß=Courant der Waaren und des Wechsel=Courses angemercket wird‘ ein wahrer Genuss!

So wird dem Publico beispielweise mitgeteilt, dass am 5. März des Jahres 1765 ein silberner Potage-Löffel in Königsberg von Händen gekommen und der Finder ersuchet wird, sothanen Löffel bitte bei Herrn Hartmann aufm Ochsenmarckt einzuliefern.

Im Februar erfährt man u.a., dass in Königsberg eine Muff gefunden wurde und der Besitzer sich desfalls bei Buchbinder Mager an der Krämerbrücke melden möge, um sein Eigentumsrecht erweißlich zu machen. Gleichzeitig wird bei einem Kaufmann im Kneiphof – in der Fleischbänkengasse Nr. 326 – eine Lehrstelle angeboten. Das klingt dann so: ‚Solte jemand resolviren von hübschen Eltern seinen Sohn beym Kauffmann in Condition zu geben, der beliebe sich in der Kneiphfischen Fleischbäncken Gasse No. 326 zu melden‘.

Es werden viele leckere Dinge angeboten: bei Herrn Kinder in der Altstädtischen Langgasse zum Beispiel recht frische eingemachte Pommerantzen-Aepffel – Spansche Chocolade und Porto-Rico Tobac.

Es wird von Häusern, Grundstücken und Gärten berichtet, die vermietet, verpachtet, versteigert oder verkauft werden – u.a. auch ein plaisanter Garten mit schönen Obsttragenden Bäumen ….

Bei der Durchsicht dieser Zeitungen sind immer wieder auch genealogisch relevante Informationen zu finden: im März 1765 verkauft z.B. Meister Gottfried Matern in Friedland sein Haus an Meister Jacob Brieskorn – der Erbmühlenpächter Barth. Koch veräußert seine Mühle im Cämmerey-Dorff Neuendorff – ebenso im März 1765 – an den Müller Johann Christoph Grense.

Außerdem entdeckt man Nachrichten wie diese: ‚Der im Jahr 1734 von hier in die Fremde über Lübeck und Amsterdam, von dannen(,) aber Ann0 1738 nach Ostindien gegangene und bis jetzo abwesenden Schumacher-Gesell Christoph Ranisch oder dessen etwannige Leibes= und Testaments-Erben, sind ad instantiam seines leibl. Geschwisters allhie, wie auch zu Lübeck und Amsterdam, mittelst eines offentlichen Proclamatis auf den 6. May, 8. July und 12. Sept(ember) …. vor den Königsberger Rat … adcitiret worden‘.

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Ich beginne, zu verstehen …

Die momentane gruselige Pandemie-Situation hat mich dazu gebracht, mich noch einmal mit der Geschichte der Pest in Ostpreußen zu beschäftigen. Wenn ich früher etwas darüber gelesen habe, war das alles ‚weit weg‚. Es war Geschichte – eine schwierige Lebensphase meiner ostpreußischen Vorfahren, die diese vor mehr als 300 Jahren durchleben mussten, die jedoch mit mir selbst nicht viel zu tun hatte.

Wenn ich jetzt darüber lese, geht es mir ganz anders. Alles rückt näher und ich beginne zu verstehen, wie sich meine Vorfahren gefühlt haben müssen …

Heute ist es nicht die Pest, die uns heimsucht – unser Feind heißt Corona. Anders als vor 300 Jahren haben wir wesentlich bessere Möglichkeiten, uns zu schützen – die medizinische Versorgung ist in keiner Weise vergleichbar – dennoch gibt es auch Parallelen! Und auch wir spüren die Bedrohung – viele von uns fürchten sich vor Einschränkungen und möglichen Auswirkungen.

Ein Blick zurück: Nach Ausbruch der Pest-Epidemie werden am 4. September 1709 in Königsberg eine Reihe von notwendigen Verhaltensmaßregeln verkündet, die mit folgenden Worten eingeleitet werden: Seine Königliche Majestät in Preußen, Unser Allergnädigster Herr, haben zu Abwendung der von einigen benachbarten Orthen wegen der verderblichen Contagion androhenden Gefahr höchst nötig befunden, folgendes heylsame Reglement aus landesväterlicher Vorsorge emaniren zu lassen‘:

Angeordnet wird u.a.:

  • Bey allen kleinen Städten, Flecken, Dörffern und Höfen, sind Thore und Schlagbäume, auch Hecken, wo noch keine seyn, zu machen.
  • Sobald es dunkel wird, müssen alle Schenck-, Wein- und Bier-, Brandwein-, Thée-, Cofée- und Tobacks-Häuser geschlossen, auch nach 10 Uhr kein Wein, Bier oder Brandwein über die Gassen gefolget werden …
  • In den kleinen Städten, Flecken, Dörffern, Höfen und Krügen, soll Niemand von Freunden, Bekandten, Dienstbothen oder sonst daselbt Bürtigen, noch ein Frembter ein- oder durchgelassen und noch viel weniger in die Gebäude auff- oder zu beherbergen eingenommen werden …
  • Sollen alle öffentliche und heimliche Zusammenkünfte und Zechen … in den Städten und uf dem Lande bis zu weiterer Verordnung gäntzlich verbohten seyn.
  • Es sind die Einwohner und Bürger bey schwerer Straffe zu halten, dass sie ihr Gesinde, wenn es kranck, nicht verjagen, sondern sofort solches den Medici und Chirurgoren ansagen sollen …
  • Es müssen die kleinen Städte bemühet seyn, wie ihnen denn solche bey harter Ahndung anbefohlen wird, dass sie sich mit allerhand Wahren und Victualien versehen, damit der Landmann in der Noth solches von ihnen haben könne …
  • So von denen … einige verdächtg wegen der Infection wären, die sind sofort heraus und in die Wälder zu schaffen, damit sie in selbigen eine Zeitlang von den Unverdächtigen abgesondert bleiben, bis man siehet, dass ihnen nichts schadet, doch soll ihnen indessen, was sie an Speise und Tranck, Arztney, Kleidung und sonst nöthig, von ferne hingesetzet werden. (Quelle: Wilhelm Sahm, Geschichte der Pest in Ostpreußen. Leipzig 1905)

Heute werden wir nicht auf diese Weise überrollt von der Epidemie – wir werden gut informiert und sind in der Lage, uns viel besser zu schützen und zu versorgen. Im Falle einer Infektion werden wir nicht in die Wälder geschafft, sondern medizinisch betreut!

Aber wir dürfen nicht leichtfertig handeln, müssen die notwendigen Empfehlungen befolgen und uns solidarisch verhalten – in unser aller Interesse und in Verantwortung für unsere Nachkommen!

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Zur Genealogie der ostpreußischen Pastoren-Familie Schultz in Reichau, Canditten, Guttenfeld und Landsberg …

Kirchenbuch Reichau – 1684

Manchmal macht es mir Spaß, Informationen zu Familien zu sammeln, die zwar nicht zu meinen Vorfahren gehören, zu denen aber auf irgendeine Weise eine verwandschaftliche Beziehung besteht – wie im Fall der ostpreußischen Pastoren-Familie Schultz. Über die Verbindung zu meiner eigenen Familie habe ich hier bereits geschrieben.

Oben ist die erste Seite des Taufbuchs der Kirche in Reichau bei Mohrungen zu sehen, die von Pastor Jacobus Schultz bei seinem Diensantritt im Jahre 1684 beschriftet wurde. Jacobus stammt aus Medenau. Schon bei der Taufe seines ersten Sohnes, der 1687 von seiner Ehefrau Anna Dorothea Zettler in Reichau zur Welt gebracht wird, erscheinen dort Taufpaten aus dem ostpreußischen Landsberg: Pastor Simon Michael Flath (+1730 in Landsberg im Alter von 48 Jahren) – der Richter Elias Kreintz sowie der Cantor Daniel Gerholtz.

Von 1698 bis 1707 werden 9 weitere Kinder in Reichau geboren. Zur Taufe der Tochter Catharina Dorothea am 22. Mai 1691 sind – neben vielen anderen – wiederum Landsberger Bewohner als Taufpaten angereist. Dies sind der ‚Medicin Practicus‘ Herr Matthäus Bolius, der Cantor Johannes Klein sowie der Bürger Hans Schultz.

Taufeintrag aus dem Kirchenbuch von Reichau – 1691

Der Reichauer Pastor Jacobus Schultz verstirbt im Februar des Jahre 1722. Über seine Kinder fand ich Folgendes heraus:

  • Johannes Jacobus Schultz (*1687) wird 1721 vom Erzpriester in Pr. Holland ordiniert u. introduciert – anschließend ist er Pastor zu Gr. Thierbach und Quittainen und ab 1731 Pastor in Canditten, wo er 1750 verstirbt.
  • Christian Melchior Schultz (*1695) ‚ward 1726 den 1. Mart im Kneiphofe ordiniret, und am Sonntage Invoc. introduciret. Johann Eberhard Schulz, des vorigen Sohn, ist 1768, den 2. December zu Schloß ordiniret, und 1769 am ersten Sonntage nach Epiph. introduciret.‘ (Quelle: Daniel Heinrich Arnolds ‚Kurzgefaßte(n) Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern‘). Christian Melchior Schultz ist 43 Jahre lang Pastor in Guttenfeld, Pr. Eylau, und verstirbt dort am 28. März 1775. Sein Sohn Johann Eberhard Schultz (*1734 in Guttenfeld) übernimmt das Pastorenamt – ihm folgt dessen Sohn Ernst Gustav Schultz (*1777 in Guttenfeld). Dieser ist zunächst Lehrer in Königsberg – ab 1798 Pastor in Guttenfeld – 1810 introduciert in Döbern – 1812 Pfarrer in Hirschfeld, Pr. Holland.
  • Gotofredus Bernhardus Schultz – später Gottfried Bernhard genannt – (*1697 in Reichau) heiratet 1733 in Landsberg die Witwe des dort verstorbenen Apothekers Frantz Christian Horn. Der Heiratseintrag im KB von Landsberg lautet: ‚Gottfried Bernhard Schultz, Candidatus Juris u. unserer Hochgräfl. Lehnsherrschafft bestallter Lehns Secretarius mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel. Hr. Frantz Christian Horns, gewesenen Medicin und Gewürtz=Apothekers, relicta vidua‘. Die Ehe ist nur von kurzer Dauer – bereits im Juni des nachfolgenden Jahres verstirbt Gottfried Bernhard Schultz im Alter von nur 37 Jahren.
  • Seine Witwe Eleonora Elisabeth, geb. Müller wurde am 19. August 1707 in Königsberg als Tochter des Königlichen Müntz-Waradeins (=Wächter) Hennig Christian Müller geboren. Ihr erster Ehemann war bereits nach nur viermonatiger Ehe gestorben. Nun ist sie 25 Jahre alt und und zweifache Witwe. Am 3. Februar 1737 heiratet sie erneut – ihr dritter Ehemann wird der Landsberger Stadtkämmerer und Ratsverwandte Carolus Paulien. Im Kirchenbuch ist zu lesen: ‚Herr Carolus Paullien, gewesener Unter-Officier beym löbl. Röderschen Regiment mit Frau Eleonora Elisabeth, des Seel(ig) Herrn Gottfried Bernhard Schultzen, gewesenen Lehns Secretair aus Hochgäfl(ich) Schönwiesischer Herrschafft hinterlassenen Witwen‘. Diese Ehe endet 1745 – Carolus Paulien wird nicht einmal 37 Jahre alt. Als vierter Ehemann folgt einige Monate später der Zintener Diakon Andreas Theodorus Meier. Im Kirchenbuch von Landsberg wird vermerkt: ‚Meier (Tit. Herr Andreas Theodorus) treu fleißiger und wollverdienter Diaconus zu Zinten, mit Fr(au) Tit. Eleonora Elisabeth, des Seel(ig) Hrn Carl Pauliens, gewes(enen) Rathsverwandten u. Stadt-Cämmrers alhir relicta vidua‘.
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Heiratseintrag aus dem Kirchenbuch von Landsberg – 1746
  • Gottliebe Lovisa Schultz (*1699) heiratet 1730 in Landsberg, den dortigen Pastor Andreas Perschke.
  • Tochter Barbara Sophia Schultz (*1702 in Reichau) wird 1733 die Ehefrau des Landsberger Gewürzhändlers, Ratsherrn und Kirchenvorstehers Johann George Goßky – nach dessen Tod heiratet sie 1739 den Landsberger Diakon Gottfried Neumann.

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Auf den Spuren von Familie Bischoff …

Als ich zur Welt kam, lebten meine beiden Großmütter noch – an Anna Lisette, meine Oma mütterlicherseits, kann ich mich jedoch leider nicht erinnern. Sie starb bereits 1949 – genau an dem Tag, an dem ich 14 Monate alt wurde.

Glücklicherweise durfte ich meine andere Großmutter – Caroline Auguste Bertram, verwitwete Gegner, geb. Müller – noch bis zu meinem 23. Lebensjahr behalten.

Meine Oma mit ihrem 2. Sohn - Wilhelm Ludwig Gegner - dem jüngeren Bruder meines Vaters

Sie wohnte in Bremen-Aumund. Von unserem Haus in Bremen-Blumenthal aus war sie für mich während meiner Kinder- und Jugendzeit mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Sie war genauso lieb und gemütlich wie sie auf diesem Foto aussieht!

Umarmt wird sie hier von ihrem 2. Sohn – Wilhelm Ludwig Gegner – dem jüngeren Bruder meines Vaters.

Auf dem nachfolgenden Bild, das mir vor einiger Zeit zugesandt wurde und über das ich mich sehr freue, sind Carolines Großeltern – meine Ur-Ur-Großeltern Wilhelmine Friederike Bischoff und Carl Friedrich August Müller – abgebildet. Sie wurden in ganz unterschiedlichen Gegenden geboren, lernten sich vermutlich in Bremen-Blumenthal kennen und heirateten am 24. Januar 1847 in der dortigen Reformierten Kirche .

Wilhelmine Bischoff wird am 28. Februar 1822 in Hoya an der Weser geboren.

Wilhelmines Ehemann Carl Müller stammt aus Sachsen. Er wird als ältester Sohn des Zimmermanns Friedrich August Müller und dessen Ehefrau Johanna Christiena Sophia Philipp in Torgau geboren.

Die beiden Abgebildeten bekommen in der Zeit von 1850 bis 1866 insgesamt 8 Kinder, die in Bremen-Blumenthal aufwachsen. Mein Urgroßvater Friedrich Carl Müller – Carolines Vater – ist das erstes Kind. Er wird am 16. September 1850 geboren.

Wilhelmines Mutter – Anna Christine geb. Heineken stammt aus Balge im Kreis Nienburg. Sie ist bereits 45 Jahre alt, als Wilhelmine das Licht der Welt erblickt. Wilhelmines Vater – Gottlieb Wilhelm Bischoff – wird 1782 in Hoya geboren. Zum Zeitpunkt der Eheschließung dient er als Soldat im 5. Königl. Churfürstlichen Infanterie Regiment. Soweit ich herausfinden konnte, war dieses Regiment in Magdeburg stationiert. Dieser eventuelle Bezug zu Magdeburg mutet zunächst seltsam an. …. Ich könnte mir vorstellen, dass die gesamte Familie nach der Geburt des 1. Kindes (1804) von etwa 1805 bis etwa 1815 ebenfalls in Magdeburg lebte, denn in diesem Zeitraum wird in Hoya kein weiteres Bischoff-Kind geboren.

Es gibt jedoch einen Sohn namens Carl Wilhelm Bischoff, der vermutlich um 1812 geboren wird. Er heiratet 1837 in Hoya Wilhelmine Friederike Heuhus, eine Tochter des dortigen Bürgers und Schlossermeisters David Heuhus.

Erst in den Jahren 1816, 1819, 1822 und 1824 werden in der Kirche von Hoya weitere Bischoff-Kinder getauft. Ab 1819 wird Gottlieb Wilhelm Bischoff als ‚Pensionär‚ bezeichnet – sein Soldatenleben ist also beendet.

Den 25. Julius wurden copulirt Wilhelm Bischoff
Soldat im 5. Kgl. Churfürst(lichen) Infanterie Rgt. unter H. Hauptmann v. Bolling
Compagnie des hiesigen Schlossers Frieder. Bischoff ehel(icher) Sohn
mit
Jungfer Anne Christine Heineken(,) des Henrich Heineken
zu Balje eheliche Tochter sind procl(amirt) d. 3ten u. 4ten Trinit(atis)

Eine neue Spur zur Erforschung der Familie Bischoff ergibt sich durch einen Heiratseintrag des Großvaters von Wilhelmine Bischoff. 1777 heiratet Friedrich Tobias Bischoff in Hoya Wilhelmines Großmutter – Anna Margarethe Elisabeth Gandesbergen aus Wechold. Seine erste Ehe schließt er jedoch schon am 17. Juni 1770 mit Anna Sophia Prange(n) und in diesem Heiratseintrag wird vermerkt, dass Friedrich Tobias Bischoff in Magdeburg geboren wurde. Da er am 30. Dezember 1806 im Alter von 70 Jahren und 2 Monaten verstirbt, müsste er demnach um 1736 in Magdeburg zur Welt gekommen sein.

Heiratseintrag aus dem KB von Hoya – 1770

Den Bezug zu der Magdeburg gibt es also bereits durch Friedrich Tobias Bischoff. Im Sterbeeintrag wird er als Schlossermeister bezeichnet – war auch er zunächst Soldat und ist als solcher in Hoya gelandet? Ist sein Sohn deshalb später in Magdeburg stationiert? Das gilt es nun herauszufinden!

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Worienen – Woryny – Chronik eines Ortes in Natangen

Es hat lange gedauert – über viele Jahre habe ich recherchiert, Archive besucht, Dokumente und Fotos gesammelt, Transkriptionen und Pläne angefertigt, geschrieben, Texte wieder geändert und weiter geschrieben.

Nachfahren ehemaliger Besitzer der Begüterung Worienenfrühere und heutige Bewohner des Ortes Worienen bzw. Woryny haben mir Informationen, Bilder und Berichte zukommen lassen und viele haben mich unterstützt, indem sie das von mir Geschriebene gelesen und mich auf Unstimmigkeiten hingewiesen haben.

Jetzt ist das Werk vollendet! Herzlichen Dank an alle, die mit dazu beigetragen haben!

Ein Buch wurde mir inzwischen zur Ansicht zugesandt – und für diejenigen, die sich ebenfalls für die Geschichte von Worienen interessieren, können nun weitere Exemplare gedruckt werden.

Ein Blick ins Innere des Buches
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