Sammeln von Sperlingsköpfen im Amt Pr. Eylau

In den Jahren von etwa 1710 bis bis 1750 werden von König Friedrich Wilhelm I eine ganze Reihe von Verordnungen erlassen – darunter auch einige zur ‚Abwehr culturschädlicher Thiere‘. Zu diesen zählen:

  • Wölfe  (vor allem in Ostpreußen)
  • Bären
  • Wanderheuschrecken
  • Hamster und
  • Sperlinge

Im Dezember 1721 erscheint z.B. das ‚Renovirte Edict wegen Ausrottung der Sperlinge, da diese durch ihr Überhandnehmen in vielen Landesteilen die Getreideernte in hohem Maaße beeinträchtigen. Die Anzahl der Sperlinge soll dezimiert werden und die Bewohner werden verpflichtet, sich an der Ausrottung zu beteiligen.

Um dies überprüfen zu können, werden sie aufgefordert, der Obrigkeit jährlich eine bestimmte Anzahl von Sperlingsköpfen zu liefern – oder stattdessen eine gewisse Geldsumme an die Armenkasse ihres Dorfes zu zahlen. Die Lieferungen werden kontrolliert und von den jeweiligen Amtmännern werden Nachweise darüber an die Kriegs- und Domänenkammer gesandt.

Nach zahlreichen Klagen über die erneute Vermehrung der Sperlinge und den von ihnen verursachten Schäden an Garten- und Feldfrüchten erfolgt 1731 eine neue Verodnung.

Das betrifft selbstverständlich auch die Bewohner des Amtes Pr. Eylau.

In den Steuerbüchern des Amts Pr. Eylau, die von den Mormonen digitalisiert wurden, findet man unter den ‚Bauernlisten aus dem Jahr 1737′ zunächst Nachweise über die von den amtsuntertänigen Dörfern 1735/36 gelieferten Getreidemengen, in denen die Namen der Bauern aufgeführt werden – wie hier Christoph Bergemehn (=Borgemehn) aus Domtau – Michel und Gerge Eggert, Ertmann Stebuhn, Michel Kuhn und Hans Lang aus Glandau sowie Christoph Haffcke, Michel Kommritz, Christoph und Michel Alex, Jacob Dunckel, Peter Hantel und Hans Busau aus Kumkeim.

Dann folgt eine Auflistung der von Trinitatis 1737 bis Trinitatis 1738 aus den einzelnen Dörfern gelieferten Sperlingsköpfe.

Die geforderte Anzahl von Sperlingsköpfen ist je nach Stand unterschiedlich – während die Bauern 12 Köpfe pro Jahr vorweisen müssen, sind es bei Eigenkätnern 8 und bei Instleuten bzw. Hirten jeweils 6 Köpfe.

Die Auszüge sind ziemlich am Ende des Films 71047 zu finden. Der Fim enthält insgesamt:

  • Steuergefälle 1664, 1684, 1703, 1716
  • Viehzählung 1721
  • Bauernlisten 1737
  • Steuerkataster 1748 und
  • Bauernlisten 1749.
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Aus einem Zinsbuch des Amtes Balga von 1684

Ich möchte ein wenig Freude wecken am Lesen alter Dokumente, indem ich einige Auschnitte aus einem Ostpreußischen Folianten zeige – und zwar aus einem Zinsbuch des Amtes Balga aus dem Jahre 1684. Vieles von dem, was dort zu lesen ist, wurde bereits ausgewertet und in verschiedenen Schriften veröffentlicht. Auch ich wusste, was ich in diesem Amtsbuch über meine Vorfahren finden würde – aber dennoch macht es mir großen Spaß, diese so sorgfältig geführten alten Bücher durchzublättern!

Einiges hatte ich mir bei früheren Besuchen des ‚Geheimen Staatsarchivs Pr. Kulturbesitz‘ in Dahlem aus den Folianten bereits herausgesucht und kopieren lassen. Mittlerweile wurden aber eine Reihe der Ostpreußischen Folianten des ehemaligen Königsberger Staatsarchivs digitalisiert und sind nun online einsehbar – u.a. hier!

Zum Amt Balga gehören um 1684 auch viele Orte des späteren Kreises Heiligenbeil, in denen einige meiner Vorfahren lebten – u.a. Hans Tolkmitt in GehdauMichel Lange in Lütkenfürst und Jacob Ewert (Ebert) in Schönlinde. Sie alle werden auch in diesem Buch genannt.

Aber zunächst einige Überschriften aus diesem Zinsbuch, die vielleicht schon verdeutlichen, weshalb es  mir so viel mehr Spaß macht, in den Original-Folianten zu stöbern als irgendwelche gedruckten Abhandlungen zu lesen.

Verzeuchnüß der Schultzen, Ihrer Huben, undt zu waß Sie dieselbe besitzen

undt waß Ihre Pflichte seyn

Die Cöllmische Freyen dieses Ambts

Einnahm Geldt.

An Bußen so der Herr Haubtmann

Zuerkandt

Manche Amtsschreiber haben offenbar Freude an der Gestaltung ihrer Bücher gehabt. Da ich selbst auch heute noch gern mit der Hand schreibe, bin ich begeistert von der wunderschönen Ausgestaltung. Allerdings darf man nicht davon ausgehen, dass sämtliche Amtsbücher derart gut lesbar und prachtvoll verziert sind – Schmierfinken gab es auch damals!

Vielleicht entdeckt man in einem solchen Amtsbuch auch einen Vorfahren, der dort eingetragen wurde, weil er etwas Verwerfliches gesagt oder getan hat. Unter der zuletzt eingefügten Überschrift über das ‚Einnahme Geldt an Bußen‚ ist zum Beispiel zu lesen, daß Gerge Schultz aus Eisenberg ein Strafgeld zu entrichten hat, ‚weil er wider den Priester daselbsten ehrenrührig gesprochen‘. (Er gehört aber nicht zu meinen Ahnen!)

Jeder Ort und jedes Gut des Amts wird genau beschrieben. Und in dem folgenden Text wird auch mein Vorfahre Hans Tolkmitt (Tolckmith) genannt.

Gedau

Hatt eine Neue Handt Veste unter eigener Hohen Handt, vom Markgraf George Wilhelm Churfürsten zu Brandenburg. Ist gegeben Anno 1639. Wohnen daselbst 5 Freyen, mit Nahmen Friederich Schultz, Hanß Tolckmith, Michel Tolcksdorff, Friedrich Radau und Peter Schwarck, besizen 22 Huben 11 Morgen zu Cöllmischen Rechten, leisten Zusammen einen tüchtigen Dienst, mit Pferdt, Mann und Harnisch, imgleichen ist jeder Jährl. Auff Sanct Martini, des Bischoff Tage 1 schf. Weytzen und 1 schf. Korn zu geben schuldig. Im übrigen Von allem Scharwerck alte Häuser Zu brechen, Neue zu bauen auch andere pflichten und Beschwerden, wie dieselben Nahmen haben und erdacht werden mögn, Erb und Ewiglich ganz und gar Befreyet, und dabey Zu allen Zeiten geschüzet werden sollen.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ich vor allem einige der jungen Ahnenforscher dazu anregen könnte, auch Einsicht in alte Dokumente zu nehmen und sich nicht nur mit dem Sammeln von Namen und Daten zu begnügen !!!

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25 Regeln für Dienende

Im Jahrbuch der preußischen Landwirthschaft, das im Jahre 1821 in Gumbinnen gedruckt wurde, wird ‚ein kleines, aber gewiß ungemein nützliches Heftchen angepriesen, ‚was in die Hände einer jeden Dienstperson, männlichen und weiblichen Geschlechts, kommen und von ihr beherzigt werden sollte‘.

Der Verfasser fügt hinzu: ‚Dieses Büchelchen ist es werth, daß jede Herrschaft, die Leute in ihrem Dienste hat, es ankauft und an ihr Gesinde vertheilt, und dann eignet es sich auch sehr als Prämie für fleißige Schulkinder, welche sich, nachdem sie die Schule verlassen, ihren Unterhalt als Gesinde verschaffen müssen‘.

Diese 25 Regeln sind:

  1. Sey gottesfürchtig
  2. Sey sittsam und keusch
  3. Sey treu und ehrlich
  4. Sey arbeitsam und fleißig
  5. Sey folgsam
  6. Sey achtsam und nachdenkend
  7. Sey ordentlich
  8. Sey reinlich
  9. Sey höflich und gefällig
  10. Sey verträglich
  11. Sey mitleidig gegen Menschen
  12. Sey gegen Thiere nicht grausam
  13. Sey mäßig im Essen und Trinken
  14. Sey mäßig im Vergnügen
  15. Sey besorgt für deine Gesundheit
  16. Sey vorsichtig in der Wahl des Umgangs
  17. Sey verschwiegen
  18. Sey wahrheitsliebend
  19. Sey nicht klatschhaft
  20. Sey anständig im Reden
  21. Sey nicht abergläubisch
  22. Sey lernbegierig
  23. Sey immer auf Nutzung der Zeit bedacht
  24. Sey sparsam
  25. Sey dankbar und erkenntlich
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Hugo Westphal – von Spittehnen nach Detroit?

Hugo Westphal wird am 4. April 1867 in Spittehnen bei Bartenstein als Sohn des dortigen Mühlenbesitzers Rudolph Westphal und dessen Ehefrau Auguste Wilhelmina Friederica Ankermann geboren. Seine Eltern sind Cousin und Cousine – beide sind Geschwister meiner Ur-Ur-Großeltern. Angeblich soll Hugo Westphal nach Detroit ausgewandert sein. Der nachfolgende Ausschnitt stammt aus einem bei FamilySearch veröffentlichten Stammbaum. Leider finde ich keinen Beleg dafür, dass diese Angaben stimmen – in anderen Datenbanken wird angezeigt, dieser Hugo Westphal sei in Hamburg geboren worden!

Was stimmt wirklich? Kontakte zu einigen Ahnenforschern, die Hugo in ihren Stammbaum integriert haben, blieben ohne Erfolg – sie wussten keine Quellen anzugeben, hatten die Informationen ‚irgendwo im Internet‘ gefunden und von dort übernommen. Und so verbreiten sie sich weiter und weiter ….

In der Hoffnung, vielleicht durch Kontakte zu Nachfahren von Hugo Westphal seine Identität klären zu können, habe ich versucht, seinen Lebenslauf in Michigan ein wenig zu verfolgen:

Am 15. August 1896 heiratet Hugo in Wayne die 22-jährige Anna Kern, eine Tochter von Christian Gottlieb Kern und Ernestine Josephine Koehn. Anna Kern kam bereits in Detroit zur Welt. Hugos Vater wird im Heiratseintrag auch genannt – er hieß tatsächlich Rudolph Westphal!  Als Trauzeugin wird u.a. Maria Westphal genannt.

Hugo Westphal und Anna bekommen 11 Kinder, die von 1898 bis 1917 in Detroit geboren werden. Im Juni 1915 erscheint in der Detroiter Abendpost folgende Anzeige:

Ich konnte einige Ehepartner der anderen Westphal-Kinder ausfindig machen:

  • Florence Westphal  (*1899) heiratet 1921 Ferdinand W. Rieck aus Michigan.
  • Hazel Westphal (*1901) heiratet 1921 Arthur Kukuk.
  • Mildred Westphal (*1905) oo Gustav Schreiber.
  • Lloyd C. Westphal (+1907) heiratet Marie Rose Trevillian.
  • Howard Westphal (*1911) oo Evelyn Schatzberg.
  • Milton Frederick Westphal (*1916) oo Clara Jane Bennett.

Manches spricht dagegen, dass dieser ausgewanderte Hugo Westphal wirklich der 1867 in Spittehnen geborene Sohn des Mühlenbesitzers Rudolph Westphal ist:

  • In einem Affidavit (einer eidesstattlichen Erklärung) vor seiner Eheschließung gibt er den Namen seiner Mutter mit ‚Mary‚ an.
  • Laut Census von 1900 wurde er am 31. August 1868 geboren !

Ich bin gespannt, ob sich das Rätsel klären lässt!

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Kartoffeln gehören nicht unters Bett!

Über die oft schwierigen Lebensumstände meiner Vorfahren und ihrer Zeitgenossen habe ich schon oft geschrieben. Immer dann wird mir deutlich, in welchem Luxus ich doch lebe: in einem warmen Haus, mit Badezimmer, Wasch- und Kaffeemaschine und mit Stauraum für Kartoffeln! Ich habe mir niemals Gedanken darüber gemacht, dass viele Menschen ihre Kartoffeln früher aus Platzmangel unter ihren Betten lagern mussten.

Im Oktober 1831 veröffentlich die Abteilung des Inneren im Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung Königsberg eine Verordnung, ‚wegen des Aufbewahrens der Kartoffeln in den Wohnstuben unter den Schlafstellen der kleinen Leute‘.  Die Verdordnung lautet:

‚Die Bewohner des platten Landes pflegen einen Theil der erbauten und zum Verbrauch im Winter bestimmten Kartoffeln nicht allein in ihren Wohnstuben, sondern auch sehr häufig selbst unter ihren Schlafstellen aufzubewahren. Die Nachtheile, die dadurch für die Gesundheit der Stubenbewohner durch die fortwährende Ausdünstung der Kartoffeln, besonders deren Schalen, entstehen, sind nicht zu verkennen und in Abrede zu stellen, und giebt uns Veranlassung, die Königlichen Kreis- und Orts-Polizeibehörden, die Dominien, die Domainen- und Intendantur-Beamte und Magisträte deshalb aufzufordern, dahin zu wirken, daß diese schädliche Gewohnheit des Aufbewahrens der Kartoffeln in den Stuben während des Winters eingestellt, und dem Bedürfnisse überall zweckmäßig anderweit abgeholfen werde. Wo die Landbewohner bis jetzt keine eigene Kartoffelkeller besitzen, wird die Grundherrschaft zu vermögen seyn, es zu gestatten, daß ihre Grund-Eingesessen sich ihrer Keller mit bedienen könnten, falls diese sich nicht auf andere zweckmäßige Art zu helfen wissen‘.

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Müller-Familie Pohlmann im Ermland

Mit dieser Pohlmann-Familie habe ich mich nur ganz am Rande beschäftigt, weil ich etwas über die Familie wissen wollte, in die meine Ur-Ur-Urgroßmutter Friederica Henrietta Ankermann, geb. Schmidt im Jahre 1848 einheiratete.

Als Friederica Henrietta Ankermann, geb. Schmidt in Heilsberg als Witwe den sehr viel jüngeren Anton Pohlmann  ehelicht, ist dieser Mühlenwerktüchner in Raaben bei Landsberg, Pr. Eylau.

Besitzer der Raaben-Mühle, die zum Kirchspiel Buchholz im Kreis Pr. Eylau gehört, ist um diese Zeit Valentin Pohlmann – vielleicht Antons Onkel oder Bruder? Antons Vater ist zum Zeitpunkt der Heirat seines Sohnes Mühlenbesitzer in Plauten bei Mehlsack.

Meine Ur-Ur-Urgroßmutter verstirbt 1874 in Freudenberg im Kirchspiel Seeburg, wo sich Anton Pohlmann nach der Eheschließung als Mühlenbesitzer niedergelassen hat. Aus einer zweiten Ehe Antons mit Rosa, geb. Schwendt, gehen mehrere Kinder hervor:

  • Hugo Pohlmann, geb. um 1867, wird später Mühlenbesitzer in Nossberg bei Heilsberg.
  • Antonius Aloysius Pohlmann, geb. am 22.5.1869 in Freudenberg, wird Mühlenbesitzer in Knipstein, im Kreis Heilsberg.

Auch weitere ‚Pohlmänner‘ betreiben Mühlen im weiteren Umkreis von Heilsberg. Ich kann sie nicht alle genau zuordnen – aber vermutlich sind sie alle miteinander verwandt.

Anton Pohlmann ist übrigens katholisch – alle anderen Pohlmann-Namensträger ebenso. Meine Ur-Ur-Urgroßmutter Friederica Henrietta Ankermann, geb. Schmidt ist evangelisch – wie all meine Vorfahren. Derartige ‚Mischehen‘ scheinen damals im Ermland nicht unüblich gewesen zu sein – sie sind mir in den Kirchenbüchern rund um Heilsberg häufiger begegnet.

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Familie Wersuhn in Worienen, Pr. Eylau

Beim Verfassen meiner Chronik des Ortes Worienen im Kreis Pr. Eylau (die in nächster Zeit nun endlich mal fertig werden soll!) fallen mir manchmal familiäre Zusammenhänge auf, die in der Chronik keinen Platz finden werden, aber vielleicht für andere Familienforscher von Interesse sein könnten.

Um 1850 kommt Ludwig Wersuhn mit seiner Ehefrau Amalie geb. Kleinfeld und einigen – vermutlich 4 – Kindern nach Worienen. Sohn Rudolph verstirbt dort am 12. April 1851 an der Bräune. Er wird 6 Jahre und 7 Monate alt. Im Sterbeeintrag wird angegeben, dass Ludwig Wersuhn zu dieser Zeit als Instmann tätig ist.

Drei weitere Wersuhn-Kinder werden in Worienen geboren:

  • Carl Ludwig Albert Wersuhn am 14.7.1854
  • Johanne Auguste Wersuhn am 20.12.1857 und
  • Gustav Otto Wersuhn am 14.10.1859

Ab 1854 wird Ludwig Wersuhn als Gärtner in Worienen bezeichnet. Er stirbt bereits am 27.8.1862 im Alter von 51 Jahren. Ludwig hinterlässt seine Ehefrau Amalie, geb. Kleinfeld und 7 unmündige Kinder, die nach seinem Tod in Worienen bleiben.

  • Maria Ottilie Wersuhn, * um 1839, heiratet am 28.9.1860 in Eichhorn den Schmiedemeister Friedrich Gottlieb Zilian, einen Sohn des verstorbenen Bauern Gottfried Zilian aus Großendorf
  • Tochter Friederike Wersuhn, * um 1842, wird 1862 die Ehefrau des Gärtners Friedrich Gottlieb Schäfer, der aus Kreuzburg stammt Die beiden bekommen 5 Kinder, die in Worienen geboren werden.
  • Ludwigs Tochter Bertha Wersuhn ist 24 Jahre alt als sie am 27.9.1874 in Eichhorn den 26jährigen Wilhelm Reichelt, Brennereiführer (und späteren Oberinspektor) in Groß Peisten heiratet, einen Sohn des Mühlenbesitzers Ferdinand Reichelt. In Groß Peisten kommt am 8.2.1876 der Sohn Kurt Schmerzensreich Reichelt zur Welt. Wilhelm Reichelt ist allerdings bereits 1877  mit einer anderen Frau verheiratet.
  • Sohn Friedrich August Wersuhn muss um 1849 geboren worden sein. Er wird Gärtner wie sein Vater und heiratet 1875 in Eichhorn die Kammerjungfer Wilhelmine Henriette Rosa, eine Tochter des verstorbenen Schäfers Gustav Rosa aus Knauten.
  • Die in Worienen geborene Tochter Johanna Auguste Wersuhn wird 1887 die Ehefrau des Müllergesellen Hermann Gustav Russke.

Amalie Wesuhn, geb. Kleinfeld, wird 71 Jahre alt. Sie verstirbt am 9.12.1888 in Worienen.

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Haustrunk nur in ‚gewöhnlichen Hauskesseln‘

‚Die Biersteuer ist eine der ältesten Abgaben auf Verbrauchsgüter. Sie wurde schon in den mittelalterlichen deutschen Städten unter mannigfaltigen Namen wie Bierungeld, Bierziese, Bierpfennig, Trankgeld, Schank– oder Malzaufschlag erhoben, sei es als Handels-, Produktions-, Geräte- oder Rohstoffsteuer. Vom 15. Jahrhundert an haben sich die Landesfürsten ihrer bemächtigt, worauf sie zu einem wichtigen Bestandteil der landesstaatlichen Besteuerung ausgebildet wurde (in Bayern z. B. durch Regelungen von 1543, 1572 und 1751). Im 19. Jahrhundert auf verbesserte gesetzliche Grundlagen gestellt – so 1806 in Bayern und 1819 in Preußen –, wurde durch die Reichsverfassung von 1871 die Gesetzgebungs- und Ertragshoheit für das Norddeutsche Brausteuergebiet dem Reich übertragen. Bayern, Baden und Württemberg behielten ihre landesrechtlichen Kompetenzen gegen Abführung von Ausgleichsbeträgen an das Reich bis 1919, übernahmen dann das neu geschaffene Reichsbiersteuergesetz vom 26. Juli 1918, wofür sie sich prozentuale Überweisungen aus der nun einheitlichen Biersteuer sicherten‘. (Quelle: Bundesministerium der Finanzen)

‚Schlitzohren‘ und Steuerbetrüger gab es wohl zu allen Zeiten überall auf der Welt. In Ostpreußen versuchte man die Steuergesetze u.a. auszuhebeln, indem man den Haustrunk (=Bier), der in gewissen Mengen steuerfrei gebraut werden durfte, nicht – wie erlaubt – in ‚gewöhnlichen Kochkesseln‚, sondern in großeneingemauerten Kesseln‚ herstellte. Aus diesem Anlass lässt der ‚Geheime Finanz-Rath‘ im März 1833 im Königsberger Amtsblatt folgende Bekanntmachung drucken:

Es waren aber sicherlich nicht nur unsere ostpreußischen Vorfahren, die auf diese Weise versuchten, geltende Steuergesetze zu umgehen!

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Schwere Feuersbrünste in Landsberg, Pr. Eylau

Neben kriegerischen Auseinandersetzungen und Epidemien gehören schwere Feuersbrünste viele Jahrhunderte lang zu den bedrohlichsten Ereignissen, mit denen unsere Vorfahren fertig werden mussten. Auch die Stadt Landsberg in Ostpreußen wurde immer wieder von Feuersbrünsten heimgesucht. Der nachfolgende Text stammt aus der Landsberger Stadtchronik:

‚Im Jahre 1802 brach in der hiesigen Mühle Feuer aus, und nicht nur diese sondern auch 6 andere Häuser in der Peystenschen Vorstadt und 65 Scheunen nebst dem ganzen Einschnitt und Wirtschaftsgerät wurden in wenigen Stunden ein Raub der Flammen.

Kaum waren diese Gebäude wiederum aufgebauet, so entstand im Jahr 1804 in den ersten Tagen des Dezember Monats eine ähnliche Feuersbrunst unter den Scheunen am Hohen Tore. Es gingen dabei 43 Scheunen mit allen darin befindlichen Vorräthen verlohren. Diese Unglücksfälle zogen Elend und Armuth nach sich und doch zogen sich nach 3 Jahren noch schwerere Unglückswolken über Landsberg zusammen. Der unglückliche Krieg mit Frankreich, der im November 1806 begann, verbreitete mit dem Anfang des Jahres 1807 auch Jammer und bitteres Elend, Krankeiten und Tod in unseren Mauern. …

Den 4ten October dieses 1831ten Jahres wird wiederum für Landsbergs Bewohner ein Tag des Schrekkens. Sonntags zuvor war das Fest der Ernte mit vielem innigsten Dank gegen Gott gefeiert, indem sich dieses Jahr durch eine besonders reichliche Ernte auszeichnete, und Freitag darauf brach in den vollgefüllten Scheunen am hohen Thor abends nach 9 Uhr das schrecklichste Feuer aus. Alle die Scheunen, welche im Jahr 1804 abbrannten(,) 43 an der Zahl(,) wurden in 2 Stunden ein Raub der Flammen. Alles gedroschene Getreide, Stroh, Futter, Ackergeräte und Vieh ging mit den Flammen auf. 50 Achtel Holtz, hinter den Scheunen aufgesetzt, an Tausend Diehlen, eichene Planken usw. wurden in Asche gelegt. Wagen, Geschirre gingen in Mengen verlohren, so daß den größten Wirthen der Stadt nur die Pferde blieben. Der Schaden ist auf 20700 Taler taxiert und die Gebäude stehen nur mit 3000 Taler im Feuer Catastro versichert. Über die Entstehung des Feuers ist bis ietzt nichts ermittelt‘.


Einige Tage nach diesem Schreckenstag wird im Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Königsberg um Unterstützung der durch den Band geschädigten Landsberger Bewohner gebeten:

10 Tage später werden die Namen derjenigen veröffentlicht , die beim Löschen der Brände besonders eifrig halfen:


Der Apell des Freiherrn von Brederlow war offenbar erfolgreich. 1832 ist in der Stadtchronik zu lesen: ‚In diesem Jahr wurden die abgebrannten Scheunen nach dem vorgezeichneten Plan des Königl(ichen) Landrats Freiherrn von Brederlow und des Landbaumeisters Bertram neu und schön erbaut; und das Erndtefest wurde, obgleich der Erntesegen sparsam, wegen des den Sommer über anhaltenden Regenwetters, ausgefallen war, doch mit vieler Rührung und Dank gegen Gott gefeiert, der geholfen hatte, wo die Hülfe ferne, ja fast unmöglich schien‘.

(Als Datum dieser schweren Feuersbrunst im Jahre 1831 wird in den Quellen einmal der 4., dann der 7. oder 8. Oktober genannt).

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Kreis Pr. Eylau – Zeichnungen ehemaliger Gebäude

Bei meinem letzten Besuch im Staatsarchiv Olsztyn im Sommer 2015 konnte ich auch eine Mappe durchsehen, in der Zeichnungen enthalten waren, die wohl von ehemaligen Pr. Eylauer Schülern angefertigt und von ihren Lehrern benotet worden waren. Die Namen der Zeichner sind jeweils angegeben. Die Mappe enthielt u.a. folgende Blätter:

eine Zeichnung des Guts Graventhien:

eine Zeichnung des Pr. Eylauer Vorwerks Henriettenhof:

und eine Zeichnung der Wassermühle bei Pr. Eylau:

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